Webinar-Aufzeichnung

Liebe Cashkurs-Community,

sollten Sie es aus terminlichen Gründen es nicht geschafft haben am Webinar teilzunehmen, haben Sie hier die Chance es nachzuholen.

Das Thema des Webinars lautet Absicherung mit Optionsscheinen und als Gäste mit dabei waren Björn Paffrath und Georg Neubauer.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei dem Video,

Ihr

Dirk Müller

aktuelle Lage August 2011: Anfang einer größeren Verwerfung

Die Anzeichen lagen schon eine Weile in der Luft und wir haben auf Caschkurs gebetsmühlenartig auf die drohenden Gefahren für die Märkte hingewiesen. Manch einer mag skeptisch gewesen sein ob der pessimistischen Grundhaltung und der steten Erinnerungen die realen Werte wie Aktien und Edelmetalle gegen Kurseinbrüche zu versichern. Die letzten Wochen haben gezeigt, wie richtig diese Strategie war und ist...

Die aktuellen Entwicklungen kommen keineswegs  überraschend. Die 33,5 Billionen US$ an internationalen Maßnahmen zur Bewältigung der Finanzkrise 1 haben notwendiger Weise zu einem weltweiten Konjunkturboom geführt. Dieser Konjunkturboom war aber kein gesunder sondern entsprach in wesentlichen Teilen dem, was die österreichische Schule (Wirtschaftstheorie) unter „Crackup-Boom“ versteht. In Panik werden alle zur Verfügung stehenden Ressourcen bis an die Belastungsgrenze in den Markt geworfen. Dadurch entsteht ein ungesunder Boom auf Kosten einer völligen Erschöpfung des Gesamtsystems (Die internationalen Staatschulden wurden hierdurch an ihre absoluten Grenzen – und teilweise darüber hinaus – gebracht). Nach dem Auslaufen dieser Maßnahmen droht der finale Kollaps. Ein Phänomen, das auch in der Natur unter dem Begriff „Panikblüte“ bekannt ist und beschreibt, wie eine Pflanze kurz vor dem Zusammenbruch noch mal alle Kräfte in wunderschöne Blüten investiert.

In den letzten Monaten laufen die Stützungsmaßnahmen weltweit aus (die FED fährt die Käufe von US-Staatsanleihen zurück, China streicht die Subventionen für PKW-Käufe usw...). Im Gegenteil. Das Erschöpfen der weltweiten Staatsressourcen zwingt die Staaten nicht nur zu einer Vollbremsung sondern sie aktivieren in ihrer (berechtigten) Bonitätspanik sogar den Umkehrschub. Aus Konjunkturpaketen werden binnen Monaten Sparpakete von bisher nie dagewesener Dimension. Mit welcher Blindheit sind jene Volkswirte geschlagen, die seit vielen Monaten die auf uns zu schleudernden Konsequenzen auf die weltweite Konjunktur durch diese Vollbremsung bei Glatteis ignorieren und von Rosa Wolken am Konjunkturhimmel erzählen? Aber das beobachten wir seit vielen Jahren, dass die vermeintlichen Wirtschaftswissenschaftler und die von ihnen beratenen Politiker die letzten sind, die eine offensichtliche Entwicklung realisieren.

Eine neue Rezession mit möglicherweise dramatischeren Folgen als 2008/2009 ist in greifbare Nähe gerückt – und wird noch immer von den „Meinungsmachern“ ignoriert. Das erinnert an Peer Steinbrück 2008: „Das Gerede von einer möglichen Rezession ist typisch deutsche Schwarzmalerei“. Und sie lernen es nicht.

Die Staaten hätten in diesem Fall nicht mehr die Möglichkeit, namhafte Konjunkturpakete zu schnüren. Die Staatshaushalte „haben fertig“. Die einzige und letzte mögliche Panikmaßnahme ist Gelddrucken. Notenpresse, Inflation in großem Stil. Diese Variante ist durchaus und wäre der letzte möglich (wenn auch nicht zwingend erforderliche) Schritt vor einer Neuaufstellung des internationalen Währungssystems. Schuldenstreichung, Schuldenneuverhandlung, Währungsreform, Reset!. Doch zuvor kommt das, was wir zur Stunde erleben. Ein neuer deflationärer Schock. Ein Einbruch der realen Werte. Immobilien, Rohstoffe, Aktien und (möglicherweise) sogar der Edelmetalle.

Die Vorboten gab es bereits vor wenigen Monaten, als ich Ihnen in den täglichen Ausblicken berichtet habe, dass die Renditen der kurzlaufenden US-Staatsanleihen bei null! Prozent liegen. Das war ein klarer Hinweis darauf, dass die großen Jungs in großem Stil Kasse gemacht haben und ihr Geld parken. Diese kurzfristigen Staatsanleihen sind nichts anderes als Parkplätze für das große Geld. Gleichzeitig sind schon seit Monaten die Schwellenländer-Aktien stark unter Druck. Auch das war ein Warnhinweis, dass etwas Großes bevorsteht. Schon 2007/2008 haben wir beobachtet, dass die Schwellenländeraktien massiv abverkauft wurden, während es in Deutschland und USA noch stabil weiter lief. Genau das haben wir im ersten Halbjahr 2011 wieder beobachtet und Ihnen hier auf Cashkurs wiederholt zur Warnung gestellt. Die nun zu beobachtende Entwicklung ist nur folgerichtig und vermutlich erst der Anfang einer größeren Verwerfung, in deren Folge auch neue Tiefststände nicht ausgeschlossen werden können.

Die Geldströme zwischen den Banken beginnen bereits wieder zu stocken. Es wird für europäische Banken immer teurer sich mit US-Dollar zu versorgen. Die Banken misstrauen sich zunehmend gegenseitig. Die EZB meldet starke Übernachteinlagen. Das bedeutet, die Banken legen das Geld über Nacht lieber bei der EZB zu fast null Prozent Zinsen an, als es ihren Kollegen für etwas höhere Zinsen zu leihen. Selbst von geheimen Notkrediten der EZB an zwei europäische Banken ist hinter den Kulissen zu hören. Sobald größere Abschreibungen erzwungen werden, weitet sich der bereits begonnene deflationäre Schock massiv aus. Auch die Verluste an den Aktienmärkten (in den letzten Wochen wurden 5 Billionen! Dollar Aktienvermögen vernichtet) erzwingen Abschreibungen. Viele Investitionen werden auf Kreditbasis getätigt. Die Banken haben unglaubliche Bilanzaufblähungen auf diese Weise vorgenommen. Die europäischen Banken noch wesentlich stärker als die amerikanischen. Wenn nun Abschreibungen drohen (auf Staatsanleihen des einen oder anderen Landes, auf Kredite an Hausbesitzer, auf platzende chinesische Immobilienpreise, auf Ausfälle einer europäischen Großbank, auf eine Schieflage im Aktienportfolio……) brauchen die BigBoys Geld um ihre Kredite zurückzufahren. Dazu wird alles verkauft, was sich verkaufen lässt. Dazu gehören natürlich alle Formen von Sachwerten. Das gilt auch für die Edelmetalle, die in großem Stil über ETF´s gekauft wurden. Ob die gleichzeitig einsetzende Flucht ins Gold diese Notverkäufe ausgleicht ist vollkommen offen. Kann sein, kann nicht sein. Ende 2008 haben diese Käufe nicht gereicht. Der Goldpreis kam durch das große „Kasse machen“ mit unter Druck und verlor im Herbst 2008 kurzfristig 27 Prozent, Silber sogar 60 Prozent.

Bei aller mir eigenen Begeisterung für die Edelmetalle gilt auch hier: Spätestens sobald sich Erschöpfungstendenzen der aktuellen Rally abzeichnen macht es Sinn, die großen erzielten Kursgewinne durch Verkaufsoptionsschein zu sichern. Hergeben würde ich die Metalle natürlich nicht!

Alles in allem bleibt die Strategie die gleiche wie seit vielen Monaten erfolgreich praktiziert: Reale Werte sind aufgrund der Implosionsgefahr des internationalen Währungssystems zwingend notwendig. Doch genauso zwingend ist die Absicherung dieser realen Werte (ich beschränke mich inzwischen auf Aktien und Edelmetalle) durch klassische Verkaufsoptionsscheine wie immer wieder hier beschrieben.

Zur Auffrischung hier nochmals die entsprechenden Artikel:

Was soll der Tagesgeldanleger tun? (Antwort auf Userfragen Teil 2, Dirk Müller)

Teil 1 - Antworten auf Userfragen zur Lageeinschätzung vom 29.04.2010, Thema: Wie sichere ich mit Optionsscheinen ab? (Dirk Müller)

Direkte Antworten zur aktuellen Lage (Teil 1 Dirk Müller)

Direkte Antworten zur aktuellen Lage Teil 2 (Dirk Müller)

Bei aller Dramatik der aktuellen Entwicklung: Bewahren Sie Ruhe. Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Es wird große Veränderung geben, aber die Welt geht nicht unter. Sie dreht sich weiter und es wird jeden Morgen die Sonne erneut aufgehen. Es wird auch Morgen noch Banken, Unternehmen und Arbeitsplätze geben. Manche nicht mehr, dafür entstehen wieder andere. Sie kennen die Zusammenhänge, sie können sich darauf in aller Ruhe vorbereiten.  Ein solcher Reset gehört seit Jahrhunderten zu unserem Wirtschaftssystem dazu und findet in unregelmäßigen Abständen immer wieder statt. Es geht nicht ohne. Zumindest nicht in unserer Form des Wirtschaftssystems. Also nehmen wir das unausweichliche nicht als Katastrophe, sondern als notwenige Veranstaltung, die obendrein große Chancen bietet. Die Zeit NACH dem Reset wird ohnehin wieder von einem jahrzehntelangen Aufschwung geprägt sein. Für die jungen Leute also eigentlich eine tolle Sache. Und die Älteren (ich zähle mich auch dazu und habe keine Lust und Zeit noch mal von vorne zu beginnen) sollten sehen, sich auf die absehbare Entwicklung einzustellen und ihr Erspartes so gut wie möglich durch diese Phase zu bringen. Garantien gibt Ihnen keiner – auch ich kann nicht wissen, ob die Entwicklung wirklich so läuft, wie ich es erwarte und ob die empfohlenen Maßnahmen die besten sind. Alles ist am Ende eine Frage der Wahrscheinlichkeiten. Doch die von mir seit vielen Monaten und auch hier empfohlene Strategie: Aktien und Edelmetalle mit Absicherung durch Verkaufsoptionsscheine (welche man im Falles des Einbruchs immer mal wieder mit Gewinn verkauft um Aktien und Edelmetall zu diesen nun günstigeren Preisen nachzukaufen) ist aus meiner Sicht die beste Variante um sein Geld zu erhalten. Selbst wenn ich falsch liege und die Märkte wieder durch die Decke gehen, gewinnen Sie damit. Wenn aber meine Einschätzung der nächsten Monate zutrifft, dann gehören Sie mit dieser Strategie zu den großen Gewinnern der Entwicklung. Sie haben reale Werte und können durch die Gewinne auf den Verkaufsoptionsscheinen zu billigsten Kursen einen ganzen Sack voll Qualitätsaktien nachkaufen. Wenn dann nach dem Reset im Aufschwung diese Aktien wieder anziehen, haben Sie nicht nur ihr Geld erhalten, sondern möglicherweise vervielfacht. So wurden in vergangenen Krisen etliche Vermögen geschaffen, deren Väter in den Zeiten in denen (im übertragenen Sinne) das Blut an der Börse floss große Aktienpakete zu Ausverkaufskursen aufgekauft haben.

Ein Schwarm Schwarzer Schwäne - Droht jetzt der deflationäre Schock? (März 2011)

An den Börsen bezeichnet man Ereignisse, die so unwahrscheinlich sind, dass man ihr Eintreten nicht einkalkuliert als „Schwarze Schwäne“. Ein solcher schwarzer Schwan ist in der Lage aus heiterem Himmel die Märkte komplett durcheinander zu wirbeln, weil eben niemand damit gerechnet hat.

Es ist unvorstellbar, aber in den letzten Wochen kam es zum  Auftreten eines ganzen Schwarmes von Schwarzen Schwänen. Regime in Nordafrika, die über Jahrzehnte stabil schienen kollabieren wie Dominosteine binnen weniger Wochen. Europäische Staaten im Herzen der Währungsunion stehen vor dem finanziellen Kollaps ebenso wie amerikanische Bundesstaaten. Die Rohstoffpreise vervielfachen sich binnen weniger Monate. Bestimmte Rohstoffe (seltene Erden) sind kurzfristig nicht verfügbar. Japan wird nicht nur von einem Jahrhundertbeben mit ebensolcher Flutwelle heimgesucht, sondern zeitgleich von einer der größten Nuklearkatastrophen der Geschichte. Es liegt in der Natur eines solchen Schwarzen Schwanes, dass seine Folgen zunächst kaum absehbar sind. Wenn aber nun diverse unkalkulierbare Ereignisse gleichzeitig eintreten, lässt sich absolut nicht abschätzen, welche Reaktionen dieser Chemiecocktail nach sich zieht. Eines ist allerdings klar: Es wird zu deutlichen Verwerfungen führen.

Die ersten Marktreaktionen lassen befürchten, dass dieser Cocktail nun zu dem schon seit geraumer Zeit befürchteten deflationären Schock führen KÖNNTE. Dies WÜRDE bedeuten: Sehr starker Kursrückgang all der zuletzt gehypten und empfohlenen Anlagen wie Rohstoffe, Edelmetalle, Aktien.

Der DAX ist von seinem Hoch bei 7400 Punkten nun um fast 1000 Punkte oder fast 13 Prozent gefallen. Die Rohstoffe geben ebenfalls auf breiter Front nach. Selbst die bislang als Krisenprofiteure zählenden Edelmetalle kommen binnen weniger Stunden stark unter Abgabedruck. Noch ist es nicht ausgemacht, dass es mehr wird als nur eine kurze, heftige und gesunde Korrektur, aber da ein Deflationärer Schock in absehbarer Zukunft ohnehin zu den bevorzugten Szenarien zählt, ist es nur folgerichtig, die Situation ernst zu nehmen.

Konzentrieren wir uns auf die letzten Informationen aus Japan und blenden –so pervers es ist und so schwer es mir persönlich fällt- die menschlichen Tragödien aus, um die wirtschaftlichen Folgen möglichst emotionslos abschätzen zu können. Das tut weh, ist aber notwendig, da die Finanzmärkte kein Mitleid einpreisen. Wenn wir also nicht von den Märkten überrollt werden wollen, müssen wir versuchen diese Einschätzungen „der Märkte“ nachzuvollziehen. Wäre es „nur“ der Tsunami, könnte man von einem großen Konjunkturpaket sprechen. Die japanische Bevölkerung gehört zu den wohlhabensten weltweit. Die Sparquoten liegen so hoch wie in kaum einem anderen Land. Durch die jahrelange Deflation haben die Japaner ihr Geld gespart statt es auszugeben. Nun werden sie durch die Katastrophe gezwungen, die Konten zu plündern und all das Zerstörte wieder aufzubauen und anzuschaffen. Der Staat wird die zerstörte Infrastruktur schnellstmöglich wieder herstellen. Ein (kleiner) Teil der Zerstörung wird von Versicherungen weltweit ersetzt, der Großteil muss aus den Ersparnissen und auf Kredit geschehen. Und genau hier kommen wir auf die wirtschaftliche Kehrseite. Der japanische Staat war bislang bereits bis über die Hutkrempe verschuldet. Mehr als 200 Prozent des BIP betrug die Staatsverschuldung. Das BIP wird zunächst durch die Ausfälle deutlich schrumpfen, also wird die Verschuldung in Prozent des BIP noch deutlich weiter ansteigen. Der Zins für Staatsanleihen liegt nahe Null Prozent. Bislang wurden die Staatsanleihen fast ausschließlich durch die eigene Bevölkerung als Altersvorsorge gekauft. Bei fallenden Preisen (Deflation) macht es auch nichts, wenn ich nur mini-Zinsen bekomme. Das Ausland hat bisher kaum japanische Anleihen gekauft. Warum auch. Doch nun fallen die Bürger als Anleihekäufer aus. Im Gegenteil. Sie werden Anleihen verkaufen um Geld für den Wiederaufbau zu bekommen. Der Staat muss gleichzeitig enorme Summen (über Anleihen) aufnehmen um die Schäden zu bewältigen und die Infrastruktur wieder herzustellen. Wer soll diese Anleihen kaufen? Niemand! Richtig! Bleibt nur die eigene Notenbank Bank of Japan. Und die tut genau dies. Das ist pures Gelddrucken. Die Staatspleite Japans ist ein sehr ernstzunehmendes und akutes Risiko. Die Folgen für die internationalen Banken und Finanzmärkte wären unabsehbar.

Gleichzeitig fällt mit Japan Deutschlands größter Konkurrent im internationalen Export in den Bereichen Maschinenbau und Kraftfahrzeuge auf unabsehbare Zeit aus. Diese Aufträge werden nun deutschen, amerikanischen und anderen internationalen Unternehmen zu Gute kommen.

DAS war die optimistische Variante! Was jedoch geschieht, wenn – was zur Stunde nicht auszuschließen ist – weite Teile des japanischen Ostens radioaktiv verstrahlt würden und sich gegebenenfalls sogar auf die 35-Millione-Metropole Tokyo ausdehnen würde ist fern jeder Vorstellungskraft. Eine Spekulation über möglich wirtschaftliche Folgen ist hier seriös nicht möglich, aber eine positive Entwicklung wird es sicherlich nicht werden.

In dieser extremen Gemengelage – wir haben die noch immer dramatische Situation um die Euro-Schulden die Unruhen in Nordafrika und Nahost, die am Limit liegende US-Staatsverschuldung genauso wenig besprochen wie die vor dem Bersten stehende Immobilienblase in China und eine Umkehr der Kapitalströme wie im letzten Lagebericht erläutert – ist eine vernünftige Voraussage nahezu unmöglich. Auch eine schnelle Beruhigung mit wieder stark ansteigenden Kursen ist denkbar, wenn auch kurzfristig nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Die Gefahr weiterer sehr starker Kursrückgänge bei allen realen Werten ist also durchaus real und zu berücksichtigen. Die Strategie reale Werte mit Verkaufsoptionsscheinen zu versichern ist voll aufgegangen und noch immer die Strategie der Stunde. Wer dies berücksichtigt hatte, hat die letzten Tage zumindest finanziell relativ gelassen beobachtet.

Es ist noch keinesfalls sicher, dass die aktuelle Entwicklung der Beginn des erwarteten deflationären Schocks ist, man muss die Möglichkeit aber in Betracht ziehen. Wenn die gleichen Spekulanten, die die Preise in den letzten Monaten nach oben getrieben haben (bei Aktien, Rohstoffen, Edelmetallen und China-Immobilien) nun angstgetrieben Kasse machen, kann das zu einem heißen Ritt werden. Noch ist es eine kräftige Korrektur, aber die Grenze ist dünn. Bei einem Daxstand unter 6350 käme weitere deutliche Abwärtsdynamik auf Richtung 5800 auf. Erstes Durchatmen über 6850.

 

Anbei noch mal die entsprechenden Beiträge zur Absicherung mit Optionsscheinen:

Was soll der Tagesgeldanleger tun? (Antwort auf Userfragen Teil 2, Dirk Müller)

Teil 1 - Antworten auf Userfragen zur Lageeinschätzung vom 29.04.2010, Thema: Wie sichere ich mit Optionsscheinen ab? (Dirk Müller)

Direkte Antworten zur aktuellen Lage (Teil 1 Dirk Müller)

Direkte Antworten zur aktuellen Lage Teil 2 (Dirk Müller)

Jahrhundertaufschwung oder Panikblüte? (seit Januar 2011)

Kennen Sie den Begriff Panikblüte? Er kommt aus der Biologie und beschreibt dort das letzte große Aufbäumen einer sterbenden Pflanze. Sie legt noch mal all ihre Kraft in neue Triebe und Blüten, bevor sie endgültig eingeht.

Die Entwicklungen der letzen Jahre lässt eine gewisse Parallelität mit dem Lebenszyklus unseres Finanzsystems erkennen. Der Kollaps der internationalen Staatsfinanzen ist unausweichlich, lediglich der Zeitpunkt ist offen. Hätten wir nicht in den letzten Monaten alle letzten Kraftreserven der Staatsbilanzen in das System gepumpt, wäre der Tot bereits eingetreten. So hat diese Aktion zu einer Anfang 2010 unvorstellbaren Blüte in verschiedenen Bereichen geführt. Ob Aktien- oder Rohstoffmärkte, deutsche Exportergebnisse oder chinesische Immobilienpreise, die tollsten Blüten wurden entwickelt.

Doch der Organismus wurde damit nicht gesundet. Im Gegenteil. Die gesundheitlichen Probleme sind dadurch nur noch größer geworden. Der Kreislauf des Finanzsystems steht vor dem Kollaps, wenn das Herz – die Staatsfinanzen – aussetzt.

Jedem ist ersichtlich, dass diese Herzen in Griechenland, Großbritannien, USA, Japan und vielen anderen Ländern unmittelbar vor dem Infarkt stehen.

Diese Panikblüte kann durchaus noch einen Sommer andauern, niemand vermag zu sagen, wie lange sich dieses Sterben hinausziehen lässt. So lange sollte man sich auch an den Blüten erfreuen und um im biologischen Terminus zu bleiben auch ruhig den Nektar daraus ziehen.

Man sollte sich allerdings durchaus darauf einstellen, dass es in der Tat nur eine letzte Panikblüte sein könnte.

Welche der vielen akuten Risiken, die bereits jetzt bekannt sind am Ende den Ausschlag geben, lässt sich ebenso wenig sagen. Wichtig ist nur, sie zu kennen.

Umso erstaunlicher ist es, dass nahezu alle offiziellen Experten von einer wunderbaren Zukunft, ja gar einem Jahrzehnt des Aufschwungs sprechen. Immer mit der Begründung: Muss doch so sein, seht Euch nur die tollen Blüten an!

Der Förster im Wald sieht auch diese großen Wassertriebe und weiß dennoch, dass der Baum verloren ist.

Machen wir es also wie der Förster. Freuen wir uns an dieser Blüte und nehmen von ihr mit, was uns angeboten wird. Aber dennoch sollten wir stets die Risiken im Auge behalten.

Einige dieser Risiken im kurzen Überblick:

Chinas Boom ist zu großen Teilen auf einen explodierenden Immobilienmarkt zurückzuführen. Viele wollen uns erzählen, dass die Preise in China völlig normal sind.

Ein anderer Autor hat berechnet, dass ein durchschnittlicher Bauer bei ausgefüllter 7 Tage-Woche seit der Tang-Dynastie im 8. Jahrhundert hätte durcharbeiten müssen, wenn er sich heute eine 100 Quadratmeterwohnung in Peking leisten möchte. Ohne Möbel, natürlich. Ein Industriearbeiter hätte es da einfacher. Er hätte nur während der Opiumkriege Mitte des 19. Jahrhunderts beginnen müssen. Aber nein, es gibt keine Immobilienblase. So viele wollen in die Stadt ziehen! Das Argument gab es schon einmal. In den 80ger Jahren, als es um die japanischen Immobilien ging. Damals hatte man noch angefügt: „Japan ist halt eine kleine Insel, da gibt es wenig Land und das bisschen wird auf jeden Fall unendlich teuer, mindestens!“ Das kann man für China nicht so unbedingt stehen lassen. Was in Japan dann wirklich kam, war eine große Überraschung, über die die Japaner noch heute staunen. Auch in den USA ist man einmal von unendlich steigenden Hauspreisen ausgegangen. Haben viele wohl schon wieder vergessen. Und wenn die chinesischen Hauspreise fallen, wird es Herrn Li nicht besser ergehen als Mr. Smith.

Amerikanische Investoren (darunter viele Banken), die Geld zum Nulltarif vom FED bekommen, dieses direkt in den chinesischen Markt durchleiten und dort die Blase aufblähen ist bekannt und vermutlich durchaus gewollt. Doch wehe, wenn diese Investoren gezwungen werden, ihre Gelder zurückzuholen, weil sie zu Hause Abschreibungen auf kommunale Anleihen der Bundessstaaten, geplatzte Hauskredite, ausgefallene Staatsanleihen in Europa oder sonst einen absehbaren Zwischenfall vornehmen müssen. Dann kommt es zu den gleichen Repatriierungen (Heimholung) von Geldern wie 2008. Ob China dann immer noch der Boommotor der Welt sein wird? Es darf bezweifelt werden.

Ein Ausfall europäischer Staatsanleihen ist durchaus als realistisch zu bezeichnen. Eine Umschuldung Griechenlands scheint schon fast sicher zu sein. Andere werden vermutlich folgen. Doch das bedeutet Abschreibungen in Milliardenhöhe für diejenigen (Banken, Pensionsfonds, Versicherungen etc.), die eben diese Anleihen als so tolle Renditebringer ohne Risiko (auch schwarze Schimmel genannt)  im Bestand haben. Und schon beginnt wieder die Hatz auf Eigenkapital um die Verluste auszugleichen, die Bilanz zu retten und die Kredite bedienen zu können, mit denen man in diesen Schrott investiert hat. Und wenn man dringend Geld braucht und nichts auf dem Konto hat, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als das zu verkaufen, was man hat. Als erstes und am liebsten etwas, auf das man schon gute Gewinne hat, wie chinesische Immobilien, Aktien oder Rohstoffe und am Ende alles, für was man noch irgendwie Geld bekommt.

Nur ein solches Großereignis, von dem sich schon viele mit flammender Schrift am Horizont abzeichnen, dafür braucht es keine hellseherischen Gaben, genügt um die Panikblüte zu beenden und zu einer Panik ohne Blüte zu werden. Und genau deshalb ist es einerseits wichtig, die Blüte zu genießen, denn wir wissen nicht, ob sie nicht noch ein oder zwei Jahre anhält, oder ob wir sogar komplett daneben liegen und die Pflanze sich tatsächlich durch Wunderheilung oder was auch immer wieder erholt. Andererseits sollte man die Pflanze jetzt seeehhr genau beobachten und abspringen, bevor sie zusammenbricht.

Das ist und bleibt der beste Rat für die nächsten Monate. Investition in reale Werte wie Edelmetalle, Rohstoffe und Aktie: JA! aber mit Fallschirm!

Ich habe Ihnen Anfang 2010 ebenfalls empfohlen in Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe zu investieren und ab April um die Empfehlung erweitert, diese gegen einen möglichen Einbruch abzusichern. Das wurde heiß diskutiert und was ist daraus geworden?

Gold hat in Euro gerechnet in einem Jahr 39 Prozent zugelegt. Der Verkaufsoptionsschein mit einem Jahr Laufzeit und einer Basis 20 % unterhalb des damaligen Niveaus (so lautetet der Rat) kostete etwa 3-4 % des Depotwertes. Dieser ist jetzt wertlos ausgelaufen. Übrig bleibt eine Rendite von etwa 35 Prozent.

Silber (unsere Hauptempfehlung auf Cashkurs) ist in der gleichen Zeit um 96 Prozent angestiegen. Abzüglich der Versicherung bleiben hier um die 92 Prozent Rendite

Dafür hat man sich aber auch keinen Kopf machen müssen und wäre auch für extrem ungünstige Entwicklungen gerüstet gewesen. Eine Lebensversicherung eben. Und ganz offen: bei  39 oder 96 Prozent Rendite gebe ich gerne 3-4 Prozent für eine Versicherung aus, die mich im Zweifel vor extremen Verlusten schützt.

Selbst bei Aktien sieht diese Strategie durchaus erfolgreich aus der DAX legte in einem Jahr 16 Prozent zu, die Versicherung kostete 5%, bleiben 11 Prozent Rendite. Wohlgemerkt: inklusiver einer Versicherung gegen große Vermögensverluste.

Diese Versicherungsstrategie ist natürlich nicht immer notwendig, aber in Phasen, in denen wie im Moment die Risiken im Vergleich zu „normalen“ Zeiten unverhältnismäßig hoch sind, ist es die sinnvollste Variante und bringt einem eine gute Rendite bei gleichzeitig gutem Schlaf.

Anbei noch mal einige Beiträge zum Thema „Absicherung“:

Was soll der Tagesgeldanleger tun? (Antwort auf Userfragen Teil 2, Dirk Müller)

Teil 1 - Antworten auf Userfragen zur Lageeinschätzung vom 29.04.2010, Thema: Wie sichere ich mit Optionsscheinen ab? (Dirk Müller)

Direkte Antworten zur aktuellen Lage (Teil 1 Dirk Müller)

Direkte Antworten zur aktuellen Lage Teil 2 (Dirk Müller)

Anfassbares mit Absicherung (seit Mai 2010)

An der Einschätzung vom Januar hat sich nichts geändert und es kam wie erwartet zur großen Diskussion um die Staatsschulden. Zuerst hatten wir die Bankenkrise, dann die Wirtschaftskrise und nun die Krise der Staatsschulden. Danach kommt nichts mehr. Die Krise der Staatsschulden ist auch nicht auf herkömmlichem Wege zu beheben. Lassen Sie sich hier keinen Unfug erzählen. Selbst wenn es gelingen sollte – was ich bezweifle – durch drastische Sparmaßnahmen der Staaten die jeweiligen Haushaltsdefizite zu senken, bleiben es noch immer Defizite. Das bedeutet, dass die Schulden noch immer weiter steigen. Die Verschuldung der Staaten ist aber längst über das verträgliche Maß weit hinausgeschossen und wird niemals eingefangen oder gar zurückgezahlt werden können. Eine Neuverhandlung dieser Schulden ist die logische und unausweichliche Konsequenz. Stellen Sie sich unbedingt darauf ein!! Die Frage ist nicht, ob es passiert, sondern lediglich: Wann?!

Der generalstabsmäßig geplante Großangriff auf den Euro hat verheerende Wirkung. In ganz Europa sind die Investoren in Aufruhr und ziehen Geld von den Banken der schwachen Staaten ab um dieses in Fremdwährungen (Schweizer Franken, Norwegische Kronen) oder in reale Werte zu transferieren. Diese Flucht aus dem Geld, rein in reale Werte habe ich in der ersten Ausgabe des  Buchs C(r)ashkurs bereits vor 2 Jahren angekündigt. Dies war nur möglich, da ich von Beginn an von einem kontrollierten Reset des Schuldensystems ausgegangen bin. Dieser Reset hat 2007 begonnen und es scheint, als würde er in den nächsten 24 Monaten zu Ende gebracht. An diesem Ende wären die westlichen Staaten vom größten Teil ihrer Schulden befreit und wieder auf Jahrzehnte handlungsfähig. Wenn auf der einen Seite Schulden erlassen oder verlängert werden, muss auf der anderen Seite Guthaben „zurückstehen“. Das werden in der Regel die kleinen Leute sein, die sich auf ihre Lebensversicherung und Spareinlagen verlassen. Daher mein  Rat: Raus aus dem Geld, dem Tagesgeld und den Anleihen und rein in reale Werte wie Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe. ABER: Diese realen Werte UNBEDINGT versichern. Wie das geht lesen Sie bitte in den entsprechenden Artikeln nach.

Was soll der Tagesgeldanleger tun? (Antwort auf Userfragen Teil 2, Dirk Müller)

Teil 1 - Antworten auf Userfragen zur Lageeinschätzung vom 29.04.2010, Thema: Wie sichere ich mit Optionsscheinen ab? (Dirk Müller)

Direkte Antworten zur aktuellen Lage (Teil 1 Dirk Müller)

Direkte Antworten zur aktuellen Lage Teil 2 (Dirk Müller)

Es besteht die große Gefahr, dass all diese realen Werte durch einen zweiten deflationären Schock dramatisch unter Druck kommen. Auch wenn es im Moment kaum jemand wahrhaben möchte, besteht dieses Risiko. Er muss nicht kommen, es ist durchaus möglich, dass die realen Werte durch  die Flucht aus den Währungen kontinuierlich weiter steigen, aber die Gefahr eines zweiten deflationären Schocks ist groß. Ein solcher deflationärer Schock könnte durch die enormen Sparpakete der europäischen Regierungen ausgelöst werden. 70% unserer Exporte bleiben im Euroraum. Wenn diese Abnehmerländer jetzt massiv sparen, wird das auf die europäische und deutsche Industrie heftige Auswirkungen haben. Seit zwei Jahren wird den Menschen erklärt: Es wäre tödlich für unsere Wirtschaft in die Krise hineinzusparen. Man hat milliardenschwere Konjunkturpakete geschnürt und die Verschuldung hochgefahren. Doch anstatt dies nun im Zuge einer sich langsam erholenden Konjunktur ebenso langsam und vorsichtig zurückzufahren wird eine Vollbremsung bei noch immer rutschigem Untergrund hingelegt. Es besteht höchste Schleudergefahr! Die drastischen Sparpakete zwingen bereits Griechenland in den wirtschaftlichen Selbstmord und es ist fraglich, ob die Regierung in den kommenden Monaten gegen den sich Bahn brechenden Unmut der Bevölkerung diese Sparmaßnahmen wird durchsetzen können, wenn die Arbeitslosigkeit in Folge explodiert.

Ein weiterer möglicher Auslöser wäre der Kollaps eines EU-Staates und ein auseinander brechen des Euro, was durch die brutalen transatlantischen Angriffe erzwungen werden soll. (Massiver Angriff auf den Euro! (Dirk Müller))

Diese Angriffe könnten durchaus erfolgreich sein. Zumindest führen sie bereits zu starken Kapitalabflüssen von südeuropäischen Staaten raus aus dem Euroraum. Allein dies kann zu starken Liquiditätsproblemen der südeuropäischen Banken und weiteren Verwerfungen führen.

Am Ende wird die Neuverhandlung der Staatsschulden stehen. Das muss nicht zwangsläufig ein Streichen der Schulden sein. Denkbar wäre auch ein Herabsetzen der Verzinsung bestehender Anleihen auf fast Null Prozent (ggf. einen kleinen Inflationsausgleich) und einer Verlängerung der Laufzeiten auf 30 Jahre. So wären keinerlei Guthaben zu streichen, aber die Staaten wären Ihre Belastungen durch Zinszahlungen und Refinanzierung los. In der Folge könnten sie die Steuern deutlich senken und einen neuen Wirtschaftsboom auslösen.

Wie auch immer die nächsten Monate aussehen: Sie brauchen reale Werte statt leerer Versprechungen. Unser durch nichts gedecktes Geldsystem funktioniert nur durch Vertrauen. So lange jeder glaubt, dass ihm Morgen jemand für diesen bunten Zettel mit dem €-Zeichen eine Ware verkauft oder eine Dienstleistung erbringt wird er diesen Zettel akzeptieren. Aber wehe wenn nicht. Und dieser Punkt ist soeben erreicht. Das Vertrauen in die Währungen ist in diesen Tagen am Zusammenbrechen. Gehen Sie rechtzeitig in reale Werte, aber auf keinen Fall ohne Absicherung!! Die Gefahr eines neuen deflationären Schocks ist nicht unerheblich und somit würden diese realen Werte kurzfristig nochmals sehr stark unter Druck kommen. Lesen Sie den Beitrag über die Absicherung. Das ist in der jetzigen Situation die sinnvollste und sicherste Variante, sein Vermögen zu erhalten und vermutlich deutlich zu mehren.

Egal was kommt, Sie brauchen mittelfristig Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe (seit Januar 2010)

Das Jahr 2009 hat versöhnlich bei knapp 6000 Punkten geschlossen. Der ganze Horror des ersten Halbjahres geriet in Vergessenheit wie ein Vulkan, der eine Weile nicht mehr ausgebrochen ist. Daraus zu schließen, dass er erloschen ist, ist jedoch ein gewagtes Unterfangen. Viele bauen schon wieder ihre Häuser an den Hängen und der Optimismus ist groß.

Zugegeben, die weltweiten Liquiditätsfontänen haben die Lage für den Moment beruhigt. Keines der ursächlichen Probleme ist jedoch auch nur ansatzweise behoben worden. Man hat einfach nur Beton in die Krateröffnung gegossen. Das die damit einhergehenden unvorstellbaren Staatsverschuldungen nur ein weiteres gigantisches Problem darstellen, wird zwar zur Kenntnis genommen, aber alle sind sich einig: „Was soll’s, irgendwann knallt´s, aber bis dahin kann man Geld verdienen.“ Ein ähnliches Verhalten kann man bei der Bebauung San Franciscos beobachten. Allen ist klar, das „the big one“ eines Tages kommen wird, aber trotzdem wird fleißig gebaut nach dem alten kölschen Motto „et hätt noch immer jot jejange“.

Wer risikobereit ist, der kann das so spielen. Gut möglich, dass die Party weitergeht und die Beton- und Liquiditätspumpen des Staates immer neue Höchstkurse ermöglichen. Doch man muss sich darüber im Klaren sein, dass ein erneuter Ausbruch des Vulkans sicher ist. Ob in 2, oder 5 Jahren, oder bereits Morgen, steht zugegebener Maßen in den Sternen.

Der Optimismus an den Aktienmärkten ist derzeit riesig. Man geht von einer 34%igen Gewinnsteigerung der europäischen Unternehmen in 2010 aus. Das ist in den Kursen bereits enthalten. Wehe, wenn dieser Optimismus enttäuscht wird. Die harten Fakten sehen da ganz anders aus.

2010 wird das Jahr werden, in dem sich entscheidet, ob die weltweiten Maßnahmen den Motor wieder anwerfen können.

Wir haben einen abgesoffenen Motor mit defekter Lichtmaschine. Die Batterie kann also nicht mehr durch den Motor geladen werden. Mit dem letzten Saft (maximale Staatsverschuldung bis an die Grenze), den wir aus der Batterie holen, drehen wir den Anlasser durch. Der Motor dreht und spuckt. Wir leiern weiter, bis die Batterie fast zusammenbricht. Wenn dann der Motor von alleine läuft, haben wir einige Jahre Zeit gewonnen bis zum nächsten Ausfall des Motors, denn die Batterie lässt sich bekanntlich nicht mehr Aufladen. Die enorme Staatsverschuldung kann nicht abgebaut werden und somit wird für einen erneuten Startversuch des Motors keine Kraft mehr da sein. Spätestens dann muss die Lichtmaschine und Batterie getauscht werden, was einer Schuldenstreichung oder eben Währungsreform entspricht.

Diese Staatsschulden werden auch eines der beherrschenden Themen 2010 sein. Es ist mehr als fraglich, ob wirklich für jeden Staat genug Kredit vorhanden ist um wirtschaftlich zu überleben.

Interessanterweise spielt es für die Anlagestrategie (fast) keine Rolle, von welchem Szenario man ausgeht. Die Konsequenzen sind immer die gleichen. Man muss sein Geld in Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle anlegen.

Version 1: Der Motor springt wieder an, die Konjunktur läuft auch ohne Konjunkturpakete prächtig. Die Unternehmen verdienen reichlich, die Nachfrage nach Rohstoffen wächst eklatant. Aktien und Rohstoffe steigen. Edelmetalle legen durch die Angst vor den Staatsschulden mit zu.

Version 2: Es kommt aufgrund der großen Liquiditätsspritzen zu einer starken Inflation

Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe steigen, da der Wert der Verrechnungseinheit „Geld“ fällt.

Version 3: Der Motor springt nicht an und es kommt zum zweiten, jetzt dramatischeren Einbruch mit anschließender Neuverhandlung der Schulden (Währungsreform).

Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe sichern das finanzielle Überleben, da die Flucht aus Geld (Anleihen) in eben jene Produkte einsetzen wird. Bei diesem Szenario wäre jedoch die Situation, dass es zuvor zu einem starken deflationären Einbruch eben jener Produkte käme.

Kurzum: Egal was kommt, Sie brauchen mittelfristig Aktien, Edelmetalle und Rohstoffe und dürfen in keinem Fall Staatsanleihen haben. Die einzige Frage ist, ob es diese „realen Werte“ in den nächsten Monaten nochmals deutlich billiger gibt oder nicht. Ich glaube ja („Glauben heißt bekanntlich: Nicht wissen!“, wie mein alter Lateinlehrer zu sagen pflegte), aber wer sich darauf nicht verlassen will, der kann sich überlegen, ob er schon mal 25% des geplanten Geldes in langfristig stabile und profitable Unternehmen investiert um „dabei zu sein“ und den Rest trocken hält bis klar ist, ob der Motor anspringt oder eben nicht.

Am Ende werden wir um eine Streichung der staatlichen Schulden nicht herumkommen. Wir haben ein System geschaffen, das sich selbst auffrisst. Die einzige Frage ist: Wann?!

 

Die Liquiditätshausse ist für den Moment beendet (November 2009)

Es war nicht absehbar, wieweit uns diese Liquiditätsschwemme (zu viel Geld, das hysterisch nach Anlagemöglichkeiten sucht und dabei die Logik aus dem  Spiel lässt) führen würde. Es wären durchaus auch 6200 oder 6400 DAX-Punkte drin gewesen. Jetzt waren es eben nur 5900.

Aber etwas anderes war klar: Liquidität ist sehr sprunghaft. So schnell wie sie in einen Markt hineinspringt, so schnell kann sie auch wieder abgezogen werden. Wir haben auf dieses Szenario hingewiesen, dass die Liquiditäts-Hausse jederzeit und abrupt zu Ende gehen kann. Solche Käufer sind von sehr kurzfristigem Denken geprägt und keineswegs mit langfristigen Investoren zu vergleichen, die einen Markt und seine Aktien aus Überzeugung und zumindest mittelfristig kaufen. Solch schnelles Geld wird auch als „zittrige Hände“ bezeichnet, die sehr schnell wieder ihr Geld zurückziehen, sobald es auch nur den Anschein hat, etwas ungemütlicher zu werden.

Der Dollar war so günstig zu bekommen, dass viele Investoren sich in eben diesem Dollar verschuldet haben und mit diesem Kredit nun Aktien kauften. (Auch und besonders europäische). In diesem Zusammenhang haben sie die aufgenommenen Dollar in Euro gewechselt (Euro wurde fester, Dollar schwächer) um europäische Aktien zu kaufen. Plötzlich erscheinen neue Risiken am Horizont. Einerseits die Erkenntnis, das die Aktien viel zu weit voraus gelaufen sind, andererseits enttäuschende Zahlen aus der realen Wirtschaft. Zumindest konnten diese sich stabilisierenden Zahlen bei weitem nicht mit der großen Euphorie der Aktienkurse Schritt halten.

Dazu kommt die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen einer großen Grippepandemie. Mögliche Leitzinserhöhungen wurden auch noch diskutiert und insgesamt hat man wieder mehr auf die negativen Argumente geschaut, die gleichwohl in den Monaten zuvor genauso vorhanden gewesen wären, wenn man sie hätte sehen wollen. Aber so sind nun mal die Märkte.

Also flieht diese sprunghafte Liquidität genauso schnell wieder aus den Märkten, wie sie hinein geflossen ist. Die zittrigen Hände zucken zurück. Entweder es gelingt nun, die starken Hände (langfristige Investoren wie Buffett) zu überzeugen, dass die Situation günstig ist und die Aktien jetzt wieder ein Schnäppchen, oder es wird sehr schnell wieder bergab gehen. Offen gestanden sehe ich letzteres Szenario im Augenblick für das wahrscheinlichere an. Die nächsten Kursziele unterhalb von 5300 wären dann zunächst bei 4500 zu suchen. Hier müsste man sich die Situation dann erneut ansehen.

Die zittrigen Hände zahlen ihre Dollarkredite zurück, indem sie (auch europäische) Aktien verkaufen, diese Euros wieder in Dollar wechseln (Dollar wird stärker) und ihre Kredite ablösen.

Die Charttechnik und die Logik lassen auf einen starken Kursrückgang schließen. Möglich, dass es zuvor nochmals zu einer Erholung in Form einer Jahresendrallye kommt, ausgemacht ist das aber längst nicht.

Entschärfen würde sich die Situation erst wieder über 5750 und durchatmen wäre ab 5900 angesagt.

Es beginnt eine äußerst spannende Phase an den Finanzmärkten (September 09)

Wir bekommen einige Anfragen, warum wir seit dem 24.7.09 keine neue aktuelle Lage mehr veröffentlicht haben. Das hat einen ganz einfachen Grund: Die aktuelle Lage ist noch immer vollständig gültig. Jetzt kommt allerdings ein neuer Aspekt hinzu, den ich Ihnen hier erläutern möchte:

Es hat als Bärenmarktrally begonnen und scheint sich jetzt zu einer neuen Stufe auszuwachsen. Was wir an den Märkten zurzeit erleben, ist entgegen den Bekundungen in den Medien keine Optimismusrally, die eine bevorstehende Konjunkturexplosion vorwegnimmt. Hierzu habe ich im Artikel „Warum es kein „V“ geben wird“ die Hintergründe erklärt.

Wenn es eine Optimismusrally wäre, käme Gold unter Druck, denn Gold brauche ich in der Krise. Die Investoren würden Sicherheitspositionen in Gold abbauen. Gold steht aber (zumindest gegen US$) am Allzeithoch. Was ist also los?

Wir sehen vermutlich den Beginn dessen, was ich bereits im Buch angekündigt habe.

Es setzt eine Flucht aus den Währungen und dem Dollar im Besonderen ein. Eine Flucht rein in alles Reale, Werthaltige. Rohstoffe, Aktien, Edelmetalle gehen durch die Decke. Gleichzeitig bricht der Dollar ein. Wir sehen in großem Umfang sogenannte „Carry-Trades“. Das bedeutet, die Investoren steigen nicht nur aus dem Dollar aus, sie verschulden sich sogar in US$. Diese Dollar, die sie als Kredit aufnehmen, verkaufen Sie sofort wieder (Dollar kommt unter Druck) um damit Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle zu kaufen. Die Investoren wetten also auf eine Abwertung des US-Dollar gegen alles Werthaltige.

Befürchten sie, dass die Bondblase platzen könnte?  Siehe Artikel: „Werfen Sie ein Auge auf die größte aller Blasen..“ Vermutlich: Ja! Was bringt mich zu dem Schluss?

Sehen Sie sich den Artikel „US-Dollar: In Washington braut sich was zusammen“ an. Die Schlussfolgerung lautet: Die Amerikaner haben entgegen ihrer Beteuerungen größte Probleme ihre Staatsanleihen unterzubringen. Die Chinesen (inzwischen offenkundig Nettoverkäufer) sind an der Schwelle zu dem Punkt im Buch „C(r)ashkurs“ „We don´t buy amerikan T-Bonds anymore“. Der drohende Wirtschaftskrieg mit den USA (siehe Zollschranken auf Autoreifen) dürfte hier ein weiterer Aspekt sein. 

Es sieht so aus, als würde das, was in der Tat als Bärenmarktrally begonnen hat, sich seit einigen Tagen in eine Liquiditätshausse verwandeln. Wenn diese Entwicklung sich fortsetzt, dann sind deutliche Kursaufschläge in den nächsten Wochen wahrscheinlich. Wir hatten dieses Szenario schon immer im Blick und bereits im Buch darauf hingewiesen. Jedoch hatten wir erwartet, vor dieser Entwicklung noch einmal einen finalen Sell-Off (Ausverkauf) an eben diesen realen Märkten zu sehen. Das ist noch immer jederzeit möglich und darf nicht unterschätzt werden. Ich rechne das noch immer stark mit ein, aber man muss anerkennen, dass die Gefahr und die Anzeichen deutlich zugenommen haben, dass das große Szenario bereits begonnen hat ohne den Umweg über diesen letzten großen Ausverkauf zu gehen. Dann muss man in der Tat auf diesen Zug aufspringen. Aus konjunktureller und wirtschaftlicher Sicht ein Wahnsinn, einzig aus der oben genannten Betrachtung wäre das zu Vertreten.

Ich tue mich in der Tat schwer, entgegen jeder wirtschaftlichen Vernunft in diese Aktienblase hinein zu investieren, aber es besteht inzwischen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein weiteres schnelles Expandieren dieser Blase. Solange wir über 5000 Punkte im DAX stehen, sind wir in dieser Rallyphase, deren nächste Ziele um 6200, vielleicht sogar 6500 liegen sollten. Wenn die obige Betrachtung bereits jetzt zutrifft – UND AUCH NUR DANN!,  auch deutlich darüber hinaus. Wenn das was wir hier beobachten sich nur um ein Vorbeben handelt, kann der finale Abverkauf noch immer Realität werden. Dann wären die weltweiten Investoren in die perfekte Falle gelaufen.  Es beginnt wieder eine  äußerst spannende Phase.

Variante 2 übernimmt das Geschehen (Juli 2009)

Dem angekündigten  Abverkauf ging schon bei 4500 die Puste aus (wir hatten 4200 erhofft)  und Variante 2 hat das Geschehen übernommen.

Die internationalen Aktienmärkte und natürlich auch der DAX explodieren förmlich. „The Big Money“ stürmt in die Märkte. Die reinste Kaufpanik geht um und es ist schwer abschätzbar, wohin uns diese Stampede noch treibt. Auf keinen Fall darf man sich hier dagegenstellen. Wenn es jetzt noch gelingt, den Bereich um 5300 (+- 50 Punkte) nach oben zu durchbrechen, kann es im Laufe der nächsten Wochen bis 5500 und  sogar bis 6200 gehen. Das ist aber kaum mehr vernünftig prognostizierbar, da die explodierende Aufwärtsbewegung genauso von extremen Emotionen begleitet wird wie der Crash. Natürlich ist es eine Übertreibung. Natürlich ist es mit der realen Wirtschaftslage nicht rational begründbar. Aber das ist die Logik der Märkte. Wie angekündigt erfolgt eine Flucht aus Anleihen, rein in „Reales“. Das sind eben Aktien, Edelmetalle, Rohstoffe. All dies fliegt gerade durch die Decke.

Hier darf man sich auf keinen Fall dagegenstellen. Shortpositionen verbieten sich bei einer solchen Dynamik von selbst. 

Soll man jetzt massiv in Aktien investieren? Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er den Aufschwung nicht verpasst, hat jetzt große Unterstützer im Rücken, die den Markt stabilisieren. Die Chancen auf eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung sind jetzt ungleich höher als noch vor wenigen Wochen. Vieles deutet auf eine mehrwöchige Aufwärtsbewegung hin, insbesondere, wenn der DAX über 5300 ausbricht. Aber  ganz klar noch mal zur Erinnerung: Im übergeordneten Bild befindet sich der DAX bis 5300 (+-50) im Bärenmarkt. Zwischen 5300 und 6200 liegt lediglich der neutrale Bereich. Erst über 6200 wäre der DAX wieder im Bullenmarkt mit langfristig sicherer Perspektive (soweit das möglich ist).

Was wir erleben ist eine reine Liquiditätshausse. Zuviel verfügbares Geld stürzt sich mangels Alternativen auf die Anlagemärkte. Man kann es auch Blase nennen. Welche Folgen die hierdurch explodierenden Rohstoffpreise für die reale Industrie haben, werden wir in den nächsten Monaten erleben. Mit Sicherheit keine Unterstützenden. Es liefert sogar die Gefahr einer Stagflation. Also einer anziehenden Inflation bei gleichzeitig stagnierender Wirtschaft. Was das für den Geldbeutel der Bürger bedeutet, muss ich hier nicht weiter ausführen.

Wer meint investieren zu müssen, sollte das nur mit Teilbeträgen tun und zumindest auf Rücksetzer warten um nicht zum Höchstpunkt gekauft zu haben.

Die Gefahr, dass es im Laufe der nächsten Monate nochmals zu einem großen Abverkauf kommt ist damit aber noch längst nicht vom Tisch. Ein solcher kann jederzeit und sehr überraschend einsetzen. Die Großwetterlage ist noch immer voller schwerer Gewitter und keiner weiß, ob der nächste Blitz nur auf dem freien Feld oder im Dachstuhl einschlägt.

Unsere Intension bestand nie darin die absoluten Tiefstpunkte abzufischen. Unser Ziel ist es, solide und substantielle Informationen zu geben. Dazu gehört es auch, für konservative langfristige Investoren erst dann zum Einstieg zu blasen, wenn das Chance/Risiko-Verhältnis dies seriös gewährleistet. Selbstverständlich beschreiben wir auch die kurzfristigen Entwicklungen und versuchen diese bestmöglich einzuordnen und, wie in den letzten Monaten häufig geschehen, frühzeitig anzukündigen. Wer täglich unseren Video-Cast am Morgen verfolgt, bekommt diese Informationen ohne Zeitverzögerung meist direkt vom Parkett. Hier beschreiben wir die kurzfristigen Entwicklungen und versuchen diese bestmöglich einzuordnen und für Sie anzukündigen. Der erfahrene Kurzfrist-Händler kann so jederzeit sofort reagieren.

Für die vielen Menschen mit nicht so viel Erfahrung und Risikobereitschaft auf unserer Seite, die sich bislang kaum mit Geldanlage und Finanzmärkten beschäftigt haben, ist es für uns besonders wichtig, nicht überstürzte Empfehlungen für Ein- und Ausstiege zu geben und  die Situation eher konservativ einzuschätzen.

In den nächsten Wochen werden wir eine neue Rubrik auf Cashkurs.com aufbauen, in welcher ich Ihnen detailierte Investmentinformationen auf wissenschaftlicher Basis geben werde. Wir haben hierzu eine einzigartige Kooperation geschlossen, um Ihnen Informationen liefern zu können, die Sie sonst nirgendwo bekommen…mehr wird noch nicht verraten! Aber hierauf kann man sich freuen.

Der Markt läuft trotz aller dramatischer Entwicklungen wie auf Schienen (Juni 2009)

Der Markt läuft trotz aller dramatischer Entwicklungen wie auf Schienen. Die Erholungsrally von der Bodenbildung bei 3600 lief wie erwartet in den Zielbereich 5000/5350 ein und dreht hier nach unten ab. Psychologisch war es eine klassische Entwicklung. Aufgrund charttechnischer Unterstützung kam der freie Fall des DAX bei 3600 Punkten zum Stillstand. Die meisten Marktteilnehmer waren zuvor extrem negativ. Hier setzte die zarte Hoffnung ein, dass jetzt endlich mal eine kleine Verschnaufpause käme und die Märkte vielleicht 200-300 Punkte nach oben korrigieren könnten. Leerverkäufer nahmen Gewinne mit, die ersten Zocker kauften einige Aktien um diese 300 Punkte zu gewinnen. Der Markt ging also tatsächlich etwas nach oben. Die Zeitungen setzten sofort darauf an. „Bodenbildung!“ „Das Schlimmste gesehen?“  Schon kam bei einigen Marktteilnehmern etwas Hoffnung auf. Sie kauften. Die Märkte stiegen also weiter (mit sehr dünnen Umsätzen). Bei steigenden Kursen suchen die Medien immer die positiven Meldungen aus dem ganzen Informationsstrom des Tages aus, um damit die Kurserholung zu begründen. Die meisten negativen Meldungen werden in dieser Zeit völlig ignoriert und finden allenfalls auf Seite 5 statt. Dadurch kommt es zu einer positiveren Grundstimmung der Anleger, die diese gefilterten Meldungen ja lesen. „Licht am Ende des Tunnels.“ Es geht aufwärts. Immer mehr Investoren trauen sich aus der Deckung, wollen auch dabei sein. Warnende Stimmen werden ignoriert. Immer mehr Investoren verlieren ihre Angst von vor wenigen Wochen und das Denken dreht sich. „Mist! Die Bankaktien haben sich schon verdoppelt und ich hab nichts verdient. Ich muss unbedingt auch kaufen!“. Die ganze Angst, die negative Betrachtung der Lage von vor wenigen Wochen ist verdrängt. Die Welt hat sich absolut nicht verändert, nur die Sichtweise wird eine andere. Die eignen Urinstinkte drehen von Angst auf Gier. Der Markt läuft weiter bis zur nächsten charttechnisch wichtigen Marke, eben dem Bereich 5000/5350. Hier kommt bei allen, die noch nicht dabei waren die große Gier. Die Torschlusspanik. „Mist! Das ist die Megarally. Jetzt hab ich schon 1500 Punkte verpasst. Ich muss sofort rein!“ „Der Markt bricht bestimmt nach oben aus. Dann bin ich wieder der Idiot! Her mit den Aktien! Kaufen!“  Wir konnten diesen Stimmungswandel sehr gut an den vielen täglich eingehenden Emails ablesen Erst danach halten die Investoren inne. Man versucht die Lage neu einzuschätzen. Bei denen, die tief gekauft hatten kommt Höhenangst auf. „Ist ja prima gelaufen, aber eigentlich sind die Aktien ziemlich teuer für die wahre wirtschaftliche Lage. Ich nehme lieber Gewinne mit und verkaufe.“ Die Pessimisten sagen: „So, genug Bärenmarktrally, jetzt geht’s runter, ich verkaufe leer“. Die Aufwärtsbewegung kommt ins Stocken und beginnt zu drehen. Die Märkte fallen, die negativen Berichte kommen wieder stärker auf die Titelseiten, weil die Medien die fallenden Kurse ja begründen müssen. Die Spirale setzt sich jetzt in umgekehrter Reihenfolge fort. Der Markt nimmt seinen übergeordneten Trend, der den wahren wirtschaftlichen Entwicklungen entspricht wieder auf. Alles andere war nur eins: Psychologie.

Die Volkswirte gehen zumeist davon aus, dass alle Marktteilnehmer – nicht nur an der Börse, sondern auch in der normalen Wirtschaft – sich rational verhalten. Sie haben angeblich alle Informationen und entscheiden dann ganz logisch, was für sie das jeweils profitabelste und sinnvollste ist. Diese Sichtweise ist nachweislich falsch. Die allermeisten Entscheidungen – an der Börse spricht man von 90% - werden nicht rational getroffen, sondern sind stark beeinflusst von den „Animal Spirits“, den Urinstinkten wie Angst, Hoffnung, Gier oder Panik. Auch Sympathie und Abneigung spielen eine sehr große Rolle. (Warum beteiligen sich arabische Scheichs lieber an Porsche als an Opel oder VW?). Das macht es für viele Berichterstatter in den Medien, aber auch für Politiker und Wirtschaftswissenschaftler so schwer, die Märkte und Entwicklungen korrekt einzuschätzen. Die psychologische Komponente wird meist vollkommen unterschätzt.

Aber zurück zum aktuellen Geschehen. Wie geht’s weiter? Nach allen Regeln der Chart- und Wellenanalyse, bei Berücksichtigung der harten wirtschaftlichen Fakten und der düsteren bis katastrophalen Aussichten, müsste der Aktienmarkt jetzt deutlich zurückkommen. Nächstes Ziel sollte 4200 sein, hier gilt es die Lage neu abzuschätzen.

Auch aus „strategischer Sicht“ sollte es nochmals zu einem großen Ausverkauf kommen. Wenn man davon ausgeht, dass die Amerikaner im Moment einen kontrollierten Reset ihres Wirtschaftssystems durchziehen, laufen gerade folgende Schritte ab: Die großen Player (Banken, General Motors, Chrysler etc.) werden auf Kosten des Staates saniert. Der Staat verschuldet sich maximal und wird diese Schulden nie zurückzahlen können. Am Ende dieser Entwicklung stünde dann in einigen Monaten eine wie auch immer geartete Entschuldung auf der Agenda. Sei es über eine starke Inflation oder gar eine Neuverhandlung der Schulden (teilw. Schuldenerlass) unter Einbeziehung einer neuen Weltleitwährung. Die amerikanischen Unternehmen wären saniert und Amerika wieder im Spiel. Die großen Gläubiger Japan, Südkorea aber vor allem China und  Russland wären um Jahre zurückgeworfen. Das wäre aus Sicht des Westens nicht die schlechteste Lösung….

Wenn ich aber zu diesen großen Playern gehörte, würde ich VOR der Inflation oder dem Schuldenerlass (was ja die Anleihen in den Abgrund ziehen würde) meine eigenen Geld- und Anleihebestände in reale Werte umtauschen. Also Aktien, Immobilien, Edelmetalle oder Rohstoffe. Das natürlich zu möglichst günstigen Preisen. Also würde ein großer Ausverkauf an den Märkten meiner Absicht und meinem Profit sehr entgegenkommen. Ich könnte in diesem Ausverkauf meine gütigen Hände aufhalten und Immobilien und Aktienpakete zu Spottpreisen für meine bald wertlosen Staatsanleihen und Dollars einkaufen, bevor die große Schere kommt.

Alles spricht also für ein nochmaliges – und vielleicht letztmaliges – Einbrechen der Märkte. Aber: Es gibt eine Variante, die all dem entgegensteht. Dieses obige Szenario sehen zurzeit viele Teilnehmer. Besonders die Chinesen. Diese kaufen seit Monaten wie vom Satan gehetzt Rohstoffe rund um den Globus. Sie versuchen so aus dem Dollar rauszukommen. Oder glauben Sie im Ernst, die Rohstoffe hätten sich in den letzten Monaten verdoppelt, weil die Konjunkturaussichten so toll sind? Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte das reine Krisenmetall Gold fallen müssen. Gold ist aber mit hochgeschossen. Ergo, es war eine reine Flucht aus der Währung rein in Anfassbares.

Viele Banken und Großinvestoren sitzen auf riesigen Geldbeständen, die dringend investiert werden wollen. Dem Geld traut man nicht und den Anleihen erst recht nicht. Also bleibt nur das Aufspringen auf Aktien, Rohstoffe etc. Manche Bank wartet nur auf etwas tiefere Kurse um einzusteigen nachdem man bei der Aufwärtsbewegung seit 3600 kaum dabei war. Den meisten ist völlig klar, dass Aktien und Rohstoffe zu teuer sind, aber sie haben einen echten Wert im Gegensatz zum Papier.

Hier entscheidet sich in diesen Tagen also sehr viel.

Variante 1: Das „große Geld“ behält die Nerven und wartet ab, wie tief es fällt, um dann richtig billig einzusteigen. Dann geht’s noch mal kräftig abwärts. Nächstes Ziel 4200, vielleicht mehr.

Variante 2: Zu viele Investoren sehen die obige Entwicklung und es beginnt eine Massenflucht aus den Anleihen rein in alles Werthaltige wie Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle etc.  Sollten wir ab jetzt über 5000 Punkte gehen, muss man von diesem Szenario ausgehen und ebenfalls zumindest mit Teilbeträgen investieren. Oberhalb von 5350 würde sich diese Entwicklung deutlich beschleunigen.

So lange wir unterhalb von 5000 Punkten handeln steht der Zeiger auf: „Variante 1“

wichtige Aktualisierung (Mai 2009)

Die bemerkenswerte Stärke, die der Markt in dieser späten Phase der Bärenmarktrally noch zeigt ist extrem ungewöhnlich. Es gab während der gesamten Aufwärtsbewegung seit 3600 Punkten faktisch keinen Rücksetzer. Die Aufwärtsbewegung ist ohne große Umsätze erfolgt.


Sehr viele Marktteilnehmer – wie ich selbst – gehen davon aus, dass die Bärenmarktrally spätestens in der Zielzone 5000-5350 Punkten endet. Viele optimistische Investoren hatten immer wieder auf einen Rücksetzter gehofft um in die Märkte einzusteigen. Der Rücksetzter kam nicht und sie sind nicht dabei. Spätestens im Bereich um 5200 Punkte werden viele Händler short gehen (auf fallende Kurse wetten). Sollte dann – aus welchem Grund auch immer – der Markt über diesen Bereich hinausgehen, bekommen wir etwas, was ich als „Crash nach oben“ bezeichnen möchte.
Wie muss man sich das vorstellen? Oberhalb von 5350 Punkten ist charttechnisch viel Platz nach oben. Wer leer verkauft hat, muss also schnell zurückkaufen, da sonst ein unabsehbarer Verlust droht. Wer schon lange kaufen wollte und mangels Rücksetzer nicht dabei war, bekommt Torschlusspanik und will jetzt um jeden Preis rein. Neue Käuferschichten gewinnen die „Erkenntnis“, dass die Krise ja jetzt wohl vorbei sein muss. All diese Käufer „mit Druck“ treffen auf einen leeren Markt, in dem kaum jemand bereit ist zu verkaufen. Dies könnte zum oben erwähnten „Crash nach oben“ führen, der sehr schnell und sehr steil ausfallen KANN.

Diese Entwicklung hat absolut nichts mit der volkswirtschaftlichen Lage oder gar einer Beendigung der Krise zu tun. Sie beruht einzig und allein auf Markttechnik und Händlerpsychologie. Es wäre eine extreme Übertreibung nach oben. Dennoch ist diese Entwicklung vorstellbar.
Die Wahrscheinlichkeit für diese Entwicklung würde ich mit 50:50 angeben. Die Alternative und bislang auch das bevorzugte Szenario ist ein deutliches Abprallen an diesem Bereich 5000/5350, mit in der Folge deutlich tieferen Kursen.

Wetten würde ich im Vorfeld auf keines dieser Szenarien, sondern besser die weiter Entwicklung abwarten.

Bärenmarktrally in den letzten Zügen (April 2009)

Die in der letzten großen Lageeinschätzung vom 19.03. beschriebene Bärenmarktrally hat sich wie erwartet bis nach Ostern weiterentwickelt. Nach aller Wahrscheinlichkeit (Sie wissen, Garantien gibt es an der Börse nicht) liegt diese Bärenmarktrally nun in den letzten Zügen. Vielleicht zieht es sich noch einige Tage, vieles deutet jedoch darauf hin, dass es in den nächsten Tagen wieder auf den Weg Richtung Süden geht. Die Zwischenrally hätte ein Potential bis etwa 5200 Punkte gehabt, die sie aber bei Weitem nicht ausgeschöpft hat. Stattdessen scheint sie sich bereits im Bereich um 4700 Punkte tot zu laufen. Wenn Sie sich die Begeisterung und den Optimismus der letzten 3 Wochen ansehen, erkennen Sie genau das angekündigte Muster (Siehe aktuelle Lage 19.03.). Erst entstand Hoffnung, dann kam Optimismus und schließlich Gier hinzu. „Mist, es steigt und ich bin nicht dabei“. Die extrem pessimistische Marktstimmung vom Februar wurde nicht nur abgebaut, es ist sogar weit verbreiteter Optimismus entstanden. Ein Optimismus, der durch die harten Fakten leider keineswegs untermauert wird. Im Gegenteil. Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland von -6 Prozent und erwarten eine ebenso schwere Wirtschaftskrise wie 1932/33. Jetzt könnte man sagen, die haben sich schon letztes Jahr geirrt (damals zu optimistisch), vielleicht irren sie wieder - nur diesmal zu pessimistisch. Ich befürchte aber, dass die Tendenz korrekt ist und wir uns das Ausmaß des Einbruchs nur schwer vorstellen können. Woher soll denn der plötzliche Aufschwung auch kommen? Nehmen wir einmal an, die Bankensanierung gelingt und die Bad Banks entlasten die Banken. An wen soll die nun sanierte Bank denn jetzt bitte Kredite vergeben? An denjenigen, der gerade seinen Job verloren hat? An denjenigen, der auf Kurzarbeit ist und nicht weiß, ob er nächsten Monat noch zur Arbeit fährt? An das Unternehmen mit Liquiditätsproblemen (die bräuchten dringend Kredite), mit dem Wissen, das Geld vermutlich erneut abschreiben zu müssen? Zu glauben, eine Sanierung der Bankbilanzen löst die Probleme nachhaltig greift definitiv zu kurz.

 

Bislang ging man von einer Erholung der Konjunktur „spätestens im zweiten Halbjahr 2009“ aus. Das ist mittlerweile ad acta gelegt. Selbst die Erholung 2010 wird immer öfter angezweifelt. Die Wirtschaftsforschungsinstitute sind inzwischen bei -0,5% für 2010 angekommen und das wird sicherlich nicht die letzte Prognosekorrektur bleiben. Dieser bisherige Optimismus begründete allerdings die Gewinnschätzungen für die Unternehmen. Die Analysten gehen bislang davon aus, dass der Gewinneinbruch im vierten Quartal 2008 nur ein einmaliger Ausrutscher war und rechnen für das zweite Halbjahr 2009 wieder mit deutlichen Gewinnsteigerungen auf dem Niveau von Ende 2007! Wo soll das herkommen!? Die Auftragseinbrüche sind historisch zu nennen und nehmen noch immer zu. Im Verlaufe des Jahres wird nun auch von offizieller Seite mit einer Million zusätzlicher Arbeitsloser gerechnet. Nur dem Instrument der Kurzarbeit, von dem die Industrie mit Unterstützung der Regierung gottlob regen Gebrauch macht, ist es zu verdanken, dass wir noch keine Massenentlassungswelle erleben. Sie wird jedoch erwartet, da auch die Kurzarbeit keine Strukturprobleme lösen kann. Dauerhafte Überkapazitäten wie in der Autoindustrie – man spricht hier von bis zu 100% Überkapazität – müssen abgebaut werden. Zumal in der Krise. Für diesen Fall hat DGB-Chef Sommer bereits „soziale Unruhen in Deutschland nicht ausgeschlossen“. Wo soll hier eine nachhaltige Erholung begründet liegen?

 

Das Konjunkturpaket beginnt zu wirken… und wie! Es gab einen wahren Run auf die Autohäuser. Die Abwrackprämie hat funktioniert. Leider haben davon (Ausnahme VW) fast ausschließlich ausländische Hersteller profitiert. Bei Daimler und BMW lange Gesichter. Im Gegenteil. Die Autos, die jetzt gekauft wurden, werden in den nächsten Monaten schon mal nicht mehr verkauft. Das waren also Vorzieheffekte.

 

Die Bauausgaben der öffentlichen Hand haben zu einer Flut von neu eingerichteten Baustellen auf deutschen Autobahnen gesorgt. Bislang 1600 Autobahnbaustellenkilometer!! Aber eben nur Baustelleneinrichtung! Auf den wenigsten Teilstücken wird auch gearbeitet, weil gar nicht so viele Arbeiter und Baumaschinen für den Straßenbau zur Verfügung stehen. Hier gab es zuvor schon keine großen Beschäftigungsprobleme. Die Folge: Man hat die Aufträge erst mal angenommen (Was man hat, hat man) und die Baustelle eingerichtet. Das wird dann in den nächsten Monaten Stück für Stück abgearbeitet. Deshalb werden aber kaum neue Maschinen angeschafft oder Arbeiter eingestellt, da jeder weiß, dass diese Auftragsflut eine Eintagsfliege bleiben wird und danach ja wieder massiv eingespart werden muss.

 

Die Immobilienpreise in Deutschland beginnen jetzt ebenfalls massiv unter die Räder zu kommen. Was bislang als „kein Thema“ galt, wird plötzlich zum harten Fakt. Die Preise für deutsche Eigenheime sind im ersten Quartal 2009 um sagenhafte 9 Prozent gesunken. Immer mehr Hausbesitzer müssen aufgrund ihrer wegfallenden Einnahmen ihr Wohneigentum verkaufen – egal zu welchem Preis. Hier setzt eine Abwärtsspirale ähnlich den USA ein, wenn auch vermutlich nicht mit solcher Dynamik und Dimension. Wehe dem Hausbesitzer, der dann einen Anschlusskredit benötigt, aber sein Hauswert zur Beleihung nicht mehr ausreicht.

 

Wir könnten hier beliebig fortsetzen, aber ich denke, es genügt um zu verstehen, dass es für überschwänglichen Optimismus sicherlich noch zu früh ist.

 

An dieser Stelle noch etwas Grundsätzliches. Es fällt mir selbst nicht leicht, Ihnen ständig schlechte Meldungen und negative Szenarien zu präsentieren. Ich sehne den Tag herbei, an dem ich Ihnen wieder positive Ausblicke und nachhaltig steigende Notierungen ankündigen kann. Es ist bestimmt kein Vergnügen, jeden Tag Anfeindungen ausgesetzt zu sein, weil der Überbringer von schlechten Nachrichten nun mal nicht besonders beliebt ist. Obwohl meine Prognosen seit zwei Jahren (leider) voll zutrafen, muss ich mich noch immer täglich verteidigen, ich würde zu negativ sehen. Bislang habe ich nichts anderes beschrieben als die Realität und ich denke, das ist es, was Sie von mir erwarten. Ich führe viele Hintergrundgespräche in Politik und Wirtschaft und überall herrscht Ratlosigkeit bis Entsetzen über die aktuelle Entwicklung, aber dort ist kaum einer bereit, dies in dieser Deutlichkeit öffentlich zu sagen. Ich kann aber mittlerweile nachvollziehen, warum viele Kommentatoren sich lieber in den Chor der „Schönredner“ einreihen, als ihre echte Einschätzung abzugeben. Das ist wesentlich angenehmer.

Die Büchse der Pandora ist geöffnet! (März 2009)

Die Schweiz hat entschieden und damit begonnen den Franken abzuwerten. Briten, Japaner und die USA haben damit begonnen, ihre eigenen Staatsanleihen zu kaufen, indem Sie riesige Mengen an Geld „drucken“. Das ist einerseits ein Währungskrieg, andererseits die Vorstufe zu einer großen Inflationswelle, vielleicht sogar einer Hyperinflation. Warum Währungskrieg? Jeder versucht seine Währung so schnell wie möglich billiger zu machen (abzuwerten). Dadurch werden die eigenen Produkte für ausländische Käufer billiger. Man kann somit den Export und damit die eigene Wirtschaft ankurbeln…auf Kosten der anderen Staaten. Also beginnt ein Wettlauf mit dem Ziel schneller und stärker abzuwerten als die anderen Staaten. Gleichzeitig verlieren die alten Schulden zunehmend an Gewicht, wenn die Kaufkraft des zugrundeliegenden Betrages sinkt. Wenn ich Schulden über 1 Million Dollar habe, ist das viel. Wenn aber ein Brot schon 5 Millionen kostet, ist der Schuldenberg doch sehr überschaubar… (überzeichnetes Beispiel um es anschaulich zu machen). Die Aufkäufe der Staatsanleihen durch die eigenen Notenbanken ist auch ein klares Signal, dass der freie Markt nicht mehr bereit ist, diese zu erwerben, weil er den Staaten nicht mehr vertraut. Wie lange können die Notenbanken das durchhalten? Was würde geschehen, wenn die ersten Notenbanken „aufgeben“ müssten? Ein Schlachtfest auf den Anleihemärkten und ein Kollaps der Währungen.

Der Weg zur starken Inflation, möglicherweise Hyperinflation ist definitiv beschritten. Das Tempo kann sich jetzt jederzeit verschärfen. Man muss raus aus den Währungen und rein in Edelmetalle, Rohstoffe, Immobilien und Aktien. Die Frage ist nur: Kommt es vor der Inflation noch einmal zu einem großen, finalen Einbruch an genau diesen Märkten, oder nicht. Wenn er nicht kommt, müsste man sofort kaufen. Kommt er, hat man zu früh geschossen. Es lässt sich im Moment  noch nicht abschließend entscheiden. NOCH deutet vieles auf einen noch bevorstehenden finalen Ausverkauf hin.

Mein aktuell bevorzugtes Szenario:

Noch einige Wochen Seitwärts-/Aufwärtskorrektur zwischen 3600 und 4700 Punkten mit unter Umständen deutlich anziehenden Notierungen. Das kann sich bis ins Frühjahr hineinziehen. Solange wir unter 5200 Punkten bleiben, handelt es sich jedoch nur um eine Korrektur. Darüber beginnt erst der „neutrale“ Bereich.

Danach finaler Abverkauf. Im Moment entsteht Hoffnung, in den nächsten Wochen kann noch Gier hinzukommen. Wenn sich dann durch schlechte Meldungen wieder Enttäuschung breitmacht, folgt der große panikartige Ausverkauf. Die Kapitulation der Anleger und der Märkte, die für das Ende eines Bärenmarktes fast zwingend notwendig ist, und die wir bislang nicht gesehen haben. DAS wären dann definitiv Kaufkurse. Dieses Szenario sieht die Tiefstkurse im Sommer 2009. Danach würde die große Inflationswelle einsetzen.

ABER: Das ist nur ein MÖGLICHES Szenario, wenngleich mein bevorzugtes. Es besteht dennoch jederzeit die Gefahr, dass die Inflationswelle früher beginnt und die Währungen schneller kollabieren, als befürchtet.  

Ich vergleiche es mit folgendem Bild: Es ist wie ein Staudamm, hinter dem sich bereits viel zu viel Wasser angesammelt hat. Die ersten Putzbrocken brechen herab, aber noch hält er und am Horizont ziehen große Regenwolken auf, während in den Bergen die Schneeschmelze begonnen hat. 

Meiden Sie jetzt auf jeden Fall Dollaranlagen. Der US-Dollar wird meines Erachtens in den nächsten Monaten weiter stark unter Druck geraten. Meiden Sie lang laufende Anlagen wie Festgeld. Denken Sie an ihren Grundstock in Edelmetallen und stehen Sie Gewehr bei Fuß um sich zu gegebener Zeit binnen weniger Tage aus allen „Cash“-Anlagen auf  „Anfassbares“ zu stürzen.  Dazu gehören hauptsächlich Edelmetalle, Rohstoffe, aber auch Aktien starker Unternehmen als „Produktivkapital“. Immobilieninvestments werden aufgrund der Umsetzungsgeschwindigkeit schwierig. Dazu kommt, dass sich möglicherweise viele Menschen NACH der Krise kein Wohneigentum mehr werden leisten können und die Preise daher (Inflationsbereinigt) keine Freudensprünge machen müssen. Die Immobilienpreise in Deutschland sind auch noch nicht so stark eingebrochen wie in den USA.

aktuelle Lageeinschätzung (Februar 2009)

Der Tsunami geht an Land...

Die aktuelle Entwicklung an den Märkten verläuft wie auf Schienen. Ich hatte es immer wieder mit diesem Bild beschrieben: Wir erleben einen wirtschaftlichen Tsunami. 2008 war das Jahr, in dem sich das Wasser vom Strand zurückgezogen hat, 2009 wird er an Land gehen. Im Moment sehen Sie die ersten Wellen über die Uferböschung schlagen. Das Durchbrechen der 4000 Punkte-Marke war ein weiterer Meilenstein dieses Dramas. Es war das Tief vom letzten Jahr und Sie glauben nicht, wie viele „Experten“ mir in den letzten Monaten glaubhaft machen wollten, dass wir solch tiefe Kurse nie wieder sehen werden und massiv gekauft haben und auch dazu geraten haben. Die Argumente haben sich mir allerdings nie erschlossen. All diese Investoren stellen jetzt erschreckt fest „Ohje, wir haben uns geirrt. Wenn das doch nicht hält, wie tief kann es dann noch fallen?“ Jetzt ist die Phase des Entsetzens, die letzte Hoffnung weicht jetzt aus dem Markt und als nächstes folgt die Phase der Kapitulation. Also der finale Ausverkauf. Wie tief der tragen kann? Völlig offen.

Die nächsten Marken sind:

 

Sehr kurzfristig: 3600

Nächste „große Marke“ in den nächsten Wochen/Monaten: 3000  (Wahrscheinlichkeit  75%)

Realistisches Ziel: 2000/2200  (Tief des Jahres 2003)   (Wahrscheinlichkeit  50%)

Denkbar: >1000 Punkte (Wahrscheinlichkeit 25%)

 

Diese Wahrscheinlichkeitsangaben sind keine wissenschaftliche Berechnung, sondern nur meine Einschätzung.

Wer das für zu negativ hält, für den habe ich hier einmal mit einem herzlichen Dank an Börse Go den langfristigen Chart des Dow Jones eingefügt:

 

 

Sie sehen: Im langfristigen Aufwärtstrend seit 1932 ist überhaupt noch nichts passiert. Selbst wenn der Dow Jones sich von heute an nochmals halbiert (was ich für durchaus denkbar halte ) ist der Aufwärtstrend noch völlig intakt! Lediglich die extreme Übertreibung der letzten 10 Jahre würde damit kompensiert. Also hören Sie nicht auf die „Experten“, die Ihnen erklären wie billig die Aktien gerade sind.

 

Ich bekomme in den letzten Wochen sehr viele Anfragen, was man aktuell tun soll. Hier noch mal der aktuelle „Fahrplan“:

Es gelten im Prinzip noch immer die gleichen Anlageempfehlungen, die Sie von mir seit nun mehr über 1,5 Jahren kennen. Diese haben sich im wahrsten Sinne als „Goldrichtig“ erwiesen: Tagesgeld und Edelmetalle in physischer Form. Keinerlei Risiko eingehen. Keine Aktien, keine Fonds, und vor allem keine Zertifikate. Keine Unternehmensanleihen und auch keine Staatsanleihen mehr. Hier droht eine Katastrophe. (siehe Artikel Anleiheblase)

Ich bekomme immer wieder Anfragen „Aber Tagesgeld bringt mir im Moment nur 2% Zinsen!?“ Fragen Sie mal die Aktienbesitzer und Fondssparer in Ihrer Nachbarschaft…und auch diejenigen, die Ende Dezember Aktien gekauft haben, um schnell noch die Abgeltungssteuer zu sparen nach deren Rendite. Es geht noch immer einzig darum kein Geld zu verbrennen. Die Rendite kommt später! Abwarten ! Wenn die Märkte reif sind, werden Sie die Gelegenheit haben Aktien zu Spottpreisen einzukaufen und ein Vermögen zu machen. Wir werden hier rechtzeitig „Feuer frei“ rufen. Zu diesem Zeitpunkt werden diejenigen, die zu früh ein-, oder noch gar nicht ausgestiegen sind kein Pulver zum Schießen mehr haben. 

Also bei aller verständlichen Nervosität: Kühlen Kopf bewahren, Lage nüchtern analysieren und auf den richtigen Moment lauern.

Zum Thema Gold: Gold ist seit unserer ersten Empfehlung mittlerweile sehr stark gestiegen. Muss man jetzt auf dem hohen Niveau Gold kaufen? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht! Muss man Gold haben? Definitiv JA! Es kann jederzeit zu einer starken Korrektur des Goldpreises kommen. Kein Anstieg geht ewig nur in eine Richtung ohne zwischenzeitlich zu korrigieren. Aber dennoch erwarte ich in den nächsten Monaten deutlich höhere Goldpreise.  Silber ist hier noch wesentlich billiger. Besonders 5KG und 3,2KG-Währungsbarren der Cook-Islands (Diese gelten auf den Cook-Islands als Währung und beinhalten daher nur 7% Mehrwertsteuer statt 19% auf  „normale“ Barren) und auch australische 1-KG-Münzen sind hier interessant. Diese Barren werden übrigens in Deutschland für die Cook-Islands hergestellt. Verrückte Welt….

ABER: Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt noch in diesem Jahr (unter Umständen sehr schnell) die Situation, in der wir SOFORT – also binnen weniger Tage – unser Geld und Tagesgeld loswerden müssen. Dann heißt es rein in Aktien und alles „Anfassbare“, was die Hose hergibt. Das ist der Fall, wenn die Anleiheblase platzt (Siehe Artikel) und die Inflation schlagartig einsetzt. Das kann unter Umständen bis zur Hyperinflation und Währungsreform führen. Ganz klar: Das muss nicht kommen, jedoch sehe ich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario und man sollte auf den Fall der Fälle vorbereitet sein.

Dann ist Ihr Rettungsanker wieder Edelmetall, aber auch Aktien.  

Immobilienbesitzer und Häuslebauer: Sehen Sie zu, dass Sie ihr Immobiliendarlehen schnellstens verlängern, so Ihnen das möglich ist. Selbst wenn Ihre Finanzierung erst in 3 oder 4 Jahren fällig ist, kann ein sogenanntes „Forward-Darlehen“ schon heute die Anschlussfinanzierung sichern.

Egal ob Hyperinflation oder „normale“ hohe Inflation. Eine Inflation bekommen wir im Verlauf dieser Krise in jedem Fall sobald sich die Billionen, die in den letzten Monaten in die Märkte gepumpt wurden und momentan festgefroren sind in Bewegung setzen.(Aktuell haben wir de facto ein Deflationsszenario – Die Preise fallen). Mit der Inflation steigen auch die Zinssätze dramatisch an. Auch zweistellige Hypothekenzinsen sind dann wieder denkbar. Wenn Ihre Finanzierung in einer solchen Phase ausläuft und Sie dann zu diesen Zinssätzen Ihre Anschlussfinanzierung machen müssen, wird so manches Finanzierungsmodell platzen. Deshalb: Verlängern Sie JETZT!

Jetzt noch ein Thema, dass man fast unter „Humor“ ablegen könnte, wenn es nicht so ernst wäre. Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Thema einmal ernsthaft behandeln muss, aber da sogar das Verbraucherministerium dieses Thema anspricht und viele Menschen sich mit dieser Frage beschäftigen:  „Soll ich Lebensmittel bunkern?“, wollen wir es rational angehen: Besteht die Gefahr einer Warenknappheit in den Supermärkten? Theoretisch JA. Es ist realistisch vorstellbar. Sollte eine Hyperinflation eintreten, würden die Preise explosionsartig steigen. Als Folge würden die Läden ihre Ware zurückhalten, da sie ja ständig wertvoller würden. Beziehungsweise das Geld das der Laden morgens einnimmt ist schon nachmittags, wenn er es zur Bank bringt weniger wert. Der Handel käme weitestgehend zum Erliegen. Lediglich der Schwarzmarkt würde im Tauschhandel Ware gegen Ware funktionieren. Es käme also in der Tat zu Versorgungsengpässen. Auch ein Einbruch des Welthandels ist denkbar und würde die Regale leeren.

Wie wahrscheinlich diese Szenarien sind, lässt sich heute nur sehr schwer abschätzen. Ich halte es nicht für das bevorzugte Szenario und will es mit „lediglich Denkbar“ beschreiben. Wer aber das Gefühl haben möchte alles getan zu haben um für sich und seine Familie vorzusorgen und sich damit wohl fühlt, der soll sich ohne schlechtes Gewissen („bin ich jetzt paranoid!?“) einen Vorrat an lange haltbaren Lebensmitteln, Milchtüten, Getränke, Toilettenpapier und was einem so alles in den Sinn kommt in den Keller legen. Wenn man einen Zeitraum von 4 Wochen überbrücken kann, sollte das schon ein gutes Gefühl geben. Wenn diese Horrorvision eintritt, hat man alles richtig gemacht und ist der „Held“. Tritt es nicht ein, verbraucht man die Dinge eben im Laufe der Zeit und spart sich einige Wege in den Supermarkt. Schaden tut es auf jeden Fall nicht und ich kenne mittlerweile einige Menschen, deren Keller gefüllter ist als sonst, von denen Sie es nie erwarten würden….  Wie sagte der Kabarettist Rüdiger Hoffmann so schön breit!?  „Sischer is sischer…“

aktuelle Lageeinschätzung (Januar 2009)

Wir befinden uns in einer äußerst brisanten Phase der Krise. Was wir zurzeit erleben, ist mit einem wirtschaftlichen Tsunami vergleichbar. 2008 war die Phase, in der sich das Wasser vom Ufer zurückgezogen hat und 2009 wird der Tsunami an Land gehen. Das geht nicht ohne schwere Verwüstungen und Schäden ab.

Um die ganzen Ursachen und Hintergründe abzudecken wären diese Seiten schnell überfordert, daher habe ich das in dem Buch Crashkurs ausführlich dargestellt. Hier in dieser Rubrik möchte ich Ihnen einige kurze „Meilensteine“ der aktuellen Situation anreißen. Weiter unten finden Sie dann die Artikel der letzten Zeit rückwärts, die wichtig sind um die aktuelle Lage einzuschätzen.

  • Die Lage der sogenannten Realwirtschaft spitzt sich weltweit immer mehr zu. 
  • Die offizielle Datenlage (Sie wissen, dass ich die offiziellen Zahlen ohnehin meist für zu „optimistisch“ halte) verschlechtert sich in einer nie gekannten Geschwindigkeit.
  • Die Auftragseingänge brechen geradezu ein. Selbst Unternehmen, die im Moment noch „normal“ produzieren arbeiten Ihre alten Aufträge ab, aber es kommt kaum etwas nach.
  • Was ich diesbezüglich von den Autozulieferern höre klingt geradezu dramatisch.
  • Selbst die Bundesregierung rechnet intern mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung (Rezession) in diesem Jahr von 3 bis 4 Prozent. Noch vor wenigen Monaten hat die gleiche Regierung ein schwaches Wachstum! erwartet.
  • Die Entscheider in Politik und Wirtschaft sind mit Vollgas im Nebel unterwegs und unterschätzen die Situation dramatisch. Die Wirtschaftsweisen haben noch im August 2008 eine kommende Rezession ausgeschlossen. Heute wissen wir, dass wir damals bereits in der Rezession waren. Wie sollen sie Lösungen für die Zukunft finden, wenn sie eine offensichtliche Rezession noch nicht einmal erkennen, wenn sie bereits eingetreten ist ? 
  • Die Abschreibungen der deutschen Banken sind noch nicht annähernd abgeschlossen. Laut eigener Schätzung der Banken haben sie noch giftige Wertpapiere in Höhe von 300 Milliarden Euro, von denen gerade einmal ein Viertel abgeschrieben wurde. Das Bundesfinanzministerium geht sogar davon aus, dass es über eine Billion Euro an faulen Wertpapieren sind. Würde der Staat hierfür gerade stehen, würde sich die Staatsverschuldung mit einem Schlag fast verdoppeln. Das wäre ein Schritt vor dem Staatsbankrott!

Wir sprechen hier von den bisherigen faulen Wertpapieren. Jetzt geht die Krise in Deutschland und Europa erst richtig los. Jetzt fangen die ersten Unternehmenspleiten in Deutschland an. Hunderttausende von Jobs (optimistische Schätzung der Regierung) werden in den nächsten Monaten abgebaut. Diese Menschen können ihre Kredite nicht zurückzahlen. Hier warten die nächsten Abschreibungen auf die ohnehin schon auf den Brustwarzen kriechenden Banken. Wie sollen die das Verdauen?

  • In Amerika bläst sich eine Anleihe-Blase von nie gekannter Dimension auf, deren Platzen unser Wirtschafssystem an seine Grenzen und vermutlich deutlich darüber hinaus bringen würde. Siehe dazu den Artikel weiter unten.
  • Die weltweiten Konjunkturpakete verpuffen zusehends. Amerika hat bereits Anfang 2008 120 Milliarden an Schecks an die Bevölkerung verschenkt. Erfolg : Null ! Das 50 Milliardenpaket der Bundesregierung ist ein inhaltlicher Schabernack und nur dazu angetan im September bei den Bundestagswahlen (kurz nach Inkrafttreten) einige Wählerstimmen zu sichern. Der Effekt des Paketes wird in optimistischen Kreisen mit 0,8% Wirtschaftsleistung eingestuft. Bei 3-4 % Rezession (Regierungsschätzung) ist das ein sehr teurer Tropfen Chanel No.5 auf den heißen Stein.
  • Bislang sagen viele Menschen „Isch merk noch nix von der Krise!“. Das ist korrekt, denn die Unternehmen hatten bis vor kurzem noch alte Aufträge abzuarbeiten. Das ändert sich in diesen Monaten. Jetzt beginnen die Entlassungen. Mit den Entlassungen wächst die Angst der Menschen. Die der Entlassenen und die der Kollegen, die befürchten, als nächstes dran zu sein. Folglich wird der Konsum weiter einbrechen und die Preise weiter unter Druck kommen. Wenn die Preise fallen, halten sich die Bürger noch mehr mit Ausgaben zurück, da es ja demnächst noch billiger wird. Was wir hier erleben ist ein reinrassiges Deflationsszenario. Die Preise fallen immer weiter und die Wirtschaft schrumpft zusätzlich. Da die Banken wie oben beschrieben in immer größere Schwierigkeiten kommen, geben sie immer weniger Kredite aus. Sie müssen ja auch damit rechnen, dass die Bürger und Firmen aufgrund der Situation diese Kredite gar nicht werden zurückzahlen zu können.
  • Was das für die Stimmung der Menschen in Europa in den nächsten Monaten bedeutet, lässt sich schwer abschätzen, aber wenn zu dem ohnehin vorhanden Misstrauen in die Regierung und die Wirtschaft noch Verzweiflung (Entlassene) und Angst (Kollegen) kommt, kann die Situation recht schnell eine kritische Phase erreichen. Einen Vorgeschmack haben wir vor wenigen Wochen in Griechenland mit sofort anschließenden „Solidaritätsprotesten“ in anderen europäischen Städten erlebt.   
  • In höchsten Kreisen von Politik und Wirtschaft wird hinter den Kulissen ernsthaft ein Zusammenbruch des US-Dollar und die Einführung einer neuen US-Währung diskutiert. Auch eine Zahlungsunfähigkeit der USA spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Ganz gleich, ob das kommt oder nicht: Die Tatsache, dass es in höchsten Kreisen ernsthaft diskutiert wird zeigt den Ernst der Lage.

Trotz all dieser Entwicklungen steht der DAX bei 4300 Punkten. Zur Erinnerung: Vor 6 Jahren stand der DAX bei 2200 Punkten wegen einer geplatzten Internetblase! Jetzt sprechen wir von einem möglichen Kollaps der Weltwirtschaft. Ich befürchte, die Aktionäre werden sich auf deutlich tiefere Kurse in den nächsten Monaten einstellen müssen.

Es kann daher im Augenblick nur einen verantwortungsvollen Rat geben: Null Risiko! In Deflationsszenarien ist das einzige, was ständig wertvoller wird ihr Geld.

Leute mit Immobiliendarlehen sollten darüber nachdenken, ob jetzt nicht Zeit wäre, die Finanzierung zu verlängern, solange die Banken noch in der Lage sind, das zu tun. Die Hypotheken-Zinssätze sind historisch tief, die dürften  demnächst aus Risikogründen eher ansteigen. Wenn wir in die Situation deutlich fallender Preise kommen, gilt das auch für Immobilienpreise (siehe USA, Spanien, England – auch wenn die Situation dort nicht mit unserer Vergleichbar ist). Wenn dann ihre Hausfinanzierung ausläuft und Sie einen Anschlusskredit benötigen, kann es passieren, dass der Wert ihres Hauses zur Deckung eines neuen Kredites gar nicht mehr ausreicht. Sie laufen dann Gefahr, ihr Haus zu verlieren, obwohl Sie ihre Raten stets bezahlt haben. Man sollte also überlegen, ob man sich nicht ein sogenanntes Forward-Darlehen einräumen lässt, dessen Konditionen heute schon festgelegt werden, auch wenn es erst in 2 oder 3 Jahren zur Auszahlung kommt.

Menschen mit kurzfristige Krediten wie Konsumentenkrediten oder Kontoüberziehungen sollten schnellstmöglich diese Schulden abtragen, da Sie damit rechnen müssen, dass die Banken eine Verlängerung verweigern könnten.

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Helm bereitlegen und Anschnallen, wir treten in die heiße Phase ein. Wir werden Sie hier weiter über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden halten. Wir werden auch schnellstmöglich Entwarnung geben, wenn die Lage sich entspannen sollte. Hier sitzen keine Weltuntergangspropheten, sondern Menschen, die versuchen die aktuelle Lage bestmöglich einzuschätzen.