Austerität und Armut im Urlaubsparadies

Einige etwas andere Eindrücke aus Mallorca von einem Cashkurs-Leser. Knut Görl hat uns sein Erfahrungsbericht zur Verfügung gestellt, um Ihnen auch eine andere Seite von unserem beliebstesten Urlaubsziel aufzuzeigen. Wir möchten uns bei Herrn Görl für diesen Erfahrungsbericht bedanken und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

 

Novembergrau, feuchte Kälte, kaum Tageslicht - und ein paar Tage Resturlaub, die bis zum Jahresende zu nehmen sind. Also weg, ab in den Süden, spontan nochmal dahin, wo es noch grün und sonnig ist, vielleicht verbunden mit 'ner kleinen Wanderung oder sogar 'nem Sprung ins badetaugliche Meerwasser. Doch wohin zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit? In der Türkei ist's - abgesehen von der Südküste - bereits zu kalt und Istanbul steht schon für nächstes Jahr auf dem Programm. Nach Griechenland? Politisch zu heiß, auch wenn man gerne die brache Wirtschaft ein wenig ankurbeln würde, im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten, versteht sich...  Israel? Noch viel heißer - und beileibe nicht nur die Sonne am Roten Meer... Oder Italien? Naja, Saison vorbei, kaum günstige Flüge, außer vielleicht Richtung Sizilien, aber das ist schon bekannt, ebenso wie Zypern ...



 

Mal wieder nach Portugal? Hm, liegt zu nah am Atlantik, auf dem sich bereits die Herbststürme austoben...Spanien vielleicht? Da war man schon ein Dutzend Mal und aus purer Neugier nie am gleichen Ort, aber fast immer auf dem Festland unterwegs - und eben jene Neugier ruft nach neuen Zielen.... Kanarische Inseln! Puh, Gebirge typisch spanischen Touri-Betons für 100 Euro mehr als 'nen Flug nach Tel Aviv oder Eilat, och nö! Aber Inseln sind eigentlich 'ne gute Idee, da vom noch warmen Wasser umgeben und bei sieben Tagen Reisedauer gut überschaubar... Mal nach Mallorca? Haben fast alle schon von geschwärmt und man selbst hat noch immer keine Ahnung - obwohl: so richtig Lust auf Pauschalurlaub und Ballermann hatte ich noch nie...aber die Insel ist ja groß und soll vielfältige Reize haben, und ist zudem mehrmals täglich direkt zu erreichen - warum also eigentlich nicht?

 

Gesagt, getan - spontan 'nen interessierten Begleiter zu finden, ist zwar nicht gerade einfach, aber auch nicht grundsätzlich unmöglich. Im Dezember kann ich aber nicht weg: Jahresendspurt im Büro. Und Mitte November drücken Termine. Zudem wird auf der Iberischen Halbinsel zum Generalstreik aufgerufen. Es bleibt nur noch die Woche zwischen den „Trauersonntagen“ – tja, dann eben mal allein...temporäre Reisebegleitung vor Ort ist ja zumindest nicht ausgeschlossen...



 

Flug, Stadthotel in Palma und Mietwagen für vier Tage sind geritzt, es kann los gehen. Schnell noch 'nen Reiseführer besorgt, das steigert noch die Vorfreude auf wohltuende Sonne, Wärme, Blütenpracht, Aktivitäten im Freien und - na klar - die mediterranen Köstlichkeiten für Leib und Seele....



 

Und doch lassen die vielen aktuellen Bilder und Berichte über Schuldenkrise, Austeritätsprogramme, rasant ansteigende Arbeitslosigkeit, Häuserräumungen, Massendemos, Ausschreitungen und Selbstmorde hin und wieder Bedenken aufkommen: wird das wirklich ein erholsamer Urlaub, so kurz nach 'nem landesweiten Generalstreik? Kann man sich angesichts der kolportierten Not rund ums Mittelmeer wirklich entspannt in ein Straßencafé setzen? Hat seit dem letzten Spanienbesuch vor 2 1/2 Jahren nicht die Kriminalität erheblich zugenommen? Ach was, komm' mal zurück auf den Teppich! Wer (o.k., zum nicht ganz verkehrten Zeitpunkt) schon mehrfach in Israel und den Palästinensergebieten unterwegs war, der wird doch wohl für ein paar Tage ins durchaus vertrautere Spanien reisen können, noch dazu in eine Ecke, die auch mal gerne zum "17. deutschen Bundesland" umdeklariert wird...!!



 

Also rein in den Flieger und schon mal den Ankunftstag planen. An Bord wird die frische Tageszeitung mal lieber in die Tasche gesteckt und stattdessen im Reiseführer geblättert - man braucht auch mal Urlaub von den Schlagzeilen! Und ein paar Brocken Spanisch dürfen auch gleich wieder aufgefrischt werden, obwohl: die Mallorquiner sollen doch so stolz auf ihr Katalanisch sein...



 

Landung an einem der größten Flughäfen Europas, im Sommer bestimmt Tag und Nacht zum Bersten voll... Jetzt ist eines von vier Terminals zu - kaum überraschend. Am Ankunftsterminal C haben gerade einige Maschinen festgemacht. Es ist Mittag. Trotzdem sind mehr als die Hälfte aller Geschäfte und Restaurants geschlossen. Merkwürdig, es scheint sich nicht zu lohnen...Der Weg zu den Gepäckbändern ist sehr weit, man läuft fast 20 Minuten. Und doch dauert es nochmals über eine halbe Stunde, bis sich die Gummilamellen in Bewegung setzen - nun ja, es ist schon Siesta... oder eher doch organización española? Egal, ich bin im Urlaub!



 

Vorm Terminal senden Sonne und Meeresluft einen ersten Urlaubsgruß - bloß weg mit der Winterjacke! Der Stadtbus wartet schon direkt vor der Tür - ohne Umsteigen fast vors Hotel, wie praktisch. Dazu 'ne 40-minütige Fahrt quer durch Palma, erste interessante Eindrücke inklusive. "2 Euro 50 centims, Si Us Plau". Mediterrane Preise können in Erstaunen versetzen, selbst auf katalanisch. Das ist ja fast so teuer wie zuhause in der deutschen Großstadt. Aber man ist ja schließlich auch auf der "Lieblingsinsel der Deutschen", die bringen halt auch die Preise gleich mit...



 

Durch ges(ch)ichtslose Vorstädte nähert man sich der wunderschönen Altstadt Palmas, vorbei an Urlauberwohnregalen, großen Fachmarktzentren und Tankstellen. Moment mal: 1,40 Euro für den Liter Diesel und 1,50 für Super? Das war aber, verglichen mit Deutschland, mal viel günstiger in Spanien, auch zuletzt 2010! Ach ja richtig: die Regierung Rajoy ließ ja vor kurzem u.a. die Mineralölsteuer kräftig erhöhen. Und die Mehrwertsteuer (IVA): in zwei Schritten, von 16 auf 21 %. Dazu zahlreiche Kürzungen im Sozialbereich, im Gesundheitswesen, beim Kindergeld, bei Renten, Beamtengehältern und bei der Kultur - die eben halbwegs verdrängten Schlagzeilen sind plötzlich wieder präsent...



 

Die mächtige Kathedrale, Palmas Wahrzeichen, kommt ins Blickfeld, ebenso der riesige, gepflegte Naturhafen mit abertausenden von Booten - blaues Wasser, laue Luft, grüne Palmen, jahrhundertealte Gemäuer in erdwarmen Ockertönen. Dunkelheit, Frost und usselige Feuchtigkeit sind jetzt ganz weit weg. Die Ampel springt auf rot, der Bus kommt an einer riesigen Baustelle zum Halten, sieht nach Drei-Viertel-Fertigstellung aus. Ich lese die Bautafel: "Kongresszentrum mit Hotel, Investitionsvolumen 130 Mio. €, Genehmigung im Oktober 2007, Baubeginn im März 2008, Fertigstellung vsl. im Herbst 2010". Ist wohl mal wieder das Geld ausgegangen oder der Planer davongelaufen - kennt man ja von ähnlichen Großprojekten zu Hause...



 

Die Altstadt wirkt sympathisch und wird für die anschließende Erkundungstour auserkoren - ein Mietwagen wurde bewusst erst ab dem vierten Tag eingeplant. Erst einmal ins Hotel, etwa 3,5 km südwestlich der Kathedrale, in einer ruhigen Seitenstraße mitten im Ausgehviertel Es Terreno, etwas oberhalb der Uferlinie des Passeig Maritim – im Sommer die citynahe Touristenrennbahn schlechthin. Ein schönes, familiengeführtes Haus mit ca. 40 Zimmern, mit 'ner Tapas-Bar gleich schräg gegenüber, Restaurants und 'nem Supermarkt drei Fußminuten entfernt und lt. zwei Jahre altem Reiseführer mit allem ausgestattet, was ein saisonunabhängiges, da von Einheimischen geprägtes jugendliches Szeneviertel eben so ausmacht, lagebedingt einem aber trotzdem nicht den Schlaf raubt. Ein freundliches, fast schon herzliches Holà der vom Festland stammenden Familie, die das Hotel seit rd. 30 Jahren führt. Pass gegen Schlüssel - ach und die Bezahlung? Mañana: das Kartenlesegerät ist gerade kaputt.... Dieser Satz kommt mir bekannt vor, aber egal: es wird sich regeln...



 

Koffer abstellen, kurze Erfrischung und schon geht's zurück in Richtung Innenstadt, definitiv am Wasser entlang! Ich schlendere die Hauptgeschäftsachse des Stadtteils Es Terreno, die Avinguda de Joan Miró, ein paar Meter entlang. Viele verschlossene Häuser und Geschäfte - o.k., es ist ja schließlich noch Siesta - aber halt: "Se Vende", "Se Alquila", "Se Vende", "Se Vende" - zu verkaufen, zu vermieten - in einem Falle sogar: "Se Traspasar" - zu übergeben...Ich erreiche die Treppen hinunter an den Hafenboulevard, den berühmten Passeig Maritim. Riesige Hotelklötze, bestimmt 20 Stockwerke hoch, darunter ein durchgängiges Band von Restaurants, Bars und Diskotheken an einer sechs- bis achtspurigen Uferpromenade - viele haben "Saisonferien" und öffnen wohl erst wieder im April. Dazwischen Appartmentblocks, einige im Rohbau, aber ohne Baugeräte und wieder: "Se Vende", "Se Vende"... Besonders kurios: ein achtgeschossiger Rohbau ohne Putz und Fenster, außer im Erdgeschoss, wo eine Bankfiliale residiert. Zu viele Banken kann es ja überhaupt nicht geben in diesem Land...



 

Die Straßenseite wird gewechselt, hin zum glitzernden Seewasser, auf dem unzählige Boote und Yachten liegen, darunter riesige, richtig schicke und wohl auch sündhaft teure Wassergefährte. Beim genaueren Blick fällt auch hier auf: nicht eben wenige stehen zum Verkauf, bestimmt jedes fünfte bis sechste Schiff. Auf dem gesamten Land scheint der Kuckuck zu kleben...Ich passiere diverse Immobilienagenturen, darunter auch deutsche, einige von oben bis unten zutapeziert mit Immobilienexposees. In Höhe Son Alegre dann ein Yacht- und Freizeitschiffsmakler mit schicken Angeboten in Massen im siebenstelligen Euro- und Pfund- Preissegment. Stimmt ja, Malle könnte schließlich genauso gut zu 'ner britischen Grafschaft erklärt werden...



 

Die imposanten Festungsmauern samt Königspalast und Kathedrale rücken näher, die Sonne senkt sich langsam, prächtiges Licht zum Fotografieren - eine traumhafte Kulisse! Langsam erwacht die Stadt aus der Siesta, es ist kurz nach 17 Uhr. Merkwürdig, so 'ne Siesta im Winter: man steht wieder auf, wenn es gerade wieder dunkel zu werden beginnt...Da es für Innenbesichtigungen zu spät ist und man eigentlich erst einmal ankommen will, entschließe ich mich zu einem kurzen Streifzug durch Palmas Altstadt, eine der größten Europas. Carrer Palau Reial, Carrer Colom, Carrer Sant Nicolau: sehr trendige, teure und perfekt durchgestylte Bars und Geschäfte, einige sogar am Samstagnachmittag geöffnet - ungewöhnlich für Spanien. Man hört viel Deutsch und Englisch, kaum Katalanisch oder Kastilisch: diese Shoppingachsen sind momentan fest in der Hand der doch noch zahlreichen Touristen und "residentes".



 

Plaça Mayor, das rechteckige Herz fast einer jeden spanischen Stadt, ist schon etwas ruhiger, abgesehen von den offensichtlichen Vorbereitungen für ein Stadtfest. Fliegende Händler subsaharischer Provenienz versuchen, die üblichen Souvenirs zu verticken: Gürtel, Mützen, Taschen, Sonnenbrillen, Schlüsselanhänger - so manches Brot ist besonders hart verdient... Ein großes Shopping-Center-Hinweisschild weist nach unten: der Platz ist unterkellert, ein kurzer Blick dorthin eher abstoßend: zu Hälfte leer stehend, die übrigen Flächen mit Ramschshops belegt und wieder: "Se Vende", "Se Alquila"... Es geht weiter nordwärts, Carrer Sant Miquel. Vor der gleichnamigen Kirche - einer der ältesten der Insel - wird Vorabendmesse-Besuchern die Tür aufgehalten, von Bettlern - aber nicht von einem oder zweien, sondern von vieren, die sich abzuwechseln scheinen – zwei stehen, zwei hocken. Elend in Lumpen und durchgelaufenen Schuhen, zwei davon geschätzt noch keine vierzig Jahre alt. Auf dem Weg zum (tageszeitlich bedingt geschlossenen) Mercat Olivar, der größten Markthalle der Stadt, stellen Künstler ihre farbenfrohen Werke in der Fußgängerzone aus, Amateurmusiker spielen und singen, einige haben wirklich Talent! Ich will (noch) nichts kaufen, hinterlasse aber den Sängern ein paar Münzen als Obolus. An der Markthalle, deren Besuch sogleich für den kommenden Montag fest eingeplant wird, drehen sich Karussells, aber es sind kaum Kinder da - eine Fahrt kostet 2,50 Euro... Auf der Rückseite der Markthalle wühlen Menschen in den Mülltonnen - die Wahrscheinlichkeit, hier etwas Essbares zu finden, dürfte wohl nirgends in der Stadt höher sein...



 

Bevor ich die Himmelsrichtung wieder wechsele, noch schnell ein paar Meter weiter zum Verkehrsknotenpunkt Plaça d'Espanya: dort fährt der legendäre historische Holzzug anno 1912 nach Sóller im Tramuntana-Gebirge ab, mit dem ich unbedingt mal fahren und daran eine Wanderung anschließen will. Ein Fahrplan schafft eine grobe zeitliche Orientierung, wie auch das daneben hängende Preisschild mich auch preislich neu einnordete: 28 Euro fürs Kombiticket inkl. Hafen-Straßenbahn nach Port de Sóller; im Reiseführer Jahrgang 2010 stand etwas von 22 Euro...- egal, es muss etwas Besonderes sein! War es dann auch, aber dazu später mehr...



 

Gleich nebenan liegt der futuristische unterirdische Bus- und Metrobahnhof. Eine funkelnagelneue Strecke verbindet Palmas Zentrum mit der neuen Universität am Stadtrand sowie zwei weitere mit Sa Pobla und Manacor. Eine Zeitungsmeldung im deutschsprachigen "Mallorca-Magazin" verrät mir ein paar Tage später, dass die seit 2010 in Bau befindliche Verlängerung bis Artà wegen Geldmangels nun definitiv eingestellt werden muss, ebenso die Verlängerungsplanungen bis Alcúdia - die Balearen sind pleite und haben die Zentralregierung in Madrid inzwischen um Finanzhilfen in dreistelliger Millionenhöhe gebeten...



Mein Kommentar

  • Autor: eses | 05.12.12

    Vor 2 Jahren auf Mallorca in einem 4,5 Sterne Hotel. Etwas oberhalb gelegen, wenig los, sehr Sauber und fein.
    Das Gespräch mit dem Reinigungspersonal war sehr ernüchternd.
    Sie sind froh einen Job zu haben UND Geld dafür zu bekommen.
    Sie lobten auch das Hotel. In anderen Hotels mit nur 3 und 4 Sternen sei es recht üblich, die Überzüge der Kopfkissen nach nur auf links zu drehen um seltener zu Waschen. Mobiliar wird nicht mehr erneuert, Angestellte müssen auf Gehalt verzichten und bekommen teils gar nichts mehr. Die Saisonkräfte werden später angestellt und früher wieder zum stempeln geschickt. Das weniger an Touristen wird eben auch mit weniger Personal abgedeckt.
    In den Restaurants werden die Portionen so klein, das man von einer nicht mehr Satt wird. Der Geschmack war auch schon mal besser. Die Preise sind gleich oder höher geworden.
    DAS war vor 2 Jahren!

  • Autor: Dieter | 05.12.12

    Mitte November ist aber schon deutlich nach der Urlaubs-Saison. Da wundert es mich nicht, dass viele Läden geschlossen sind. Interessanter wäre es gewesen, die Monate Juli und August zu beobachten.

    Viele Spanier arbeiten sainsonal, also mit einer Winterpause, wenn die Urlauber nicht kommen. Die Andalusen helfen dann bei der Ernte im Süden (Oliven!), der Rest bekam FRÜHER Arbeitslosengeld in Höhe von 100% des Lohns. DAS gibt es allerdings schon länger nicht mehr.

    Klar, dass sich jeder solche Zeiten erhofft.

  • Autor: Ludwig Cremer | 05.12.12

    Auf Mallorca war ich die letzten Jahre oft und gerne wegen der Vielseitigkeit der Insel. Das Ballermann-Image wird den Balearen nun wirklich nicht gerecht. Was mich die letzte Zeit jedoch zunehmend stört, sind die ständig steigenden Preise, denen kein angemessener Wert mehr gegenübersteht. Besonders auffallend ist dies bei den Immobilienpreisen, die trotz des enormen Überangebotes mindestens das Niveau von Frankfurt haben.

    Mallorca erscheint mir als der ideale Mikrokosmos, an dem sich die Auswirkungen der sogenannten EU - Krisenbewältigung bestens studieren lassen. Dadurch, dass die Preise künstlich hochgehalten werden (bei Immobilien, damit die Banken nicht zusammenbrechen – bei dem Rest, weil Steuern und andere Abgaben steigen) erwürgt man die Wirtschaft und schädigt insbesondere den kleinen Mann. Dramatisch daran ist jedoch, dass auf diese Weise kein Gesundungsprozess angestoßen wird. Der kommt erst, wenn die Preise auf ein angemessenes Niveau fallen, bei dem Käufer wieder zugreifen. Davon ist man auf Mallorca jedoch noch weit entfernt - vielleicht auch, weil dies besonders für die Banken und Wohlhabenden noch schmerzlicher sein wird. Mein Eindruck ist, dass für Mallorca das Schlimmste noch bevorsteht. Kein gutes Omen für den Rest der EU.

  • Autor: Knut Görl | 06.12.12


    @ Dieter

    Die Saisonalität wurde bereits berücksichtigt und explizit hervorgehoben: an Palmas Uferboulevard Passeig Maritim herrscht in der Tat nun Winterruhe und viele Restaurants, Kneipen und Bars sind, wie erläutert, vsl. bis April geschlossen.

    Meine Beobachtungen, die ich in einigen Stadtteilen Palmas - hier namentlich in Es Terreno - gewonnen habe, beziehen sich auf die permanente Infrastruktur, die in erster Linie auf die Einheimischen zugeschnitten ist und von daher auch übers gesamte Jahr zur Verfügung stehen sollte. Hier zeigten sich geradezu erschreckende flächendeckende Auflösungserscheinungen mitten im Zentrum eines dicht besiedelten Stadtteils, die ich noch nie zuvor in irgendeiner spanischen Großstadt zu Gesicht bekommen hatte...

    Weitere Eindrücke und Erläuterungen werden diesen übergeordnet wie im Kleinen festzustellenden breiten sozialökonomischen Abwärtstrend in Spanien noch zu dokumentieren versuchen - im nächsten Teil dieses Tagebuchs...