"The Whipsaw Song" - Die 5 wichtigsten Börsenregeln (Dirk Müller)

Viele Spekulanten (besonders technikbegeisterte in ihren ersten Börsenjahren) glauben noch immer an die Zauberformel. Man muss nur lange genug alle Indikatoren mit der 47. Ableitung durch den 9. Quadranten laufen lassen. Wenn man nun noch die Mondphasen im richtigen Verhältnis zur Geldmengenumlaufgeschwindigkeit mit der Hypotenuse des Ifo-Index korreliert, dann kommt man irgendwann auf die Formel, die einem ganz genau sagt, wann man Aktien kaufen muss und wann nicht.

Nach vielen Jahren, die geprägt sind von Allmachtsgefühlen „Ich hab‘s geschafft, es hat funktioniert!! Ich werde Stroh zu Gold spinnen!!!“ gefolgt von tiefen Depressionen „Kannst Du mir mal 100 Euro leihen? Mein System hatte noch einen kleinen Fehler, den ich übersehen hatte…“ Ergänzt durch Durchhaltewillen „…aber diesmal weiß ich, woran es gelegen hat! Jetzt krieg ich´s hin. 100%!“ folgt eines Tages (beim Einen früher, beim Anderen später, beim Bankrotteur leider zu spät) die Einsicht: Alles Kappes! Am Ende kommen die meisten auf wenige uralte Börsenregeln zurück, die so simpel sind, dass man sie leider zu oft nicht ernst nimmt.

Der berühmte Trader Ed Seykota, der in den 70ger Jahren als einer der ersten alle Versuche unternommen hat, mittels Computerprogrammen den Börsenmarkt zu besiegen, bringt hier in einer liebevollen Trade-Hommage diese fünf wichtigsten Punkte zusammen. Eigentlich sollte jeder Börsenhändler allmorgendlich vor Handelsbeginn mit diesem Song in den Tag starten, dann kann schon fast nichts mehr schiefgehen….100 % ;-)

 

- Gewinne laufen lassen

- Verluste abschneiden

- Risiko richtig managen

- Stops beachten

- Wenn man eine Strategie hat…Beibehalten

- Heiße Geheimtipps? Ab in den Mülleimer

 

Viel Spaß mit dem kultigen „Whipsaw-Song“.

Ihr

Dirk Müller

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Mein Kommentar

  • Autor: Callisto | 04.02.11

    Kann ich nur bestätigen und sollte einem der gesunde Menschenverstand sagen: je beliebig kompliziert ein "Handelssystem" ist, desto weniger ist es breitgefächert anwendbar und im erfolgreichen Einzelfall vermutlich auch nur temporär und zufällig. Da aus meiner Sicht die Charts nichts anderes als die Emotionen (Gier und Angst) der Marktteilnehmer widerspiegeln und diese Triebe sich nun mal seit Jahr und Tag nicht geändert haben, sind auch die "alten" klassischen Regeln (siehe Artikel) immer noch gültig.

  • Autor: DER EXE | 04.02.11

    Ich verstehe nicht ganz. Die Formel ist doch richtig da gibt es nichts zu rütteln.
    Ja doch vielleicht doch eines muss hinzugefügt werden es muss mit dem GF (Glücksfaktor) noch hoch 5 genommen werden.

  • Autor: Qrdbjr | 05.02.11

    Diese Regeln sollte jeder anwenden, sonst kann er das traden gleich lassen.
    Wer die Stops nicht beachten etc. müsste längst pleite sein^^

  • Autor: weinfux | 05.02.11

    Das berühmte "Antizyklische Verhalten" hat sich bei mir auch in 23 Jahren gut bewährt. Als ich in der Wiedervereinigungshausse meine gesamten Aktien an einem gutenTag zum Verkauf stellte, hat mein Bankberater( Verkäufer ) laut gelacht: Ha,ha,ha die ganze Welt kauft deutsche Aktien und nur der Herr XX verkauft, ha, ha..aber man muss ja antizyklisch handeln...( 1 Woche später gings bergab )
    Im Herbst 2008 nach 3 Wochen Abwärtsbewegung war die Bankberater der Depression und Verzwifelung nahe: Heute haben schon wieder 52 Leute ihr Depot aufgelöst. Ich kann nicht mehr...
    Gut , dann Kaufe ich mal etwas !

  • Autor: martin | 07.02.11

    Sg hr müller!
    Ich bin schon lange ein Fan ihrer ehrlichen Berichterstattung. Seit kurzer Zeit verstehe ich auch ihre aussage, es gibt noch anderes neben der bõrse. Ich werde in circa einer stunde an der Wirbelsäule operiert und hoffe es geht alles gut.ich freue mich schon wieder auf weitere berichte und marktausblicke von ihnen. Mfg Martin Fahrnberger

  • Autor: Stallion | 06.12.11

    @weinfux: Bist halt ein Fuchs :-) Bankberater sind die besten Kontraindikatoren, die es überhaupt geben kann. Wer setzt sich schon freiwillig den ganzen Tag in ein modriges Büro ...

    Was Dirk schreibt ist wie immer richtig. Ich möchte nur eines vieleicht ergänzen, weil ich es lange nicht verstanden habe:

    Ich konnte mir nie erklären, wieso an der Börse immer wieder folgende Sachverhalte eintraten:

    Alle waren positiv gestimmt. Analysten empfohlen alles und jeden. Es kann nur bergauf gehen. Alle Meldungen sind positiv bis sich die Balken biegen. Jeder Analyst übertrifft den anderen mit Dax Punkte Ansagen zum Ende des nächsten Jahres ... Plötzlich kommt der CRASH ...

    Alles ist bullshit. Eine Horrormeldung jagt die nächste. Wenn man Wirtschaftspresse liest, möchte man sich am liebsten einen Strick nehmen .. Die Welt geht unter ..
    Plötzlich steigt die Börse rasant & ohne Grund an. Der Tiefpunkt liegt hinter uns. Fortan geht es nur noch bergauf, obwohl die Meldungen noch ein halbes Jahr schlecht sind ...

    Lösung: Die Lösung ist ganz einfach. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem niemand mehr verkauft. Jetzt kann es nur noch aufwärtsgehen, weil der Kurs eines Index oder einer Aktie durch Angebot & Nachfrage bestimmt wird.
    Umgekehrt ist es so, dass, wenn alle Optimistisch sind ohne Ende, jeder schon "All In" ist, d.h. es ist schwer weitere Nachfrage zu generieren. Es muss also fallen ...

    "Die Kunst an der Börse ist, zu denken, was alle denken, kurz bevor es alle denken." (Antonio Angelicchi)