Industrieproduktion: Die Krise ist noch nicht vorüber
09.06.2009 14:17

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Externe Quelle: Nord/LB
Einen Tag nach Veröffentlichung der Daten zu den Auftragseingängen haben die Bundesbank und das Bundeswirtschaftsministerium nun auch Zahlen zur Entwicklung der deutschen Industrieproduktion für den Berichtsmonat April vorgelegt. Demnach gab die Produktion gegenüber dem Vormonat leider wieder etwas nach. Im Monatsvergleich verlor sie knapp 2%. Dieser Rückgang kommt etwas überraschend – hatten doch die Märkte mit einer Stabilisierung gerechnet. Wenig überraschend ist hingegen, dass die Jahresveränderungsrate weiterhin deutlich unter Wasser bleibt. Das Minus liegt hier bei 21,6%.
Zwar muss man die aktuellen Zahlen zur deutschen Industrieproduktion als leichten Rückschlag interpretieren. In Gänze signalisieren die Daten zu den Auftragseingängen und der Industrieproduktion allerdings, dass die Fallgeschwindigkeit der deutschen Wirtschaft allmählich nachlässt. Rosige Zeiten stehen uns allerdings auch noch nicht unmittelbar bevor. Vor allem die Auswirkungen für den Arbeitsmarkt dürften im Verlauf des Jahres schmerzlich werden. Hinzu kommt, dass der Absturz der deutschen Volkswirtschaft so schwer war, dass es Jahre dauern wird, bis wir wieder die Produktionsniveaus von vor der Krise erreicht haben.
Der heutige Rückschlag dürfte zudem symptomatisch für eine Entwicklung sein, mit der wir in den kommenden Monaten noch häufiger zu rechnen haben. Der Weg zurück zu einem ordentlichem Wirtschaftswachstum wird steinig und von Rückschlägen gekennzeichnet sein. Zu schwer war der Absturz und zu tief war und ist die Rezession, als dass wir in einigen Monaten keinen Gedanken mehr daran verschwenden müssten. Neben der Industrieproduktion lässt sich hierfür beispielhaft auch die aktuelle Entwicklung beim Außenhandel anführen. Mit Blick auf die Volkswirtschafen in den USA, China oder auch Japan waren bereits optimistische Stimmen zu vernehmen gewesen. Dennoch ist der deutsche Export im April mit einem Minus von 4,8% M/M erneut deutlich zurückgefallen. Dies zeigt, dass die konjunkturelle Erholung eben nicht lehrbuchhaft in Form einer stetigen Aufwärtsbewegung verlaufen wird.
Fazit: Die Zahlen zur Entwicklung der deutschen Industrieproduktion fallen etwas enttäuschend aus. Mit einem Produktionsrückgang um knapp 2% gegenüber dem Vormonat gerät die Industrieproduktion wieder unter Wasser. In Kombination mit den freundlicheren Auftragseingängen lässt sich aber dennoch feststellen, dass der konjunkturelle Boden allmählich gefunden sein dürfte. Die Daten zeigen aber deutlich, dass der Weg zurück zu einem stabilen Wirtschaftswachstum steinig und von Rückschlägen gekennzeichnet sein dürfte. Die Krise ist noch nicht vorüber.
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Autor: ambacher | 10.06.09
... Rückgang: leider nur die halbe Wahrheit.
Lohnend ist ein Blick auf die ORIGINALWERTE des BMWI (pdf-Datei). Lassen Sie sich nicht von den vernebelnden Pressemitteilungen täuschen. Die sind von der Sorte "Gute Nachricht: Tags ist es heller als nachts". Entscheidend ist (wegen der saisonalen Einflüsse) der Vergleich mit dem Vorjahresmonat.
Auftragseingang der deutschen Industrie. Prozentwerte zum Vorjahresmonat:
Feb -38,0%
Mrz -26,7%
Apr -37,1
Nachdem es im März besser zu werden schien, kehrt der Abschwung mit voller Wucht zurück. Im einzelnen geht jetzt die Inlandsnachfrage zurück. Da die Investitionsgüter stärker zurück gehen (über 40%!) als die Konsumgüter (gut 20%) ist zu befürchten, daß zeitversetzt die Konsumnachfrage erst noch richtig unter Druck kommen wird.
Insgesamt sehr schlechte Nachrichten. Spätestens nach der Wahl wird man die wahr Lage einräumen müssen. Übrigens: Arcandor fand 2 Tage nach der Europa-Wahl statt.
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