© Carola Schubbel - Fotolia.com

Wer zu Jahresbeginn darauf gewettet hätte, dass ein grüner Ministerpräsident in einem deutschen Bundesland das Zepter übernehmen, und dass eine schwarz-gelbe Regierung den Ausstieg aus der Atomkraft beschließen würde, hätte eine Menge Geld verdienen können. Es waren wieder einmal die als „Schwarze Schwäne“ bezeichneten gänzlich unvorhersehbaren Ereignisse, die das Geschehen an den Finanzmärkten dominierten.

Dabei war die Börse im ersten Halbjahr vor allem hoch politisch. Mit großem Optimismus waren die Händler in das Jahr gestartet. Die friedlichen Revolutionen in Tunesien und Ägypten und mehr noch der Bürgerkrieg in Libyen setzten die ersten unerwarteten Duftmarken. Händler befürchteten Lieferengpässe beim Öl und fürchteten, der hohe Preis könnte die Konjunktur abwürgen.

Das Erdbeben in Japan und die Atomkatastrophe von Fukushima ließen dann auch den letzten Optimisten verstummen. Die Anleger richteten sich auf ein verlustreiches Jahr 2012 ein. Dennoch konnte der Deutsche Aktienindex unterm Strich fast sieben Prozent zulegen.

Es waren vor allem die Aktien jener Unternehmen, die besonders vom weltweiten Aufschwung profitieren, etwa das Pharmaunternehmen Merck oder der Autohersteller VW. Zu den Verlierern dieses Halbjahres gehörten vor allem die Energieversorger. Die Abkehr der gerade erst beschlossenen Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke kostete deutlich Substanz.

Um eine Laufzeitverlängerung der ganz anderen Art rangen die Euro-Finanzminister. Doch auch wenn private Investoren bei griechischen Anleihen mit ins Boot geholt werden, so liegt die Lösung der Schuldenkrise ganz klar in den Händen der Politik. Das „Ja“ des griechischen Parlaments zum strengen Sparen lässt auch an den Aktienmärkten die Hoffnung sprießen, die Krise sei beherrschbar. Das ist ein Grund, warum Händler und Analysten eher zuversichtlich ins zweite Semester gehen.

Die Prognosen für den DAX klaffen allerdings weit auseinander. Sie reichen von 8.300 Punkten bis 7.300 Punkten. Die Optimisten argumentieren vor allem mit den weiter starken Gewinnaussichten der Unternehmen. In der Tat dürften viele deutsche Firmen Rekordergebnisse einfahren. Die seien noch gar nicht in die Kurse eingearbeitet, heißt es.

Interessant ist dabei, wie sich die Konjunkturbarometer entwickeln. Während das Ifo-Geschäftsklima von weiter wachsenden Gewinnaussichten kündet, hat sich die per ZEW-Index gemessene Anlegerstimmung eingetrübt. An der Börse sei der Boom nicht angekommen, sagen die einen. Die hohen Erwartungen würden nicht erfüllt, sagen die anderen.

Als größte Gefahren nehmen die Anleger die Schuldenkrise und einen möglichen Wachstumsdämpfer in China wahr. Es könnte aber auch der eine oder andere Schwan vorbei schauen.

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