Anleger im Kaufrausch

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So hoch wie heute stand der Deutsche Aktienindex (DAX) seit drei Jahren nicht mehr. Doch das Ende der Fahnenstange scheint damit noch lange nicht erreicht zu sein. Unternehmensbilanzen euphorisieren die Anleger.

Vor allem deutsche Unternehmen konnten erneut überzeugen, auch wenn nicht alle Firmen den Nerv der Anleger trafen. So fielen SAP-Aktien deutlich zurück. Sie gehören trotz eines starken Anstiegs bei Umsatz und Gewinn mit Abschlägen um über fünf Prozent zu den kräftigsten Verlierern dieser abgelaufenen Woche. Auch Daimler konnte nicht punkten. Der  Autokonzern hat sein Konzernergebnis im ersten Quartal auf 1,18 Milliarden Euro nahezu verdoppelt. Dafür mussten die Stuttgarter 15 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahreszeitraum.

Der Milliardengewinn verpuffte an der Börse, weil andere Autokonzerne dynamischeres Wachstum aufwiesen, wie es hieß. Damit war eindeutig VW gemeint. Die Wolfsburger legten das beste Quartal der Unternehmensgeschichte hin. Das operative Ergebnis konnte mehr als verdreifacht werden von 848 Millionen auf 2,91 Milliarden Euro. VW-Aktien legten in dieser Woche 12 Prozent zu.

Als absolute Gewinnmaschine erwies sich die Deutsche Bank. Mit einem Gewinn in Höhe von drei Milliarden Euro erreichte der Branchenprimus dank robuster Erträge im Investmentbanking und eines deutlich gewachsenen Privatkundengeschäfts ein Drittel des ausgegeben Jahresziels bereits im ersten Jahresviertel.

Der Darmstädter Pharmakonzern Merck wuchs dank Zukäufe, auch Bayer legte solide Zahlen vor. Die Deutsche Börse legte gar die beste Bilanz seit 2008 vor.

In der zweiten Reihe hielt die Software AG ihre Viertelljahreszahlen bereit. Das Darmstädter Unternehmen konnte den Gewinn in den ersten drei Monaten des Jahres um ein Drittel steigern und übertraf die Markterwartungen damit deutlich. Vor allem habe Deutschlands zweitgrößter Softwarehersteller vom Einsparpotenzial profitiert, das sich aus dem Zusammenschluss mit IDS Scheer ergeben habe, hieß es. 

An der Wall Street feierten die Händler vor allem US-Notenbankchef Ben Bernanke. Dieser hatte ja bereits am Mittwoch eine lange Niedrigzinsphase angekündigt. Anleger begreifen die Ergebnisse dieser Pressekonferenz als Freifahrtschein für Aktien, Edelmetalle und andere Rohstoffe und natürlich für den Euro, der in dieser Woche kräftig anzog und zeitweise knapp 1,49 US-Dollar kostete.

Auch in der kommenden Woche regieren vor allem die Unternehmensbilanzen. Aus den Reihen des DAX bilanzieren MAN, Metro, Infineon, BMW, die Fresenius-Familie, Henkel, Linde, Lufthansa, die Commerzbank, die Telekom und Adidas. Auch in den hinteren Reihen sind die Terminkalender gut gefüllt.

Besonderes Augenmerk schenken die Anleger auch der Europäischen Zentralbank, die am kommenden Sonntag (k)eine Entscheidung bekannt geben wird. Allerdings rechnen die Beobachter wegen der alarmierenden Inflationsdaten mit einem Fingerzeig auf die nächste Zinserhöhung.

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