Börse glaubt an Aufschwung (Stefan Wolff)

Mit großer Erleichterung hat man an den Aktienmärkten den Hilfeschrei der griechischen Regierung quittiert. Denn auf Dauer hätte Griechenland die von den Finanzmärkten geforderten hohen Zinsen nicht zahlen können. Das hat man dann auch in Athen erkannt.

Der Ruf nach dem Hilfspaket nutzte vor allem dem Euro, der am Freitagmorgen noch ein Jahrestief bei 1,3199 Dollar erreicht hatte. Auch die Renditen für griechische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit kamen leicht zurück. Am Tag zuvor hatte Griechenland die Kurse einbrechen lassen. Die Statistikbehörde Eurostat

In den Aktienkurs hatte man das Ereignis schon „eingepreist“ wie es hieß. Hier stellte der Ifo-Geschäftsklimaindex die Weichen für einen Wochenendspurt. Das Klima befindet sich auf dem höchsten Niveau seit Mai 2008, also quasi auf Boomniveau.

Die Unternehmensdaten der Woche untermauerten diesen Trend, denn nur wenige Firmen enttäuschten. So legten unter anderem die Bankhäuser Morgan Stanley und Wells Fargo sowie Boeing, AT&T, McDonald’s, Microsoft, Amazon und Ebay ihre Bilanzen vor. Deutsche Firmen standen zwar noch nicht im Finanzkalender, doch überraschten Volkswagen und Adidas mit vorgezogenen Zahlen. Im Auftaktquartal des WM-Jahres hat der Sportartikelhersteller Adidas Umsatz und Gewinn stärker als erwartet gesteigert und gleichzeitig die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Im Sog dieser Nachrichten waren auch Papiere des Sportartikel-Rivalen Puma gefragt.

VW überraschte mit einem Milliardengewinn und der Ankündigung, bis zum Jahr 2018 Toyota als Weltmarktführer überholen zu wollen. Das zumindest als ambitioniert geltende Ziel ließ die Anleger jubeln. Gleichzeitig ließ sich VW auf der Hauptversammlung die Lizenz zu weiteren Kapitalsammelaktionen geben.

Zu Wochenbeginn hatten die Aussichten noch weitaus düsterer ausgesehen. Die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull hatte fast den gesamten Luftverkehr über Europa lahmgelegt. Große Erleichterung machte sich breit, als sich die Wolken verzogen, ohne, dass sich größere Versorgungsengpässe ergeben hätten. Allerdings haben unter anderem Nissan, Opel  und BMW einen Produktionsstopp verhängen müssen. Dem US-amerikanischen BMW-Werk in Spartanburg waren zum Beispiel die Getriebe ausgegangen.

In der kommenden Woche greifen die deutschen Unternehmen verstärkt in die Bilanzsaison ein. Allein aus den Reihen der DAX-Firmen werden die Deutsche Bank, SAP, Merck, BASF und MAN Zahlen vorlegen. Experten rehnen damit, dass die Unternehmensbilanzen schon im Jahr 2012 wieder die Niveaus aus dem Vorkrisenjahr 2007 erreichen werden. Das hat schon einige Bankhäuser veranlasst, ihre Prognosen für den DAX anzuheben.

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Kommentare

Crigo am 23.04.2010 um 20:42 Uhr
Die Börsenindizes bewegen sich schon ca. im Bereich von anfangs 2007, als wir in ganz Europa quasi Vollbeschäftigung hatten und alles aus den Näten platzte. Wenn die angezählten Länder wie Spanien, Griechenland etc. nun erstens ihre Arbeitslosenquote von 20% auf 2%-5% drücken, zweitens sofort neue Babyboomer von irgendwo her ins Berufsleben eintreten, drittens die Pensionierten nicht lange ihre querbezahlten Renten beziehen, viertens die überschuldeten Staaten nochmals kräftig mit neuen Schulden investieren und fünftens die Privaten etwas mehr auf Schulden konsumieren, dann sehe ich wirklich Kurse in Zukunft noch viel grösserer Höhe als wie vor der Finanzkrise. Unser System braucht Wachstum. Und das Wachstum muss höher als das Zinsniveau sein, oder man muss als Land besonders viel exportieren. Nur unter diesen dauernden Steigerungsprämissen funktioniert das System. Unser System ist gut zum Gasgeben und bei Wachstum. Sonst gehen die Staatsschulden durch die Decke und die Börsenkurse eher runter (vgl. Japan). Ehrlich gesagt sehe ich einfach grosse strukturelle (z. B. alte Rentengesetze etc.) und von der natürlich bedingte Probleme (Peak-Oil, beschränkte Landwirtschaftsflächen auf der Welt etc.) für ein langfristig ausreichendes Wachstum.
Dax bei 8000 am 24.04.2010 um 09:56 Uhr
Sind ja rosige Aussichten in den nächsten Wochen. Jetzt braucht nur noch ein Prophet sagen "Die Krise ist schon lang vorbei" und "DAX steigt noch auf Allzeithoch" und keiner hats gemerkt.

Warum erhöhen die EZBler eigentlich nicht mal die Zinsen, um diese sich überhitztende Konjunktur abzubremsen?

Zumindest würden wir dann schon mal eine kleine Korrektur der überzogen gelaufenen Börsen sehen. Gesund wäre das schon.

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