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Die Aktienmärkte stehen und fallen mit dem Ölpreis. Vier Tage in Folge hatte der Deutsche Aktienindex (DAX) Verluste eingefahren, während Öl der Nordseesorte Brent bis auf 119 Dollar je Fass angezogen war. Zu Wochenschluss gab Öl leicht nach, die Kurse stiegen. Doch am Ende hatte der DAX mehr als drei Prozent verloren.

Die Krise in Nordafrika und im Nahen Osten hat die Börsen doch stark belastet. Dabei überdecken die Unruhen ein Wirtschaftsszenario, in dem es gut läuft, was sowohl die Daten als auch die Bilanzen zeigen. So erklomm der Ifo-Index einen neuen Rekord. Beobachter hatten eher damit gerechnet, dass sich das Geschäftsklima leicht abkühlen würde.

Auch die deutschen Konsumenten waren für eine Überraschung gut. Das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gemessene Konsumklima zog weiter an, wofür Beobachter vor allem die weiter rosige Lage am Arbeitsmarkt verantwortlich machen. Allerdings haben die Konjunkturerwartungen leicht nachgelassen. Die doch deutlich gestiegenen Spritpreise sind noch nicht in die Ergebnisse der Umfrage eingeflossen. Hier wittern Beobachter einige Gefahren für das Verbrauchervertrauen.

Auf der Unternehmensseite läuft es weiter rund. Die Bilanzsaison hat bislang allen Skeptikern zum Trotz auch den hohen Erwartungen standhalten können. Nur die Telekom legte erwartet schlechte Zahlen vor. Im Jahr 2010 waren Umsatz und Gewinn gesunken Auch die Dividende soll um drei Cent je Aktie auf 75 Euro-Cent schrumpfen. Wer nun optimistischere Töne beim Ausblick erwartet hatte, war falsch verbunden. Nachdem die britische T-Mobile UK aus der Bilanz fällt, rechnen die Bonner mit weiter sinkenden Gewinnen.

Der Fresenius-Konzern konnte ein Glanzlicht setzen. Die Fresenius AG will bis zum Jahr 2014 die Gewinnmilliarde knacken. Im vergangenen Jahr fuhren die Bad Homburger einen bereinigten Gewinn in Höhe von 660 Millionen Euro ein, was einem Anstieg gegenüber 2009 um 28 Prozent entspricht. Die ebenfalls im Deutschen Aktienindex (DAX) geführte Tochter Fresenius Medical hat seinen Gewinn um zehn Prozent auf 979 Millionen Euro gesteigert. Auch  der Dialyse-Experte geht von weiterem Wachstum im laufenden Geschäftsjahr aus.

Die teilverstaatlichte Commerzbank hat wegen tiefroter Zahlen bei ihrer Immobilientochter Eurohypo einen Milliardenverlust verbucht, was dem Haus aber nicht ganz unrecht sein dürfte, da es auf diese Weise keine Zinsen auf die erhaltenen Staatshilfen zahlen muss. Würde die Commerzbank nicht nach dem Handelsgesetzbuch bilanzieren sondern nach internationalen Standards, stünde ein Milliardengewinn in den Büchern. Abseits der Immobilien-, Staats- und Schiffsfinanzierungen liefen die Geschäfte wieder gut. Vor allem berichtete das Institut von hohen Einnahmen im Investmentbanking.

Zu Wochenschluss setzte VW noch einmal einen Paukenschlag. Nach der Aufsichtsratssitzung legte das Unternehmen überraschend Zahlen vor. Anstelle der prognostizierten 5,1 Milliarden Euro Gewinn fuhren die Wolfsburger über sieben Milliarden Euro ein – ein Rekordergebnis.

In der kommenden Woche werden mit Bayer und Beiersdorf noch einmal zwei DAX-Unternehmen Zahlen auf den Tisch legen. Die Bilanzen werden aber zunehmend als Blick in den Rückspiegel gesehen. So langsam richtet sich die Börse auf schwierigere Zeiten ein.

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