Das Endspiel von Berlin

In der fortschreitenden Finanz- und Schuldenkrise fallen Tabus. Vor einem Jahr wurde nur hinter vorgehaltener Hand und in kleinen Zirkeln über ein Auseinanderbrechen des Euro gesprochen. Heute findet sich das Thema bereits auf den Titelseiten der Mainstream-Presse und in jeder zweiten Talkshow.

Allerdings überwiegt in diesen Berichten immer noch die Dämonisierung eines Euro-Austritts. Lang und breit werden zumeist die Nachteile und Gefahren für Deutschland aufgezählt, wie beispielsweise eine starke Aufwertung der „Neuen Mark“, ein Einbruch der Exporte und eine dadurch ausgelöste Rezession und Massenarbeitslosigkeit. Auch die hohen drohenden Verluste für den Staatshaushalt (Garantien für die Rettungsschirme) und die Bundesbank (Target 2) werden immer mehr hervorgehoben.

Diese Gefahren sind absolut real und es gibt etliche schwer berechenbare Faktoren bei einer Auflösung des Euro. Tatsächlich kann niemand genau sagen, wie sich ein Austritt aus dem Euro auswirken würde. Es wäre genauso ein Experiment wie das geldpolitische Trial-and-Error des billigen Geldes, in dem wir uns seit etwa vier Jahren befinden. Die Frage, die wir uns jedoch stellen sollten, ist, ob wir dieses Ende mit Schrecken in Kauf nehmen wollen, um damit einen Schrecken ohne Ende zu verhindern.

Warum lese ich so selten, dass eine Aufwertung der deutschen Währung auch einen großen Wohlstandsgewinn für uns Deutsche bringen würde? Importe aus dem Ausland würden billiger. Reisen ins Ausland genauso. Und wer in Kategorien des Investments denkt, würde beispielsweise Immobilien auch in vermeintlich „überteuerten“ Ländern wie der Schweiz oder Norwegen wieder leichter leisten können. Und nicht zuletzt bedeutet eine starke Währung einen perfekten Inflationsschutz, auch wenn das zugegebenermaßen derzeit nicht unser größtes Problem ist.

Auf den Kopf gestellt wird meiner Meinung nach in der politischen Diskussion auch die Auswirkung eines Auseinanderbrechens auf den politischen Zusammenhalt Europas. Nicht ein Ende des Euro würde die politische Union schwächen, sondern eine Fortsetzung der Gemeinschaftswährung unter dem Diktat von Sparzwängen und Transferzahlungen. Die brennenden deutschen Flaggen in Athen und Madrid zeugen vom bedenklichen Auseinanderdriften zwischen Geber- und Nehmerländern.

Der ehemalige Chef-Volkswirt der Bundesbank und der EZB, Ottmar Issing, schreibt in der FAZ, dass „falsch verstandene Solidarität die Deutschen immer weiter von der europäischen Idee entfernen kann“. Auf der Basis von Einzelwährungen (oder mehreren Gemeinschaftswährungen), die der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Einzelstaaten entsprechen, sollte eine Rückkehr zu einer wirtschaftlichen und politischen Union, wie wir sie in der Vor-Euro-Zeit gesehen haben, möglich sein. Voraussetzung dafür ist, dass nicht der eine dauerhaft am Tropf des anderen hängt.

55 Prozent der Deutschen halten die Einführung des Euro für einen Fehler. Das ist eine gute Voraussetzung, um Härten, die aus einem Austritt Deutschlands ergeben würden, gemeinsam durchzustehen und abzupuffern. Doch nur rund 1000 Menschen sind jüngst in München auf die Straße gegangen, als der Verein Zivile Koalition zu einer Demonstration gegen den Rettungsfonds ESM aufgerufen hatte, der die Transferstrukturen in Europa zementieren soll.

Umso wichtiger wäre es, zu verhindern, dass bereits in den nächsten Tagen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Der deutsche Bundestag will den ESM noch in diesem Monat beschließen. Dabei wird ganz offensichtlich ausgenutzt, dass die Öffentlichkeit fußballberauscht und von national bedingten Hormonausschüttungen abgelenkt ist. Aber auch Fußballfans sollten erkennen, dass die wichtigen nationalen Fragen nicht nur in Polen und der Ukraine entschieden werden. Das Endspiel um den Euro findet in Berlin statt.

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Kommentare

Alsterpirat am 12.06.2012 um 13:43 Uhr
Der Euro ist eine politische Kopfgeburt, die man zur Voraussetzung für eine weitere paneuropäische Einigung stilisiert hat denn als ihr Ergebnis - man hat sich um die Jahrtausendwende schlicht von der Idee einer Einheitswährung a la USA berauschen lassen, ohne die zwingend notwendigen voraussetzungen für ihr nachhaltiges Funktionieren zu beachten, geschweige denn konsequent umzusetzen...!

Nahezu alle EU-Länder OHNE den Euro - vielleicht abgesehen von Ungarn - haben nachgewiesenermaßen nicht nur den vergangenen ersten Finanzmarktschock 2008/09 besser verkraftet als die (mediterranen)Euroländer, die bis heute von dieser schweren Währung erdrückt und gelähmt werden, sondern fahren mit ihren nationalen Währungen auch jetzt wesentlich besser und werden nun erst recht einen Teufel tun, diese z.G. des Euro aufzugeben:

EM-Gastbeber Polen sowie Tschechien haben sich in vielerlei Hinsicht hervorragend entwickelt, in Dänemark und Schweden ist in je zwei Volksabstimmungen ganz klar gegen die Gemeinschaftswährung entschieden worden, u.a. auch um die weltweit vorbildlichen Sozialstaatsmodelle nicht zu gefährden (Schweden war übrigens 2010 und 2011 Europas Konjunkturlokomotive mit jeweils rd. 4 % Wirtschaftswachstum ! Norwegen will aus ähnlichen Gründen gar nicht erst EU-Mitglied werden...). In Finnland wächst die Sehnsucht nach der Finnmark - man will eben verständlicherweise nicht mehr zu den wenigen verbliebenen Zahlmeistern für die Eurozone gehören...

Unter den baltischen Staaten hat Litauen 2007 nur ganz knapp den Eurobeitritt verfehlt (wg. 'ner Inflationsrate, die 0,1 % über der kritischen schwelle lag) - und ist inzwischen sehr froh darüber...Und ob Estland mit der recht neuen Hartwährung glücklich werden wird, wird sich noch erweisen müssen: Lohnkosten und Preise sind dort zumindest schon mal signifikant höher als z.B. in Lettland oder Litauen...
Kalium am 12.06.2012 um 14:36 Uhr
Klasse Artikel. Endlich mal einer, der nicht nur in das Horn der Eurobefürworter trötet.
Motte am 12.06.2012 um 14:54 Uhr
Egal wie wir es drehen und wenden, das Ergebnis wird für uns alle hart. Dies verdanken wir in erster Linie der falschen Einschätzung unserer deutschen Politiker, die das Geld der Deutschen Bevölkerung ohne großes Aufsehen, einfach ins Feld geschmissen haben. Wenn wenigstens eine nachvollziehbare und erfolgversprechende Strategie dahinter gestanden hätte oder stehen würde, könnte man ja noch Verständnis aufbringen. Aber so wird das nichts. Ich bin mit Ihnen der Meinung, dass ein Austritt Deutschlands aus dem Euro nicht unbedingt schlimmer sein wird als das, was unsere Politiker nun noch mit beiden Händen raus schmeißen. Die Vorteile werden in der Tat völlig außer Acht gelassen. Auch sehe ich das Ansehen Deutschlands, nach nach der letzten WM doch so aufgeholt hatte, wieder mächtig schwinden. Wir werden wieder zu Demagogen heruntergestuft und in der Luft zerrissen.
ws am 12.06.2012 um 15:28 Uhr
Die beste Methode einen Freund zu verlieren ist, ihm Geld zu leihen. Jeder, der es schon einmal gemacht hat, kennt den tiefen Wahrheitsgehalt. Warum sollte das mit Deutschland und Griechenland u. a. anders laufen?
Fazit: Wer Geld leihnt macht sich nicht beliebt!!
WS
ironalex am 12.06.2012 um 15:46 Uhr
Das Timing stimmt, ich schlage den 21. Juni vor (Viertelfinale), danach ist eh Schluss ;–))
charlemagne am 12.06.2012 um 16:05 Uhr
Genau so iss'es - Aber: "Wahrheit" wird auch nicht wahrer, wenn x-mal wiederholt oder öffentlich rechtlich diskriminiert (ganz ohne fair-play). Vielleicht daher statt Protestaktionen mal zeitgemäß Shambala-Bändchen an unsere PolitgrößenInnen verteilen. Hilft zwar nix, sieht aber schick aus. Und in einem Punkt 'widerspreche' ich: Was 55% der Deutschen denken interessiert doch (hier) niemand; lieber gleich Obama & Co. stopless unlimitted nacheifern. Die neue Währung heißt nämlich EUDO (aus EUro + DOllar).(Joschka ist ja auch schon 'drüben' und weiss für uns mehr oder minder intelligente Ratschläge - und 'Gutti' Gutenberg ist ja nach kurzem US-Traingsindokrinationslager neu positioniert und europafit ). - Deutsche reden eben mit.
Michael Thuma, Österreich am 12.06.2012 um 16:52 Uhr
Die brennenden Flaggen wären für mich eher der Ausdruck der Propaganda und deren Wirkung und weniger eines Auseinanderdriftens - was nicht zusammengewachsen ist kann auch nicht auseinanderdriften. Ich denke zu viele Politiker haben über 10 Jahre und mehr, zu Hause sich im Falle von unpopulären Maßnahmen auf Brüssel verwiesen und jetzt wird an Deutschland verwiesen respektive Berlin.

Obwohl auf der Geldebene EURO gibt es kein Deutschland und verfahren ist die Situation wohl auch. Der Nationalstaat wird gerne bemüht, wenn Europa jemanden sucht, am besten irgendeinen anderen, der die Rechnung begleicht.
Siedepunkt am 12.06.2012 um 18:15 Uhr
Hallo liebe Leidensgenossen,

man kann es nicht glauben. Hier soll ein Ermächtigungsgesetz beschlossen werden
(ESM z.B. § 10 Nachschußpflicht ) und fast keiner merkt es oder läßt sich durch Fußball ablenken. Hilfe, schlafen wir denn alle und torkeln so dem Ende entgegen?
MFG
Siedepunkt
Klaus Beckmann am 12.06.2012 um 18:18 Uhr
Wo und wann findet die nächste Demonstration statt? Könnten wir hier nicht einen Kalender veröffentlichen? Ich wäre dabei!
crigo am 12.06.2012 um 18:44 Uhr
Ich stimme dem Autor zu 100% zu: Deutschland wird das EURO-Spiel entscheiden.
Crigo
4fairconomy am 13.06.2012 um 01:53 Uhr
Die Eurozone wie auch andere Währungsräume haben nur eine Zukunft, wenn endlich die wichtigsten Zusammenhänge erkannt werden: Schulden = Vermögen (gilt umgekehrt nicht so absolut). Wenn in einem Währungsraum die Schuldenlast reduziert werden soll, gibt es nicht viele Möglichkeiten. Es gibt Möglichkeiten mit oder ohne gleichzeitigem Schrumpfen der Vermögen.
Lösungen, wobei mit den Schulden auch die Vermögen reduziert werden:
- z.B. durch Steuern, welche die Ersparnisse schrumpfen lassen, in dem die
Bürger von den Ersparnissen zehren müssen, um die Abgaben zahlen zu können
- z.B. durch Steuern, welche direkt die Vermögen belasten d.h. reduzieren (z.B.
Erbschaftssteuern)
- z.B. durch ein geordneten Schulden - und Vermögensschnitt
- z.B. durch eine Entwertung von Schulden und Vermögen, sprich die
Druckerpresse laufen lassen um die Schulden zu finanzieren (Modell USA), bis
irgend wann eine Währungsreform ansteht.

Aufgrund der Schuldenbelastung nicht nur in der Eurozone, sondern ebenfalls in GB, USA oder Japan, wird es letztlich nicht ohne eine Vermögensreduktion gehen. Also am besten dies klar machen und das Volk wählen lassen, wie es den Ausstieg aus der Schuldenwirtschaft haben wolle: chaotisch oder geordnet, die Kosten "gerecht" (d.h. 80% müssten die Vermögensten 10% tragen) oder möglichst breit verteilt; durch Inflationierung oder unter Beibehaltung einer auf Preisstabilität achtenden Geldmengenpolitik.

Die Staatsschulden könnten theoretisch auch ohne Vermögensreduktion abgebaut werden. Dafür müssen aber die Schulden von den Staaten auf die Privaten übertragen werden. Vor allem müssen sich Unternehmen mehr verschulden. D.h. die Unternehmen investieren auf Pump, während die Staaten mehr einnehmen als ausgeben. Im Schnitt werden dabei die Einkommen nicht tangiert, diese kommen nun weniger vom Staat als von den Unternehmen. Die Arbeitslosigkeit nimmt nicht zu. Alles wäre bestens, wenn es nur funktionieren würde. Kann es nicht, denn die Unternehmen werden nicht investieren, wenn keine genügende Aussicht auf Gewinne bestehen. Das ist aber der Fall, wenn die Staaten auf die Ausgabenbremse stehen. Tun sie dies aber nicht, um Wachstum zu fördern, werden auch ihre Schulden nicht abnehmen. Die Katze beisst sich in den Schwanz. Ausser irgend jemand hat den Mut, Antizyklisch zu investieren. Dann könnten die Staaten ihre Ausgaben zurückfahren ohne eine Abwärtsspirale zu verursachen. Die in die Bresche springenden Unternehmen müssten aber genug Schub auslösen, dass daraus ein anhaltender, sich selbst unterhaltender Aufschwung wird. Dies bedeutet aber: die Verschuldung der Unternehmen muss immer weiter zunehmen. Die Mehrproduktion und der Mehrkonsum müssen da mitziehen und dürfen nicht erlahmen. Ein Mechanismus, welcher gut beim Aufbau eines zerstörten Landes funktionieren kann, aber nicht wenn die Märkte in der Ausgangslage schon mehr oder weniger gesättigt sind. Ein solches Wirtschaftswachstum ist auch nur nötig, damit sich die Unternehmen immer mehr verschulden können, damit sich die Vermögen entsprechend vermehren lassen. Ohne Aussicht auf Vermögenswachstum würde ja nicht investiert. Doch die Finanzierung des Vermögenswachstums ist nur möglich, wenn entsprechend die Schulden steigen. Ein Teufelskreis, losgetreten von einem Vermögenswachstum nach dem Zinseszinsprinzip als Voraussetzung dafür, dass genügend investiert wird um einen Aufschwung aufrecht zu erhalten. Man kann darin auch ein Schneeballprinzip erkennen.

Das ist also der Kern der Schuldenkrise: Die Lösung über einen flott sich selbst unterhaltenden Aufschwung mit anhaltendem Wirtschaftswachstum ist eine Illusion. Kann man abhacken. Bleiben die anderen Lösungen, welche alle auf einen mehr oder weniger geordneten Vermögensschnitt hinauslaufen. Doch das will niemand. Während aber mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln versucht wird, das Unabwendbare zu verhindern, wird es nur noch schlimmer. Einerseits ist sich wohl eine Mehrheit bewusst, dass es so nicht weitergehen kann, aber ob eine Mehrheit auch bereit ist für einen Vermögensschnitt, der jeden treffen wird? Wehrt sich die Mehrheit dagegen im Glauben, so am besten davon zu kommen? Oder blockieren vor allem die 10%, welche Fairerweise 80% der Vermögensreduktion tragen sollten?
pam am 13.06.2012 um 07:03 Uhr
auf deutschen mittelstandsnachrichten kann jeder seine Stimme gegen den ESM abgeben und dies sogar nachträglich revidieren. Haben alle diese Info?
pam am 13.06.2012 um 07:18 Uhr
Hallo an die Mannschaft.
Hier ein Artikel für Ihren Blog aus der Schweiz. Der i-Punkt ist der kurze Film am schluss. vlg pam
http://blog.bazonline.ch/nevermindthemarkets/index.php/8381/ wie-der-euro-gerettet-werden-kann/
gp am 13.06.2012 um 07:27 Uhr
Ich denke wie "charlemagne" EURODOllar...wenn wir dann Alles in den Sand gesetzt haben , ob falsch beraten oder zielführend sei dahin gestellt - werden sie "uns retten", Euroland ist wichtig für die USA, strategisch, sie begeben sich ja schon in den Pazifik...gegen China. Think big...
Investor am 13.06.2012 um 08:28 Uhr
Hallo Pam,

herzlichen Dank für die Häme aus der Schweiz !!!

Die Schadenfreude der Schweiz am Ausbluten des großen Kantons im Norden ist nicht zu übersehen .....

Für die eigene Wirtschaft ist es natürlich toll, wenn sich der ungeliebte Nachbar
für die eigenen Egoismen aufreißt.....
Alice im Wunderland am 13.06.2012 um 09:40 Uhr
Ich kann die Fussball Fans nicht verstehen, ich schau mir doch nicht 22 (Multi)-Millionäre an die einem Ball hinterherlaufen. Nichts gegen Sport, soll ja gut für die Gesundheit sein, aber werden wir hier nicht alle auf´s übelste VERARSCHT?
Das ist doch genauso wie damals bei den Römern "Brot und Spiele" und das (Dumme)-Volk darf zuschauen. Die Menschen in der Ukraine verdienen im Schnitt
€ 230,00 netto.
Bei uns steigt prozentual auch die Masse die für € 1000,00 netto schuften muss.
Aber schön vorher noch nen neuen Flat Tv vom Media..... und wenn die Kohle nicht reicht dann halt auf Pump mit ner 0% Finanzierung. So macht Fussball SPAß!
Mal schauen ob unsere Stäuble auch wieder was zu berichten hat.


Grüße,

Alice
satan76 am 13.06.2012 um 13:25 Uhr
@4fairconomy: Sie schrieben: "...Oder blockieren vor allem die 10%, welche Fairerweise 80% der Vermögensreduktion tragen sollten?" Ich kann es nicht belegen, aber wenn man nach mal dem Anteil von soziopathischen Verhaltensmustern an den Spitzen von Einkommenspyramiden urteilen würde, werden wahrscheinlich die oberen 1% der oberen 10% jegliche Vermögensumverteilung blockieren und das mit ALLEN zur Verfügung stehenden Mitteln. Legalität spielt dabei überhaupt keine Rolle mehr!
Demokrat am 13.06.2012 um 15:42 Uhr
Europa einig Euroland? Oder eine kapitalistische Feudal-Diktatur, begleitet von Nationalismus, Hass und Gewalt?
Der Euro war von Anfang an eine Illusion, ein Instrument des Profits und der Umverteilung, nicht eine Währung der Staaten und ihrer Bürger. Den meisten Euroland-Bürgern geht es heute vergleichsweise schlechter und es wird mit dem Fiskalpakt noch härter kommen, während die Profiteure nicht nur in Hellas ihre Milliardengewinne gesichert und ihre Schulden auf die Steuerbürger umverteilt haben. Das Elend auf den Strassen Athens, das wir jeden Abend im TV sehen, könnte bald auch hier real sein.

Besser erklärt das der Eurokritiker Felix Zulauf in der Wirtschaftswoche hin vom 04.06.2012: "Es wird unendliches Leid über Europa gebracht" und vom Juli 2011 "Zerfall der gesamten Finanzarchitektur" (googeln).

Heiko am 13.06.2012 um 18:37 Uhr
Wer verstanden hat wem unsere Einheitspartei wirklich dient , der versteht auch deren Handeln. Die Interessen des eigenen Volkes jedenfalls werden nicht berücksichtigt.
Wem dient denn eine politische Union ? Den Völkern ? Wohl kaum , eher wird der Weg der bankengesteuerten EU - Diktatoren noch weiter voran gertrieben. Auf den Hinweis , dass eine politische Union , verbunden mit Aufgabe elememtarer Souveränitätsrechte einer Nation komplett grundgesetzwiedrig ist , wird seitens der derzeit herrschenden Kaspertheatertruppe aus Politik und medialen Handlangern nur milde gelächelt.
Bitte , fragt doch die Völker ob sie einem EU-Staat in Form einer Diktatur zustimmen wollen ! Tut es !
EUro-Allergiker am 14.06.2012 um 00:43 Uhr
@Alice im Wunderland:
"Ich kann die Fussball Fans nicht verstehen, ich schau mir doch nicht 22 (Multi)-Millionäre an die einem Ball hinterherlaufen."
Es gibt heutzutage viele Drogen, Fußball ist eine davon! Gegenargumente wie deines gehen daher ins Leere. Zudem hat Fußball auch eine nicht zu unterschätzende Ventilfunktion. Hier kann man als "Fan"atiker mal so richtig exzessiv die Fahne schwenken und DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND brüllen, was ansonsten von der herrschenden, insgesamt nach links verutschten bundesdeutschen Politkaste nicht so gerne gesehen und gehört wird. Wie schnell ist man dann gleich "rechts" und muß bekämpft werden...

Ach ja eins noch: Die meisten EM-Begeisterten sind sich offensichtlich NICHT im Klaren darüber, daß Europameisterschaften - ginge es nach dem Willen von Barroso, Schäuble und den anderen Bilderbergern - mittelfristig ENTFALLEN sollten!!! Die EUdSSR hätte dann ja nur noch eine Manschaft ... oder hat schon mal jemand etwas von einer Kalifornischen Nationalmanschaft gehört ;-)
4fairconomy am 14.06.2012 um 01:56 Uhr
@satan76
Da ist es, wo die Demokratie gefordert ist und die Bürger aufwachen müssen. Historisch gesehen haben immer mehr Völker mit der Zeit zuerst die religiösen Führer (Reformation) und später die politischen Führer in die Wüste geschickt (Sekularisierung, Demokratisierung). Aus selbst eingebildeter Inkompetenz ist die ökonomische Führung noch kaum wirklich angetastet worden und es ist immer noch eine Minderheit, welche mit Geschick (neoliberale Propaganda z.B.) sowie Machtausübung über die Politik enorme Geldflüsse auf die eigenen Mühlen lenkt, ganz nach dem Motto: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Das bisherige Krisenmanagement in Europa setzt dieses Prinzip bis zur Perfektion um und die Folgen für Millionen Menschen sind auch entsprechend. Die von Bankenvertretern - ich denke hier z.B. an Ackermann - beratene Politiker haben da ganze Arbeit geleistet.

Die Menschen müsen aber erkennen, dass auch sie, mit einer noch so bescheidenen Rente, etwas Federn lassen werden müssen bei einem geordneten Ausstieg aus diesem wahnsinnigen System. Und hier sehe ich ein Problem: hätte ein Politiker eine Chance bei den 80% welche davon profitieren würden, wenn er sich für einen geordneten Schulden- und Vermögensabbau einsetzen würde? Würde er eine Mehrheit für solch ein Vorhaben gewinnen können? Oder wird die Mehrheit weiterhin träumen und sich von Politikern mit leeren Versprechen ködern lassen um dann über den Tisch gezogen zu werden? Natürich werden die Reichsten 2% auch mit allen Mitteln verhindern, dass überhaupt Politiker erfolg haben können, welche ihre Interessen ernsthaft gefährden. Ein Skandal um einen unliebsamen Politiker loszuwerden lässt sich mit entsprechenden Beziehungen relativ einfach organisieren. Solange eben das Volk da mitmacht und die Machenschaften nicht durchschaut. Also: die Krise wird letztlich so gut gemeistert werden können, wie das Volk die Sache in die Hände nimmt bzw. die Zusammenhänge be-greift. Von den meisten Politikern, Medien und Ökonomen ist vor allem viel Ablenkung und Propaganda zu erwarten um die skandalösen Vorgänge und die Umverteilung nach Oben zu kaschieren. Die Bürger müssen an Klarheit über die Zusammenhänge gewinnen ohne in Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus abzugleiten (grosse Gefahr!), das ist die Voraussetzung für einen möglichst guten Ausgang der Krise. Und da leistet ja gerade cashkurs einen sehr wertvollen Beitrag und ich bin froh, diese Seite kennen gerlernt zu haben.
Mark Dee am 20.06.2012 um 14:32 Uhr
Schnell alle auf epetition.de und unter "esm" sich auf den 2 Pettionen gegen diesen Wahn-/Schwachsinn eintragen!!

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