DAX: Alte Gewohnheit

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Frankfurt (BoerseGo.de) - Die Weltbörsen verfallen wieder mal in eine alte Gewohnheit: Nach einer kurzen Rallye wird gleich  verkauft. Die Börsen in Asien, Europa und die Futures der Wall Street rutschten wieder unter die Wasserlinien. Für den erneuten Schwächeanfall der Weltbörsen gibt es nicht nicht einmal neue Nachrichten. Der Grund für die Verkäufe ist lediglich, dass der seit Woche herrschende Mega-Pessimismus sich wieder zurückmeldet.

Der DAX verliert zur Mittagsstunde 1,9 Prozent auf 3.840 Punkte.

Einer alten Gewohnheit folgend, fliehen viele Marktteilnehmer wieder in vermeintlich „sicheren Häfen“. Gekauft wird natürlich der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care, dessen Dienste unabhängig von der Börsenlage gebraucht werden. Gestern war die angeblich defensive Aktie noch im freien Fall. Das Hin und Her freut die Banken und andere Wertpapierhändler, weil ihre Gebühreneinnahmen steigen. Und was gut ist für die Banken, ist auch gut für die Weltwirtschaft.
Gefragt sind auch die relativ defensiven Beiersdorf (Nivea, Hansaplast). Die Pennystocks von Infineon setzten sich derzeit ebenfalls vom Negativtrend ab. Da der Chip-Titel aber nur wenige Cents kostet, bedeutet die prozentuale Änderung sehr wenig.

Geplatzte Rohstoffblase

Unter Druck stehen viele Aktien, besonders K+S. Der Düngemittelhersteller, im vergangenen Jahr noch ein Liebling vieler Marktteilnehmer, leidet unter der geplatzten Blase bei den Agrar-Rohstoffen, die die Nachfrage der Landwirte nach seinen Erzeugnissen dämpft. Daher rechnet der Agrarzulieferer damit, dass die Umsätze in diesem spürbar zurückgehen. Auch die Gewinnschätzung wurde eingedampft.
Verkauft werden auch die Aktien von BMW. Dort machen sich noch die Spätfolgen der Benzinpreis-Explosion von 2008 bemerkbar. Die von der Spekulation verursachte extreme Überteuerung des Sprits überschritt die Scherzgrenze der Verbraucher. Seither befindet sich die Nachfrage nach dem Spritfressern Automobil im freien Fall. Daher meldeten heute die Bayern heute - wenig überraschend - einen drastischen Ertragseinbruch. Darunter leiden auch die Papiere des Branchenkollegen Daimler.
Der Lkw-Bauer MAN und andere Industriewerte dürften auch noch unter der Nachricht leiden, dass die deutsche Industrieproduktion im Januar um 7,5 Prozent gegenüber dem Dezember gefallen ist.

Trotz des allgemeinen Katzenjammers gibt es im MDAX einige Lichtblicke. Dazu zählt die bereits gestern gefragt ProSiebenSat 1. Der Medienkonzern wurde bereits von der UniCredit (Mutter der ehemaligen HypoVereinsbank) von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ befördert. Auch der Immobilien-Titel Gagfah kann seine Rallye der Vortage anscheinend ungetrübt fortsetzen.

Eine positive Fortsetzung lässt sich auch im TecDAX beobachten, nämlich bei Aixtron. Der Halbleiterwert, einst eine Ikone des Neuen Marktes, erfuhr bereits gestern eine kleine Renaissance.

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