Dax: Anleger sichern Gewinne

Frankfurt (BoerseGo.de) – Am deutschen Aktienmarkt haben heute Gewinnmitnahmen den Handel geprägt. Nach schlechten Vorgaben aus den USA und Asien notierte der deutsche Leitindex DAX bereits ab Handelseröffnung tief im Minus. Schlechte Unternehmenszahlen aus den USA veranlassten die Anleger dazu, einen Teil der in den vergangenen Wochen aufgelaufenen Gewinne mitzunehmen. Nachdem die Bilanzsaison bisher sehr gut angelaufen ist, gehen die Börsianer nach einzelnen Ausreißern nach unten zunächst einmal auf Nummer sicher.


Allerdings verbesserte sich die Stimmung am späten Nachmittag nach guten Konjunkturdaten aus den USA wieder. Der Sammelindex der Konjunktur-Frühindikatoren ist im Monatsvergleich um 1 Prozent gestiegen, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board mit. Damit steigt das Barometer zum sechsten Mal in Folge, Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,8 Prozent gerechnet. Diese Nachricht beflügelte den US-Markt, obwohl auch schlechte Daten zu verarbeiten sind.

So ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Nach vorläufigen Zahlen beantragten 531.000 Bürger staatliche Unterstützung, erwartet wurden 515.000 Anträge. Auch der Immobilienmarkt konnte nicht wirklich überzeugen, die Preise von US-Einfamilienhäusern sind im August gesunken. Der entsprechende Hauspreisindex sei saisonbereinigt um 0,3 Prozent zum Vormonat zurückgegangen, teilte die Federal Housing Finance Agency (FHFA) mit. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sank der Index im August um 3,6 Prozent.

Vor diesem Hintergrund geht der DAX mit einem Abschlag von 1,2 Prozent bei 5.762 Punkten aus dem elektronischen Handel. Damit rettet sich der Index per Schlusskurs über die wichtige charttechnische Marke von 5.750 Punkten.

Nachdem zeitweise alle dreissig Werte des Index im Minus notiert hatten, konnte sich zum Schluss einzig die Deutsche Telekom in die Gewinnzone vorarbeiten. Dabei profitiert die Telekom möglicherweise von den anstehenden Quartalszahlen, die nach Aussage eines Analysten die „kontinuierliche solide Entwicklung“ spiegeln könnten, die Aktie gewinnt 0,52 Prozent. Nur knapp im Minus notiert die Allianz , zu der sich ebenfalls Analysten äußerten. J.P. Morgan rät in einer Branchenstudie dazu, den Versicherer überzugewichten. Der Substanzwert werde zunehmen und das Unternehmen habe wohl gut im Schadensversicherungsgeschäft abgeschnitten, die Aktie geht nahezu unverändert mit minus 0,1 Prozent aus dem Handel.

Schlusslicht im DAX ist die Infineon-Aktie, bei der Anleger nach der fulminanten Rally der vergangenen Monaten tatsächlich viel Gewinn mitnehmen können, der Titel verliert 4,3 Prozent. Auf Sektoreneben werden heute vor allem zyklische Werte verkauft, Thyssen Krupp geben 2,7 Prozent nach, Salzgitter 2,2 Prozent. Abschläge von mehr als zwei Prozent verzeichnen auch BASF, die Deutsche Bank und die Commerzbank. Trotz guter Zahlen von Wells Fargo und Credit Suisse werden Banktitel aktuell von den Investoren gemieden. Unmittelbare Gründe dafür kann eigentlich niemand nennen, möglicherweise stellen Hedgefonds allmählich ihre Positionen glatt. Diese waren in den vergangenen Monaten massiv in den Sektor eingestiegen, und könnten nun getreu dem Motto „sell on good news“ verkaufen. Billig kaufen, teuer verkaufen, schließlich ist die Börse keine Einbahnstraße.

Nachdem die Aktien der Düngemittelhersteller in dieser Handelswoche recht gut gelaufen waren, enttäuschte gestern der Branchenprimus Potash mit schlechten Ergebnissen. Das bekommt auch die deutsche K+S zu spüren, der Wert verliert 1,5 Prozent. Eine Studie über mögliches Übernahmeinteresse von Rohstoffkonzernen an Düngemittelherstellern hatte dem Sektor in den letzten Tagen Auftrieb verschafft.

Deutliche Einbußen sind im M-DAX zu beklagen. Die Baumarktkette Praktiker musste einen Gewinneinbruch ausweisen, vor allem das Auslandsgeschäft hat sich weiter verschlechtert, einige Analysten senken deshalb den Daumen für den Wert, der um 6,6 Prozent nachgibt. Noch mehr Federn lassen müssen Heidelberger Druckmaschinen, die von einer Herabstufung belastet werden, die Aktie verliert als schwächster Wert des Index 7,8 Prozent. Besser läuft es bei Vossloh, Merrill Lynch hat die Einschätzung des Titels von „verkaufen“ auf „neutral“ angehoben, die Aktie legt um 2,7 Prozent zu und ist damit heutiger Tagesgewinner.

Insgesamt scheint heute ein Tag der Analysten gewesen zu sein, das gilt auch für den Tec-DAX. Goldman Sachs hat Phoenix Solar auf die prestigeträchtige „conviction buy list“ gesetzt, im Kielwasser der Empfehlung verteuern sich die Aktien um 3,8 Prozent. Gekauft werden auch Dialog Semiconductor und Bechtle. Schlusslicht ist der Vortagesgewinner Manz, die Anteilscheine geben um 8,3 Prozent nach. Gewinne einstreichen heißt es anscheinend auch bei SMA Solar, die 4,8 Prozent verlieren.

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