DAX: Ende der Korrekturphase?

Frankfurt (BoerseGo.de) - Der Deutsche Aktienmarkt war heute früh noch im Korrektur-Modus gestartet, konnte sich aber im Tagesverlauf wieder deutlich ins Plus retten. Auftrieb verschaffte die Wall Street, die - nach einer unschlüssigen Anfangsphase - anscheinend schon wieder Fahrt aufnimmt.
Die aktuelle Situation wird allerdings von der Skepsis zur jetzt anlaufenden Berichtssaison für das erste Quartal des Jahres geprägt. Dazu trägt vor allem Alcoa bei. Der Aluminiumriese meldete gestern nach Wall Street Schluss mehr Verlust als befürchtet und verkündete in seinem Ausblick, die Schwäche halte noch an. Daher pendelte der Dow-Titel im roten Bereich und drückte etwas auf das allgemeine Börsenklima. Andererseits profitieren die zahlreichen Einzelhandelsaktien an der Wall Street von dem Wohnungsausstatter Bed Bath & Beyond, dessen Gewinn weniger zurückging als befürchtet.
Das Börsenklima wurde heute Nachmittag außerdem durch eine Fusion bei den Eigenheimbauern angeregt. Auftrieb erzeugte auch eine Rallye bei den US-Versicherern, die von der Hoffnung auf staatliche Gelder angeregt wurden. Der Xetra-DAX schloss mit einen Tagesgewinn von 0,82 Prozent auf 4.357 Punkten.

Der Blue Chip Index wurde vor allem von Daimler und BMW Richtung Norden gezogen. Beide Papiere bekamen Schub aus den USA. Goldman Sachs adelte BMW und nahm den Autowert in seine „Überzeugungs-Kauf Liste“ auf,  mit einem Kursziel von 33 Euro. Die Bayern zählten zu den strukturellen Gewinnern auf dem Automarkt, erklärten die Amerikaner und lobten vor allem die sprit-effizienten Fahrzeuge im höheren Preisbereich. Gleichzeitig wertete Goldman Sachs die Daimler-Aktien wurde von „Neutral“ auf „Kaufen“ auf, das Kursziel bleibt bei 27 Euro. Die Bank glaubt, dass die schlechten Nachrichten jetzt im Aktienkurs eingepreist sind.

Deutliche Gewinne gab es auch bei der Deutschen Lufthansa, ohne dass es dafür Nachrichten gab. Anscheinend beflügelten hier die Aussichten für die Weltwirtschaft, die sich zunehmend aufhellen. Die US-Airlines bewegten sich heute jedenfalls abenfalls im Aufwind.

Die auffälligen Kursgewinne bei SAP lassen sich vermutlich durch die heutige erneute relative Stärke der technologielastigen Nasdaq erklären. Diese US-Börse ist seit Jahresanfang wieder leicht im Plus und kommt auch heute wieder überdurchschnittlich gut voran. Technologieaktien dürften bei einer Erholung der Weltwirtschaft - wegen der Dynamik der dahinter stehenden Unternehmen - mit am stärksten gewinnen.


Vom Stigma befreit?

ThyssenKrupp und Salzgitter blieben aber noch im Schatten. Diese metallorientierten Papiere litten anscheinend unter den Alcoa-Zahlen und der gestrigen Meldung über einen Einbruch der deutschen Stahlproduktion.

Bei einigen Finanzpapieren wurde nochmal etwas Geld vom Tisch genommen. Davon betroffen waren vor allem die Commerzbank, die Hannover und die Münchener Rückversicherung.

Im MDAX setzten die schon seit Tagen beliebten Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte ihre Rallye fort. Gefragt war auch Rheinmetall. Der Verteidigungskonzern folgte seinen US-Branchenkollegen, die vom US-Verteidigungshaushalt 2010 beflügelt werden.

Der Top des TecDAX war Wirecard. Der Anbieter elektronischer Zahlungs- und Risikomanagementlösungen meldete heute Wachstum und kündigte eine Dividende an. Infineon setzte seine Erholung fort. Damit scheint sich die Chipaktie vom Stigma des Pennystocks allmählich zu befreien.

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