DAX: Keine Geduld

(c) Birgit Reitz-Hofmann

Frankfurt (BoerseGo.de) - Der deutsche Aktienmarkt setzt seinen Sinkflug fort. Neue Gründe gibt es dafür nicht. Weiterhin belasten die notorischen Konjunktur- und Finanzmarktängste. Das Hauptproblem derzeit ist die Ungeduld. Der Börse leidet weiter unter dem Unvermögen der Spieler, den Erfolg der massiven und vielfältigen wirtschaftspolitischen Gegenmaßnahmen zu erkennen. Stattdessen fixieren sich die Spieler auf die Probleme der Gegenwart. Die Vorstellung, dass die Krise wegen fallender Zinsen, der Beschleunigung des Geldmengenwachstums, Steuererleichterungen, fallender Rohstoffpreise und zahlloser weiterer Gegenbewegungen noch im Laufe diese Jahres zu Ende geht, findet im begrenzten Horizont der “Berufspessimisten“, darunter zahlreicher Börsenbrief-Produzenten, keinen Platz. Stattdessen wird jetzt das Schicksal der US-Autokonzerne in den Vordergrund gestellt, die auch unter ihrer verfehlten Modellpolitik (Benzinfresser) und den Spätfolgen der Rohstoff-Spekulationsblase leiden. Der DAX verliert zur Mittagsstunde 0,8 Prozent auf 4.182 Punkte.

Die in den Vortagen gebeutelten Papiere der Commerzbank finden im Moment wieder einige Käufer. Das Kreditinstitut meldete zwar heute für das vierte Quartals 2008 tiefrote Zahlen, die Analysten hatten aber mit Schlimmeren gerechnet. Gekauft werden wieder Linde. Der Spezialist für technische Gase profitiert weiter von seinem französischen Branchenkollegen Air Liquide, der bereits am Montag einen deutlichen Gewinn- und Umsatzanstieg ausgewiesen hatte. Gefragt sind außerdem - wie bereits in den Vortagen - die üblichen defensiven Papiere wie der Pharmakonzern Bayer, der Dialyse-Anbieter Fresenius Medical Care oder der „Telefonversorger“ Deutsche Telekom. Bei dem Telefondienstleister stützt heute außerdem die Deutsche Bank, die das Papier von „Halten“ auf „Kaufen“ beförderte.

Fehlender Ausgleich?

Metro setzt sein gestrigen Kursrutsch fort. Der Großmarktbetreiber hatte bislang die notorische deutsche Konsumschwäche durch sein dynamische Wachstum im Ausland, vor allem bei den osteuropäischen Nachbarländern, ausgeglichen. Da viele östliche Nachbarn  in eine tiefe Krise gerutscht sind, scheint das Auslandswachstum jetzt in Frage gestellt.
Daimler leidet unter der Citigroup. Die Amerikaner dampften das Kursziel für den Autowert auf 25 Euro ein (vorher: 30 Euro). Das Anlageurteil bleibt bei „Neutral“. Der Düngemittel-Titel K+S ist heute das Opfer der Credit Suisse. Die Schweizer degradierten den Agrarzulieferer von „Outperform“ auf „Neutral“ und schraubten das Kursziel von 60 Euro auf 48 Euro herunter.
Merck, in den Vortagen noch von vielen Spielern als vermeintlich „sicherer Hafen“ genutzt, fällt heute in Ungnade. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern rutschte im vierten Quartal 2008 in die roten Zahlen und enttäuschte die Erwartungen. Außerdem verweigerte das Management den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr.

An der Spitze des MDAX steht die Hypo Real Estate. Das Bundeskabinett beschloss heute den Entwurf für ein Gesetz zur weiteren Stabilisierung des Finanzmarktes . Damit soll die Grundlage für eine Rettung der angeschlagenen Hypo Real Estate und die Enteignung der Aktionäre geschaffen werden. Der neue Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte sich bereits gestern gegen eine Enteignung der Aktionäre des angeschlagenen Immobilienfinanzierers ausgesprochen. Die Papiere von Puma werden dagegen verkauft. Der Adidas-Rivale verfehlte die Gewinnerwartungen.

Im TecDAX ist heute die Bechtle AG gefragt. Das ist ein IT-Anbieter für den E-Commerce. Das Technologieunternehmen scheint davon zu profitieren, dass der Onlinehandel auch hierzulande kräftig wächst. Die gestern noch begehrten Papiere von Smartrac, ein Lieferant von RFID (Radio Frequency Identification)-Komponenten, werden heute wieder verkauft. Gestern noch hatte eine Lizensierung durch Mastercard das Interesse angeregt.

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