DAX: Vielen Dank, Mr. Bernanke

(c) Stefan Redel - Fotolia.com

Frankfurt (BoerseGo.de) - Der deutsche Aktienmarkt hatte sich heute tapfer bemüht, zumindest einen Bruchteil der Vortagesverluste wieder auszugleichen, zeitweise mit Erfolg. Im Laufe des Nachmittags gab es aber den fast schon obligatorischen Dämpfer, wie gewohnt kam der von der Wall Street. Der amerikanische Aktienmarkt geriet nach einem positiven Start wieder einmal ins Rutschen, zumindest ein bisschen. Die Medien machen dafür jetzt Ben Bernanke verantwortlich. Der Chef der US-Notenbank hatte in seiner heutigen Rede vor dem US-Kongress gewarnt, die wirtschaftliche Erholung hinge von der Fähigkeit der Regierung ab, die angeschlagenen Finanzmärkte wieder zu stabilisieren. Das ist zwar nichts Neues, diente aber in dem aktuell mega-pessimistischen Klima anscheinend wieder mal als Vorwand zum Verkaufen. Der XetraDAX schloss mit einem Tagesverlust von 0,52 Prozent auf 3.690 Punkten.

Im heutigen Ausleseprozess blieben wieder mal nur wenige Tagesgewinner übrig. Gefragt waren vor allem Daimler und Volkswagen. Dort beeindruckt der Erfolg der Abwrackprämie. In Deutschland stiegen die Pkw-Neuzulassungen auf ein 10-Jahreshoch. Wo bleibt die Weltwirtschaftskrise?
Die Wolfsburger verdanken außerdem ihren heutigen Platz mit an der DAX-Spitze, den gestrigen Quartalszahlen, die über den Erwartungen der Analysten lagen.
Linde, stark im Geschäft mit dem zukunftsträchtigen Wasserstoff engagiert, erfreute heute seine Aktionäre mit einer Steigerung der „operativen Ertragskraft“, auf Deutsch: Die Gewinne im Kerngeschäft technische Gase, vor allem Wasserstoff, ziehen an. Das Ganze wird durch eine Dividendenerhöhung versüßt.
Die Deutsche Postbank verschaffte sich anscheinend ein guten Abgang. Das Kreditinstitut muss den DAX verlassen. Heute wurde eine der letzten Gelegenheiten genutzt, dort im Plus zu schließen.


No New are Good News

Bei der Commerzbank setzte sich der gestrige Ausverkauf dagegen fort. Bereits gestern hieß es dort, man verfüge zwar über eine "angemessene Kapitalausstattung", könne aber den Bedarf für eine weitere Staatshilfen nicht völlig ausschließen. Das wurde natürlich in dem aktuellen mega-pessimistischen Klima gnadenlos abgestraft.
K+S, einst eine Ikone der Rohstoffbewegung, fiel ebenfalls in Ungnade. Der Düngemittelkonzern plant jetzt angeblich eine milliardenschwere Übernahme in den USA. So etwas kommt - wegen den damit verbundenen Kosten - an der Börse nicht gut an. Dort werden die erhofften Synergieeffekte bezweifelt. Der Fall DaimlerChrysler ist noch nicht vergessen.

Wenigstens auf den MDAX ist Verlass. Dort verteidigten der Bauzulieferer Bauer AG und der Industrie-Roboter-Hersteller KUKA nachrichtenlos ihre Top-Positionen vom Mittag. Vermutlich waren die Papiere nicht in der angeblich pessimistischen Bernanke-Rede erwähnt worden. Der Top des TecDAX war Centrotherm Photovoltaic, ebenfalls nachrichtenlos. No New are Good News, sagen die Angelsachsen.

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