Diba-Diba-Du! Die Bank bist du!

Es gibt in diesen Zeiten auch noch einige gute Nachrichten. Für mich jedenfalls. Die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki haben es geschafft und die Miami Heat in der NBA-Finalserie geschlagen. Welch eine Freude für jemanden, der viele Jahre lang Basketball gespielt hat und die BBL und NBA (Go, Phoenix, go!) auch heute noch interessiert verfolgt. Der sympathische Dirk Nowitzki gilt als Weltstar ohne Allüren, als bescheiden, bodenständig und heimatverbunden,- als jemand, der auf dem Teppich geblieben ist und trotz seiner Millionen nicht in Saus und Braus lebt. Wen wundert es, dass ein solches Image nicht auch lukrative Werbeverträge nach sich zieht: Diba-diba-du.

Sein ärgster Widersacher in Reihen der Miami Heat war übrigens deren Starspieler LeBron (King) James. Ein wohl verschwenderischer Typ, - er hat auch böse Tätowierungen - der schon im Alter von 18 Jahren mit einem noch verschwenderischen Hummer H2 durch die Gegend fuhr und es laut der Lieblingszeitschrift meiner besseren Hälfte einmal geschafft haben soll, an einem einzigen Abend in einem Nachtclub 171.973 US$ mit Freunden zu versaufen. Diba-diba-du!

Ein Redakteur der Gala vermutet übrigens, dass er es auch gewesen sein könnte, der für eine Nachtclub-Rechnung in Höhe von 189.375,98 Dollar verantwortlich zeichnete. Doch ich persönlich glaube nicht, dass sich King James kurz vor den anstehenden Finals ein solches Gelage geleistet hat. Anfang Mai sollen an einem Abend im „Tryst“ in Las Vegas vier Nebukadnezar (15l) Veuve Clicquot, 16 normale Pullen Dom Pérignon (ich liebe ihn auch), 32 Flaschen Wasser und zwei Bud Light bestellt und bezahlt worden sein. An dieser Stelle fragt sich selbst das Klatschblatt der Promis und Schönen, wo Lebensqualität aufhört und Dekadenz anfängt. Also ganz ehrlich, - Gott im Himmel - ich für meinen Teil wäre gerne bei dieser Sause dabei gewesen. Diba-diba-du!

Wir leben in einer komischen Gesellschaft mit komischen Werten. Da verlangt man auf der einen Seite, dass Normalbürger, - deren Gehälter in Deutschland in 2010 geschrumpft sind - ihre Konsumzurückhaltung aufgeben sollen, um die Binnenwirtschaft anzukurbeln. Auf der anderen Seite bezichtigt man gleichzeitig Menschen, die es sich mehr als leisten können, der Verschwendungssucht, wenn sie ihr Geld dafür nutzen, wozu es letztendlich da ist: zum Ausgeben und Verprassen. Diba-diba-du!

Ganze Staaten und deren Bürger werden ob ihrer Schulden als Faulpelze und Taugenichtse diskriminiert. Gleichzeitig ist es heutzutage möglich einen Toaster für € 39,95 über 36 Monate fremd zu finanzieren. Gibt es eigentlich schon Leasingangebote für Staubsauger oder elektrische Zahnbürsten? Diba-diba-du!

Warum werden Menschen, die in einem Rolls-Royce oder Aston Martin herumfahren, sich eine schöne Yacht gönnen oder fünf Villen auf fünf Kontinenten ihr Eigen nennen als neureich und großkotzig diffamiert? Vier Nebukadnezar an einem Abend! Wie wunderbar für den Nachtclubbesitzer, seine Angestellten und die Winzer in der Champagne. Diba-diba-du!

Es ist doch phantastisch, wenn reiche Menschen ihr Geld wieder unter´s Volk bringen. Milliardäre und Millionäre, die sparsam leben, werden hingegen als vorbildhaft dargestellt und empfunden. Doch gerade diese Leute sind es, die der Allgemeinheit mit ihrem stetig wachsendem Anlagevermögen am meisten schaden und gleichzeitig ihre Angestellten mit Niedrigstlöhnen abspeisen. Sollen die halt auf den Ratenkredit zurückgreifen. Man verdient ja auch daran. Geiz ist geil! Diba-diba-du!

[...] Gebrüder Albrecht: Sparsam und bescheiden

Allerdings rechnet sich der Norden planmäßig arm. Eine Kaffeerösterei und die Immobilien gehören, anders als im Süden, der Familie und nicht der Firma. Über Abgabepreise und Mieten lässt sich die Rendite trefflich steuern.

Egal, welche Zahlen die Gebrüder Albrecht auch ausweisen: Die beiden reichsten Deutschen geben sich äußerst sparsam und bescheiden. Die Knauserei geht manchmal bis hin zum Skurrilen. So benutzt Theo Albrecht noch heute privates Briefpapier mit der vor 16 Jahren abgeschafften vierstelligen Postleitzahl. Fein säuberlich wird mit Bleistift die alte 4300 von Essen durchgestrichen und durch die fünfstellige Zahl ersetzt. [...]

http://www.cio.de/strategien/methoden/893620/index8.html

Warum diese Achtung und dieser Respekt vor Menschen, die ihr Vermögen einzig und allein dazu benutzen, dieses um seiner selbst Willen noch weiter zu mehren? Wahrscheinlich liegt es einerseits an der Todsünde Neid, andererseits dürfte es sich um gesellschaftlich anerzogenes Gedankengut handeln. Dabei ist es genau dieser grenzenlose Reichtum an Anlagevermögen in den Händen weniger Herrschaften, der zu grenzenloser Armut und stetig sinkendem Lebensstandard in den mittleren und unteren Gesellschaftsschichten führt. Darf es noch ein bisschen weniger sein? Na klar, wir sind doch leidensfähig ... und nicht blöd! Auf zum Media-Markt. Diba-diba-du!

Nicht das wir uns falsch verstehen! Sparen, um das gesparte Geld zu einem späteren Zeitpunkt auszugeben ist keinesfalls verwerflich, sondern bezogen auf ein Individuum als positiv zu werten. Doch bleibt zu betonen, dass dieses Verhalten für einzelne möglich sein mag, doch im bestehenden Gesamtsystem eine Utopie darstellt. Sparen Sie bei einer Bank, so ist diese Ihr Schuldner. Diba-diba-du!

Das System des Kapitalismus ist von Beginn an auf Schulden aufgebaut. Am Anfang war der Kredit*. Der Glaube. Der Glaube an eine gute Zukunft. Ein Mensch, der einen Kredit aufnimmt muss ein Optimist sein, denn im Grunde ist der Schuldner selbst ein Gläubiger, der auf eine für ihn positiv verlaufende Zukunft hofft. Oft genug geht das schief. Diba-Diba-Du!

Und doch ist im bestehenden System nichts ohne Kredit und Wetten auf die Zukunft möglich. Wir (oder doch die anderen?) haben ein System erschaffen, dass Schulden verteufelt, obwohl das gesamte System auf Glaube und Hoffnung und somit auf Kreditvergabe basiert. Doch weise ich es vehement zurück, wenn behauptet wird, dass die Schaffung von Geld durch Kredit Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum sei. Blödsinn! Geld ist nicht die Voraussetzung für wirtschaftliches Handeln, es erleichtert es bestenfalls. Gleichzeitig ist der Wachstumszwang eine Folge des Systems, nicht sein Daseinsgrund. Geld ist Information - sonst nichts. Diba-diba-du!

Ja, so könnte es richtig sein! Geld ist und war schon immer ein Informationsspeicher im Hier und Jetzt. Auch zu Zeiten eines Goldstandards. Das einzige, was sich geändert hat, ist das Medium der Informationsspeicherung. Archivierte man in früheren Zeiten die Information über Leistungen in Gold- und Silberstücken, so benutzte man danach vornehmlich bedruckte Baumwolle und heute zu beinahe einhundert Prozent die Speicherplatinen eines Computers. Unsere heutigen Probleme sind nicht unwesentlich dem fatalen Gedankengang geschuldet, Geld sei ein Ding, etwas an sich Wertvolles. Eine Sache mit einem inneren Wert. Dabei entsteht heutiges Geld einzig und allein durch verteufelte Schuld! Und die dämonisierte Schuld ist der Kredit, - der hoffnungsvolle Glaube! - an eine gute Zukunft. Wir befinden uns in Geiselhaft des Teufels, der immer auf den größten Haufen scheissend in der Zukunft vor sich hin grinsend auf uns wartet. Diba-diba-du!

In näherer Zukunft werden wir davon Abstand nehmen (müssen). Das Geldwesen wird und muss privatisiert werden. Das Monopol(y)geld der Geschäftsbanken hat keinen Kredit und keine Zukunft mehr. Sämtliche herkömmlichen Zentral- und Geschäftsbanken werden verschwinden, weil sie ihre (weltweite) Pleite durch exponentielle Vermehrung ihrer Schulden (Einlagensicherungsfond = Schuldensicherungsfond) selbst herbeigeführt haben. Manchmal geht in der Zukunft etwas schief und dort hat es sich ausgegrient. Diba-diba-du!

Und mit den Banken werden die Herrschaften, denen sie dienen der restlichen Gesellschaft verlustig gehen. Man wird sich in höheren Kreisen den neuen Gegebenheiten anzupassen haben. Manche wurden ja bereits dazu gezwungen. Diba-Diba-Du!

http://www.tz-online.de/bilder/2009/07/21/418459/1589670667-schickedanz.9.jpg

http://www.epochtimes.de/pics/2009/02/22/xxl/2009-02-22-xxl--20090222101746_Bunte_Personality_Schaeffler_FRA105.jpg

Viele verschiedene Gelder als neue Informationsträger und -einheiten werden entstehen. Jeder Bürger wird das Recht haben, seine eigenen Informationseinheiten dem Markt anbieten zu können. Man wird überall, -  dank moderner Technik - auf diese Informationen zugreifen können, um sie weiterzugeben. Es wird wenig Sinn machen Infobits und -bytes langfristig zu sparen, um anderen Mitmenschen Informationen vorzuenthalten.

Denn der Markt sind wir und die Bank bist du.

Diba-diba-du!

*credere lat. = glauben

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Kommentare

fhjoe am 22.06.2011 um 10:09 Uhr
Was ist denn das für ein Artikel? Da werden so viele verschiedene Themen durcheinandergewürfelt dass es einem fast schwindelig wird.

Die Forderung am Ende des Artikels nach einer Privatisierung der Geldschöpfung widerspricht dem von Dirk Müller empfohlenen Film "Der Zauberer von OZ - Die Hintergründe unseres Geldsystems" in der Rubrik Cashkurs reloaded. Auch wenn man einigen Thesen des Films meines Erachtens durchaus widersprechen kann, wird doch deutlich, dass die Menge des umlaufenden Geldes nur vom Staat selbst bestimmt werden darf (bzw. durch eine unabhängige Notenbank wie damals die Deutsche Bundesbank).
Was passiert wenn die EZB den Forderungen von Politik und pivatem Bakensektor nachgibt sehen wir ja gerade in Griechenland.
Gegenargumente (wenn vorhanden) erwünscht.
Peter am 22.06.2011 um 10:45 Uhr
Hallo Herr Reinhardt,
das Geldwesen privatisieren, wie jetzt? Liegt momentan die Geldschöpfung nicht in der Hand von Privatbanken oder deren Weisungsempfängern, FED/EZB/Politikern? Was hat Ihnen die Diba-Diba-Du für die Werbung gezahlt?
Herzlichen Gruß,
Peter
es am 22.06.2011 um 11:48 Uhr
:Beifallklatsch !
Sparen ja, aber auch das ausgeben nicht vergessen, sonst macht man sich noch zum Hamster im Geldrad.
Wenn wir schon untergehen, dann bitte mit Stil!
Heißt Sekt statt Selters.
es am 22.06.2011 um 12:47 Uhr
:Beifallklatsch !
Sparen ja, aber auch das ausgeben nicht vergessen, sonst macht man sich noch zum Hamster im Geldrad.
Wenn wir schon untergehen, dann bitte mit Stil!
Heißt Sekt statt Selters.
es am 22.06.2011 um 12:52 Uhr
@fhjoe & Peter
Das Stichwort lautet "Österreichische Schule".
Das Geld soll Privat sein und nicht in Händen des Staates.
Ein Glück hatten wir, die Dt. Bundesbank (nach alter Zeitrechnung) handelte recht unabhängig. Selbstverständlich ist es nicht.
Die Theorie der "Austrians" wird im Smartinvestor sehr gut abgehandlet bzw. von diesem Vertreten. Einfach mal googlen.

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