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Im letzten Artikel haben wir über Münzen und Barren geschrieben. Gold wird auch in anderen Formen angeboten, als Aktien, Fonds, als börsengehandeltes Wertpapier, als Zertifikat oder man übergibt die Verwahrung einem Experten. Diese Anlagevehikel sind jedoch mit einer „gewissen“ Unsicherheit behaftet... 

Mit Goldaktien hat man bei steigenden Goldpreisen gut Lachen, denn sie entwickeln sich meist doppelt oder dreimal so gut wie ein Investment in das gelbe Metall. Steigt der Goldpreis, steigt auch die Aussicht auf steigende Gewinne und Dividenden der Minenunternehmen. Fällt der Preis, geht es auch schnell bergab mit den Aktien. Goldaktien sind nichts für Investoren mit schwachen Nerven. Was für die 30 größten deutschen Unternehmen der DAX ist, ist für die Goldunternehmen der XAU, der Index der ungehedgten Goldminen. Es sind Unternehmen, die ihr Gold nicht schon verkaufen, bevor sie es gefördert haben.

Fonds mischen unterschiedliche Unternehmen zusammen. Das hat den Vorteil, dass der Einsatz nicht weg ist, wenn eines der Unternehmen mal in Schwierigkeiten kommt. Ein Fondsmanager hat meist mehr Übersicht über das Geschehen. So sollte es jedenfalls sein. Geht eine Bank pleite, gehört der Fonds zum Sondervermögen. Ein Einlagensicherungsfonds muss nicht einspringen, denn Investoren halten über die Minenaktien direkt Anteile am Unternehmen. Fonds eignen sich hervorragend für Langfristinvestoren und Sparpläne. Voraussetzung allerdings ist, dass sich der Sektor nach oben bewegen wird. Doch dafür sorgen schon allein die Hüter der Währungen, die sich gegenseitig mit Schwäche unterbieten wollen.  

Zertifikate sind vor allem in den letzten Jahren in Mode gekommen, seit der Pleite von Lehman Brothers auch ins Gerede. Zertifikate sind eine Inhaberschuldverschreibung. Geht der Emittent pleite, ist das Investment pfutsch.  

Mit Zertifikaten kann man in unterschiedlicher Form auf steigende, fallende,  aber auch dahindümpelnde Preisentwicklungen spekulieren. Es gibt diese Papiere für einzelne Werte, für das Edelmetall an sich und auch auf Indizes. Eines darf man aber nicht vergessen: Hinter keinem der Zertifikate steckt auch nur eine einzige Unze Gold oder Silber, sondern wiederum nur ein Versprechen. Deshalb steht im Kleingedruckten, dass man bei Fälligkeit einen Barausgleich bekommt und keine Unzen. Zudem sind Preisgestaltung und Kostenseite nur schwer überschaubar. Wer in Edelmetallen zocken will, findet hier ein Paradies. Echte Edelmetalle sind es dagegen nicht. 

Börsengehandelte Fonds (ETF) finden vor allem bei den institutionellen Anlegern reißenden Absatz. Hinter jedem Anteil steckt eine bestimmt Menge Gold, die in einer Sammelstelle hinterlegt ist. So hat sich der größte ETF mit einer Menge von fast 900 Tonnen in den Edelmetallmarkt eingekauft. Bekommt er neues Geld, kauft er zu, ziehen Anleger Geld ab, verkauft er Anteile. Über das Thema Vertrauen muss jeder Anleger selbst entscheiden, wie hoch er es ansetzt und wem er es gibt. Für den Fall, dass Gold wieder verboten werden sollte, wie es in den USA von 1933 bis 1973 der Fall war, wäre ein ETF am schnellsten zu konfiszieren. Zudem reißen die Spekulationen nicht ab, dass Gold aus dem Fonds verliehen wird, da die Manager davon ausgehen, dass nicht alle Investoren gleichzeitig ihre Bestände sich liefern lassen.   

Etliche Anbieter offerieren im Internet, Geld einzusammeln und Gold dafür zu kaufen. Manche sind seriös, manche wiederum weniger. Es ist auch hier eine Frage des Vertrauens. Einige Anbieter sind seit Jahren im Markt, andere sind auf den fahrenden Goldzug erst aufgesprungen und werben teils sehr aggressiv. Die Frage bleibt immer: Hat der Anbieter für das Geld auch Gold gekauft? Gibt er mir die Barrennummer bekannt? Was passiert bei einem Goldverbot? Komme ich jederzeit an mein Gold heran? Was passiert, wenn ich nur 2000 Euro in Gold angelegt habe, der Anbieter aber nur in 12,5 Kilo-Barren investiert hat?  

Kurzum: Der Spatz in der Hand ist bekanntlich besser als die Taube auf dem Dach, vor allem, wenn man mit Rendite gelockt wird und Versprechen, die oft noch schneller weg sind, als der Berater, der diese Versprechungen gemacht hat. Sein eigener Berater zu sein ist meist besser, sich mit den Dingen etwas zu beschäftigen bringt oft mehr, als diese Verantwortung jemandem zu übergeben. Eine Stunde über das eigene Geld nachzudenken ist oft lohnender, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten. Das sagte schon der alte Rockefeller. Und der ist damit ziemlich reich geworden.

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Kommentare

anni anni am 04.02.2009 um 12:52 Uhr
Der Index der ungehedgten Goldminen ist nicht der XAU sonder der HUI.

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