Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

haben Sie schon einmal einem Wellenreiter zugesehen? Es ist schon atemberaubend, auf den Wellen zu reiten und den Verlauf des Meeres zu erfühlen. Genauso ist es an der Börse. Die Preise schwanken auch hier und bewegen sich oft in Wellen, mal sind sie im Vergleich zu einem „fairen“ Preis zu hoch und mal zu niedrig. Jedoch passen sich die Preise bzw. Kurse immer mittel- und langfristig den wahren Gegebenheiten an. Erinnert sei nur an den Automobilsektor, der als ein von Joseph Schumpeter genannter Kondratieff-Zyklus vor gut 100 Jahren einen eigenen Wirtschaftszyklus entfachte, aber auch an die Marktverwerfungen der letzten 15 Jahre wie die Internetblase oder der Börsenausverkauf im Rahmen der Bankenkrise in 2007/2008. Es gibt viele weitere Beispiele, die hier jedoch den Rahmen sprengen würden.

Nun, Edelmetalle und Rohstoffe gibt es schon seit Beginn der Menschheit, und dennoch sind, wenn man sich die Kursverläufe mehrerer Hundert Jahre ansieht, hier starke Schwankungen oder Zyklen zu erkennen. Börse heißt für viele Anleger, das was „in“ ist zu kaufen. Das kann nun heute eine Apple Aktie sein oder eben auch vor 10 Jahren eine Deutsche Telekom oder vor 20 Jahren eine SAP. Damals wie heute kräht jedoch kaum ein Hahn nach Barrick Gold als großem Goldproduzenten oder einer BHP Billiton als größtem Bergbaukonzern.

Und auch jetzt begreift die Masse der Finanzanalysten und Anleger nicht, was in der Welt passiert. Wir stoßen an die „Grenzen des Wachstums“. Energie und Rohstoffe reichen kaum aus, um die große Nachfrage der aufstrebenden Märkte wie China mittelfristig zu befriedigen. Gerne verweise ich auch auf die Thesen des „Club of Roms“, die nun bereits gut 40 Jahre alt sind und bisher (leider) recht behielten. Und auch das hochgelobte Währungssystem der Giralgeldschöpfung, also das Monopol der Notenbanken zur Geldausgabe sowie das quasi unendliche Vermehren von Buchgeld durch Geschäftsbanken, zeigt uns in der gegenwärtigen Finanz- und Schuldenkrise seine Grenzen auf.

Sehen Sie sich die verschiedenen Rohstoffe an, sie werden immer stärker nachgefragt -  von der Industrie und den Verbrauchern, aber auch von den Spekulanten: Egal ob Eisen, Stahl, Baumwolle oder natürlich auch alles, was im Bereich der Nahrungsmittel zu sehen ist, seien es Düngemittel (Potash) oder Weizen, Kaffee, Kakao und viele andere Bereiche. Dazu die Edelmetalle, die neben einer industriellen Verwendung (z.B. Silber in der IT oder Platin/Palladium in Katalysatoren) auch als Schmuck, zur Spekulation, als Geldschutz oder als Investmentmöglichkeit nachgefragt werden. Und leider führten die Themen Energie (Öl, Gas, Kohle, Uran) aber auch Wasser und Nahrungsmittel bereits in der Vergangenheit aufgrund ihrer Knappheit zu politischen Auseinandersetzungen und werden dies wohl auch zukünftig tun.

Liebe Leserinnen und Leser, es ist der einfachste Marktmechanismus in einer freien Wirtschaft. Das Angebot ändert sich kaum – teilweise sinkt es gar - aber die Nachfrage steigt. Da bleibt nur eine Folgerung - der Preis steigt, deutlich zu erkennen am Goldpreis, Benzinpreis und steigenden Lebensmittelpreisen. Genau dies sehen wir nun seit gut 10 Jahren in den meisten Edelmetall- und Rohstoffmärkten. Während die westlichen Länder mit ihren Problemen wie der Finanz- und Schuldenkrise beschäftigt sind, hamstert beispielsweise China als mittlerweile größter Produzent UND Nachfrager von Gold Unze um Unze, oder vielmehr Tonne um Tonne. Genau dies machen aber auch andere aufstrebende Länder wie Indien oder Brasilien. Fast scheint es, als ob diese Länder sich wie ein (Börsen)-Bär auf den Winterschlaf vorbereiten und im Frühjahr gestärkt erwachen wollen. Doch für China ist Gold nur ein Tropfen auf dem heißen Stein der vielen US Staatsanleihen auf denen man sitzt. Nichtsdestotrotz wird nun einmal China in wenigen Jahren die Weltmacht sein und als solche seine Edelmetall- und Rohstoffinteressen weiter durchsetzen.

Einige Länder, insbesondere China, entwickeln geschickt die Strukturen für ein langfristiges Wirtschaften, indem sie im eigenen Lande die Claims der Abbaugebiete für Gold, Edelmetalle und Rohstoffe abstecken und sich konsequent in Minen in anderen Ländern (z.B. Südamerika, Australien und Afrika) einkaufen. Denken Sie dabei an die sogenannten „Seltenen Erden“, ohne die die heutigen High Tech Technologien (z.B. Handy, Notebook, Regenerativer Energien bis zum Elektroauto) kaum mehr auskommen und die derzeit von China mit einem Marktanteil von mehr als 90% gesteuert werden. Aber auch Eisen, Stahl, Öl und vieles mehr ist knapp und wird gnadenlos nachgefragt

Lassen Sie uns kurz einen Blick auf die Minenwerte werfen. Es gibt große, hoch kapitalisierte Unternehmen, die meistens schon produzieren und profitabel sind und andererseits viele kleine, niedrig kapitalisierte Firmen, die explorieren und graben und noch hohe Verluste aufweisen. Die Analyse dieser Firmen ist nicht immer einfach. Zur Einschätzung des Börsenpreises spielen dabei eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, z.B. der Rohstoffpreis, die Produktionskosten, die politische Stabilität und Umweltauflagen am Produktions- und Firmensitz, die vorhandenen Ressourcen, die Fähigkeiten des Managements, etc.

Dabei unterliegen die Minenaktien gleich doppelt dem Marktmechanismus. Einerseits dem Marktpreis des abzubauenden Edelmetalls oder Rohstoffes, andererseits dem Marktumfeld im Aktienbereich. So ist es auch zu erklären, dass in 2011 die Minenwerte teilweise noch nicht gut liefen, wenngleich die Edelmetall- und Rohstoffpreise nach oben schossen. Dies ergibt aber natürlich immer auch Chancen, indem man geduldig auf eine günstige Gelegenheit wartet oder auch mal über Stopps oder andere Absicherungsstrategien wie Optionsscheine das Risiko reduziert.

Ein Vergleich des NYSE Arca Gold Bugs Index (kurz HUI Index) mit dem S&P 500 Index zeigt schnell auf, was in den letzten Jahren passierte. Während die im HUI Index hoch kapitalisierten Produzenten zunächst 2008 noch als sicherer Hafen galten, wurden sie in 2008 wie alle Aktienwerte gnadenlos abgestraft. Verluste von teils mehr als 70% waren dabei zu verzeichnen, wenngleich die Firmen und deren Geschäftsmodell und Minenbetrieb sich keinesfalls verändert hatte. Ab 2009 starteten diese Werte jedoch ein fulminantes Comeback und konnten so den klassischen Aktienmarkt bei weitem schlagen (siehe Chart).

Nun könnte man argumentieren, dass die Minenwerte zu gut gelaufen sind. Nun, seit Jahresbeginn sank der HUI um bescheidene 4 %. Und dabei hat sich hier ja der Goldpreis immerhin um 14% erhöht. Jedoch ist das Markt-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) im HUI Index mit 14 langfristig gesehen sehr gering. Und dabei haben wir an dieser Stelle noch nicht einmal einen Einzelwert angesehen, der durchaus noch viel attraktiver als der Durchschnitt der Einzelwerte des HUI Index sein kann. Entscheidend ist wie immer eine Analyse der Rahmenbedingungen, ein günstiger Einstieg und natürlich der eigene Risikoappetit.


Übrigens…die Gretchenfrage: Produzenten oder Explorern? Natürlich bieten kleine Werte oft das Potential sehr hoher Kursgewinne, wenn sie sich zu einem Produzenten weiterentwickeln. Leider tummeln sich im Minenmarkt wie auch allgemein im Gold- Edelmetall- und Rohstoffmarkt schwarze Schafe, die nicht Ihr Vermögen mehren wollen sollen vielmehr die eigenen Taschen voll machen wollen. Wir sind aber überzeugt, dass man auch mit den klassischen Produzenten ein attraktives Chancen-Risiko-Profil hat um von dem Megatrend zu profitieren. Auch denken wir, dass man aus moralischen Gründen nicht in Lebensmitteln zur Geldanlage investieren sollte und lehnen daher dies ab.

Ein Wort noch zur aktuellen Börsen- und Geldlage: Vermögen retten oder Vermögen mehren? Das Damoklesschwert diverser Krisen wie der derzeitigen Schuldenkrise schwebt über unseren Köpfen. Lassen wir uns aber hiervon nicht verrückt machen. Die Welt dreht sich weiter, egal ob mit oder ohne Staatsschulden und einer Deutschen Mark, einem Euro, einem Globo oder Goldmünzen. Wir sind jedoch überzeugt, dass je nach den individuellen Gegebenheiten eines Anlegers eine Beimischung von Gold, Edelmetallen und Rohstoffen Sinn macht. Entscheiden Sie selbst – wir sehen es letztlich als Chance, von einer nachhaltigen Veränderung der Welt zu profitieren und auch im Rahmen der Streuung Vermögen zu sichern. Dies alles natürlich nur, solange man das Risikomanagement im Hinterkopf behält, was beispielsweise leider wohl mittlerweile viele Käufer des vermeintlich sicheren Hafens „Staatsanleihen“ übersehen.

Doch wie investieren? Es gibt viele Möglichkeiten, sich in Gold, Edelmetallen und Rohstoffen zu engagieren. Egal ob der physische Kauf, ein Erwerb von Zertifikaten, ETFs, ETCs, Fonds, Einzelwerten, Private Equity, usw. Man hat hier immer Vor- wie auch Nachteile, die man dabei im Auge haben sollte. Daher werden wir auch neben vertieften Analysen immer wieder Themen wie dieses aufgreifen und Ihnen eine neutrale Meinung bieten.

Liebe Leserinnen und Leser. Dies war ein sehr kurzer Schnelldurchlauf, was um uns passiert. Es sind spannende Zeiten – die Welt verändert sich. Über all diese Themen sind Bücher geschrieben und werden noch viele Bücher folgen. Die spannende Frage ist: Wollen Sie live dabei sein? Der neue Newsletter „Cashkurs*Gold“ soll Ihnen daher eine Möglichkeit bieten, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und hoffentlich hiervon auch zu profitieren. Wir wollen dabei vor allem immer wieder Themenschwerpunkte aufgreifen und verständlich aufbereiten. Und natürlich wollen wir mit einem Musterdepot in die Megatrends Gold, Edelmetalle und Rohstoffe investieren und mittels Analysen und dem richtigen Timing eine gute Performance erzielen. Natürlich werden Björn Paffrath und ich auch immer wieder einen Artikel bei www.cashkurs.com veröffentlichen und über Cashkurs*Gold auch via Email-Updates, Webinare, etc präsent sein. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns hierbei als Abonnent begleiten möchten.

Herzlichst,

Ihre

Georg Neubauer & Björn Paffrath

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Kommentare

ZeroCool am 03.10.2011 um 05:12 Uhr
Manche Dinge ändern sich niemals. Dazu gehören eben auch die Vergleiche zwischen geldgleichem Klopapier und den Edelmetallen.

Was mich jedoch befremdet ist der Gedanke an die aktuelle Situation Chinas. Überall ist zu lesen welche wirtschaftliche Macht China ausübt und dass sich der Staat zu der Weltmacht No. 1 aufschwingen wird - ein Deja vu? Ähnliches habe ich z.B. schon von Japan in den 90ern gehört. Mit den Dollarzeichen in den Augen trampeln die westlichen Unternehmen los und versuchen abzugreifen was nur geht. Nur die Dollarzeichen verklären den Blick auf einen absolutistischen mit Korruption durchzogenen kommunistischen Machtapparat. Ich warte schon lange Zeit auf das Kippen dieser Konstellation und ein "Zurückschwappen" dieser Entwicklung. Zuerst hatte ich die Transportkosten im Blick, dann die kommunistiche Willkür oder die unmenschlichen Arbeitszustände. Aber bei genauerem hinterfragen bin ich zu einem anderen Schluß gekommen.

Meine persönliche Meinung ist, dass die USA hier einen versteckten Krieg gegen einen zahlenmäßig überlegenen Gegner ausfechten. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass jede lokale Regierung den Freihandel nur deshalb als Mittel der Wahl ansieht, nur damit die Unternehmen in Massen abwandern können? Nein, man kann es sich aus fundierten Überlegungen heraus LEISTEN, diese Strategie des Outsourcing zu fahren. Der chinesische Tiger wird schon seit jahrzehnten beschworen, aber aus eigener Kraft heraus schien er wohl eher zahnlos zu sein.

Man lässt also China mal am Wohlstand schnuppern und macht China vom eigenen Markt und dem der Verbündeten Abhängig (Exportdefizite), nur um dann über das ungedeckte Papiergeldsystem die Märkte Chinas in die Inflation zu treiben und damit das dortige Regime aus den Sesseln zu heben. Diese Exposition dürfte den "vorausschauenden" Kommunisten wohl spätestens in 2009/2010 bewusst geworden sein. Nun versucht man panisch den Binnenmarkt zu stützen und unglaubliche Mengen an Geld in teilweise sinnlose nationale Projekte zu stecken. Man schließt ausländische Unternehmen mehr und mehr aus (Artikel auf Zerohedge) und versucht kurz vor Torschluss panisch noch Werthaltiges im Ausland aufzukaufen. Nur brechen mit der EU-und US Krise den Chinesen die Absatzmärkte in Kürze schneller weg, als lokale Blasen aufgepumpt werden können. Und die FED kündigt bereits wieder den Export neuer Inflation nach China an. Man sieht, dass die westlichen Think-Tanks entgegen der vielen Unkenrufe durchaus vorausschauend planen können. Chinesische Funktionäre dagegen haben wohl nur einen 5-Jahres Horizont.

Man sollte beim Blick nach China wohl die rosa Brille besser im Etui belassen. Denn der Erfolg Chinas könnte durchaus geostrategisch von bereits Totgesagten Weltmächten gewünscht sein.

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