Gruselkabinett

Es ist nicht einfach, in diesen Stunden den Überblick zu behalten. Im Stundentakt kommen neue Horrormeldungen über die Ticker. Es bleibt kaum Zeit eine Nachricht einzuordnen, da kommt schon die nächste. Ich versuche, Ihnen nur die wichtigsten Informationen aufzubereiten. Aber mit einem Wort: Die Situation ist dramatisch.

Bei den Bankaktien kann man nur noch von Panik sprechen. Die Aktien von Morgan Stanley verloren bis zu 40%. Selbst die bisher als stabil angesehene Goldman Sachs verlor 20%. Das sind unvorstellbare Dimensionen.

In Großbritannien erwartet man in den nächsten Monaten über 100.000 Entlassungen im Bankgewerbe.

Der größte Versicherer der Welt AIG wurde gestern Nacht verstaatlicht. Die US-Regierung gewährte einen Kredit über 85Mrd US$ und übernahm im Gegenzug 80% der Aktien. Ein Kollaps des Finanzsystems wurde so mal wieder in letzter Sekunde verhindert. Wie oft das noch funktioniert ist mehr als fraglich. Welche Konsequenzen dieser Schritt wiederum für andere Bereiche und „Wetten“ hat, ist im Moment noch gar nicht abzusehen.

Als nächste „Sau“ wurde heute die HBOS durchs Dorf getrieben. Der Markt erwartet den Zusammenbruch der größten britischen Hypothekenbank. Der Kurs brach um sagenhafte 50% ein.

In Russland hat der massive Kapitalabfluß (ich berichtete) der letzten Tage für einen Beinahe-Kollaps des Finanzsystems gesorgt. Die russischen Aktienmärkte brachen den dritten Tag in Folge ein. Russische Bankaktien verloren heute bis zu 30%. Die nächsten Pleiten sind vorprogrammiert. Die Behörden schlossen die Börsen vorübergehend. Ähnliche Probleme vermute ich in Asien in  den nächsten Tagen. Zur Immobilien- und Finanzkrise gesellt sich jetzt noch eine Krise der Schwellenländer. Da die Amerikaner massiv Geld aus diesen Ländern abziehen um zu Hause die Löcher zu stopfen, kommen die Finanzsysteme dieser Länder in eine dramatische Situation. Ihnen geht schlicht das Geld aus.

Mit welcher ungeheuren Dreistigkeit die Politiker und auch manche Medienvertreter auch heute wieder die Situation verharmlosen ist kaum in Worte zu fassen. Bei allem Verständnis dafür, keine unnötige Panik aufkommen zu lassen:  Sagt den Leuten die Wahrheit! Die Situation ist dramatisch und es besteht zu Recht Anlass zu größter Sorge. Welche Folgen die aktuellen Verwerfungen haben, lässt sich zur Stunde nicht mal in Ansätzen sagen. Ein Zusammenbruch des Finanzsystems ist nicht zwingend, aber zumindest auch nicht ausgeschlossen. Punktum.

Es gibt tausende  Menschen, besonders ältere, die nicht noch mal 10 oder 20 Jahre warten können, sondern die ihr Geld in den nächsten Jahren brauchen, die gerade in diesen Minuten ihre Altersvorsorge verlieren, weil Politiker und „Experten“ seit 1 ½ Jahren fabulieren: „Nichts dramatisieren! Das Schlimmste liegt hinter uns! Nur keine Panikverkäufe !“ Wer steht jetzt für diese Lügen gerade? Wer übernimmt die Verantwortung?   Keiner! Es wird bald wieder ein Finanzminister vor die Kameras treten und sagen: „Das konnte man ja nicht ahnen!“ Das wars.

Die Chronik des Tages:

www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Ticker-zur-Finanzkrise-22-05-Uhr-Bundesbank-Vorstand-fordert-Erweiterung-der-Notenbank-Kompetenzen/413811.html

Bankenpanik:

www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:US-B%F6rsen-Panik-bei-Investmentbanken/414963.html

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