Mit großen Schritten wertet der Euro zum US-Dollar auf. Seit Jahresbeginn bewegt sich die Gemeinschaftswährung fast senkrecht aufwärts. Dennoch kann die Eurozonenkrise jederzeit unvermittelt und plötzlich aufflackern und zu neuen Euro-Kursverlusten führen. Denn man sollte nicht außer Acht lassen, dass die Berichterstattung in den Medien massive Auswirkungen auf die Stimmung hatte und wohl auch haben wird. Dabei sieht es in den USA nicht viel besser aus, vielmehr noch: Sie dürften sich bei einigen Sparmaßnahmen, die von klammen Kommunen und Städten in den USA ergriffen werden, die Augen reiben:

  • Die Hälfte der öffentlichen Schulen in Detroit wird geschlossen, was die Größe der Schulklassen auf bis zu 62 steigen lässt
  • Der Bürgermeister Detroits will die Ausgaben für Polizei und Müllabfuhr um 20% kürzen
  • Der neue kalifornische Gouverneur Jerry Brown ordert 48,000 Handys von Politikern seines Bundesstaats zurück
  • New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo will 20% der Behörden schließen
  • New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hat 20% der Feuerwehren geschlossen und will in jeder Behörde Entlassungen durchführen
  • Die Gesetzgebung von Illinois hat eine Erhöhung der Einkommenssteuer um 66% von 3% auf 5% verabschiedet.
  • In Prichard, Alaska erhalten die Menschen keine Renten mehr ausbezahlt.
  • New Jerseys Gouverneur Chris Christie hat die Ausschüttung von Rentenzahlungen in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar ausgesetzt.
  • New Jersey muss trotzdem noch eine Haushaltslücke in Höhe von 10 Milliarden Dollar stopfen, obwohl bereits eine Milliarde Dollar durch Kürzungen an Schulen und die Entlassung von Lehrern eingespart wurden
  • Drastische Kürzungen der Polizeiausgaben haben zu einer deutlichen Steigerung der Kriminalitätsrate in Newark geführt
  • Camden in New Jersey - die zweitgefährlichste Stadt der USA, entließ wegen Finanzierungslücken die Hälfte seiner Polizeikräfte
  • Philadelphia, Baltimore und Sacramento haben "wechselnde Schließungen" angeordnet. Das bedeutet: Feuerwehrstationen werden abwechselnd für eine Weile geschlossen, um Geld zu sparen.
  • In Georgia hat das Clayton County öffentliche Busse abgeschafft, um 8 Millionen Dollar zu sparen.
  • Oaklands Polizei wird auf bestimmte Fälle nicht mehr reagieren, da die Kapazität nach Sparmaßnahmen begrenzt ist. Zu den Fällen, auf die nicht mehr reagiert wird, zählt die Beschädigung von Autos, schwerer Diebstahl und Einbruch.
  • In Connecticut will der Gouverneur die größte Einkommenssteuererhöhung seit zwei Jahrzehnten durchdrücken.
  • Parks und historische Sehenswürdigkeiten werden nicht mehr gepflegt und sehen zunehmend marode aus.
  • Arizona zahlt für die Menschen, die über das staatliche Gesundheitsprogramm Medicaid versichert sind, keine Organtransplantationen mehr.
  • Arizona hat wegen Geldbedarf die Gebäude des Capitols, des Obersten Gerichts und der Legislative verkauft.
  • An vielen Orten in den USA werden Schäden an asphaltierten Straßen nicht mehr behoben. Die Straßen werden hingegen aufgerissen und mit Kies aufgeschüttet, da das günstiger ist.
  • Illinois hat seit sechs Monaten seine Beamte nicht mehr bezahlt. Das sind zehntausende, wenn nicht Hunderttausende Menschen, die auf ihr Geld warten, sagt der Finanzminister Illinois, Dan Hynes gegenüber der CBS-Sendung "60 Minutes".
  • Chicagos Haushalt ist in Schieflage - der Bürgermeister denkt über die Eröffnung einer staatseigenen Kasinos nach, um Geld einzutreiben.
  • Der Gouverneur von Michigan, Rick Snyder, sucht verzweifelt nach Möglichkeiten, an Geld zu kommen, und fürchtet, dass im Bundesstaat Michigan "hunderte Jurisdiktionen" geschlossen werden könnten.

Jochen Stanzl ist Mitbegründer der BörseGo AG und Chefredakteur des Nachrichtenportals BoerseGo.de.

Darüber hinaus verantwortet Stanzl die wöchentlich erscheinende PDF-Publikation „Rohstoff-Report“ – mit rund 30.000 Lesern größte Publikation zum Thema Rohstoffe im deutschsprachigen Internet. Stanzl ist zudem über die Branche hinaus als Referent auf Fachtagungen und als Interviewpartner von Wirtschaftsmedien geschätzt.

Stanzl ist Co-Autor des Sachbuchs „Der große Rohstoff-Guide“.

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Kommentare

Hans Brandt am 26.01.2011 um 16:02 Uhr
Was soll man sagen? Schöne neue Welt.

Der Ausverkauf hat begonnen. Mal sehen, was in 10 Jahren los ist. Aber hey, ich sehe gerade, ein dritter Teil der Zeitgeist-Filme ist seit heute bei youtube. Wird zwar auch keine Hoffnung schüren können, aber besser allemal als DFB-Pokal schauen.

Bin ja hart im Nehmen. Nicht aufgeben, Freunde.
bernd am 26.01.2011 um 16:42 Uhr
Das ganze ist ein Tropfen auf den heißen Stein,nichts anderes. Seltsamerweise haben wohl doch viele kein Interesse an ein Reset des globalen Finanzsystems... Aber das wird über kurz oder lang kommen...
geno71 am 26.01.2011 um 17:24 Uhr
Die Art der "Berichterstattung" verkommt hier immer mehr zum Klamauk... Was soll der Artikel bezwecken? Bauernfängerei? Erinnert stark an Bildzeitung... Das die Kommunen und Städte in Amerika arm drann sind ist auch nicht wirklich was neues.
silberdistel am 26.01.2011 um 17:50 Uhr
Wieso wird denn gespart? Ach so, ja: Um die horrende Verschuldung an die vielen Gläubiger tilgen zu können, die alle auf Ihr Geld hoffen...
Ein Blick auf die Ticker der Zeitbombe lohnt vielleicht: http://www.usdebtclock.org/

Zanderangler am 27.01.2011 um 07:26 Uhr
Und ich bin gespannt wann es hier in Deutschland los geht mit "Zahltag". Ich glaube vielen Bürgern ist es noch nicht bewusst das die Krise nicht zu Ende, sondern erst am Anfang steht.
Es ist noch wirklich Geld in den Euroraum an die "Notleidenenden" Staaten geflossen,lediglich Garantien wo ua. Deutschland sich für verbürgt hat. Die Staatsschulden unterdess weiten sich weiter dramatisch aus, was wenn jetzt bald die ersten "Checks" an Irland, Griechenland, Spanien und andere ausgezahlt werden müssen?
Ich denke wir werden nicht viel besser weg kommen wie die Amerikaner und selbst die stehen erst am Anfang von dem wirklich großen Kollaps.
Schlappzock am 27.01.2011 um 08:14 Uhr
Das sind die Symptome. Fragen Sie sich doch mal nach den Ursachen. In den 50er und 60er Jahren funktionierte das sozialökonomische Leben in den USA doch noch bestens. Das alles kann dochjetzt nur sein, weil immer weniger Leute produktiv tätig sind (und Steuern zahlen), während immer mehr auf Kosten anderer leben.
Danmark am 27.01.2011 um 12:00 Uhr
Ich finde diesen Artikel sehr interessant!
Gerade für unsere nichtenglischsprachigen Mitbürger und www-Dauersurfer!
Ich finde es unglaublich, das gerade US-Experten immer wieder auf dem Euro rumhacken!
ironalex am 27.01.2011 um 16:43 Uhr
Hallo Gemeinde,
das erinnert alles ein bisschen an den Untergang der Titanic oder das »Deutsche Reich« oder an all die anderen großen Reiche. Alle sind sie irgendwann an ihre Grenzen gestoßen. Aber das Endstadium ist immer das gefährlichste, die Mutter aller Schlachten – oder Endsieg oder so.

LG, ich pflanze jetzt ein Apfelbäumchen
ThomasS am 27.01.2011 um 17:35 Uhr
... das Schlimmste ist: die werden uns wieder retten! Und zwar dann, wenn die Menschen so richtig die Schnauze voll haben ... dann werden die 'Richtigen' auf der Matte stehen und ein Angebot unterbreiten, dass man nicht ablehnen kann. Das hat dann ziemlich viel mit 'Sicherheit' zu tun, mehr Staat, weniger Freiheit - dafür aber Sicherheit, jede Menge davon ....

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