(c) Sergej Seemann - Fotolia.com

Eigentlich ist nach der Lehman-Pleite 2008 nichts mehr so wie es einmal war. Die Rettungsaktionen durch gewaltige Schuldenaufnahmen bei gleichzeitig großherziger Blankoscheckpolitik, insbesondere der US-Notenbank, haben zwar die schlimmste Krise abgewendet. Diese künstliche Rettung, die den Stabilitätsgedanken vorführt wie ein Ochse am Nasenring, hat früher oder später einen hohen Preis.

Die Rettung der Finanzwelt hat einen hohen Preis

Bereits aktuell zeigt sich, dass die Rettung der Finanzwelt mit viel und billigem Geld Konsequenzen hat. In den USA heißen diese Konsequenzen Inflationierung und werden auch noch über Niedrigzinsen und Liquiditätsaufblähungen kaum verdeckt begünstigt. Wie sonst sollte man auch die Staatsverschuldung abbauen? Mit Bordmitteln einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik ist das so utopisch wie für mich die Erreichung eines Idealgewichts. Hier zeigt die angeschlagene Supermacht dem Rest der Welt übrigens immer noch ihre granitharten Zähne. Die Preiskeule ist zu einem wahren Exportschlager geworden. Denn es ist klar, dass die Liquidität nicht im US-Inland bleibt, sondern über Kapitalflüsse weltweit in die verschiedensten Investment- und Anlageklassen transferiert wird.

Konsequenz sind dynamische Preisschübe, insbesondere bei Energie und Agrarrohstoffen. Praktisch jedes landwirtschaftliche Produkt ist innerhalb der vergangenen 12 Monate im Preis explodiert. Und meiner Meinung nach ist der Druck bei den Lebensmittelpreisen auch ein entscheidender Brandbeschleuniger für die Unruhen in Nordafrika und der arabischen Welt.

Kürzlich erklärte Ben Bernanke vor dem Bankenausschuss des US-Senats, dass man sich über Inflation nicht wirklich Sorgen machen müsse. Richtig, und die Erde ist eine Scheibe. Die Geister, die die US-Notenbank rief, wird die Finanzwelt in Form einer nachhaltigen Inflation so schnell nicht wieder los, im Gegenteil.

China will vom Fliegenfänger der US-Geldpolitik loskommen

Unterdessen versucht China alles, um den amerikanischen Inflationsfluch abzustreifen. Jedes Land hat sein Trauma. In den USA ist es die Depression, in Deutschland die Inflation und in China ist es die Hungersnot. Daher scheut China rasant steigende Lebensmittelpreise, wie der Karnevalist den Aschermittwoch.

Also unternimmt China alles, um vom Fliegenfänger der US-Fed loszukommen. Die chinesischen Im- und Exporteure sollen daher künftig ihren Außenhandel in Yuan abwickeln und den US-Dollar links liegen lassen. Das ist schlicht und ergreifend eine Revolution an den Devisenmärkten. Auch wenn dieser Prozess sicherlich nicht über Nacht geschieht, wird der Einfluss der Fed auf China via Zinsen, Rohstoffpreise und Inflation damit geringer. Der Weg in eine frei konvertierbare chinesische Währung, besser gesagt Weltwährung, ist somit geöffnet.

Lockere Hand der US-Geldpolitik bleibt gefragt

Dagegen wird der Dollar, zumindest als alleinige Leitwährung, seine Tage zählen. Normalerweise hätte dieser Reputationsverlust den Nachteil, dass der Absatz von US-Staatsanleihen schleppender verläuft und nur zu höheren Renditen möglich ist. Aber gräme Dich nicht Amerika! Die US-Notenbank wird diesen marktwirtschaftlich gerechtfertigten Prozess mit anhaltender Monetisierung von US-Staatsschulden noch konsequenter konterkarieren und dafür gerne Inflation in Kauf nehmen (müssen).

Zurück zur Ausgangsfrage: Was ist der Unterschied zwischen dem Yeti und einer stabilen US-Geldpolitik? Der Yeti soll schon einmal gesichtet worden sein.

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Kommentare

F.B. am 07.03.2011 um 11:25 Uhr
"Unser" Geldsystem:

Bücher sind für sich selbst genommen sicher noch keine Lösung.
Sie können jedoch zu Lösungen beitragen.
Mit Ihren Fakten und durch die Tatsache,
daß sie Themen komplexer beleuchten können, als ein Blog- oder Filmbeitrag.

Bücher erweitern damit auch unsere Fähigkeit komplex zu denken.

Dadurch wird es zunächst u.U.sogar schwieriger zu einer gewünschten Lösung zu kommen.

Schwieriger im Vergleich wozu?

Im Vergleich zu dem Zustand, als es uns durch fehlendes Wissen und
ungeschultes Erkenntnisvermögen wesentlich einfacher schien,
zu belastbaren Aussagen zu kommen?

Ich denke, so ist es.
Und dann?
Resignation?
Nein, sondern weitermachen!

Am Beispiel des Geldsystemes kann die obige Entwicklung eines
interessierten Menschen gut nachvollzogen werden.

Es könnte sich so zutragen:

Zuerst empfinden alle die Welt als ok. - tolle DM. Dann kommt der Euro und erste Zweifel kommen auf.
Wer erfährt, daß die FED gar nicht staatlich ist, sondern ein Kartell von Privatbankern, meint seine Lösung gefunden zu haben:
Geld muss der Staat drucken.
Zinsen in einem Schuldgeldsystem werden als zusätzlich pervers erkannt.Lösung:
Weg mit den Zinsen.
Dann sind die Meisten fertig. Zusammenfassung der Lösung:
Zinsfreies Geld vom Staat.

War nicht ganz so einfach, aber endlich geschafft. :)
Wer da aufgibt, befördert die geplante Lösung des Club of Rome.


Wer weiter recherchiert, findet das eigentliche Problem:
In Wahrheit gibt es keinen risikolosen Zins!

Jeder Verleiher von Geld geht das Risiko ein, daß er nicht nur seinen
Zugewinn nicht erhält, sondern auch, daß er die gesamte geliehende
Summe nie wieder sieht.
Bei echtem Geld (z.B.Silber) wäre das für alle so.Im Papiergeldsystem
ist das für Dich und mich auch so.
Aber nicht für die Banken.

Die Höhe des Zinses sollte sich nach der Risikoeinschätzung für den Geldverleih richten - im Zweifel wird nichts verliehen.
Klingt eher nach einer Einzelfallentscheidung, oder?

Nicht so die Zentralbanken -egal ob staatlich oder privat - die kennen
das Risiko aller Geldverleihungen gleich für ganze Länder bzw. Kontinente. :)

Sie suggerrieren einen risikolosen Zins.
Die Geschäftsbanken verzehnfachen diese Kredite durch Ihre Giralgeldschöpfung.

Was nun, wenn ein Kredit platzt, weil der Kreditnehmer durch falsche Entscheidungen pleite ist?
Was eigentlich ein Totalverlust wäre,
wird so "nur"zu einer Kreditgeldmenge, die ohne zusätzliche Warenmenge
die Gesamtgeldmenge aufbläht.
Folge:
Zwar risikolos für die Bank, da die sich die vorher schon vorhandenden
Sicherheiten des zahlungsunfähigen Schuldners krallt, aber (Verzeihung)
Scheiße für uns, da eine leistungslose Geldmengenerhöhung
zum Kaufkraftverlust unseres "Geldes" führt.
So ist das nun mal, wenn immer mehr Papiergeld eine gleichbleibenden Warenmenge nachfragt.

So zahlen wir das angeblich Risikolose am Zins durch Inflation.
In der Inflation steckt soviel Profit für die Schöpfer dieses Betruges,
daß man auf den Zins als Bauernopfer zukünftig sogar verzichten will.

Und dann sind wir doch glücklich.
Wirklich?

Dieser Betrug wäre mit echtem Geld (mit innewohnendem Wert) nicht
möglich. Das Geld wäre weg. Risiko. Und wegen dieses Risikos, würde
außer im Familien- und Freundeskreis keiner Geld verleihen, ohne für den
eigenen Konsumverzicht und das Risiko, das Geld nicht zurück zu erhalten,
eine Gegenleistung zu fordern.
Diese Gegenleistung heißt Zins.

Mein Fazit:

Laß die Leute selbst entscheiden, was sie als Geld verwenden wollen
und welchen Zins sie verlangen.

Laßt endlich Wettbewerb zu, damit
sich das durchsetzt, was den Menschen am Meisten nützt.

Leistungsloses Papier"geld" braucht nicht verboten zu werden.
Es gäbe keine Nachfrage danach.

An unsere Volksvertreter:

Hört auf uns mit Gesetzen zu zwingen, an diesem Betrug
teilnehmen zu müssen!

Wir wollen frei sein, daß heißt alles tun dürfen, was einem Anderen nicht schadet.

An dem Beispiel wollte ich zeigen, daß sich dem, der durchhält
eine verblüffende Einfachheit offenbart, die aus sich heraus
jeder Prüfung standhalten kann.


Viele Grüße, F.B.
Buchtip: Oliver Janich,Das Kapitalismus-Komplott
Andy am 07.03.2011 um 14:43 Uhr
Na endlich sind die Heilsbringer da.
China's Wirtschaftspoltik a'la 5 Jahres Plan.
Boris Jelzin die Gerechtigkeit und Demokratie en Person.
Es lebe der Yuan, endlich eine stabiele Währung.
vg Andy

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