Was steckt hinter der Hetzjagd auf Wulff?

Wollte der Bundespräsident die ESM-Gesetze stoppen? Die mediale Jagd auf unseren Bundespräsidenten erreicht in diesen Tagen einen Höhepunkt. Nun beteiligen sich auch Medien daran, die sich bisher eher zurückhaltend und abwägend geäußert haben. Die veröffentlichte Meinung signalisiert eindeutig: Es...

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Kommentare

John Wayne am 05.01.2012 um 10:41 Uhr
Viel interessanter wäre zu wissen, wer damals Köhler zum Rücktritt gezwungen hat. Was uns ja erst diese unfähige neue Person an der Spitze beschert hat. Und das aktuelle Verhalten von Herrn Wulff ist grenzwertig betrachtet verfassungswidrig. Hätten wir einen *richtigen* Bundespräsidenten, dann hätte es schon bei dem allerersten Rettungsschirm einen riesigen Aufschrei gegeben! Und den Medienrummel jetzt zu hinterfragen, nur weil er ein einziges mal ein kleines wahres Wort gesagt, ist ein wenig übertrieben. Herr Wulff gehört abgesetzt, mit welchen Mitteln auch immer um Platz zu machen für einen würdigen Amtsträger.
Nur meine persönliche Meinung.
Liebe Grüße
Motte am 05.01.2012 um 10:51 Uhr
Richtig, die Fragen habe ich mir auch schon gestellt. Frei nach Dirk Müller "Wer hat ein Interesse an bestimmten Entwicklungen". So ein Bundespräsident wird doch sicherlich vor seiner Ernennung auf Herz und Nieren geprüft. Es fällt mir schwer zu glauben, dass man seine kleinen Sünden vorher nicht kannte. Aber ein smarter, liebenswerter, harmloser und angreifbarer Bundespräsident ist möglicherweise für Frau Merkel einfacher zu händeln. Er hält sich ja normalerweise auch brav zurück. Nun hat er aber mal die Hand erhoben und bekommt gleich zu sehen wo der Hammer hängt. Was für ein Schmierentheater!
Repunsator am 05.01.2012 um 11:02 Uhr
Endlich eine plausible Erklärung die Sinn macht.
So wäre Herr Wulff der zweite Präsident dem
der " Meudalismus" (moderne Kapitalismus)
die rote Karte zeigt.
Herr Klaus, ich glaube, Sie liegen richtig.
mfG Repunsator
michi-77- am 05.01.2012 um 11:08 Uhr
Auch ich dachte mir schon, hier stinkt was ganz gewaltig. Aber warum stützt merkel ihn das im endeffekt doch?
Spiel auf zeit, es wird noch der nachfolger gesucht... Der rücktritt ist nur eine frage der zeit. Ob es hier zusammenhänge mit dem rücktritt von karl theodor zu guttenberg gibt?
Hier gab/gibt es vorfälle/abläufe die nicht an die öffentlichkeit gelangen sollen!!!
torsten am 05.01.2012 um 11:10 Uhr
Die These ist gut... aber dann müsste auch der richtige Nachfolger her, wenn der Gedanke aufgehen soll. Weghauen allein reicht dann nicht. Lassen wir uns überraschen.
elwood am 05.01.2012 um 11:34 Uhr
Nachfolger? Schäuble!
Der kann gar nicht anders als 'seine' ESM-Gesetze zu unterschreiben.
Sven Meyer am 05.01.2012 um 12:01 Uhr
Sehr inetressante alternative Sicht auf die Situation, die ich gerne mit anderen geteilt hätte. Leider ist dieser Artikel nur für Cashkurs-Abonnenten sichtbar. Vielleicht könnte man sollche allgemein politisch interessanten Beiträge der Allgemeinheit zu Verfügung stellen ...
Callisto am 05.01.2012 um 12:03 Uhr
Hab mich auch schon gefragt, wen er an's Bein gep...t hat. Ohne Grund wird solch eine Hexenjagd nicht verantstaltet. Die Fakten, die da "jetzt" zu Tage kamen, sind größtenteils alte Kamellen, die schon vor Monaten u.a. im Manager-Magazin standen. Zu der Zeit im Zuge eines Maschmeyer-Berichts und gejuckt hat das damals niemanden. Viel kritischer als die lauen Wulff "Eskapaden" sehe ich die Vetternwirtschaftsdeals, in die seinerzeit der liebe Herr Schröder involviert war. Leider hat man den guten Bilderberger nicht an's Kreuz genagelt, vermutlich weil er alles aus Sicht seiner "Zunft" richtig gemacht hat. Im Finale hat er sich dann noch einen schönen Posten bei Gazprom gesichert.
Alles ganz "faule Kunden", aber Wulff dürfte noch der Chorknabe unter denen sein.
B. Essig am 05.01.2012 um 12:16 Uhr
Er wird bleiben und künftig als geschwächter und unglaubwürdiger Präsident alles unterschreiben, was ihm von Frau Merkel vorgelegt wird. Sein Vorgänger hat in Sachen EURO-Rettung auch unterschrieben, aber nur einmal und dann sein Amt niedergelegt. Er war Bankfachmann, aber leider nicht stark genug, um seine wahren Rücktrittsgründe zu nennen. Im Übrigen werde ich den Verdacht nicht los, dass das Manuskript von Wullffs Lindau-Rede noch von Köhler stammt.
periodic am 05.01.2012 um 12:43 Uhr
Hmm, kann ein Bundespräsident ein Gesetz durchfallen lassen. Ich glaube nicht. Das kommt einen Vetorecht gleich, das in der Verfassung nicht vorgesehen ist. Der Bundespräsident kann ein Gesetz nur auf seine Verfassungsmäßigkeit prüfen lassen. Ist es Verfassungskonform, dann hat er keine Wahl und muss es unterschreiben.

Als ich mir mein erstes Auto gekauft hab, habe ich mir damals ein paar Tausend DM von einem Freund geliehen. Für ein paar Monate nur aber mit 0% Zinsen. Nach den neusten Moralvorstellungen, heißt das, ich kann nie Politiker werden. Wie schade. Aber scheinheilig ist es trotzdem.

@ John Wayne
Leider kann ich nicht schreiben was ich von deinem Kommentar halte, denn so werde ich gegen die allg. Forumsregeln verstoßen.

Nur soviel: Einen Bundespräsidenten abzusetzen wäre ein klarer Verfassungsbruch. Daher auch die Mittel die gerade angewendet werden, die Sie ja für lupenrein halten.
Es war im übrigen Jürgen Trittin der den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler mit zum Rücktritt getrieben hat. Wie allg. bekannt, hat er sich dafür auch persönlich entschuldigt. Und siehe da diese Entschuldigung wurde angenohmen.
Thorsten am 05.01.2012 um 12:48 Uhr
Lieber Herr Klaus,
bei aller kritischen Betrachtung der Vorgänge geht mir Ihre "Verschwörungstheorie" ein bißchen zu weit. Herr Wulff hat erst die Unwahrheit gesagt und dann die Presse- und Meinungsfreiheit mit Füßen getreten. Die Sache mit dem Kredit wäre schon längst ausgestanden, hätte er Herrn Diekmann nie angerufen. Wir würden heute andere Überschriften in den Zeitungen lesen. Ich kann hier keine "Verschwörung" oder eine Hetzjagd erkennen, da die jetzige Entwicklung aus dem Verhalten von Herrn Wulff resultiert.

Cashkurs ist eine wunderbare Community um politische und mediale Prozesse und Ereignisse kritisch zu hinterfragen und das soll auch so bleiben, aber wir sollten keine "Verschwörungen" herbeireden. Das ist unredlich und dieser Community nicht würdig.

Viele Grüße
Thorsten
periodic am 05.01.2012 um 12:56 Uhr
@ John Wayne
Wer sich der Verunglimpfung des Bundespräsidenten (§ 90 StGB) strafbar macht, kann strafrechtlich nur verfolgt werden, wenn der Bundespräsident die Strafverfolgungsbehörden dazu ermächtigt. Eine Nötigung des Bundespräsidenten (§ 106 StGB) kann jedoch auch ohne dessen Einverständnis verfolgt werden.

Zum Glück ist unser Bundespräsident etwas milder als die Lemminge die zurzeit die Medien dominieren.
evilaci am 05.01.2012 um 12:59 Uhr
Ich kann mich nur Michi-77 anschliessen das hier was gewaltig stinkt. Sehr super finde ich daher die Einblicke die Sie hier geben, die einem normalo Bürger über die regulären Medien nie erreicht hätten - auch bei der Lybien Gadhaffie Sache. Ihr müsst daher auch vehemment für ein freies Internet eintreten!!!! Wullf ging mir tiersich in der Porsche VW Sache auf die Eier. Stattdessen hat man sich über die Ablöse vom Wiedeking beschäftigt. Zur Verpatzten Bundespräsidenten Wahl im ersten Wahlgang kein Wort von Bild, stattdessen tags drauf Titelbild mit Küsschen und First Lady Tattoo blabla.... Das die da grad nun so Gas geben.... Bisher dachte ich wir hätten größere Probleme und fänd es sogar gut wenn Wulff mal der Bild auf den AB draufbrühlt.... ;-)
annemarie am 05.01.2012 um 13:15 Uhr
Die Frage "was steckt wirklich dahinter" stelle ich mir seit Erscheinen des Bildartikels. Gegen die hier geäußerte Meinung spricht jedoch der Bericht des Spiegels, dass seine Journalisten bereits im Januar 2011 Einsicht in das Grundbuch verlangten, da ursprünglich ein besonders günstiger Kaufpreis vermutet wurde. Diese Einsichtnahme musste sich der Spiegel jedoch erstreiten, was sich bis Oktober oder November 2011 hinzog.
Wolfnot am 05.01.2012 um 13:19 Uhr
Die Klaus-These muss falsch sein: Bereits im Juni jedenfalls längst vor der Wulff-Rede in Lindau hatte der SPIEGEL beim zuständigen Grundbuchamt um Einsicht in die Grundakten gebeten, die ihm zunächst verweigert worden war. Die Sache war also schon seit dem Frühsommer am Kochen.
Carlos am 05.01.2012 um 13:37 Uhr
Das Fehlverhalten von Wulff ist nicht akzeptabel. Dafür braucht es keine Brille oder eine Hetzkampagne. Bei Köhler ging es wohl genau um diese geschilderte Problematik-hat Herr Müller damals auch so geschrieben-soweit ich mich richtig erinnere.
pajeu am 05.01.2012 um 13:50 Uhr
vor einigen monaten habe ich mit einem bild journalisten gesprochen, der verschiedene unglaubliche details ueber wulff praesentierte, teils mit dokumenten.
ich kann die info ihnen gern weiterleiten, aber nur per persoenlicher mitteilung.

der von ihnen angefuehrte zusammenhang ist danach nicht abwegig. es scheint aber eher so zu sein, dass springer gegen esm und garantien ist. und wulff abhaengig - von merkel.

fg
p
d am 05.01.2012 um 14:09 Uhr
Vielleicht kommt es ja so: Schäuble for Grüßaugust (Verfechter der Schuldenunion) und dann Gutti for Finanzminister.

Was Andres: Hat jemand von Euch den letzten Newsletter von Frank Schäffler (FDP) erhalten? Da steht dieser Schlussabsatz drin:

Wir wollen einen liberalen Aufbruch in Deutschland und Europa. Das ist mein Versprechen. Als Friedrich August von Hayek sein Buch über die „Entnationalisierung des Geldes“ schrieb, endete er mit einem Appell, dem ich mich verpflichtet fühle: „Der Vorschlag deutet den einzigen Weg an, auf dem wir noch hoffen können, der anhaltenden Entwicklung aller Regierungen in Richtung auf Totalitarismus Einhalt zu gebieten, der vielen scharfen Beobachtern als unvermeidbar erscheint. Ich wünschte, ich könnte den Rat geben, langsam vorzugehen. Aber die Zeit mag zu kurz sein.“

Schön zu sehen, daß es wenigstens einen Politiker gibt, der Hayek (und damit auch wahrscheinlich dessen "Kollegen") kennt.
knippi am 05.01.2012 um 14:09 Uhr
Nö. Das ist sicherlich falsch. Wulff als gefährliche Speerspitze einer vernünftigen Wirtschaftspolitik? Und man muss monatelang recherchieren? Nö. Glaub ich nicht.

Ich glaube, es ist viel einfacher. Damals wurde er aus dem Weg geräumt, um die K-Frage zu entschärfen. Er wurde auf den Posten des Bundespräsidenten gehievt, weil man wusste, dass man ihn wieder loswerden kann. Denn - sind wir mal ehrlich: was hat er denn groß getan? Wollen wir wetten, dass man das bei den anderen MP ebenfalls in der Größenordnung finden könnte? Bekanntlich stürtzt man nicht über die Krise selbst, sondern über den eigenen Umgang damit. Und der war vorhersehbar grottig. Dass er nicht das Format für einen BP hat, dürfte wohl kaum zu bestreiten sein. Wäre ein Kohl auch über sowas gestolpert? Ich glaube nicht.

Er wird aus dem Weg geräumt, damit die mediale Aufmerksamkeit gebunden ist. ESM (usw.), kann schon sein. Es werden wichtige Entscheidungen getroffen, bei denen man ein Ablenkungsmanöver benötigt. Dass man einen BP für so etwas vorsieht, gibt eine gute Zustandsbeschreibung unseres Staates.

Ein Politiker, ohne große Präsenz, ohne Geschick, ohne ... wurde dazu vorgesehen, dass er auf dem Posten des BP so lange ausharren darf, bis man ihn medienwirksam abschießen kann.

Frohes neues Jahr 2012
Belamy am 05.01.2012 um 14:13 Uhr
Mit dieser These koennen Sie sehr wohl richtig liegen Herr Klaus.Damit waere ein weiteres Mal bewiesen welche Kraefte in diesem Land wirken und dass ein BP leider nicht (mehr) die Wahrheit sagen darf.Es ist dann auch nicht mehr relevant weshalb Koehler ging oder Wer Wann nach Wulff kommt.Wer moechte dieses Verlierer- Amt eigentlich noch und wieviele Bundespraesidenten a.D samt Nebenspesen will sich diese bankrotte Republik noch leisten?Schaffen wir es doch einfach ab.Merkel bleibt nicht ewig Kanzlerin - dann wird wohl abgerechnet.Das eigentliche Demokratieverstaendnis ist in Deutschland nicht mehr existent. Man ist dabei unsere Werte zu verspielen!
Godolphin am 05.01.2012 um 14:48 Uhr
Ich finde Ihre These interessant, allerdings bin ich anderer Auffassung. Auch wenn Herr Wulff in Lindau sich kritisch zu dem ESM geäussert hat, vermute ich dahinter eher ein klassisches Lippenbekenntnis. Herr Wulff ist bisher nicht durch besonders kritische oder intellektuelle Inhalte aufgefallen, Mut und Rückgrat gehören auch eher nicht zur Person.

Das Gesetz zum ESM nicht zu unterzeichnen, dafür fehlen diesem Mann schon die E.... Ausserdem wurde er von Frau Merkel installiert, er wird sich kaum gegen sie stellen und seine Unterschrift verweigern.

Wenn Verschwörung, dann muss diese auch gegen Merkel gerichtet sein, die durch einen Rücktritt von Wulff geschwächt würde. Wer soll denn an die Macht ? Jemand der Deutschland noch schneller ruiniert oder das genaue Gegenteil ? Wegen der beteiligten Medien vermute ich eher die zweite Variante.
Gruss aus Köln
Duke am 05.01.2012 um 15:16 Uhr
Die Erklärung für die "mediale Hetzjagd" ist nach Meinung des Autors jene "Lindauer Rede", die "politische Zirkel" jetzt dazu bewegt den Bundespräsidenten abzusägen und natürlich "cui bono".
Das kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Die Ursache für die "Hetzjagd" auf Wulf ist viel trivialer: Abgesehen davon, dass Wulf nun wirklich objektiv und für jedermann sichtbar (siehe gestern im TV) eine dem Präsidentenamt unwürdige Darbietung abliefert, sind die Motive der Medien klar: Quote, Auflage, Kohle - da braucht es bestimmt keine "politischen Zirkel" im Hintergrund, die da nachhelfen. Das haben Journalisten schon immer von selbst, unabhängig von Dritten, allein aus Eigennutz getan.
Politisch hat natürlich die (radikale) Opposition ein Interesse an der Demontage des von der Regierung gestellten Präsidenten, also in dieser nach hinten abnehmenden Reihenfolge: LINKE, Grüne und SPD, wobei sich letztere vergleichsweise zurückhält.
Von den regierenden und entscheidenden Parteien und Politikern hat bestimmt niemand ein Interesse an dieser Demontage, schließlich hat man den Mann selbst auf den Schild gehoben.
Bleibt noch die „Lindauer Rede“, die medial de facto so gut wie nicht stattgefunden hat. Keine Zeitung bringt Wulf in Zusammenhang mit massiver Kritik an der Euro-Rettungsstrategie der Regierung. Wulf ist, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, eher ein wirtschaftspolitisches Leichtgewicht. Die Dinge, die man mit ihm assoziiert, haben etwas mit Integration und Gesellschaftspolitik zu tun. Kurzum: Es ist völlig egal, was der Herr Wulf zu wirtschaftspolitischen Themen von sich gibt – gehört, vergessen.
Überdies wissen alle Politiker und Medienleute und bestimmt alle „Mächtigen“ der Welt, dass der Bundespräsident in Deutschland eines nicht hat, nämlich Macht. Bundespräsidenten sind eben doch zu allererst „Gruß-August“ und, wenn sie gut sind, Politiker, die mit guten Reden das Bild Deutschlands in der Welt aufpolieren oder nach innen Debatten anregen.

P.S.: Wer ständig „cui bono“ fragt, kann sich letztlich jedes beliebige Weltbild zusammenzimmern. Vielleicht auch mal „cui bono“ fragen, wem die Frage „cui bono“ nutzt.
moneyblues am 05.01.2012 um 17:15 Uhr
Nach den Hintergründen der "Hetzjagd" zu fragen ist schon interessant. Aber ich kann weder in der Lindauer Rede des BP (die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde) noch in einer evtl. angedeuteten Verweigerung, ein ESM-Gesetz zu unterschreiben, einen wirklichen Grund für die massive Offenlegung von Geschäften des BP zum jetzigen Zeitpunkt sehen.

Bezüglich der Ratifizierung eines Gesetzes (anstehend ESM) hat der BP seine verfassungsrechtlich versierten Berater, so dass er kein Gesetz unterschreiben wird, welches eindeutig verfassungswidrig wäre. Wäre auch sinnlos, da schon bereite Kläger "in den Startlöchern" stehen, die gegebenenfalls Verfassungsklage erheben würden.
Sollte das ESM-Gesetz einer vor-verfassungsrechtlichen Überprüfung Stand halten, gibt es für den BP - wer auch immer dieses Amt ausübt - keinen Grund, ein ihm vorgelegtes Gesetz nicht zu ratifizieren.

Und, wie oben erwähnt, seine Lindauer Rede scheint mir nicht geeignet zu sein, den "finanzpolitischen" Gegner zu massiven "Gegenmaßnahmen" bewegen zu müssen.

Von daher würde - von welchen Kräften auch immer gelenkt - das Ziel, den BP über mediales Mürbeteig-Backen zum Rücktritt zu bewegen, keinen sich mir im Moment erschließenden Sinn ergeben.
Aber wer weiß, was sich noch ergeben kann.
John Wayne am 05.01.2012 um 17:22 Uhr
Ich bin doch ein wenig verwundert und überrascht, wie viele Anhänger unser Bundespräsident hier auf dieser Plattform hat. Es geht ja nicht darum, dass er einen Kredit von einem Freund hat oder bei seinen Freunden Urlaub macht. Er hat sich erst selber schuldig gemacht, als er versuchte mit Drohungen die Berichterstattung darüber zu verhindern. Bei allem Respekt an meine lieben Mitleser, aber ein Bundespräsident, der die Pressefreiheit untergräbt ist in meinen Augen nicht haltbar.
Ich finde es gut, das man trotzdem überlegt und schaut, was genau hier aus welchen Gründen passiert, aber ich sehe hier keine Verschwörung, nur einen farblosen Mann.
Liebe Grüße
Royle am 05.01.2012 um 18:58 Uhr
Daaanke!!
Endlich eine logische Erklärung für diese merkwürdige Kampagne.
Interessant das Herr Wulff anscheinend im Amt bleibt.
Ein gutes Beispiel für mich wie man abtrünnigen (Bundespräsidenten) einen Maulkorp verpasst.
Diese Welt ist so schlecht!!!
lurchi am 05.01.2012 um 19:50 Uhr
@pajeu Ihre Einschätzung erscheint mir plausibel. Als ich den Hrn. Wulff zum ersten Mal gesehen habe, (ich kannte ihn vorher nicht) war mein erster spontaner Gedanke: der Mann hat kein Rückrat. Ich kann es mir schlicht nicht vorstellen, daß der sich hinstellt und den ESM-Vertrag nicht unterschreibt. Der muss (von Merkels Gnaden) bleiben, gerade weil er den Vertrag unterzeichnen wird.
moneyblues am 05.01.2012 um 20:44 Uhr
@ John Wayne:

Zitat Ihres Kommentars:
"Bei allem Respekt an meine lieben Mitleser, aber ein Bundespräsident, der die Pressefreiheit untergräbt ist in meinen Augen nicht haltbar. "

Als der BP im Falle der Sarrazin-Debatte durch seine Äußerungen und sein Verhalten dem Art. 5 GG nicht die Bedeutung zugemessen hatte,wie er es hätte tun müssen, war die Kritik eher verhalten.
Vielleicht sollten auch die Medien und die abnickenden Leser/Wähler/Bürger zugeben, dass sie die Meinungs- und Pressefreiheit nicht vorurteilsfrei auslegen und je nach Bedarf mal die linkslinsige und mal die rechtslinsige Brille aufsetzen.


Falls Interesse (btw) zur Erinnerung:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,715807,00.h tml

und

http://www.sueddeutsche.de/politik/fall-sarrazin-bundespraes ident-wulff-allein-zu-haus-1.997781




ironalex am 06.01.2012 um 08:34 Uhr
Hallo Herr Klaus, hallo Gemeinde,

kurz und knapp: Wer mit dem Teufel (BILD) essen will, braucht einen langen Löffel.

Schönen Tag!
mani4701 am 07.01.2012 um 16:12 Uhr
Vielleicht ist es viel einfacher: dieses Spektakel lenkt von den tatsächlichen Problemen hervorragend ab. So kann sich der Währungskrieg der amerikanischen und britischen Freunde in aller Stille weiter entwickeln. Und den haben wir bereits verloren.
Gruß an die Gemeinde

Freddy am 08.01.2012 um 10:46 Uhr
Auch von mir vielen Dank für diese interessante Ableitung! Es stimmen offensichtlich die meisten Bürger zu, dass Wulff Fehler gemacht hat und für diese gerade stehen muss. Aber es geht doch nicht nur darum. Es geht schon auch darum, was Machtmenschen passiert, wem Affären nützen, zu welchen Zeitpunkten sie auftauchen usw. Ich möchte hier Thorsten ausdrücklich wiedersprechen. Eine freie Community, wie ich Cashkurs empfinde zeichnet sich gerade dadurch aus, dass solche Artikel erscheinen. Es darf sich ja jeder sein eigenes Bild machen, der eine sieht es als Verschwörungstheorie, und der andere als ganz interessanten Hinweis und möglicherweise plausible Verbindung.
In diesem Sinne nochmals vielen Dank für den Artikel!