Ausgerechnet der Stresstest für die Banken sorgte für Jubel an der Börse. Hatten die Händler vor ein paar Wochen noch vor einem möglichen Scheitern großer Institute gezittert, so waren sie nun davon überzeugt, dass die meisten Institute bestehen werden, wenn auch aufgrund laxer Testkriterien.

Der Stresstest sei ein „Streicheltest“, hieß es in einem Kommentar.

Bankaktien gehörten zu den gefragtesten Werten dieser Handelswoche, die den Deutschen Aktienindex (Dax) nach einer schwachen Vorwoche wieder über 6.000 Punkte führte. Dabei profitierten die Aktienkurse vor allem von starken deutschen Konjunturdaten.   Die Exportwirtschaft brummt, die Industrieaufträge sind robust, und eine niedrige Inflationsrate, die das Statistische Bundesamt mit 0,9 Prozent angibt, steht als Garant für weiter niedrige Leitzinsen. Zumindest Banken können sich also weiter günstig finanzieren.

Nicht so erbaulich fällt der Blick auf die andere Seite des Atlantiks aus. Hier deuten Konjunkturdaten eher auf ein verlangsamtes Wachstum. Vor allem der für die US-Wirtschaft essentielle Dienstleistungssektor zeigt Schwächen.

In dem durch den nachgefeierten Unabhängigkeitstag verkürzte Woche schaffte es der Dow Jones dennoch, die Marke von 10.000 Punkten zu behaupten. Denn immerhin gelingt es US-amerikanischen Unternehmen auch in diesem Umfeld Geld zu verdienen. In welchem Umfang dies im ersten Halbjahr möglich war, wird die beginnende Bilanzsaison in der folgenden Woche zeigen. Alcoa, JP Morgan, die Citigroup, Intel und General Electric legen Zahlen auf den Tisch. Schätzungen gehen davon aus, dass die Bilanzen der 500 größten börsennotierten amerikanischen Unternehmen um über 22 Prozent mehr verdient haben als im Vorjahreszeitraum.

Auch für die deutschen Unternehmen sind Beobachter recht zuversichtlich. Südzucker und die Biosprit-Tochter Crop Energies markieren den Auftakt zur heimischen Bilanzsaison. Von unseren europäischen Nachbarn kommen unter anderem die Zahlen von Carrefour und Novartis dazu.

Die  beginnende Bilanzsaison soll vor allem die Sorgen um die angespannte Haushaltslage in verschiedenen Staaten zerstreuen. Allerdings wird sich die Börse weder von der Politik noch von der Wirtschaft auf Dauer verabschieden können, was einen schwierigen Spagat bedeutet.

Inzwischen scheint aus die Bestnote „Triple A“ für die USA nicht mehr sakrosankt zu sein.  Die Ratingagentur Moody's warnte vor der Gefahr einer Abwertung der Bonitätsnoten für US-amerikanische Anleihen, was einen bislang einmaligen Vorgang darstellt. Eigentlich ist die Warnung folgerichtig. Schließlich ist der Schuldenstand der USA  bei 85 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zählt man die Schulden der Staaten und Komunen hinzu, kommt man Berechnungen des Analysehauses Fairesearch zufolge auf 102 Prozent und damit durchaus auf griechische Verhältnisse.