Vorwort / Marktüberblick:

Die FED tagt am Mittwoch, es wird mit einem positiven Zinsentscheid in der Höhe von 25 – 50 BP gerechnet, jedoch: Es ist Wahljahr in den USA. In einem solchen ist eine Zinserhöhung nicht besonders großer Wahrscheinlichkeit und obwohl die Zahlen eine graduelle Verbesserung der US-Wirtschaft nahelegen, blieben doch die Auswirkungen auf Kreditnehmer und das Risiko einer binnen eines Jahres zu erwartenden Rezession, wenn die Wirtschaftszahlen doch zu optimistisch sein sollten. Fazit: Eine Zinserhöhung am Mittwoch ist nicht zu erwarten.

Punkt 1. Bund Future - Abwärtstrend

Wie heute im Tagesausblick steht, befindet sich der EUR Bund Future in einem Abwärtstrend, und zwart schon seit dem 24.06.2016, dem Brexit. Die nächsten markanteren Unterstützungslinien sind einerseits 161,88 – 161,72 sowie 158,15, die Aufwärtstrendlinie, welche immerhin seit April 2011 intakt ist. Das heißt, es gibt einen seit Kurzem laufenden Abwärtstrend, jedoch  auch eine Reihe von seit viel längerer Zeit laufenden Aufwärtstrends, deren Trendlinien die nächsten Unterstützungsmarken bieten – und Zielmarken darstellen, also 161,72 und 158,15. Für den Swing Trader bedeutet das, er kann short bleiben mit Stopp in der Gegend von 164,70 und mit einem Fall gen‘ obige Zielmarken rechnen, während der Trader die Chance auf eine temporäre Erholung, also 162,40 (-> 162,60 – 162,85 – 163,10) ins Auge fassen kann. Letzterer verkauft wieder mit etwas Abstand zum bisherigen Trendtief, etwa bei 161,10 (-> 164,40 – 160,00; Stopp 162,40).

Punkt 2. Deutsche Bank – Korrekturkurs

Die Aufgabe lukrativer Geschäftsfelder, das Einstellen einer noch größeren Zahl von Juristen sowie sogenannter Experten in sogenannter „Compliance“, also dem Wohlverhalten daran nicht interessierten Kunden, die stattdessen gute Ausführungen, qualifizierte Arbeit, eine breite Produktpalette und ausreichend Schalterpersonal bevorzugen würden, ist ja nicht mit Vernunft mehr zu diskutieren, bei der Deutschen Bank wie auch allen anderen nicht, aber der Kursverlauf spricht Bände: Der Kurs nähert sich eben erneut der großen Kurslücke vom 24.06.2016, die am Brexit-Day einen gewohnt kreativen Korrekturkurs, id est das Streichen von 3k Stellen, bekanntgaben. Da das Kaufinteresse eben wieder am Nachlassen ist, sollte ein erneuter Rückfall gen‘ 11,30 nicht ausgeschlossen werden. Ein Stopp bzw. Verkaufslimit bei 12,55 ist daher zu erwägen.

Punkt 3. Aktienmärkte – Risiken & Chancen

Das technische Bild der Aktienmärkte ist gemischt: CEE und Emerging Markets zeigen zusehends bullishe Charts, während die „etablierten“ Märkte stagnieren und seit Monaten nach einer bevorstehenden Korrektur aussehen. Letzteres ändert sich mit jeder Wortspende der Politik oder Notenbank wieder ein wenig, jedoch hat es noch nicht zu deutlichen Handelssignalen gereicht, weder für einen Crash, noch eine Rally. Somit haben wir eine Art Paradies für Swing Trader: Auf Sicht von 1 – 3 Tagen lassen sich hunderte Punkte erzielen, etwa im Dax, meinen „Lieblingsmarkt“. Anbei nun ein kleiner Überblick: Chancen und Risken am Aktienmarkt:

Der DAX zeigt ein Dreieck (gelb), also eine Konsolidierung, die mit einer Rally enden sollte. D.h., der aktuelle Rücksetzer sollte bei 10.525 oder spätestens 10.400 sein Ende finden und ein Kaufsignal bei 10.850 (-> 11.210 – 10.320) folgen.

Das technische Bild des Dow Jones Average steht dem augenscheinlich bullishem des Dax gegenüber, da der Kursverlauf sehr artifiziell wirkt mit seiner Unterstützungslinie bei 17.990, die schon seit 14.09.2016 hält. Ein Fall darunter würde die bullishe Dax-Prognose relativieren, diesen mit nach unten reißen, also unter 10.400 und wohl auch unter 10.100 in Folge.

Für den Dow bedeutet das, es kann zu einem erneuten Erreichen von 10.670  kommen, solange es  nicht zu 10.990 (-> 17.610 – 17.400 – 17.190) kommt, also einem Kursrutsch um nicht so dramatische rund 4,0%. Die rote Linie zeigt übrigens, dass wieder vermehrt Blue Chips gekauft werden. Das ist typisch für Krisenzeiten.

Der ATX sollte bis 2.620 gut sein, hat aber eben den Widerstand 2.500 erreicht und sollte durch einen Stopp bei entweder 2.455 oder 2.420 gegen einen Rücksetzer, der bis wenigstens 2.350 reichen könnte, abgesichert werden.

Fazit: Rohstoffe folgen in Kürze, also Gold, Silber, Gas und Erdöl, einen Überblick über unsere Arbeit bei Orpheus Risk Management Indices ebenso – wir liegen bei einer durchschnittlichen Outperformance von 7,0% gegenüber sämtlichen Hauptmärkten, und zwar seit Beginn 2016bei gleichem bis geringerem Risiko. Die Frage, warum Bogle (Vanguard) irrt und warum 2008 jederzeit nochmals voll durchschlüge, wird dabei erläutert.