So gab der DAX, nachdem er zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch (13.479) erreicht hatte, um 90 Punkte auf 13.127 Punkte nach. Der DJ EuroStoxx 50 Index verlor 1,6% auf 3.594 Punkte. Dagegen trat der S&P 500 Index auf der Stelle (2.582) und der MSCI World Value Index fiel um 0,84% auf 107,66 nach. Der Fondspreis gab von € 94,18 auf € 92,45 nach.

Wir haben uns im Berichtzeitraum von dem Unternehmen Roche Holding aus der Schweiz getrennt. Dieser Titel war seit Auflage des Fonds Bestandteil des Portfolios. Die Gründe für den Verkauf liegen weniger im Titel als viel mehr in unserer vorsichtigeren Haltung gegenüber Pharmawerten im Allgemeinen.

Neben zunehmend stärkerer Regulierung, insbesondere in den USA, und damit weniger Verhandlungsspielraum für höhere Preise bei Medikamenten, verhageln auch die Generikahersteller das Geschäft der großen Pharmawerte. Neu hinzu kommen zukünftig auch noch die Biosimilar, Generika auf biopharmazeuthische Produkte. Dies alles zusammen sollte das Wachstumspotenzial von Roche & Co. bremsen.

Eine Gewinnwarnung von unserem dänischen Windkrafthersteller Vestas Wind hat die Aktie in der letzten Woche massiv gedrückt. Obwohl ein Gewinn in Vorjahreshöhe für das Geschäftsjahr 2017 erreicht werden sollte, missfiel den Investoren der Rückgang der operativen Marge um 2%, sodass im abgelaufenen dritten Quartal das Betriebsergebnis von € 418 Mio. auf € 355 Mio. fiel.

Gründe für diese sehr überraschende Entwicklung: höhere einmalige Kosten und vor allem zunehmender Preisdruck bei Windkraftanlagen. Zwar nimmt Vestas hier eine führende Stellung ein, aber vor einem harten Konkurrenzkampf ist das Unternehmen nicht geschützt.

Zudem wird der Kurs noch von der Unsicherheit in Bezug auf die steuerliche Behandlung von Windkraft-Investitionen in den USA belastet. Das Ergebnis für die Aktionäre: die Aktie fiel von DKK 556 auf DKK 417.

Einen ähnlichen Kursrückgang erlebte Vestas Wind in 2014 und 2016 und jedes Mal danach konnte sich die Aktie wieder erholen. Wir halten weiter an der Aktie fest, da die Zukunftsaussichten bis 2030 für Windkraftanlagen weltweit überdurchschnittlich gut sind. Die Schätzungen liegen bei Wachstumsraten von jährlich 8%.

Gute Zahlen für das vergangene Quartal sindkeine Gewähr dafür, dass die Aktie auch gut performt. Diese Erfahrung musste Priceline machen. Zwar konnte die Muttergesellschaft von Booking.com einen Gewinn von $ 35,22 pro Aktie verdienen, die Konsensus Schätzung des Marktes lag bei $ 34,31, dennoch gab die Aktie von $ 1.891 auf $ 1.697 nach.

Ursächlich dafür war der verhaltene Ausblick des Managements für das letzte Kalenderviertaljahr. So erwartet der Vorstand, dass die Buchungen für Übernachtungen  „nur“ zwischen 8% - 13% gesteigert werden, anstatt der erwarteten 15%.

Besser lief es dagegen für die Aktionäre von Qualcomm. Hier bietet der Wettbewerber Broadcom insgesamt  $ 130 Mrd. für das gesamte Unternehmen (inkl. der Übernahme von $ 27 Mrd. Verbindlichkeiten). Dies würde ein Kurs pro Aktie von $ 70 bedeuten.

Qualcomm betrachtet die Übernahme als feindlich und will Gegenmaßnahmen einleiten, um die geplante Akquisition von Broadcom zu verhindern. Die Aktie konnte im Berichtszeitraum $ 10 auf $ 64,57 zulegen.  Sollte die Übernahme klappen, wäre das der größte bisherige Erwerb in der IT-Branche.

Gute Nachrichten vom größten Unternehmen der Welt, Apple, sorgten für einen weiteren Kursanstieg von $ 12 auf $ 174,67. Der gute Quartalsbericht, mit einem Umsatz von über $ 52 Mrd. (+12%) überraschte den Markt positiv, da viele Analysten eher mit einem verhaltenen Umsatzanstieg gerechnet haben. Denn normalerweise nimmt die Nachfrage nicht so zu, wenn ein neues iPhone kurz vor der Markteinführung steht.

Besonders der Ausblick für das erste Quartal (Weihnachtsgeschäft) befeuerte den Kursanstieg. So erwartet Apple für das laufende Quartal einen Umsatz von  $ 84 Mrd. bis $ 87 Mrd.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Börsenwoche.

Ihr

Dirk Müller & Andreas Schmidt

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