Der massivste Stellenabbau seit der Zeit der großen Depression in den 1930er Jahren führt in den USA allein im April zum Verlust von 20,5 Mio. Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote schnellte auf 14,7 Prozent von 4,4 Prozent nach oben.

Wir haben einen Blick auf die Prognosen von Bloomberg für das laufende Quartal des S&P 500 geworfen. Der Umsatz pro Aktie soll im Jahresvergleich, also Q2 2019 gegen Q2 2020, im Schnitt um zwölf Prozent niedriger ausfallen. Die größten Verluste auf Sektorebene werden im Automobilbereich mit minus 50 %, bei Öl & Gas mit minus 47 % oder im Transportwesen mit minus 44 % erwartet. Weniger negativ erwartet man Bereiche wie Haushaltswaren. Im Plus sind die Erwartungen für Gesellschaften in den Branchen Nahrungsmittel, Gesundheitswesen, Pharma oder Halbleitertechnik.

Auf der Ertragsseite sieht das Bild noch düsterer aus. Hier rechnet man mit Gewinnrückgängen von im Schnitt 42 %. Banken und Autos führen das Minus mit über 60 % an. Als "Gewinner", aber immer noch mit einem Minus von sechs Prozent schneidet der Halbleiterbereich ab.

Die Erwartungen der Volkswirte und Unternehmenslenker passen absolut nicht mit der aktuell positiven Stimmung an der Börse zusammen. Darüber sind sich die Kapitalmarkt-Akteure auch vollkommen im Klaren. Es ist die pure Erwartungshaltung einer bedingungslosen Öffnung der Geldschleusen durch Notenbanken und Regierungen mit der direkten Folge einer Inflation – oder schlimmer Stagflation, die die Aktienkurse stabil hält. Die Diskussionen drehen sich weitgehend um die Frage, ob es vor der endgültigen Inflationierung der Aktienkurse noch mal zu einem schweren Kurseinbruch kommt, oder nicht. Wir schließen uns der Erwartungshaltung eines nochmaligen schweren Abverkaufs im Jahresverlauf an, sind aber jederzeit auf dem Sprung, um unsere Positionierung an einen anderen Marktverlauf (direkte Inflationierung) anzupassen.

Der DAX konnte im Berichtszeitraum 24.04.20 - 08.05.20 gut 5,5 % zulegen. Chiphersteller und Maschinenbauer waren gefragt, Wirecard setzte die Abwärtsbewegung ungebremst weiter fort und verlor 36 %. Wir hatten die Position im Fonds schon vor Wochen verkauft.

Der S&P 500 stieg im gleichen Zeitraum um 3,28 %. Die größten Gewinner waren Gesellschaften für Netzwerksicherheit, Sicherheit rund um das Zuhause und Ölfirmen. Auf der Verliererseite befanden sich Unternehmen der Kosmetikbranche sowie Versicherungen und Banken. Diese kämpfen gerade an verschiedenen Fronten, von ausfallenden Darlehnsraten für Autokredite bis hin zu deutlich erhöhten Risikovorsorgen in ihren Bilanzen.

Unser Vergleichsindex, der MSCI World Value, stieg im Berichtszeitraum von 99,96 um 2,06 % auf 102,02, der Dirk Müller Premium Aktien Fonds gab 1,96 % auf 98,50 ab. Diese kleineren Tages-Schwankungen im NAV liegen in Einzelaktien begründet, die sich einmal schlechter, ein andermal besser als der Gesamtmarkt entwickeln sowie an sich verändernden Wechselkursen und immer wieder kleineren Anpassungen in den Absicherungen.

Neu im Portfolio ist die Aktie von Accenture. Der Dienstleister in Sachen Management- und Technologielösungen glänzt auch in der Krise durch stabile Umsätze (11,1 Mrd. USD) und Margen (30 % brutto). Der Free Cash Flow im zuletzt berichteten Quartal (Q2 2020 Fiskaljahr) lag bei 1,4 Mrd. USD.

Unsere Lachsaktie Bakkafrost konnte im Berichtszeitraum knapp zwölf Prozent zulegen, die kleinen Färöer-Inseln wurden nun offiziell als „coronafrei“ deklariert. iRobot vermochte 17 % zu steigen - zwar waren die Zahlen nicht berauschend, aber die von uns erwartete und nun erfolgte Ausnahmeregelung und Rückerstattung von Strafzöllen beflügelte. Mehr über unsere Depotlieblinge können Sie im neuen Format „Quartalszahlen Quick & Smart“ erfahren:

Die Berichte zu Edwards Lifescienes, Check Point Software, Corning und MSCI finden Sie hier.

Auch unsere Depotwerte iRobot, Alphabet, Mastercard und Microsoft öffneten ihre Bücher zum abgelaufenen Quartal. Dies können Sie hier nachlesen.

Quartalsberichte zu Illumina, Facebook, Amazon und Amgen können hier nachgelesen werden.

Fleißig waren wir für Sie auch bei Qualcomm, Tyler Tech, Apple und AON. Diese Titel können hier gefunden werden.

Weitere Kurzberichte finden Sie in den kommenden Tagen im Fonds-Forumhttps://forum.dirk-mueller-fonds.de/ und an dieser Stelle.

Wir wünschen Ihnen auch in diesen in allen Lebensbereichen schwierigen Tagen eine glückliche Zeit und hoffen, Ihnen mit unserem Fonds zumindest im Bereich der Geldanlage ein bisschen Ruhe und Stabilität geben zu können.

Herzliche Grüße

Ihr

Dirk Müller & Fonds Team