Begründet wurde das mit der inversen Zinsstrukturkurve in den USA. So war zeitweise die Rendite der 10-jährigen US Staatsanleihe tiefer als die 2-jährige. Aktuell jedoch rentiert die länger laufende Anleihe 0,08 % höher (1,61 % vs. 1,53 %). Die wieder positive Zinsdifferenz führte dann gegen Ende letzter Woche zu einer leichten Erholung an den Börsen. Insgesamt jedoch ist die Stimmungslage in der Wirtschaft, mit wenigen Ausnahmen, eher etwas angespannt.

Da die deutsche Wirtschaft stärker als viele andere Volkswirtschaften vom weltweiten Konjunkturverlauf abhängig ist, verwundert es nicht, dass der DAX in den letzten beiden Wochen weitere 2,6 % auf 11.562,74 Punkte nachgab. Damit liegt der deutsche Leitindex knapp 2000 Punkte unter seinem Allzeithoch vom Dezember 2017.

Weniger stark verloren hat im Berichtszeitraum der DJ EuroStoxx 50 Index. Dieser gab 47 Punkte oder 1,4 % auf 3.329,08 Punkte nach. Ein Grund ist die defensivere Ausrichtung (mehr nicht-zyklische Unternehmen) des DJ EuroStoxx 50 Index versus DAX Index. Deutlich von seinen Tiefstständen (2825) konnte sich der S&P 500 erholen und schloss am Freitag bei 2.888,58 Punkten. Dies führte in der Berichtsperiode zu einer negativen Wertentwicklung von 1,5 %. Der Vergleichsindex des Dirk Müller Premium Aktien Fonds (MSCI World Value Net Return in Euro) verlor 2,6 % auf 112,65 Punkte. Unser Fondspreis stieg dagegen von 99,93 auf 100,42.

Ein verhaltener Ausblick vom Netzwerkausrüster Cisco führte zu einer deutlichen Korrektur im Aktienkurs von $ 53,25 auf $ 46,96 (-11,8 %) Insbesondere die Umsätze mit Unternehmen brachen im abgelaufenen Quartal ein. Nach einem Plus von elf Prozent sahen wir nun im letzten Quartal ein minus von zwei Prozent. Diese negative Entwicklung setzte vor allem im Juli ein.

Hauptverantwortlich waren eine deutlich abgeschwächte Nachfrage aus China und UK. Ebenfalls belastete, dass das Aktienrückkaufprogramm auf dem Prüfstand stehe. Der Markt erwartet, dass eine Kürzung der Mittel anstehen wird, sodass die Nachfrage nach Cisco-Aktien in der nahen Zukunft weniger stark ausfallen wird. Belastet wurde der Aktienkurs jedoch durch die Aussage des Managements, dass der Umsatz im laufenden Quartal (1.8. – 31.10.) nur noch um ein Prozent wachsen soll. Auf dem gegenwärtigen Kursniveau wird das Unternehmen mit einem KGV von 14 bewertet, was vor dem Hintergrund der guten Marktstellung und positiven Zukunftsaussichten eher preiswert erscheint.

Trotz eines Anstiegs des Auftragsbestandes von 37 % auf insgesamt € 31 Mrd. mussten die Aktionäre vom dänischen Windkrafthersteller Vestas Wind einen Kursrückgang im Berichtszeitraum von 8,3 % auf DKK 505,40 nach DKK 551,60 hinnehmen. Grund hierfür war, dass das operative Ergebnis fünf Prozent unter den Erwartungen der Analysten ausfiel, was hauptsächlich durch einen deutlich intensiveren Wettbewerb der Windkrafthersteller verursacht wurde. Dies führte auch zu einer Preisreduktion pro MW Windkraft bei neuen Aufträgen von T€ 750 nach T€ 810 im ersten Quartal 2019. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei T€ 710.

Das Management sieht aufgrund des Handelsstreits - und damit verbunden höheren Zöllen - die Gefahr, dass die operative Marge weiter unter Druck geraten könnte. Wir bleiben weiterhin in Vestas Wind engagiert, da die Prognosen für diesen Bereich der erneuerbaren Energien Wachstumsraten von sieben Prozent bis 2030 vorhersagen. Die Bewertung von einem KGV 15 erscheint vor dem Hintergrund der guten Zukunftsaussichten eher günstig.

Die guten Zahlen von Amgen am 30. Juli wirken noch nach. Der Gewinn pro Aktie fiel mit $ 3,97 deutlich über den Erwartungen von 3,59 aus. Auch der besser als erwartete Umsatz von $ 5,871 Mrd. überzeugte die Anleger. Öl in das Feuer der Investoren goss noch einmal der Vorstand mit der Anhebung der Gewinnprognose von $ 13,78 auf € 14,02 (Mittelwert). Ebenfalls gut angenommen wurde vom Markt ein Medikament gegen Lungenkrebs, das sich derzeit in der Phase II befindet. Die Aktie kletterte auf ein neues Allzeithoch von $ 204,02 nach $ 185,90. Ein satter Anstieg von 9,7 % in zwei Wochen.

Aus einem Tal der Tränen scheint sich der amerikanische Pharmawert CVS Health zu verabschieden. Die Aktie übersprang seit Ende Februar wieder die Kursmarke von $ 60 und notierte am Freitag in New York bei $ 60,28 nach $ 55,71. Der Gewinn pro Aktie lag 20ct über den Erwartungen der Analysten von $ 1,69. Der Umsatz übertraf die Schätzungen der Analysten um $ 0,8 Mrd. Nach diesen guten Zahlen wurde der Ausblick für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Insbesondere der Anstieg der operativen Marge um 0,7 % auf 6,0 % überzeugte. Mit einem KGV von 8,6 und einer Dividendenrendite von über drei Prozent erscheint der Titel preiswert bewertet zu sein.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Börsenwoche.

Ihr Dirk Müller & Andreas Schmidt