Auch die weiterhin sich verschlechternden Konjunkturdaten, insbesondere in Europa, nahm der Markt kaum zur Kenntnis. Die Rentenmärkte schon, denn hier notierte am Freitag die 10-jährige Bundanleihe mit einer Rendite von – 0,70 % p.a.. Auf zehn Jahre bedeutet das, dass man dem Bund, dafür das man ihm Geld leiht, noch umgerechnet (ohne Zinseszinseffekt) sieben Prozent zahlen darf. Verrückte Welt!

Insbesondere der zyklische deutsche Leitindex DAX konnte in den letzten beiden Wochen um 4,4 % zulegen und stieg von 11.939 auf 12.469 Punkte im Berichtszeitraum vom 30.08 – 13.09. Ebenfalls gut nachgefragt waren Titel aus dem DJ EuroStoxx 50 Index. Dieser gewann über 123 Punkte oder 3,6 % auf 3.550,11 Punkte.

Weniger euphorisch war dagegen die Wall Street. Hier konnte der marktbreite S&P 500 Index sich um 2,8 % von 2926,46 auf 3007,39 Punkte verbessern. Noch besser erging es unserem Vergleichsindex, dem MSCI World Value Net Return Index. Der stark bankenlastige Index verbesserte sich aufgrund der Bankenrallye in der letzten Woche um 4,2 % auf 119,79 nach 114,99. Unser Fondspreis fiel im Berichtszeitraum um € 0,61 auf € 100,07.

„Opfer“ der Sektor Rotation, raus aus defensiven Wachstumswerten und rein in konjunktursensitive Titeln, war u. a. Bakkafrost. Der Titel von den Färöer Inseln gab um NOK 30 auf NOK 505 nach. Zwar ist der Lachspreis zuletzt aufgrund der starken Ernte unter Druck geraten, aber dies war nicht der Grund für den Kursrückgang. Vielmehr nahmen Hedgefonds aufgrund der guten Kursentwicklung in diesem Jahr die hohen Kurse bei vielen Werten aus dem defensiven Bereich zum Anlass, Kasse zu machen. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, bleibt abzuwarten.

In der Vergangenheit gab es öfter ein solches Verhaltensmuster, aber nach einiger Zeit drehte sich der Wind wieder zugunsten von Bakkafrost und Co. Wir halten an Bakkafrost selbstverständlich fest, weil wir das Unternehmen sehr gut aufgestellt sehen und die Nachfrage nach Lachs höher sein wird als das Angebot.

Ebenfalls unter Druck kam in der letzten Woche unser US-Biotechnologieunternehmen Amgen. Die Aktie musste Kurseinbußen von über $ 13 auf zuletzt $ 195,47 hinnehmen. Dies war ein Rückgang von 6,3 %. Neben dem bereits oben erwähnten Shift in konjunkturzyklische Werte sorgten auch die veröffentlichten Resultate in den Versuchsstadien von zwei Medikamenten für fallende Kurse bei Amgen. Die Ergebnisse waren gut, aber nicht gut genug, um den Aktienkurs in neue Kurshöhen zu katapultieren.

So nahmen viele Anleger die Gunst der Stunde wahr und verkauften Amgen Aktien, nachdem die Gesellschaft am 30. August einen neuen historischen Höchststand erreicht hat. Auch hier bleiben wir dem Unternehmen treu und halten weiter unsere Position. Weitere aktuelle Infos in unserem Forum unter: https://forum.dirk-mueller-fonds.de/node/3957.

Vor vier Wochen im Wochenbericht war Vestas Wind noch auf der Verliererseite zu finden. Wir berichteten „die Bewertung erscheint … eher günstig“, als der Aktienkurs um 8,3 % auf DKK 505,40 fiel. Heute landet der dänische Windkraftbetreiber bei den Gewinnern. Die Aktie erholte sich um 11,1 % von DKK 498,50 auf DKK 553,80. Mehr zum Unternehmen finden Sie im genannten Wochenbericht und im Forum des Dirk Müller Premium Aktien Fonds.

Weiter auf Erholungskurs ist unser US-Wert Activision Blizzard. Die Aktie stieg weiter von $ 50,60 auf $ 55,95, ein Kursgewinn in zwei Wochen von 10,6 %. Ein Grund ist die wieder erlangte Stärke des Spiels „Warcraft“. Auch neuere Mobilversionen für die Spiele „Call of Duty“ und „Diablo“ sorgten für Kursfantasie, denn alle drei Produkte sollten das Umsatzwachstum der Gesellschaft im nächsten Jahr beflügeln.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Börsenwoche.

Ihr Dirk Müller & Andreas Schmidt