Hier gab es weit mehr Enttäuschungen als erfreuliche Nachrichten zu vernehmen. So prognostizieren Analysten für die Unternehmen aus dem S&P 500 Index mit + 3,8 % den geringsten Umsatzanstieg seit dem 3. Quartal 2016. War der Umsatz noch im positiven Bereich, werden die Gewinne im abgelaufenen Kalendervierteljahr rückläufig erwartet.

Ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal 2018 von 1,9 % ist denkbar. Stärker unter Druck sind die Gewinne bei den Grundversorgern mit minus 19 % und IT-Werten mit minus zehn Prozent. Das sich die Aktienmärkte trotz dieser nicht gerade positiven Daten noch so gut halten, liegt vor allem an der Zentralbankpolitik der wichtigsten Notenbanken. Die forcieren vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Eintrübung ihre lockere Geldpolitik.

Der DAX-Index verlor im Berichtszeitraum 2,5 % und schloss am Freitag bei 12.260,07 Punkten. Am 5. Juli stand der deutsche Leitindex noch bei 12.568,53. Ein Grund für den überdurchschnittlich hohen Kursrückgang war der stärkere Kursrückgang des Indexschwergewichts SAP gewesen.

Etwas besser hielt sich dagegen der DJ EuroStoxx 50 Index. Dieser gab knapp 48 Punkte oder 1,4 % auf 3.480,18 nach. Nach einem Rekordhoch von 3.013,77 Punkten, aufgestellt am 12. Juli, musste auch der amerikanische S&P 500 Index Federn lassen und einen Kursverlust von 0,5 % hinnehmen. Nach 2.990,41 Punkten am 5. Juli schloss der Index am Freitag bei 2.976,61. Unsere Benchmark, der MSCI World Value Net Return gab in Euro 0,8 % nach. Sein Indexstand zuletzt: 117,11 nach 118,03 Punkten. Unser Fondspreis musste einen leichten Rückgang von 101,53 auf 100,81 hinnehmen.

Trotz guter Brokerstudien mit Kurszielanhebungen gaben die Aktien von Activision-Blizzard (Gaming) im Berichtszeitraum nach und verloren drei US-Dollar auf $ 45,14. Ein Kursverlust von 6,4 %. Ein Grund für diese Entwicklung war die Publizierung der Umsätze von den mobilen Geräten, die im zweiten Quartal mit minus 13 % rückläufig waren. Interessant auch die aktuelle Meinung der Broker zu Activison-Blizzard. 22 Analysten halten an ihrer Kaufempfehlung fest und nur ein Analystenhaus hat die Aktie auf Verkauf gestellt. Das Unternehmen aus Santa Monica (Kalifornien) wird am 8. August den Quartalsbericht veröffentlichen.

Ebenfalls unter Druck standen die Aktien des dänischen Insulinherstellers Novo Nordisk. Am 5. Juli notierte das Unternehmen noch bei DKK 339,30 und am Freitag sechs Prozent tiefer bei DKK 319. Eine bedeutende Unternehmensnachricht gab es nicht. Auch die Wettbewerber wie Sanofi und Eli Lilly mussten im Berichtszeitraum Federn lassen. Mehr Klarheit vom Unternehmen erwarten wir am 9. August mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen.

Weiter auf Erholungskurs befindet sich Nvidia. Das Unternehmen war auch im letzten Wochenbericht per 5. Juli schon auf der Gewinnerseite zu finden. Dieses Mal reichte ein Anstieg im Aktienkurs von $ 160,23 auf $ 168,44, um im Berichtszeitraum die beste Performance mit einem Plus von + 5,1 % hinzulegen. Hauptgrund war die gute Wertentwicklung des gesamten Chipsektors. Angeführt von Micron Technologies, AMD und anderen, die über recht gute Zahlen berichteten.

Ebenfalls eine überdurchschnittlich gute Performance erzielte der größte Krankenversicherer in den USA, die UnitedHealth Group. Grund für den Kursanstieg von 3,9 % war die Entscheidung der US-Regierung, eine neue Rabattierung von Medikamentenpreisen in den USA nicht weiter zu verfolgen. Wir berichteten am 11. Juli u.a. auf Facebook darüber. In der letzten Woche veröffentlichte UnitedHealth Group ein gutes Quartalsergebnis. Der Ausblick für den weiteren Jahresverlauf war jedoch etwas verhalten. Dennoch erhöhten 20 Analysten das erwartete Jahresergebnis. Dass die Aktie nicht höher steht, liegt vor allem an der weiterhin herrschenden politischen Unsicherheit in Bezug auf eine mögliche Einheitskrankenversicherung in den USA, die vor allem von einigen führenden Politikern der Demokraten befürwortet wird.



Wir wünschen Ihnen eine angenehme Börsenwoche.

Ihr Dirk Müller & Andreas Schmidt