In breiten Indices wie dem S&P 500 war dies kaum sichtbar. Ein weiterer bestimmender Faktor war US-Präsident Trump. Zum einen mit der unendlichen Geschichte Handelsstreit USA und China und zum anderen wegen eines möglichen Amtsaufhebungsverfahrens. So verwundert es auch nicht, dass die innenpolitische Situation in den USA die Wall Street mehr belastet hat, als die Börsen hier in Europa.

So verlor der S&P 500 Index in der Berichtsperiode 1,5 % und notierte zum Schluss wieder unter der wichtigen Marke von 3.000 Punkten. Sein Schlussstand am Freitag: 2.961,79. Der DAX-Index büßte 87 Punkte auf 12.381 ein. Ein leichter Rückgang von 0,7 %. Sein Tiefststand war am 25.09. mit 12.141 Punkten erreicht. Besser erging es da dem DJ EuroStoxx 50 Index mit einem Kursverlust von fünf Punkten auf 3.545,88 Punkte.

Auffallend war die Stärke der amerikanischen Währung. Trotz politischer Unruhe in Washington stieg der US-Dollar gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung weiter an und notierte mehr als ein Prozent fester bei Kursen um 1,0944. Unser Vergleichsindex stieg in Euro leicht um 0,3 % auf 120,15 Punkte an. Der Fondspreis vom Dirk Müller Premium Aktien Fonds fiel von € 100,07 auf € 99,75.

Gar nicht erfreulich war bei den Einzeltiteln die Kursentwicklung unseres IT-Wert Cognizant Technology. Zwar gab es von Unternehmensseite keine wichtigen News, dafür sorgten aber leichte Zurücknahmen von mehreren Brokern beim Kursziel für leichten Verkaufsdruck bei den Anlegern. Verunsichert wurden die Investoren zudem von verbreiteten Meldungen einer deutlichen Zunahme von gehandelten Putoptionen und Berichte über vermehrtes Leserinteresse bei den sozialen Netzwerken. Im Ergebnis führte dies zu einem Kursrückgang in der Aktie von $ 64,33 auf $ 58,75. Das Unternehmen wird erst am 31. Oktober über das abgelaufene 3. Quartal berichten. Wir bleiben vorerst noch in Cognizant investiert. Sollte sich unsere Meinung hierzu ändern, werden wir darüber berichten.

Unmittelbares „Opfer“ der politischen Stimmungslage in Washington wurden alle Pharmawerte mit Krankenversicherungscharakter. Warum? Weil der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden in Umfragen deutlich in der Wählergunst seiner Partei zurückfiel. Stattdessen konnten die Hardliner in Sachen „Einheitskrankenversicherung“ bei den Demokraten, insbesondere Frau Warren zulegen.

Die Befürchtung einiger Investoren ist es, dass mit einem möglichen Amtsenthebungsverfahren die Wiederwahl von US-Präsident Trump gefährdet sein könnte und die Demokraten, die sich den sozialen Themen deutlich verschrieben haben, hiervon die Nutznießer werden. UnitedHealth Group als größter privater Krankenversicherer litt in den letzten beiden Wochen unter diesem Szenario.

Obwohl die Aktie im Vergleich zu den Wachstumsraten sehr preiswert bewertet wird (KGV von 13 bei einem Wachstum von durchschnittlich mehr als zehn Prozent) und weiter Marktanteile gewinnt, wurde die Aktie regelrecht abverkauft. Am Freitag notierte das Unternehmen $ 215,26 nach $ 233,61 vor zwei Wochen. Wir halten die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Einheitsversicherung im Gesundheitssektor kommen wird, für sehr gering. Aus diesem Grund halten wir an UnitedHealth Group weiter fest!

Gute Zahlen präsentierte der Sportartikelhersteller Nike am 24. September. Statt einem erwarteten Gewinn von 70ct pro Aktie wurden 86ct erwirtschaftet. Eine positive Überraschung von mehr als 22 %! Auch der Umsatz fiel um zwei Prozent höher als erwartet aus. Im Geschäftsquartal wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von mehr als $ 10,66 Mrd. umgesetzt. Dies führte zu weiteren Kurszielanpassungen bei den Brokern, die ihre Gewinnschätzung für das gesamte Fiskaljahr, das am 31. Mai 2020 endet, weiter auf $ 2,97 je Aktie erhöhten. Wir bleiben weiter fest engagiert!

Für eine kleine Sensation sorgte Bakkafrost in der letzten Woche, als das Unternehmen die Übernahme von Scottish Salmon bekanntgab. Bakkafrost erwarb 68,6 % von dem bisherigen Großaktionär Nothern Link. Finanziert wurde dies u.a. durch die Ausgabe von neuen Aktien. Scottish Salmon produzierte zuletzt etwa 30.000 Tonnen Lachs. Bakkafrost etwas mehr als 50.000 Tonnen. Käufer von Scottish Salmon Lachs mussten ebenfalls eine Prämie zahlen. Ergänzt wird das Produktportfolio von Bakkafrost, weil die „Schotten“ auch geräucherten frischen Lachs anbieten.

Dass es sich bei der Transaktion um einen gelungenen „Fisch(Schach)zug“ handelt, beweist die Kursentwicklung von Bakkafrost, denn der Kurs stieg an dem Tag der Verkündigung. Ein ganz seltener Vorgang. Damit wird auch hier die Qualität des Managements von Bakkafrost unter Beweis gestellt, denn der Deal ist von Jahr eins an ergebnissteigernd für Bakkafrost. Die Aktie kletterte von NOK 504,47 auf NOK 533.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Börsenwoche.

Ihr

Dirk Müller & Andreas Schmidt