Aber es sieht nicht danach aus, obwohl der Dow Jones 23 Prozent höher als damals steht. Um lockere sechs Billiönchen US-Dollar ist die Börse dort angewachsen. Dabei sagten führende Meinungsexperten ein Desaster voraus. Bei Ärzten würde es heißen: „Wer heilt hat recht!“ Aber Trump heilt nicht. Er ist das Ergebnis eines gespaltenen Landes, das ihm hinterlassen wurde. Seine Versprechen aber wirkten wie frischer Wind in einer Kammer voller Mief und leerer Worte vermeintlicher Helden.

Money makes the world go round…

Seit der Finanzkrise 2007/08 ist der weltweite Marktwert der Börsen von rund 30 auf 100 Billionen US-Dollar angewachsen. Geld drucken macht eben doch reich. Es kommt nur darauf an – wen. Was war so falsch an diesem Mann? Mit der Neubesetzung der US-Notenbank wird er dafür sorgen, dass die Wall Street versorgt bleibt und es genügend Geld zu günstigen Konditionen geben wird.

Er versprach sogar, den Sumpf trocken zu legen. Die Frösche protestierten. Dabei lebt er selbst dort und wird wie seine Vorgänger das Geld dorthin pumpen. Was er nicht hat, wird er sich borgen. Fast jeder Präsident schaffte es, mehr Schulden zu machen als all seine Vorgänger zusammen – Hand in Hand mit der US-Notenbank. Ist Trump allmächtig? Oder ohnmächtig? Wir werden sehen…

Inzwischen hat der Staat 20 Billionen US-Dollar Schulden. Und wohin floss das Geld? In den Sumpf. Die Kreditlast der US-Bürger wiegt inzwischen so schwer wie Beton an den Füßen in den Mafia-Filmen. Die Amerikaner haben 3,8 Billionen US-Dollar für den Konsum anschreiben lassen. Studenten stehen mit 1,5 Billionen US-Dollar in der Kreide. Die Kredite für Autos und auf den Kreditkarten haben die Billionengrenze überschritten. Damit klappt es auch mit dem US-Aufschwung auf der Basis neuer Schulden.

Bei 65 Billionen US-Dollar Gesamtverschuldung fragt man sich doch, wie diese Summe eines Tages beglichen werden soll. Mit neuen Schulden! Das ist das Geheimnis und das Geschäftsmodell der USA. Wer weiß das besser als Donald Trump und seine Gehilfen?

© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten (Langfassung)

Beitrag senden Beitrag drucken