Liebe Leserinnen und Leser,

nach einem schwächeren Wochenstart konnten sich die Kurse im Dax bis zum offiziellen Handelsschluss der Woche über die Tage wieder ganz gut berappeln und der deutsche Leitindex schloss so mit einem Miniplus bei 12.468 Punkten nahezu unverändert, nachbörslich ging es dann - gemeinsam mit dem Dow Jones - jedoch wieder um 90 Punkte in den Keller.

Hauptsächlich die Lage im Nahen Osten sorgt damit weiter für Verunsicherung, während der erwartungsgemäß ausgefallene Zinsentscheid der Fed, die Zinsen um 25 Basispunkte weiter zu senken sowie der große Verfallstag an den Terminmärkten nur für sehr kurzfristige Ausschläge sorgten. Zuletzt hatte der US-Präsident am Freitagabend die Aussendung von neuen US-Truppen in die Golfregion genehmigt – diese sollen jedoch nur der Verteidigung dienen.

Attacke auf saudische Ölproduktion bringt Nahen Osten bis auf Weiteres zurück in den Fokus

Bevor am Freitag die Klimawelle einhellig über die gesamte Medienlandschaft hereinbrach, gab es die Tage zuvor nur ein Thema: Die Anschläge auf die saudische Ölproduktion vom letzten Samstag, zu denen sich die Huthi-Rebellen bekannt haben, aber der Iran seitens Saudi-Arabiens und dessen Bündnispartner USA beschuldigt wird, welcher jedoch wiederum jegliche Schuld von sich weist. Zwar waren die wilden Eskapaden am Ölmarkt schnell vorbei und die Angst vor einer neuen Ölkrise eingefangen, doch die Eskalationsgefahr im Nahen Osten damit wieder deutlich gestiegen und neben allen Handelsstreitigkeiten zurück in den Fokus an den Finanzmärkten gerückt.

Zwar will Trump weiterhin einen Krieg vermeiden, wie er selbst - unter der Drohung den Iran „innerhalb von einer Minute“ mit einem gleichzeitigen Militärschlag auf wichtige Ziele treffen zu können – wiederholt verkündete. Gleichzeitig verhängte die US-Regierung neue Sanktionen wegen angeblicher „Finanzierung terroristischer Aktivitäten“ gegen den Iran, um dem Land die Einkommensquellen weiter zu beschneiden.

Der iranische Außenminister Sarif hatte zuvor bereits ebenfalls betont „keinen militärischen Konflikt“ zu wollen, aber sogleich im Falle eines Angriffs durch die Saudis oder die USA mit einem „umfassenden Krieg“ gedroht. Wem diese Anschläge nutzen könnten und weitere Gedanken zu den Hintergründen teilt Dirk Müller hier.

Handelskrieg: USA und China sitzen wieder am Verhandlungstisch

Während es an der Front im Nahen Osten immer heißer wird, gibt es im sino-amerikanischen Handelskrieg neue Zeichen der Entspannung, Trump spricht mal wieder von „bedeutenden Forttschritten“ in den Verhandlungsgesprächen, welche im Vorfeld der Hauptverhandlungen mit Mnuchin im Oktober von den Unterhändlern bereits wieder aufgenommen wurden.

Wie in der letzten Woche an dieser Stelle ausgeführt, könnte sich die Aushandlung eines „Übergangsdeals“ als wirksames Mittel für den US-Präsidenten in den anstehenden Wahlen um das höchste Amt erweisen.

Wie es mit all diesen Themen weitergeht, lesen Sie am Montag hier auf Cashkurs. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine wunderschöne Zeit, in der Sie den herrlichen Spätsommer genießen können – fernab von all den neuen und alten Krisenherden dieser Welt - und selbstverständlich viel Spaß und Erkenntnisgewinn beim Lesen und Anschauen unserer Beiträge.

Sehr herzlich,

Ihre Cashkurs-Redaktion