Guten Tag meine Damen und Herren,

auch diese Woche sehen wir im DAX wieder fast ausschließlich die gewohnten grünen Vorzeichen. Die nächsten Marken lassen sich nach oben bei 12.500 und nach unten bei 11.500 Punkten festmachen. Die Spannen sind momentan immens und lassen kaum enge Marktabstimmungen zu. Die Bewegungen werden größer. Darauf muss man sich einstellen. Aktuell ist Bullenmarkt angesagt. Wir neigen dazu, zu vergessen, wie fallende Kurse aussehen. Das macht es durchaus gefährlich. Man sollte bei aller Begeisterung über die steigenden Kurse, die durchaus noch anhalten könnten, nie vergessen, dass die Börse keine Einbahnstraße ist. Was hoch steigt, kann auch tief fallen. Momentan sieht es nicht danach aus. Im Hinterkopf sollte man dies jedoch immer berücksichtigen.

Gute Zahlen nach zuletzt eher negativen Meldungen

Deutschlands Einzelhandelsumsätze für den Februar sind gegenüber dem Vorjahr um 3,6% gestiegen. In Deutschland läuft also nach wie vor alles rund. Auch Spanien meldet Positives in Bezug auf das BIP für das erste Quartal. Hier konnte immerhin ein Plus von 0,8% erreicht werden. Wir nehmen die Meldungen mit erster Freude zur Kenntnis. Auch aus den USA kommen einmal wieder positive Zahlen, nach zuletzt eher negativen Meldungen. Die „schwebenden“ Hausverkäufe, besser bezeichnet als anstehende Hausverkäufe sind im Februar um 3,1 % gestiegen.

Euro Schwäche hält weiter an

Die Bank of Amerika erwartet eine weiter anhaltende Schwäche des Euro und weist auf eine anstehende Parität des Euro gegenüber dem US-Dollar hin, also ein Verhältnis von 1:1. Die aktuellen Turbulenzen um Griechenland geben hier natürlich zusätzliches Futter für die These. Wie weit die Entwicklungen in Griechenland bereits eingepreist sein müssten, sei dahingestellt. Allemal liefert die Regierung in Athen wieder heiße Diskussionsgrundlagen.

Unternehmen im Blick

Einen kleinen Sprung konnte in dieser Woche die Aktie von Manz hinlegen. Hier gab es einen Auftrag für eine Pilotanlage für Elektroautobatterien aus den USA. Ein nicht näher benannter großer Hersteller hat den Auftrag gegeben, gemunkelt wird über Tesla. Die Aktie reagierte mit einem Kursplus von über 7%. Nachdem das Unternehmen in den letzten Jahren immer wieder gebeutelt wurde, tun kleinere Zwischensprünge gut, auch wenn hier nur die Fantasien der Investoren und Spekulanten angeregt werden. Aus Sicht des Value-Investors ist Manz dennoch aktuell kein Kandidat fürs Depot.

Der Auftrag bei Manz passt übrigens zur Meldung von Tesla. In einem mysteriösen Tweet via Twitter kündigt Elon Musk eine neue Produktlinie an. Es geht dabei also nicht explizit um ein neues Fahrzeug. Was könnte das sein? Die Börsenwelt spekuliert heftig. Möglicherweise könnte es sich dabei um Batterien für Heimenergie handeln. Auch hier nimmt die Aktie die Meldung dankend entgegen. Sie kennen meine Meinung zu Tesla. Aus fundamentaler Sicht sind die Kurse massiv zu hoch. Fantasien werden dennoch nahezu regelmäßig neu befeuert.

IBM verkündet, über 3 Mrd. Dollar in das Internet der Dinge investieren zu wollen. Dabei geht es um die Vernetzung sämtlicher Haushaltsgeräte. 90% der Daten die man erheben könnte, werden laut IBM noch gar nicht erhoben und das möchte man ändern. Man möchte eine Open Cloud schaffen, in der die Firmen die Daten aus dem Internet der Dinge vernetzen können und neue Erkenntnisse daraus gewinnen können. IBM ist damit wirtschaftlich sicher auf einem guten Weg, auch wenn zunächst erst einmal investiert werden muss, bevor damit Gewinne erzielt werden können.

Da schau an! Gas in Griechenland

Kommen wir zu Griechenland. Der griechische Verteidigungsminister hat den USA jetzt eine Aufteilung der griechischen Öl- und Gasvorkommen im Verhältnis 70 zu 30 angeboten. Das hat er auf einem Kongress in New York berichtet und das Angebot wohl auch Victoria Nuland unterbreitet, die das prüfen möchte. Aus Regierungskreisen in Griechenland ist zu hören, dass das kein offizieller Vorschlag der Regierung sei. Ja warum? Weil unter anderem der Strukturreformminister gerade mit dem gleichen Vorschlag in Russland unterwegs ist, um dort dafür zu werben, sich mit Russland die Öl- und Gasvorkommen zu teilen. Ja, der Grieche ist schon ein Schlitzohr. Der möchte Gasvorkommen verschachern, die es doch gar nicht gibt, wie wir bei Markus Lanz gelernt haben. Da werden Frau Nuland und Herr Putin erst mal runter tauchen und das prüfen, bevor sie hier den Griechen auf den Leim gehen, nicht wahr?! Am Montag trifft sich übrigens der Energieminister Griechenlands mit seinem russischen Kollegen und dem Gazprom Chef. Auch alles naive Blauäugige, die an die Vorkommen glauben. Brüssel und Berlin sind derweil stinksauer über das Anbandeln mit Russland. Hier macht man sich große Gedanken. Naja, man sollte sich mal fragen, wo es denn herkommt.

Konnte man nicht ahnen – Steuergelder weg

Der griechische Finanzminister Varoufakis äußert sich wie folgt: Es wäre eine Tatsache dass Griechenland kein Recht hatte, sich zu einer Zeit, zu der es seine öffentlichen Schulden nicht mehr bewältigen konnte, Geld von den deutschen und europäischen Steuerzahlern zu borgen. Das war 2010/2011. 2011 saß ich zusammen mit Otto Fricke bei Anne Will und habe gesagt, was die Bundesregierung mache, grenzt an Veruntreuung von Steuergeldern, wenn man wohlwissend, dass das Geld nicht zurück kommt, weil die griechischen Schulden nicht tragfähig sind, Steuergelder an Griechenland überweist. Damals brachte mich die Aussage fast noch an den Rand einer Klage (mit einem Augenzwinkern zu sehen). Heute bestätigt auch der griechische Finanzminister, dass man sich das       Geld nie hätte borgen dürfen. Aber dazu gehört auch immer ein anderer, der dieses Geld nie hätte verleihen dürfen und das war die Bundesregierung im Einklang mit der Troika und dem IWF, die damals, wie wir heute wissen, behauptet hatten, die griechischen Schulden wären tragfähig, obwohl sie es besser wussten. Also ob das nicht langsam wirklich mal ein Fall für die Staatsanwaltschaft werden sollte, kann doch mal in den Raum gestellt werden. Jeder macht, was er will und Milliarden an Steuergeldern landen im Kamin.

Sparern geht’s an den Kragen

Aktuell sehen wir massive, konzertierte Angriffe auf die Sparguthaben. So scheint es zumindest, wenn man ein bisschen in den Zeitungen blättert. Österreich schafft nun z.B. die staatlichen Garantien für die Spareinlagen ab. Damit nehmen sie eine EU-Richtlinie auf, die auch in den restlichen Staaten umgesetzt werden wird. Keine Garantien also für die österreichischen Sparer mehr. Damit erhält Österreich die Vorreiterrolle in der Umsetzung. Die Österreicher werden sich also ab sofort darauf verlassen müssen, dass die Bank, der sie vertrauen nicht den Lehman macht, bzw. deren Sicherungseinrichtungen so gut sind, dass die Einlagen nicht gefährdet sind.

Wie stabil ist die Hausbank? Die Frage sollte man sich nun stellen.

Aber auch aus Australien macht in Bezug auf die Sparguthaben von sich reden. Dort möchte man nun eine Steuer auf Sparguthaben einrichten. Eine Strafsteuer für den, der spart? Eigentlich ein Jubeltag für die Anhänger Silvio Gesells. Schuldgeldsystem, Negativzins, Geld muss im Umlauf sein... Sie kennen die Eckpunkte. Investieren oder ausgeben. Das sind die einzigen Alternativen und das scheint allemal sinnvoll, wenn man sich mit dem Geldsystem näher auseinandersetzt. Der kleine Sparer sollte allerdings von diesen Steuern ausgenommen werden. Diejenigen, die auf großen Summen sitzen und Geld nur verleihen wären demnach zu besteuern. Sinnvoll wäre es eine geschützte Maximalsparsumme einzuführen und darüber hinaus Anreize zu schaffen, die zum Investieren anregen.

Ich wünsche Ihnen ein ruhiges und erholsames Osterwochenende mit hoffentlich nicht allzu stürmischem Wetter und natürlich viel Spaß beim Lesen der Beiträge.

Herzlichst

Ihr Dirk Müller