Nachdem der Immobilienkonzern Vonovia (ISIN: DE000A1ML7J1) auf der letzten Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende vorgeschlagen hatte – es war die dritte in Folge -  stieg diese um 19 Prozent von 94 Cent auf 1,12 Euro. Alternativ zur Ausschüttung in Geld haben die Aktionäre die Möglichkeit eine Aktiendividende in Form von neuen Aktien zu erhalten.

Für 2017 wird eine Dividende von 1,32 Euro und für 2018 von 1,42 Euro erwartet. Basierend auf dem aktuellen Kursniveau entspricht dies einer Dividendenrendite von rd. 3,6 Prozent für 2017 und knapp 4 Prozent für 2018.

Das operative Ergebnis (Funds From Operations: FFO) stieg auf knapp 761 Mio. Euro (Vorjahr: 608,0 Mio. Euro). Für das Jahr 2017 soll der FFO laut Unternehmensangaben auf 830 bis 850 Mio. Euro steigen.

Unternehmensentwicklung

Vonovia ging 2013 als Deutsche Annington an die Börse. Ihre Schwestergesellschaft war die britische Annington Homes.  Diese hatte  vom britischen Verteidigungsministerium Häuser und Wohnungen der britischen Streitkräfte übernommen. Die Deutsche Annington wurde 2001 mit dem Erwerb von 11 (von 18) Eisenbahnerwohnungsbaugesellschaften des Bundes mit rund 65.000 Wohnungen aktiv.

2003 erwarb sie die Heimbau AG mit rund 10.000 Wohnungen und 2004 4.500 ehemalige Werkswohnungen von RWE. Angeblich mit einem Kaufpreis von durchschnittlich 50.000 Euro pro Wohnung.  Nach der Übernahme der Viterra AG mit 152.000 Wohnungen für knapp 7 Milliarden Euro (etwa 46.000 Euro pro Wohnung) stieg sie mit rund 230.000 Wohnungen zum damals größten deutschen Immobilienunternehmen auf.

Börsengang

Nach aufwendigen Restrukturierungsmaßnahmen, die zu erheblichem Personalabbau, Umschuldungen und der Gründung einer eigenen Handwerkerorganisation führten, erfolgte der Börsengang. Der Emissionspreis lag bei 16,50 Euro pro Aktie.

Quelle: finanzen.net

Seit dem Börsengang hat sich der Aktienkurs weit mehr als verdoppelt. 2015 übernahm sie die  Gagfah für 3,9 Mrd. Euro und benannte sich in Vonovia um. 

Geringer Eigenkapitaleinsatz

Der Eigenkapitaleinsatz beim Immobilienkauf ist relativ gering. Dementsprechend kann eine hohe Hebelwirkung auf das Eigenkapital erzielt werden. Gleichzeitig wird das Investment aber auch riskanter und das Unternehmen anfälliger bei Zinsänderungen und Mietpreisrückgängen.

Glaubt man jedoch den Unternehmensangaben sind weitere Renditesteigerungen, unter anderem durch Mieterhöhungen zu erwarten.

Schwächen

Im Rahmen des Mietmanagements wurden auch schwer nachvollziehbare Fehler gemacht. So hatte das Unternehmen ein Gerichtsverfahren verloren nachdem es den Versorgungsvertrag mit Unitymedia gekündigt hatte und die Anschlüsse in ihren Wohnungen auf die Deutsche Multimedia Service GmbH (DMSG), eine eigene Tochtergesellschaft, die mit der Deutschen Telekom zusammenarbeitet, umgestellt  wurden.  Laut dem Urteil des Amtsgerichts Dortmund (AZ 433 C 5966/13) dürfen jedoch die Kosten für die Kabel-TV-Versorgung nicht auf die Betriebskosten umgelegt werden, sofern im Mietvertrag geregelt ist, dass der Vermieter keinerlei Empfangsmöglichkeiten zur Verfügung stellt und der Mieter einen gesonderten Vertrag abschließen könne.

Fazit

Analysten sehen die Kursentwicklung mittelfristig positiv. Für Anleger, die Wert auf Dividendenrendite legen und am Wohnungsbestand teilhaben wollen, ohne selbst Wohnimmobilien zu kaufen und an weiter steigende Immobilien- und Mietpreise und stabile Zinsen glauben,  ist die Aktie eine Überlegung wert.