Theodor J. Tantzen äußerte sich kürzlich außerordentlich optimistisch zum Wohnimmobilienmarkt in Deutschland. Er ist Vorstand der  PRINZ VON PREUSSEN -GRUNDBESITZ AG. Diese baut, kauft, saniert  und verkauft Wohnimmobilien in bundesdeutschen Metropolregionen. Der Schwerpunkt liegt aktuell auf Berlin, Frankfurt  und Düsseldorf.

Seit 2007 haben sich Immobilienwerte in Metropolen verdoppelt

Investitionen bergen Chancen, aber stets auch Risiken. Oldtimer, Gold, Anleihen oder Immobilien? Was ist mittelfristig am lukrativsten, fragten sich Anleger zu jeder Zeit. Prognosen blieben Prognosen, aber sicher ist: Wer vor zehn Jahren sein Geld in Immobilien investierte, habe eine wirklich ausgezeichnete Wahl getroffen – die Wertzuwächse seien beachtlich. Immobilien in begehrten Vierteln – insbesondere in Metropolen – hätten ihren Wert seit 2007 verdoppelt, so Tantzen.

Preise steigen auch im nächsten Jahrzehnt

Angesichts der heutigen immobilienpreise stellten sich Anleger die bange Frage, wie sich der Immobilienmarkt weiter entwickeln wird. Wo stehen wir in den nächsten zehn Jahren?

Tantzen wörtlich: „Wie vor zehn Jahren, wie vor 20 Jahren – bin ich auch für die Zukunft optimistisch: Alles spricht dafür, weiterhin in Immobilien zu investieren. Solange das fiskalische Rahmenumfeld stimmt, lohnt es sich, weiter in Betongold zu investieren. Ein sicherer Indikator für weitere Wertzuwächse von Immobilien ist die ungebremste Nachfrage nach lukrativen Immobilien. Es ist unverkennbar: Der Bedarf steigt weiter. (…) Meine Überzeugung: Die Immobilienpreise werden weiter steigen – auch im nächsten Jahrzehnt.

Professionelle Anleger suchten derzeit in der Bundesrepublik händeringend Objekte, weil andere Anlagenstrategien riskant erschienen oder mittelfristig nicht lukrativ genug seien. Sie verließen sich damit konsequent auf weiterhin steigende Immobilienpreise in Deutschland und auf eine anhaltend kräftige Immobiliennachfrage. Da die Mieten zugleich mitzögen, blieben Immobilien weiterhin reizvoll.

Bauland sei in den Metropolen zusehends schwerer zu finden.

Internationale Anleger

Internationale Anleger konkurrierten immer häufiger auf unserem heimischen Immobilienmarkt, den sie gerade für sich entdeckten. So träten in Berlin, Frankfurt und Hamburg immer öfter chinesische Anleger als finanzstarke Investoren auf.

Tatsächlich zeigt die Rubina Real Estate in ihrer soeben erschienen Studie „China investiert“, dass wohlhabende Chinesen zunehmend im Berliner Wohnimmobilienmarkt investieren.

Damit begründet Tantzen auch sein Fazit, dass auf lange Sicht deutsche Immobilien den Anlegern weltweit auch in den nächsten Jahren ein sattes Plus ermöglichen würden. Es gäbe also auch für deutsche Anleger viele gute Gründe, in Immobilien zu investieren.

Den Optimismus kann man teilen…

Muss man aber nicht. Einerseits darf man die Quellen solcher Analysen und Aussagen nicht ignorieren. Für bestimmte Analysten ist Optimismus schlicht umsatzfördernd. Auch wenn die Zahlen stimmen – wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass der Immobilienboom hauptsächlich zinsgetrieben ist.

EZB-Sitzung

Am 07.09. findet die nächste geldpolitische Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt statt. Die (offizielle) Inflationsrate ist in der Euro-Zone im August auf 1,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, nach 1,3 % im Juli. Dies teilte das Statistikamt Eurostat in einer ersten Schnellschätzung mit.

(Quelle: Eurostat)

Da die EZB eine (offizielle) Inflationsrate von 2 % anstrebt, ist noch kein Druck zu einer restriktiveren Geldpolitik erkennbar. Trotzdem ist eine Reduktion der monatlichen Anleihekäufe ab Januar 2018 nicht auszuschließen.  Einen dahingehenden Beschluss  könnte der EZB-Rat bereits auf der nächsten Sitzung in dieser Woche fällen, da die Konjunkturerholung -nach offizieller Lesart- stabil ist und sich der Arbeitsmarkt verbessert. Die Arbeitslosenquote der Eurozone verharrte im Juli bei 9,1 %. Dies ist die niedrigste Quote seit Anfang 2009.

Als Problem gilt die Schwäche der anderen wichtigen Währungen gegenüber dem Euro. Eine  Reduzierung des Anleihekaufs müsste von der EZB gegenüber der relativen Euro-Stärke dargestellt werden. Das dürfte nicht einfach werden. Warten wir ab, was am 07.09. in Frankfurt entschieden wird.

Dass diejenigen, die 2007 in Immobilien investiert haben, heute die großen Gewinner sind, wie weiter oben vom Vorstand der Prinz von Preussen Grundbesitz AG ausgeführt wird, ist natürlich richtig.

Nach meiner persönlichen Erfahrung waren bis 2010 Investitionen in Wohnimmobilien nahezu idiotensicher.

Heute ist das Risiko deutlich höher und eines ist klar: Steigen die Zinsen, wird der Immobilienmarkt mit ungeahnter Wucht über uns hereinbrechen.

Aber die Zinsen, so hört man allerorten, werden nie mehr steigen. Na klar, heute ist wieder mal alles anders als früher. Achtung! Der letzte Satz ist Ironie.