Grundsätzlich gibt es bezüglich Bitcoin und anderer digitaler Währungen nur zwei Auffassungen. Die eine Gruppierung lehnt Kryptowährungen grundsätzlich ab, die andere sieht in ihnen die Zukunft des Geldes. Ich persönlich stehe den digitalen Währungen positiv gegenüber, was aber nicht heißt, dass ich andere herkömmliche Formen des Geldes ablehne. Nach wie vor bin ich ein großer Fan der Edelmetalle und vor allen Dingen auch des herkömmlichen Bargeldes. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, wie lange wir noch mit Münzen und Scheinen bezahlen können. Die Freiheit, die das Bezahlen mit Bargeld mit sich bringt wird immer mehr beschnitten. Ob sich in unserer Gesellschaft genügend Menschen finden werden, die sich dagegen auflehnen werden und Initiativen wie „Pro Bargeld – Pro Freiheit“ unterstützen bleibt abzuwarten.

Manipulation mit Hilfe des Framings

Die Manipulation und Propaganda gegen das Bargeld läuft über die Medien schon seit längerem mit der Technik des Framings. Hierbei werden Begriffe stets mit anderen negativen oder positiven Aussagen und Bildern verbunden. Dadurch werden in unserem Unterbewusstsein entweder negative oder positive Gefühle in Bezug auf verschiedene Begriffe, Gruppen, Personen oder Organisationen erzeugt. Die Benutzung von Bargeld wird hierbei immer mehr  mit Steuerhinterziehung, Schwarzgeschäften, Waffenkäufen, etc. in Verbindung gesetzt.

Die neuen GoBD

Zudem hat das Bundesministerium der Finanzen bereits seit dem 1. Januar 2016 (Gesetz aus dem Jahre 2010) die sogenannten „Grund­sät­ze zur ord­nungs­mä­ßi­gen Füh­rung und Auf­be­wah­rung von Bü­chern, Auf­zeich­nun­gen und Un­ter­la­gen in elek­tro­ni­scher Form so­wie zum Da­ten­zu­griff (GoBD) massiv verschärft. Beispielsweise sollten Einzelhandelsgeschäfte mit hohem Bargeldaufkommen unbedingt darauf achten, dass Stornos auch geringster Kleinstbeträge dokumentiert und vom Kunden unterschrieben werden. Bar oder per EC-Karte bezahlte Rechnungen von Handwerksbetrieben müssen in zeitlich genauer Reihenfolge verbucht werden. Kasseneinnahmen und -ausgaben müssen täglich festgehalten und in ein Kassenbuch ebenfalls in zeitlich richtiger Abfolge eingetragen werden. Das alles bedeutet für kleine Einzelhandelsgeschäfte und auch Handwerksbetriebe einen nicht unerheblichen Mehraufwand, der diesen Unternehmen die Annahme von Bargeld immer mehr madig machen wird.

Neue Pflichten ab 1. Januar 2017

Des Weiteren gelten ab dem 1. Januar 2017 neue Pflichten für die Benutzung von Registrierkassen: Genau wie bei allen anderen steuerlich bedeutsamen Einzeldaten müssen auch die Bons und Rechnungen, die mit einer Registrierkasse erzeugt wurden unveränderbar sein und vollständig aufbewahrt werden. Die erfassten Daten der Kasse dürfen nicht komprimiert werden. Eine rein gedruckte Form ist bei der Aufbewahrung der Daten nicht mehr zulässig. Bei Missachtung der neuen GoBD drohen bei einer Buchprüfung durch das Finanzamt erhebliche Zuschätzungen zum Umsatz in Höhe von 20 bis 30 Prozent.

Das Ziel dieser neuen Verordnung dürfte klar sein. Das Bezahlen mit Bargeld soll auch den Unternehmen durch höhere Kosten und mehr Verwaltungsaufwand madig gemacht werden. Es läuft also immer mehr darauf hinaus, einen durchsichtigen Bürger und ein System zu erschaffen, in welchem jede Finanztransaktion nachvollziehbar ist und kontrolliert werden kann.  Zudem generieren unbare Zahlungen nebenbei zusätzliche Einnahmen für Banken und Sparkassen, die bei Barzahlungen nicht anfallen.

Bitcoin & Co. noch immer in den Kinderschuhen

Anfang der 1990iger Jahre steckte das World Wide Web noch in den Kinderschuhen. Wohl kaum jemand konnte sich damals vorstellen, in welchem Maße das Internet das Leben auf der Erde, die Wirtschaft und vor allem die privaten und geschäftlichen Beziehungen beeinflussen würde.

Ähnlich sieht es heute im Bereich der dezentralen, digitalen Kryptowährungen aus. Die Systeme sind teils immer noch unausgereift und vor allem in der Geschäftswelt wenig akzeptiert, haben aber ein gewaltiges Potential. Während herkömmliche Banken zurzeit weltweit mehr als eine Milliarde Transaktionen pro Tag abwickeln, sind es bei Bitcoin & Co. gerade einmal 250.000 bis 500.000 Zahlungs- und Überweisungsvorgänge. In Bezug auf die Abschaffung des herkömmlichen Bargelds haben digitale Währungen in Zukunft durchaus das Potential jedem Nutzer ein Stück Freiheit zu bewahren. Denn im Gegensatz zum Giralgeld der Banken wird es bei vielen neuen Währungen aufgrund ihrer Struktur immer möglich sein, Transaktionen von Nutzer zu Nutzer (P2P) anonym, bzw. schwer nachvollziehbar durchzuführen.

Der Bitcoin-Kurs in den letzten Jahren: Ein stetes Auf und Ab

Im Nachgang betrachtet wären Bitcoins ein ideales Investment gewesen, um den Cost-Average-Effekt auszuspielen. Die Volatilität war teils mehr als extrem: Nachdem der Bitcoin-Kurs in den Anfangsjahren 2011 bis Ende 2012 im Bereich von vier bis zehn Euro gehandelt wurde, kam es zu Beginn des Jahres 2013 zu einem ersten bemerkenswerten Kursanstieg auf rund 125,00 Euro. Im November 2013 startete dann ein Hype auf über 700,00 Euro pro Bitcoin. Danach bewegte sich der Kurs bis Mitte des letzten Jahres in einer Range zwischen 200,00 und 500,00 Euro. Im letzten Sommer startete dann eine Rallye, der den Kurs auf neue Höchstwerte brachte. Der aktuelle Kurs liegt zurzeit bei 1.155,00 Euro (Stand 13.03.2017) und damit bemerkenswerter Weise höher als der Preis von 1.135,00 Euro für eine Feinunze Gold. (Stand 13.03.2017)

Bitcoin: Leichter Rückschlag durch die US-Börsenaufsicht SEC

Zuletzt gab es einen leichten Rückschlag für die Bitcoin-Community: Die US-Börsenaufsicht SEC lehnte den Antrag auf Zulassung des BTC-Indexfonds „Winklevoss Bitcoin Trust“ ab. Der Kurs brach kurzfristig auf 1.150,00 US-Dollar ein, erholte sich aber sehr schnell wieder. Die SEC begründete ihre Entscheidung mit der mangelnden Regulierung des Bitcoin-Handels, der zu anfällig für Manipulationen und Betrügereien sei.

Ethereum - Besser als Bitcoin?

Nach Bitcoin ist die digitale Währung Ethereum der neue Trend in der Welt der Kryptowährungen. Der große Unterschied zwischen beiden Währungen findet sich in der Programmiersprache der beiden Systeme. Die Bitcoin-Blockchain basiert auf der Programmiersprache Forth, die in den 1970iger Jahren entstand, wenig Speicher braucht aber nicht turing-vollständig ist. Turing-Vollständigkeit bedeutet schlicht die universelle Programmierbarkeit eines Systems, also die Fähigkeit jede Berechnung, die irgendein Computer ausführen kann auch selbst auszuführen. Der 23jährige  Gründer von Ethereum, Vitalik Buterin, hat hingegen gemeinsam mit anderen Entwicklern ab 2013 eine Blockchain entwickelt, die mit einer turing-vollständigen Programmiersprache ausgestattet ist.

Der Vorteil ist, dass die Ethereum-Blockchain leicht und effektiv für viele andere Anwendungen als Digitalwährungen genutzt werden kann. Denn die Blockchain ist im Prinzip nichts anderes als ein Protokoll oder ein Bericht, der nachträglich nicht manipuliert werden kann. Informationen, Datenbankeinträge, behördliche Aufzeichnungen wie beispielsweise Grundbucheinträge, Verträge u.ä. können auf diese Weise dezentral und unumkehrbar für jeden gespeichert und übertragen werden.

Ethereum ist daher um ein vielfaches besser geeignet, um komplexe Vorgänge abzubilden als die herkömmliche Bitcoin-Blockchain. Ein Nachteil bei Ethereum ist hingegen die Unklarheit, wie es mit der Geldschöpfung dieser Digitalwährung weiter geht. Bei Bitcoin ist die Menge auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt. Eine solche Begrenzung gibt es bei Ethereum noch nicht. Es bleibt abzuwarten, ob sich Ethereum gegenüber Bitcoin als Geld durchsetzt. Die Ethereum-Blockchain hat auf jeden Fall das Potential, eine neue Form eines dezentralen Internets zu erschaffen.

Die Nummer 3 im Bunde: Dash

Nach Marktkapitalisierung liegt die Kryptowährung Dash nach Bitcoin und Ethereum im Ranking auf Rang 3 der Liste. Im Vergleich zu Bitcoin sind Dash weitaus anonymer zu handhaben als beispielsweise Bitcoin.

Bitcoins sind nicht so anonym wie man denkt

Im Gegensatz zur weitläufigen Meinung ist es ganz und gar keine gute Idee, illegale Geschäfte mit Bitcoin zu tätigen. Das Problem bei Bitcoin ist erstens, dass alle Transaktionen transparent in der Blockchain gespeichert werden und zweitens, dass der Austausch in staatliche Währungen fast nur über Börsen stattfindet, die einen Identitätsnachweis verlangen. Natürlich könnte man auch über Foren oder sonstige Plattformen Bitcoin anonym in Euro oder Dollar zurücktauschen. Das setzt dann aber entweder ein gefährliches persönliches Übergabetreffen mit dem Käufer oder eine Überweisung ins Blaue voraus. Von daher ist es nicht ganz leicht, Bitcoin für illegale Geschäfte zu nutzen.

Das Prinzip von Dash basiert auf dem CoinJoin-Konzept und bietet eine Lösung, die Bitcoin nicht hat. Der Unterschied ist, dass Transaktionen beim Dash vermischt werden und erst dann als eine Transaktion in der Blockchain gespeichert werden.

Dadurch sind die Transaktionen tatsächlich nicht mehr nachvollziehbar, bzw. existieren keine einzelnen Zahlungsvorgänge mehr. Soweit zur Theorie. Ob tatsächlich keine Transaktionsdaten im Hintergrund gesammelt werden, ist eine andere Frage und wird sich in der Zukunft zeigen.

Zurzeit gilt Dash jedoch als Überflieger der Kryptowährungen. Lag der Preis Ende 2015 bei rund zwei bis drei Euro ist er mittlerweile auf über 70,00 Euro gestiegen. Wir sprechen hierbei von einer Rendite von weit über 3.000 Prozent.

Doch bitte bedenken Sie, dass der Handel und das Investieren in diese neuen Formen von Währungen mit einem hohen Verlustrisiko bis zum Totalverlust Ihrer Investition einhergehen können. Setzen Sie immer (!) nur solche finanzielle Mittel ein, deren teilweisen oder vollständigen Verlust Sie auch wirklich verkraften können!

Beitrag senden Beitrag drucken