Guten Tag meine Damen und Herren,

die Märkte befanden sich in dieser Woche wieder auf dem Weg nach unten. Die Marke von 9.900 Punkten im DAX wurde unterboten. Wichtige Auffangzonen befinden sich bei 9.750 und 9.500 Punkten. Nach oben bilden die Bereiche um 10.100 und 10.330 Punkte markante Widerstände. Die Sorgen sind immer noch die gleichen wie vor einigen Wochen. An einem Tag setzt sich mit Blick auf das billige Geld der Optimismus durch, am nächsten Tag kommen wieder ungünstige Meldungen und schlechte Zahlen. Die Volatilität wird uns in jedem Fall erhalten bleiben und die Ausschläge werden größer werden. Jeden Tag einen Grund für Auf- oder Abwärtsbewegungen zu suchen, ist am Ende für die Katz’. Es ist ähnlich der Erdbewegungen: Die Erdbeben werden immer größer und stärker, vielleicht kommt irgendwann auch eine Eruption. Die nächsten Monate werden definitiv ruppig bleiben.

Autoabsatz: In den USA kredit-, in Europa nachfragegetrieben

Der Kfz-Absatz in den USA wurde zuletzt mit einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr vermeldet. Das klingt erst einmal gut. Wir wissen aber, dass das alles auf Kredit gebaut ist. Mit über einer Billion Dollar ist das Volumen der US-Autokredite weitaus höher als vor der Krise 2008/2009. Zudem erfolgt in den USA die Kreditvergabe für neue Autos oftmals an Leute, die sich diese gar nicht leisten können. Von daher muss man den kreditgetriebenen Autoabsatz in den USA zumindest qualitativ hinterfragen. Der Autoabsatz in Deutschland hingegen stieg im April um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist – neben einigen Kalendereffekten – eher einer guten Konjunkturlage zuzuschreiben.

Gold und Goldminenwerte machen (große) Freude

Gold befindet sich weiterhin auf dem Weg nach oben. Der Preis für das Edelmetall kratzt inzwischen wieder an der 1.300-Dollar-Marke. Auf das Edelmetall wollte kaum noch jemand etwas geben. Wer sich aber mit der Materie genauer beschäftigt, weiß, dass das ein sehr zyklisches Geschäft ist. Die Notierungen gehen fünf oder sechs Jahre lang hoch und dann auch wieder fünf oder sechs Jahre lang runter. Die letzte längere Korrektur von rd. 1.900 auf etwa 1.000 Dollar pro Feinunze war sehr deutlich. Momentan sind wir schon wieder 25 bis 30 Prozent von den Tiefpunkten entfernt. Das ist aber nichts im Vergleich zu dem, was im Augenblick bei den Minenwerten los ist. Hier sehen wir eine regelrechte Rallye. Bei Cashkurs*Gold begleiten wir diese Entwicklung schon eine ganze Weile lang und wir freuen uns über teilweise sehr beträchtliche Kursgewinne. So notiert Alamos Gold 80 Prozent im Plus, Capstone mit 113 Prozent, First Majestic mit 183 Prozent – und das alles innerhalb von nur zwei bis drei Monaten.

Die Durststrecke, die man in den vergangenen Jahren bei Edelmetallen und Minen durchmachen musste – bei Letzteren musste man wirklich von einem Trauerspiel sprechen –, ist nun vorbei. Das ist der Moment, auf den man viele Jahre gewartet hat. Irgendwann sollte der Augenblick kommen, in dem die Märkte drehen. Genau dieser Moment scheint nun gekommen zu sein. Dann gilt es, rechtzeitig mit dabei zu sein und aufzuspringen. Dies zahlt sich nun aus. Jetzt laufen die großen Gewinne. Das Geschäft ist, wie gesagt, sehr zyklisch. Der Trend kann durchaus etliche Monate oder sogar einige Jahre anhalten – und irgendwann dreht der Markt bestimmt wieder nach unten ab. Diese Strategie eignet sich weniger für eine langfristige seriöse Geldanlage, aber durchaus für den einen oder anderen schnellen Gewinn (allerdings unter großen Schwankungen). Schauen Sie daher gerne einmal bei Cashkurs*Gold vorbei.

Greenpeace enthüllt TTIP-Verhandlungsdokumente: Alles ist noch viel schlimmer als erwartet!

Das Thema der Woche ist natürlich TTIP. Greenpeace hat Anfang der Woche einige Inhalte aus den Vorverhandlungen zum geplanten europäisch-amerikanischen Freihandelsabkommen an den Reichstag projiziert. Und zwar mit der Maßgabe, dass diese Inhalte keine Geheimnisse bleiben dürfen, sondern alle angehen. Immerhin ginge es um die wirtschaftliche und politische Zukunft von rund 500 Millionen Menschen allein in Europa. Es geht dabei um ganz elementare Dinge. Wie leben wir künftig? Wie entwickeln sich unsere Gesellschaften? Wie gehen wir voran? Nun, all das, was einige bereits im Vorfeld zu diesen Leaks befürchtet hatten, was u.a. auch als sog. „Verschwörungstheorie“ herumgeisterte, soll gemäß dieser Dokument nicht nur zutreffen, sondern sich sogar noch viel schlimmer darstellen. Somit hatte man bei den TTIP-Verhandlungen wohl auch allen Grund, diese so geheim und mit der Tarnkappe über dem Haupt durchzuführen. Dementsprechend groß sind nun Erkenntnis, Selbstverständnis und Bestätigung bei den NGOs, die die Hintergründe zu TTIP aufgedeckt, sich hierzu jahrelang mit der Recherche beschäftigt und sich gegen TTIP positioniert haben.

Das US-Risikoprinzip, das wir auch an dieser Stelle schon oft diskutiert haben, sollte nach diesen veröffentlichten 240-Seiten-Unterlagen Vorrang vor dem EU-Vorsorgeprinzip haben. Dies ist ein ganz wesentlicher Aspekt. Denn nach dem US-Risikoprinzip muss erst einmal alles zugelassen werden bzw. darf auf den Markt gebracht werden, solange seine Schädlichkeit nicht klar nachgewiesen ist. Dies betrifft gerade auch alles, was (offensichtlich) gefährlich oder sogar sehr gefährlich ist. Dieser Aspekt spielt bei diesem Prinzip keine Rolle. Zuerst darf alles auf den Markt gebracht und damit auch kräftig Geld verdient werden. Erst wenn die (Gesundheits-) Schädlichkeit zweifelsfrei nachgewiesen ist, muss das jeweilige Produkt vom Markt genommen werden und es wird u.U. mit sehr hohen Strafzahlungen agiert. Das kennen wir bereits. Was am Ende tatsächlich bezahlt wird, liegt meistens deutlich unter dem, was man zuvor mit dem Produkt verdient hat. Das bestimmende Motto dieses Prinzips lautet also: Erst einmal raus mit dem Zeug und sollte es später schief gehen, ist man entweder sowieso nicht mehr am Markt oder man hat bis dahin so viel verdient, dass man die Strafen problemlos zahlen kann – Who cares, wer kümmert sich schon um die Bevölkerung...?

In Europa hingegen gilt das Vorsorgeprinzip. Auf unserem Heimatkontinent dürfen erst die Produkte auf den Markt kommen, die nachgewiesenermaßen keinen Schaden anrichten. Das halte ich für durchaus sinnvoll. Denn selbst über strittige Entscheidungen lässt sich bereits trefflich diskutieren. Wenn dann dennoch etwas schief gehen sollte, sind die Strafen allerdings vergleichsweise überschaubar. Sollte durch TTIP das Risikoprinzip in Europa gelten, dann dürften zunächst einmal alle Produkte auf den Markt. Wenn sich dann ein Produkt als schädlich erweist, dann (aber erst dann) wird es vom Markt genommen werden. Die Strafen würden allerdings wiederum dem europäischen Strafkatalog folgen, also mit relativ kleinen Strafen. Darüber würden sich die Unternehmen natürlich freuen. Die könnten dann richtig auf den Markt hauen, egal, wie gefährlich das auch sein mag – Hauptsache, es wird gekauft! Das hätte man gerne, das kann ich mir nur allzu gut vorstellen! Und genau darauf sollte es auch hinauslaufen. Einen herzlichen Dank daher an Greenpeace für die Veröffentlichung dieser TTIP-Dokumente!

Nach dieser Publikation dürfte TTIP in Europa eigentlich nicht mehr zu halten sein. Denn laut den in diesem TTIP-Entwurf offenkundig gewordenen US-Forderungen soll die fortschrittliche europäische Umweltgesetzgebung – etwa zur Lebensmittelsicherheit oder Chemikalien – abgeschafft oder zumindest stark verwässert werden.. Die angedachte Gesetzgebung solle sich lt. TTIP-Unterlagen am kleinsten gemeinsamen Nenner orientieren. So sollen die Industrievertreter ein starkes Mitspracherecht bekommen, die Zivilgesellschaft hingegen nicht, wenn es um neue Gesetze geht. Die Schiedsgerichte, die von den USA zwingend verlangt werden, sind (anders als hinlänglich behauptet) offenbar überhaupt nicht vom Tisch. Vielmehr noch: Die USA akzeptieren in diesem Punkt wohl keine Kompromisse – und das alles entgegen der Behauptungen unserer eigenen Politiker und derer aus Brüssel. Also ganz herzlichen Dank, Ladies and Gentlemen!

Den freien Markt in Richtung Europa möchte man natürlich haben, einschließlich jener Gen- und Hormonprodukte. Umgekehrt möchte man aber möglichst keine europäischen Produkte nach Amerika hineinlassen. In diesem Fall soll weiterhin „Buy American!“ gelten, insbesondere bei Ausschreibungen der Behörden. Mit einem solchen Partner, der so wenig bis gar nicht Verträge auf Augenhöhe abschließen will, einen derart weitreichenden Vertrag abzuschließen, bedeutet, sehr tief im Glauben zu stehen. Die Politiker, die genau dafür seit Monaten das Wort reden, sollten sich schämen und am besten gleich zurücktreten! Das gilt insbesondere dann, wenn sie von diesen Vertragsinhalten gewusst haben und wider besseren Wissens die Bürger belogen haben sollten. Vergleichbares gilt übrigens auch für jene Medien, die seit Monaten gehorsam pro TTIP trommeln, erst recht, nachdem die USA die Bundesregierung aufgefordert haben, mehr Reklame – man könnte auch sagen Gehirnwäsche – bei der Bevölkerung zugunsten von TTIP zu machen. Da haben ein paar Medien auch sehr gerne entsprechend reagiert. Wie sagte Volker Kauder so schön? „Wir brauchen TTIP mehr als die Amerikaner.“ Aha. Und wie titelte eine große Zeitung? „Deutschland braucht TTIP mehr denn je!“ So so. Herzlichen Dank, Gentlemen!

Wolfgang Schäuble und seine Bewunderung für „hohe US-Umweltschutzstandards“

Der französische Handelsminister sieht hingegen keine Chance mehr für TTIP, vor allem dann nicht, wenn sich die USA „Null Komma null bewegen“. Auch sein Präsident Francois Hollande will TTIP ablehnen und wird mit den Worten zitiert „So nicht!“. Nun, die deutsche Regierung sieht das anders. Wolfgang Schäuble verspottet die Deutschen und ihre übertriebene „German Angst“. Man scheint die Bedenken gegen TTIP in der Bundesregierung also nicht sonderlich ernst zu nehmen, sondern macht sich auch noch über den deutschen Steuerzahler lustig. An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, wer eigentlich genau Schäubles Arbeitgeber ist? Der Souverän, die deutsche Bevölkerung letzten Endes? Nein, oder...?

Obendrein verweist der Bundesfinanzminister auch noch mit Bezug auf den VW-Abgasskandal auf die hohen US-Umweltstandards. Man solle sich hierzulande nicht so anstellen, schließlich hätten die USA doch viel bessere Standards, denen wir uns anpassen sollten, so Schäubles Tenor. Der VW-Abgasskandal sei doch ein eindeutiges Indiz dafür. Das grenzt schon an Frechheit. Mit Blick auf den VW-Abgasskandal liegen, um das noch einmal zusammenzufassen, die US-Grenzwerte für Dieselfahrzeuge tatsächlich deutlich niedriger als in Europa. Warum ist das so? Das liegt nicht an den „guten Umweltstandards“,  sondern daran, dass die US-Autoindustrie praktisch keine Dieselfahrzeuge herstellt. Diese Standards wurden ausschließlich eingeführt, um die europäischen Automobilhersteller mit ihren Dieselfahrzeugen, die dort einen technologischen Vorsprung aufweisen, vom amerikanischen Markt fernzuhalten. VW war blöd genug, in diese Falle hineinzutappen. Aber diesen Schutzmechanismus der amerikanischen Rechtsprechung gegen europäische Unternehmen jetzt als Vorteil auf Basis amerikanischer Umweltstandards hinzustellen, Herr Schäuble, da verkaufen Sie die Bevölkerung für blöd – und das sollten Sie besser wissen! Ich bin mir sogar sicher, Sie wissen es besser...

Indem ich hoffe, dass das Engagement gegen TTIP nicht nachlässt, sondern sich – ganz im Gegenteil – noch erhöht, wünsche ich Ihnen ein sonniges und erholsames Frühlingswochenende und viel Spaß beim Lesen der Beiträge.

Herzlichst

Ihr Dirk Müller