Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1859 (06:03 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1783 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 106,53. In der Folge notiert EUR-JPY bei 126,32. EUR-CHF oszilliert bei 1,0783.

Zu Wochenbeginn dominieren Belastungsfaktoren:

Die Corona-Krise nimmt laut Experten zu. Die Reisewelle ist wesentlich verantwortlich. Erhöhte Tests führen zusätzlich zu mehr positiv Getesteten. Reisewarnungen schnellen in die Höhe. Wir erinnern daran, dass es nach dem Ausbruch darum ging, durch Lockdowns unkontrollierbare Situationen in der Gesundheitsversorgung zu verhindern, nicht den Virus auszumerzen, wozu man auf Sicht nicht in der Lage ist. Dazu schauen wir auf deutsche Daten: Laut JHU gibt es in Deutschland 14.585 akute Fälle. Es sind 225 von 21.055 Intensivbetten (verfügbar 30.223) mit Corona-Patienten belegt (circa ein Prozent).

Wir erinnern daran, dass die ersten freiwilligen Testpersonen für Corona-Impfungen in den USA in unseren Medien (u.a. Tagesschau/heute) als Helden abgefeiert wurden. Wieso macht man nicht dasselbe mit russischen Testpersonen? Geht es um die Bekämpfung von Corona oder um ein völlig anderes Thema? Der Sturm der Entrüstung seitens westlicher Experten, Medien und Politik wirft viele Fragen auf!

Die Situation in Belarus belastet. Anscheinend weiß man im Westen genau, dass die Opposition die Wahl gewonnen hat. „Chapeau!“ Hat man aus dem Drama der Ukraine nicht gelernt? Wird schon wieder Nato-Politik mit EU-Politik verwechselt?

Währenddessen ist Herr Trump um die nationale Sicherheit so besorgt, dass jetzt Alibaba auf seine Sanktionswunschliste gerückt ist. Die Beliebigkeit im Missbrauch der Nutzung des Begriffs der „Nationalen Sicherheit“ sollte jedem ausländischen Unternehmen, das in den USA tätig ist oder den USD nutzt, eine Warnung sein!

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden

Die BIP-Daten des 2. Quartals markieren die Tiefpunkte der durch die administrierte Rezession via Lockdown ausgelösten Rezessionen. Überschaubare Abweichungen von Prognosewerten sind hinsichtlich der Erfassungsmodalitäten und der mittlerweile veränderten aktuellen Konjunkturlage nicht von hoher Bedeutung.

Eurozone: 2. Quartal Tiefpunkt durch Lockdown

Das BIP der Eurozone sank im Quartalsvergleich per 2. Quartal 2020 laut Schätzung um 12,1 % (Prognose -12,1 %). Im Jahresvergleich ergab sich ein Rückgang um 15,0 % (Prognose -15,0 %). Die Zahl der Beschäftigten brach im 2. Quartal von zuvor 160.430.000 auf 155.894.700 in Folge des Lockdowns ein (Jahresvergleich -2,9 %, Prognose -1,7 %, zuvor +0,4 %). Die Handelsbilanz wies per Berichtsmonat Juni in der saisonal bereinigten Fassung einen Überschuss in Höhe von 17,1 Mrd. Euro nach zuvor 8,6 Mrd. Euro aus.

USA: Tendenziell positiv

Per 2. Quartal stieg die Arbeitsproduktivität laut vorläufiger Berechnung um stellare 7,3 % (Prognose 1,5 %) nach zuvor -0,3 % (revidiert von -0,9 %). Wir nehmen diese Veröffentlichung zur Kenntnis und unterstellen, dass es Verwerfungen in der Berechnung gegeben hat (von dem BLS bezüglich Beschäftigungsdaten auch bestätigt). Die Einzelhandelsumsätze nahmen per Juli im Monatsvergleich um 1,2 % zu (Prognose 1,9 %). Der Vormonatswert wurde von 7,5 % auf 8,4 % nach oben revidiert. Im Jahresvergleich kam es in der Konsequenz zu einem Anstieg um 2,75 % nach zuvor 2,12 %.

Die US-Industrieproduktion legte per Juli Monatsvergleich um 3,0 % (Prognose 3,0 %) nach zuvor 5,7 % (revidiert von 5,4 %) zu. Im Jahresvergleich ergab sich ein Rückgang um 8,18 % nach zuvor -11,03 %. Die Kapazitätsauslastung stellte sich per Juli auf 70,6 % (Prognose 70,3 %) nach zuvor 68,5 % (revidiert von 68,6 %). US-Lagerbestände verzeichneten per Juni einen Rückgang um 1,1 % (Prognose -1,2 %) nach zuvor -2,3 %. Der Index des Verbrauchervertrauens nach Lesart der Universität Michigan stieg per August laut vorläufigen Berechnungen von zuvor 72,5 auf 72,8 Punkte (Prognose 72,0).

China: Erholung bei ausländischen Direktinvestitionen

In China nahmen die ausländischen Direktinvestitionen im laufenden Jahr im Jahresvergleich für den Zeitraum Januar bis Juli 2020 um 0,50 % zu (Vormonat 01-06/2020 -1,30 %). Die Tiefpunkt wurde per März für das 1. Quartal 2020 bei -10,8 % markiert. Diese Performance ist hinsichtlich der US-Aggressionen bemerkenswert.

Japan: BIP-Daten enttäuschen leicht

Per 2. Quartal sank das BIP in Japan im Quartalsvergleich um 7,8 % (Prognose -7,6 %) nach zuvor -0,6 %. In der annualisierten Fassung ergab sich ein Einbruch um 27,8 % (Prognose -27,2 %) nach zuvor -2,2 %. Die Industrieproduktion verzeichnete per Juni im Monatsvergleich einen Anstieg um 1,9 % nach zuvor -8,9 %. Im Jahresvergleich stellte sich der Rückgang auf -21,0 % nach zuvor -24,5 %. Die Kapazitätsauslastung nahm im Monatsvergleich um 6,2 % nach zuvor -11,6 % zu.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.1400 – 30 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Bleiben Sie gesund, viel Erfolg!