Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1216 (07:12 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1192 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 111.83. In der Folge notiert EUR-JPY bei 125.41. EUR-CHF oszilliert bei 1.1440.

Die aktuelle Berichtssaison setzt bezüglich der zum Teil im Vorwege angepassten Erwartungen positive Akzente bei wenigen negativen Ausnahmen. Damit sind die Befürchtungen, die insbesondere im Dezember 2018 an den Märkten in selten gekannter Form voll diskontiert wurden, als weitgehend unbegründet konterkariert worden. Kommen wir zu den Fakten der letzten 24 Stunden:

  • Credit Suisse mit Gewinnanstieg
  • Deutz steigert Ergebnis und Umsatz
  • Novartis hebt Gewinnprognose an
  • Akzo verfehlt mit Gewinnanstieg Prognosen
  • SAP hebt Prognosen nach Gewinnsprung an
  • Wirecard und Softbank starten strategische Partnerschaft
  • Huawei erhält im UK begrenzten Zugang zu 5G
  • Texas Instruments und EBAY übertreffen Erwartungen
  • Twitter überrascht positiv mit mehr Nutzern
  • Verizon übertrifft Gewinnerwartungen
  • Coca Cola setzt mehr um als erwartet
  • Zuversicht bei Procter & Gamble steigt für Gesamtjahr
  • United Technologies mit Umsatzsprung
  • Hasbro mit Umsatzplus und Gewinn
  • Harley Davidson mit Gewinnrückgang
  • Volvo übertrifft Gewinnerwartungen

Damit ist die Bewertung an den Aktienmärkten fundamental gut unterfüttert! Das gilt umso mehr, als dass das Thema Zinsen im Gegensatz zu 2018 entschärft ist.

Eurostat legte Daten zur öffentlichen Verschuldung vor:

Die Verschuldung der meisten europäischen Länder ist per 2018 zurückgegangen. Das ist zunächst einmal positiv. Wie üblich gibt es aber auch Ausnahmen, die nicht überraschen. Italien und Griechenland machten laut Eurostat keine Fortschritte.

Der Schuldenstand in Griechenland kletterte laut Eurostat auf 181,1% im Verhältnis zum BIP. 2017 waren es 176,2%. Die Erhöhung geht vor allem auf Kredithilfen der Europartner zurück. Die Regierung in Athen will Milliardenkredite des IWF vorzeitig zurückzahlen. Ergo ist der Wert dieser Bruttoverschuldung voraussichtlich erheblich überzeichnet. Die Daten vom IWF per 2018 mit einer Neuverschuldung Athens in Höhe von 0,5% des BIP bei 2,1% Wachstums lassen keine andere Interpretation zu. Demnach hätte der Schuldenstand in Prozent des BIP fallen müssen. In dieser Frage sind wir nahe am IWF und weit entfernt von Eurostat.

In Italien erhöhte sich der Schuldenstand auf 132,2%. 2017 waren es 131,4%. Da ist das endogene Problem größer, da man mit konsumtiv geprägter Politik Zukunft generieren möchte. Fakt ist, dass genau dieser Ansatz das Schuldenproblem Italiens begründete. Insgesamt fiel der Wert für die 19 Länder der Eurozone 2018 auf 85,1% des BIP. 2017 waren es noch 87,1% des BIP.

Welch ein erfrischender Unterschied zu den USA. In der Eurozone hat das Wachstum weitgehend selbsttragende Kräfte, erkennbar an der Reduktion der öffentlichen Verschuldung in Prozent des BIP, in den USA eben nicht! Dieser qualitative Unterschied ist massiv und nicht ansatzweise an Märkten in sachlich unbestechlicher Form diskontiert.

Will EVP-Spitzenkandidat Weber Abhängigkeit von Polen, Ukraine und USA?

Der Spitzenkandidat der EVP, Manfred Weber (CSU), will den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 verhindern. Er stellt sich gegen die Bundesregierung, die die Gasleitung als Beitrag zur Versorgungssicherheit verteidigt.

O-Ton Weber: "Ich bin gegen dieses Projekt. Es ist nicht im EU-Interesse. Als Chef der EU-Kommission werde ich alle möglichen Rechtsmittel anwenden, um Nord Stream 2 zu verhindern", sagte Weber der "Polska Times".

Auf den Widerspruch zur Bundesregierung angesprochen sagte er: "Ich bin nicht der deutsche Kandidat für die Spitze der EU-Kommission, sondern ein Kandidat der EVP." Die Leitung umgeht Polen und Ukraine. Sie verdienten dann nicht mehr am Transit. Die USA sind dagegen, da sie eine zu große Abhängigkeit der Europäer von Russland befürchten und selbst Flüssiggas nach Europa exportieren wollen.

Also Herr Weber will die Versorgungssicherheit Europas von dem Wohlwollen

  • der Ukraine, die uns bereits drohte, den Gashahn abzudrehen (Russland nie!),
  • von Polen, das wertetechnisch in der EU abgedriftet ist und Deutschland mit Reparationsforderungen überzieht
  • und von den USA, die nicht ansatzweise Vertragssicherheit liefern, uns als Feind klassifizieren und Handelskrieg androhen (ist dann Gasversorgung ein Drohmittel),

abhängig machen, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten? Da schlägt es dem Fass den Boden aus und man bleibt fassungslos zurück! Mehr gibt es nicht zu sagen!

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone:

Laut Erstschätzung sank das Verbrauchervertrauen der Eurozone per April von -7,2 auf -7,9 Punkte. Die Prognose lag bei -7,0 Zählern. Niederlande: Das Verbrauchervertrauen legte per 04/19 von -4 auf -3 Punkte zu. Verbraucherausgaben stiegen per 02/19 um o,9% nach zuvor 1,0%.

USA:

Die Hauspreise nahmen laut der Analyse der FHFA per Februar im Monatsvergleich um 0,3% nach zuvor 0,6% zu. Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 4,9% nach zuvor 5,6%. Der Absatz neuer Wohnimmobilien legte per März im Monatsvergleich um 4,5% auf 692.000 Objekte in der annualisierten Darstellung zu (Prognose -2,5%, 650.000). Der Richmond Fed Composite Index sank per April 2019 von zuvor zehn auf drei Punkte.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Währungsrelation EUR/USD favorisiert. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite 1.1100-1.1400 eröffnet neue Opportunitäten.

Viel Erfolg!