Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0874 (06:31 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0815 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107,74. In der Folge notiert EUR-JPY bei 117,14. EUR-CHF oszilliert bei 1,0526.

Mit Spannung wurden die Datensätze aus China erwartet, da China zuerst konjunkturell von der Corona-Krise beeinträchtigt war. Die Wirkungen des "Shutdown" waren maßgeblich im 1. Quartal 2020 angesiedelt. Entsprechend kam es zu einem massiven Einbruch der Wirtschaftsleistung um 6,8 % (Prognose -6,5 %) im Jahresvergleich oder um 9,8 % (Prognose -9,9 %) im Quartalsvergleich auf saisonal bereinigter Basis. Soweit der Blick in den Rückspiegel.

Der Blick durch die Frontscheibe ermuntert perspektivisch. Das gilt weniger für die Einzelhandelsumsätze. Dort ergab sich ein Rückgang per März im Jahresvergleich um 15,8 % nach zuvor -20,5 %. Die Prognose war bei -10,0 % angesiedelt. Bezüglich der Prognose von -10,0 % ist anzumerken, dass es per März in China nach wie vor Einschränkungen gab. Der Schock durch das Virus in der Bevölkerung wirkt im diskretionären Konsumverhalten auch nach dem März sicherlich noch nach.

Anders verhält sich das Bild bei der Industrieproduktion. Hier kam es per März zu einem Rückgang um lediglich 1,1 % nach zuvor -13,5 %. Die Prognose lag bei -7,3 %. In diesem Sektor der Wirtschaft Chinas setzte die Erholung unvermutet von den Profis der Marktbeobachtung stärker ein.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Entwicklungen Chinas auf den Rest der Welt extrapolierbar sind. In der Grundtendenz wird das so sein. Da China jedoch resoluter im "Lockdown" war, war China auch in der partiellen Öffnung - und ist in der Erholung aller Voraussicht nach - schneller als die meisten anderen Länder. Grundsätzlich implizieren die Daten aus China Grundlagen für milde Zuversicht.

Aktuelle Lage zur Ausbreitung gemäß Johns Hopkins:

  

Hinsichtlich der Datenqualität, die uns von Johns Hopkins geliefert wird, verzichten wir auf die regionale Betrachtung und liefern lediglich den Blick auf die Globaldaten und verweisen darauf, dass Plausibilitäten innerhalb dieser Datensammlung in wesentlichen Teilen unausgeprägt sind.

Das gilt insbesondere für die in Teilen nicht nachvollziehbare Zahl der Genesungen (UK, Niederlande, Norwegen etc.). Im Schnitt ergibt sich eine Genesungsdauer von circa 14 Tagen. Werfen wir einen Blick auf die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen:

Im UK lag die Zahl vor 15 Tagen am 2. April 2020 bei 29.865. Aktuell sind 13.759 Personen verstorben und ganze 377 sollen genesen sein, darunter Prinz Charles und Boris Johnson. Diese Daten sind nicht konkludent. Im UK möchte man nicht vom Coronavirus betroffen sein, mag als Schlussfolgerung stehen.

In den Niederlanden waren vor 15 Tagen am 2. April 2020 13.969 Personen nachweislich infiziert. Aktuell sind 3.327 Personen verstorben und 311 genesen. Diese Daten sind nicht ansatzweise plausibel.

Die Liste der Länder, bei denen oben genannte "Phänomene" auftreten ist deutlich länger. Alle diese Datensätze führen schlussendlich in der Öffentlichkeit zu einem stärkeren Bedrohungsszenario als es real ist.

In dem Zusammenhang ist anzumerken, dass in der Provinz Hubei (Wuhan) die Zahl der Toten heute um 50 % auf jetzt 4.512 revidiert wurde. Auch das wirft Fragen auf.

Coronavirus global: Die Zahl der nachgewiesenen Infizierten legte seit Donnerstag um 94.479 auf 2.158.594 zu. Die Zahl der Genesungen stieg um 31.879 auf 545.971, während die Zahl der Todesfälle um 8.518 auf 145.533 zunahm. Damit liegt die Zahl der akuten nachgewiesenen Fälle bei 1.467.090 (Vortag 1.415.003).

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Bis Februar war vieles in Ordnung

Die Industrieproduktion sank per Berichtsmonat Februar im Monatsvergleich um 0,1 % (Prognose -0,2 %) nach zuvor +2,3 %. Im Jahresvergleich stellte sich ein Rückgang um 1,9 % (Prognose -2,0 %) nach zuvor -1,7 % (revidiert von -1,9 %) ein. In Deutschland legten die Verbraucherpreise per März gemäß finaler Berechnung im Monatsvergleich um 0,1 % zu. Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 1,4 %. Beides entsprach den Prognosen.

USA: Erwartungsgemäß prekär

Die Arbeitslosenerstanträge stiegen in der Berichtswoche per 11. April um 5,245 Mio. (Prognose 5,10 Mio., Vorwoche 6,615 Mio., +22 Mio. in vier Wochen). Der Philadelphia Fed Business Index kollabierte per April von -12,7 auf -56,6 Punkte (Prognose -30,0) und markierte den tiefsten Wert seit 1980. Neubaubeginne sanken per März im Monatsvergleich um 22,3 % von annualisiert 1,564 auf 1,216 Millionen (Prognose 1,3 Mio., stärkster prozentualer Einbruch seit März 1984). Baugenehmigungen gingen in der annualisierten Darstellung per März um 6,8 % auf 1,353 Mio. zurück (Prognose 1,3 Mio.).

Russland: Devisenreserven stabil

Die Devisenreserven stellten sich per 10. April auf 564,9 nach zuvor 564,4 Mrd. USD.

China: Industrieproduktion setzt positiven Akzent

Das BIP sank per 1. Quartal 2020 im Jahresvergleich um 6,8 % (Prognose -6,5 %) nach zuvor +6,0 %. Die Industrieproduktion fiel per März im Jahresvergleich um 1,1 % (Prognose -7,3 %) nach zuvor -13,5 % (Januar - März: -8,4 % nach -13,5 % per Januar -Februar). Die Einzelhandelsumsätze gingen per Berichtsmonat März im Jahresvergleich um 15,8 % (Prognose -10,0 %) nach zuvor -20,5 % zurück. Von Januar bis März ergab sich ein Wert von -19,64 % nach zuvor -21,09 % per Januar - Februar.

Japan: Stabilisierungstendenz im Dienstleistungssektor

Der Index, der Auskunft über die Aktivität im Dienstleistungssektor gibt, sank per Februar um 1,0 % nach zuvor -9,5 % (revidiert von -8,9 %). Stabilisierungstendenzen auf niedrigem Niveau sind erkennbar.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0750 - 1.0780 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Bleiben Sie gesund, viel Erfolg!