Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1042 (06:59 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0949 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 108,26 In der Folge notiert EUR-JPY bei 119,55. EUR-CHF oszilliert bei 1,0653.

Laut BIZ wird die Coronavirus-Epidemie die Weltkonjunktur stärker belasten als ursprünglich gedacht. Die Erwartungen, dass eine rasche Erholung dem Konjunktureinbruch folgen würde, erschiene derzeit extrem unrealistisch.

Die Unsicherheit herrschte jetzt weltweit. Die Nachrichten über das Virus und die Schritte der Behörden würden weiter die Kursentwicklung an den Finanzmärkten bestimmen. In China hätte die Epidemie die Wirtschaft bereits schwer getroffen. Weltweit bekämen mehr und mehr Firmen die Folgen zu spüren, da unterbrochene Lieferketten zu Produktionsausfällen führten. Bis vor kurzem hatten Investoren an den Börsen auf eine rasche Eindämmung des Virus gesetzt. Inzwischen ist die Stimmung jedoch umgeschlagen.

In der Tat hat sich das Belastungsbild für die Weltwirtschaft verschärft. Eine Anpassung der Welt-BIP-Prognose von Ausgangswerten bei 3,3 % (IWF) auf bis zu 3,0 % sind vor dem Hintergrund der gegebenen Daten nicht auszuschließen.

Zentralbanken und Politik scheinen ob dieser Anfechtung von exogener Seite bezüglich des Coronavirus bereit zu sein, den "Aktionskoffer" zu öffnen. So agierte Italien bereits mit einem Paket im Volumen von 3,6 Mrd. Euro. Auch in Deutschland laufen Diskussionen über unterstützende Maßnahmen.

BOJ-Chef Kuroda sagte heute, die BoJ werde die notwendigen Schritte unternehmen, um die erschütterten Märkte zu stützen. Fed-Chef Powell äußerte sich ähnlich zur US-Geldpolitik. Der ehemalige Fed-Banker Bill Nelson erwartet eine global koordinierte Zinssenkung der Zentralbanken am Mittwoch.

Aktuelle Lage zur Ausbreitung:

Coronavirus global: In den letzten drei Tagen nahm die Zahl der Infizierten um 5.685 auf 89.073 zu (pro Tag 1.895), Die Zahl der Genesenden stieg um 8.537 (pro Tag 2.845) auf 45.095. Die Zahl der Toten erhöhte sich um 190 (pro Tag 63) auf 3.048.

Coronavirus Europa: In Gesamteuropa liegt die Zahl der Infizierten bei 2.203 (Freitag circa 800). Italien bleibt das primäre Problemland mit 1.694 Fällen. Die Zahl der Todesfälle stellt sich in Europa auf 36 (Italien 34, Frankreich 2).

Coronavirus Epizentrum Hubei/Wuhan: die Zahl der Infizierten liegt aktuell bei 67.103 (Freitag 65.914), Die Zahl der Todesfälle stellt sich dort auf 2.803 (Freitag 2.682).

Coronavirus ex Hubei: Zahl der Infizierten bei 21.970, Zahl der Todesfälle bei 245.

Fazit:

Kritisch ist die Tatsache, dass sich die Epidemie global weiter ausbreitet. Im Fokus bezüglich Dynamik sind Südkorea, der Iran und Italien. Positiv ist, dass die Zahl der Genesenden weiter zügig steigt.

Lage an türkischer Grenze kritisch:

Die Grenzschutzagentur Frontex erwartet eine Zuspitzung der Krise an den EU-Grenzen zur Türkei. Es würden Massenmigrationsströme nach Griechenland erwartet.

Die Situation im Türkei/Syrienkonflikt ist Ausgangspunkt des Problems. Faktisch stellt die Türkei Annektionsansprüche gegenüber Syrien. In dem Gefolge ist und bleibt die Lage unübersichtlich, einerseits im Verhältnis Ankara/Moskau aber auch andererseits bezüglich der Frage, wie der "Westen" mit diesen völkerrechtswidrigen Ansprüchen Ankaras umgeht.

Fazit: Die Türkei spielt mit dem Pfand "Stabilität Europas" bezüglich der Migrationsproblematik.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Positive Tendenzen

Unerwartet sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland saisonal bereinigt per Februar um 10.000 (Prognose +3.000). Die Quote verharrte bei 5,0 %. Die deutschen Verbraucherpreise legten per Februar laut vorläufiger Berechnung im Monatsvergleich um 0,4 % (Prognose 0,3 %) zu. Im Jahresvergleich ergab sich eine Zunahme um 1,7 % (Prognose 1,7 %) nach zuvor 1,7 %.

USA: Grundsätzlich erfrischender Datencocktail

Persönliche Einkommen stiegen im Monatsvergleich um 0,6 % (Prognose 0,3 %). Der Vormonatswert wurde von 0,2 % auf 0,1 % revidiert. Die persönlichen Konsumausgaben nahmen um 0,2 % (Prognose 0,3 %) nach zuvor 0,4 % (revidiert von 0,3 %) zu. Der Einkaufsmanagerindex aus Chicago legte per Februar von zuvor 42,9 auf 49,0 Zähler zu (Prognose 45,9). Der Index des Verbrauchervertrauens nach Lesart der Universität Michigan stellte sich gemäß finaler Berechnung auf 100,9 (Prognose 101,0) Punkte.

China: "Corona-Kollaps" der PMIs

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor kollabierte von zuvor 54,1 auf 28,9 Zähler und markierte einen historischen Tiefstwert. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe brach von 50,0 auf 35,7 Punkte ein und markierte gleichfalls einen neuen historischen Tiefstwert. In der Folge verzeichnete der Composite Index einen Kollaps von 53,0 auf 28,9 Zähler. Auch hier ergab sich ein Allzeittief.

  • Asien: Einkaufsmanagerindices des Verarbeitenden Gewerbes 02/20
  • Japan: Jibun Bank Index von 47,6 auf 47,8 Punkte

  • China: Caixin Index von 51,1 auf 40,3 Punkte

  • Indien: IHS/Markit Index von 55,3 auf 54,5 Punkte

  • Südkorea: IHS/Markit Index von 49,8 auf 48,7 Punkte

  • Indonesien: IHS/Markit Index von 49,3 auf 51,9 Punkte

  • Thailand: Index von 49,9 auf 49,5 Punkte.

  • Malaysia: IHS/Markit Index von 48,8 auf 48,5 Punkte

  • Philippinen: Index von 52,1 auf 52,3 Punkte

  • Vietnam: Index von 50,6 auf 49,0 Punkte

  • Taiwan: IHS/Markit Index von 51,8 auf 49,9 Punkte

  • Russland: Markit Index von 47,9 auf 48,2 Punkte

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0770 - 1.0790 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!