Der Markt schraubt sich weiter hoch, ungläubig schaut insbesondere die Marktteilnehmergruppe der Privatanleger diesem Geschehen hinterher. Die Verunsicherung ist nachvollziehbarerweise groß.  Nach wie vor bewegen wir uns in einer Marktphase, bei der man nicht weiß, was in 3-4 Monaten passieren könnte.

DAX aktuell 5.578 Punkte

Es hat sich als richtig herausgestellt, die Prognose auf bullisch stehen zu lassen. Interessanterweise war zwischenzeitlich das Charttechniker-Sentiment ziemlich bärisch geworden.  Viele Kollegen trauten dem Markt kein weiteres Potential mehr zu. 

Die Bärenmarktrallye seit März 2009 ausgehend von 3.588 Punkten ist intakt, der Index fräst sich von einem Hoch zum nächsten.  Bei 5.150 Punkten kristallisiert sich immer deutlicher ein starkes Unterstützungsniveau heraus. Kreuzunterstützung bestehend aus horizontaler Linie, 38,2 % Fibonacci Retracement der Sommerrallye (im Chart nicht vermerkt) und weiterer diverser Chartstrukturen.  Diese 5.150er Marke darf ab jetzt nicht gerissen werden.  Darunter dürften massiv Stoplossorders von strategisch ausgerichteten Marktteilnehmern im Markt liegen.  Sollte der DAX die 5.150 Punktemarke auf Wochenschlußkursbasis brechen, müßte mit hoher Wahrscheinlichkeit  mit dem Beginn einer großen Korrektur gerechnet werden.

Der erste Rallyeabschnitt von März bis Juni dieses Jahres läßt sich nach oben projezieren. Und damit lassen sich nochmals die charttechnischen Kursziele von 5.850 und maximal (!) 6.200/6.400 Punkten bestätigen. Die Rallye ist intakt, die mittelfristige Aufwärtsbewegung ist intakt.

Kursverlauf  (oben) seit 2005 (Linienchart als Übersichtsdarstellung)
Kursverlauf  (unten) seit November 2008 (log. Kerzendarstellung / 1 Tag)

Frankfurt (BoerseGo.de) - Der deutsche Aktienmarkt setzte heute früh noch seinen Kletterkurs fort, änderte aber dann seine Richtung und pendelte nach Süden. Die Wall Street Futures bewegen sich momentan ebenfalls leicht unter der Wasserlinie. Wie in den Vortagen mangelt es an schwerwiegenden Meldungen.

Heute Nachmittag sind allerdings um 14:30 Uhr MEZ (also noch vor Wall Street Start)  die  wöchentlichen US-Arbeitslosenmeldungen fällig. Das ist die wichtigste Konjunkturinformation dieser Woche und könnte die Stimmung in den kommenden Stunden beeinflussen. Die Zahlen geben das neueste Indiz für die aktuelle Lage auf dem US-Jobmarkt, wichtig für den Konsum und damit auch den deutschen Export. Bereits gestern Abend hatte die Fed in ihrem Beige Book die aktuelle Konsumschwäche wieder einmal in Erinnerung gerufen.

In rund vier Woche geht bereits die Berichtssaison für das 3. Quartal los. Dort wird sich zeigen, was die massiven Einsparungen (einschließlich gestrichener Jobs) den Unternehmen auf der Gewinnseite eingebracht haben. Der Chipkonzern Texas Instrument hob gestern Abend seinen Umsatz- und Gewinnausblick an und folgte damit zwei kleineren Branchenkollegen vom Vortag. Heute meldete der niederländische Halbleiterausrüster ASML ebenfalls bessere Geschäfte. Ein weiteres Indiz, dass sich der Technologiesektor - und mit ihm die Weltwirtschaft - allmählich erholt.


Der DAX bröckelt zur Mittagsstunde 0,3 Prozent auf 5.559 Punkte.


Die Commerzbank setzt scheinbar unbeirrt ihre Erholungs-Rally fort. Kommendes Jahr will der Finanzkonzern wieder Geld verdienen. Außerdem wollen die Frankfurter - wie bereits gestern gemeldet - weitere Staatsgarantien in Höhe von 5 Milliarden Euro ablösen. Die Aktie kostet aber immer noch gut 50 Prozent weniger als vor einem Jahr.
SAP hält Platz 2. Der Softwarekonzern profitiert wohl von der besseren Stimmung für den Technologie-Sektor, auch dank Texas Instruments und ASML.
Das scheint auch die Papiere von Siemens anzuregen, die ebenfalls in der Gewinnergruppe auftauchen.
Gekauft werden auch Merck. Exane BNP Paribas hob den Pharma-Titel von "Underperform" auf "Outperform" mit Kursziel 80,00 Euro. Allianz bewegt sich ebenfalls in der Gewinnergruppe.


BASF setzt die gestrige Schwäche fort. Verluste erleiden auch der Düngemittelkonzern K+S und die Deutsche Börse AG.

Beitrag senden Beitrag drucken