Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0749 (06:36 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0636 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109,85. In der Folge notiert EUR-JPY bei 118,07. EUR-CHF oszilliert bei 1,0546.

Der Bund und die Länder haben sich wegen der Coronavirus-Krise auf neue Einschränkungen geeinigt.

Für zwei Wochen müssen Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts auf ein Minimum reduziert werden. Der Weg zur Arbeit, Einkäufe, Arztbesuche und sportliche Bewegung sind erlaubt. Nach zwei Wochen soll es eine Überprüfung geben, ob die Verbreitung des Virus mit den Maßnahmen eingedämmt werden konnte.

Die Bundesregierung wird in der heutigen Kabinettsitzung Gesetze zur Stabilisierung der Wirtschaft beschließen, die der Bundestag dann am Mittwoch verabschieden soll. Dazu wird die Aussetzung der Schuldenbremse gehören. Die Regierung will einen Nachtragshaushalt mit neuen Schulden von 156,3 Mrd. Euro und Hilfen für Firmen in dreistelliger Milliardenhöhe (600 Mrd. Euro) beschließen lassen.

Gesundheitsminister Jens Spahn will mit einer Reform des Infektionsschutzgesetzes mehr Eingriffsrechte erhalten. Er beabsichtigt, im Krisenfall Verordnungen über Kapazitäten in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen erlassen zu können. Das fällt aber bisher in die Länderzuständigkeit. Auch sollen Bewegungsdaten von Infizierten gesammelt werden können, um die Ausbreitung eines Erregers nachzuverfolgen.

Derzeit ist erkennbar, dass die Verantwortlichen wegen der exponentiell steigenden Infektionen in westlichen Ländern zu Maximalmaßnahmen bereit sind.

Das Volumen ist sowohl quantitativ als auch qualitativ historisch einmalig. Hinsichtlich der qualitativen Maßnahmen, die individuelle Freiheiten beschränken, sind kritische Anmerkungen zulässig. Die verfügbaren Reaktionen implizieren jedoch gesellschaftspolitische Zustimmung auf breiter Basis. Anders lassen sich derzeitige Meinungsumfragen nicht interpretieren.

Die im Raum stehenden Hilfspakete, die in den USA derzeit geschnürt werden, verdienen sich den Begriff "atemberaubend". Neben aktiver Sozialpolitik, die gestern noch undenkbar war (z.B. temporäre Lohnfortzahlung im Krankheitsfall) und den Zinsmaßnahmen der Federal Reserve als auch deren Interventionspolitik prescht die US-Regierung jetzt mit Plänen nach vorne, Stützungsmaßnahmen im Volumen von vier Billionen USD in die Wege zu leiten. Eine vierköpfige Familie dürfte sich demnach beispielsweise auf einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 3.000 USD freuen. Auch wenn nicht alle Punkte des vier Billionen Programms umgesetzt werden, steht hier eine der massivsten Interventionen den USA ins Haus.

Auch von Seiten der Vereinten Nationen werden Stimmen laut, die Pläne forcieren, mittels eines "Coronavirus-Fonds" global unterstützende Akzente zu setzen.

Chinas Zentralbank fordert mehr Homogenität in der internationalen Antwort auf die aktuellen Herausforderungen analog zu der Krisenbekämpfung in der Folge der Lehman-Pleite. Chinas Zentralbank setzt sich für eine bessere internationale Koordinierung der Gesundheits-, der Handels-, der Wirtschafts- und der Fiskal- und Geldpolitik ein. China hätte noch Spielraum. Das stimmt in der Tat. Das hat auch damit zu tun, dass sich die Lage in China derzeit drastisch entschärft.

Dazu war am Wochenende zu lesen, dass Hapag-Lloyd Zeichen der Normalisierung der Lage in chinesischen Häfen und im asiatischen Raum erkennt. Auch der IWF bescheinigt China eine Normalisierung der ökonomischen Lage.

Von Seiten der EZB erreichen uns heute früh klare Ansagen. EZB-Ratsmitglied Visco betonte, dass die EZB alles Notwendige machen werde, um ein gutes Funktionieren der Finanzmärkte und der Geldpolitik in der gesamten Eurozone zu garantieren. Visco erachtet das aktuelle Volumen für ausreichend, aber man sei bereit, mehr zu tun. Die EZB stehe bereit, das Anleiheankaufprogramm zu erhöhen und die Zusammensetzung und die Dauer zu ändern. Bezüglich der "Coronabonds" sagte Visco, es sei wichtig, zügig ein Instrument zu definieren, das eine kollektive Refinanzierung einer Wiederaufbau-Phase nach der Krise erlaubt.

Die Kräfte des normativ Faktischen dieser globalen Intervention auf die temporäre Corona-Krise sollten nicht unterschätzt werden. 2009 wurde das Maßnahmenpaket übrigens auch im Frühjahr unterschätzt. Das verfügte niedrigere Zinsniveau, das meines Erachtens lang anhalten wird, erhöht grundsätzlich die Schuldentragfähigkeit losgelöst von der ansteigenden Bruttoverschuldung durch aktuelle Interventionen.

Coronavirus global: Die Zahl der Infizierten legte um 94.518 auf 339.041 zu. Die Zahl der Genesungen stieg um 12.773 auf 98.799, während die Zahl der Todesfälle um 4.675 auf 14.705 zunahm. Damit liegt die Zahl der akuten Fälle bei 225.537 (Freitag 148.467).

In Europa nahm die Zahl der Infizierten um 60.780 auf 170.078 zu. Die Zahl der Genesungen nahm um 7.040 auf 12.932 zu, während die Zahl der Todesfälle um 3.791 auf 8.806 stieg. Ergo liegt die Zahl der akuten Fälle bei 148.340 (Freitag 98.391).

In den USA hat sich die Zahl der Infizierten um 20.956 auf 35.206 erhöht. Zuletzt waren am Freitag 121 Genesungen zu verzeichnen. Heute früh ist das US-Datenmaterial nicht verfügbar. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 471 (Freitag 205). Es ergeben sich 34.614 akute Fälle (Freitag 13.924).

In Hubei/Wuhan verharrte die Zahl der Infizierten bei 67.800. Die Zahl der Genesungen nahm um 1.498 auf 59.879 zu. Es kam zu weiteren 21 Todesfällen (aktuell 3.153). Damit gibt es derzeit noch 4.768 akute Fälle (Freitag 6.287).

In Gesamtchina inklusive Hubei liegt die Zahl der Infizierten bei 81.439, es kam zu 72.814 Genesungen und es sind 3.274 Todesfälle zu beklagen. Ergo liegt die Zahl der aktuell Infizierten bei 5.351 (ex Hubei 583).

Fazit: In China entspannt sich die Lage weiter. Im Rest der Welt ist man von Entspannung noch weit entfernt. Die getroffenen markanten Maßnahmen im Rest der Welt werden frühestens in einer Woche zu belastbaren Entspannungstendenzen führen können.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Januar noch ohne Probleme

Der Leistungsbilanzüberschuss der Eurozone stellte sich per Berichtsmonat Januar auf 34,7o Mrd. Euro nach zuvor 32,56 Mrd. Euro in der saisonal bereinigten Fassung.

Russland: Starker Datenpotpourri aus Moskau

Die Zentralbank Russlands hat den Leitzins auf der Sitzung am Freitag unverändert bei 6,00 % belassen (Prognose 6,00 %). Die Einzelhandelsumsätze legten per Februar im Jahresvergleich um 4,7 % nach zuvor 2,7 % (Prognose 2,8 %) zu. Die Arbeitslosenrate sank per Februar von zuvor 4,7 % auf 4,6 % (Prognose 4,7 %). Die realen Löhne verzeichneten per Januar im Jahresvergleich einen Anstieg um 6,5 % (Prognose 4,5 %) nach zuvor 6,9 %.

USA:

Der Absatz zuvor genutzter Wohnimmobilien stellte sich per Berichtsmonat Februar in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung auf 5,77 nach zuvor 5,42 Millionen Objekte (Prognose 5,50 Mio.).

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.1220 - 1.1250 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Bleiben Sie gesund & viel Erfolg!