Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1127 (07:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1074 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 106.05. In der Folge notiert EUR-JPY bei 117.98. EUR-CHF oszilliert bei 1.0897.

In der US-Geopolitik, sind mehrere Grundstrukturen erkennbar:

1. Führung hybrider Kriege im Rahmen von Sanktionsregimen über Zölle, Handels- und Finanzsanktionen losgelöst von internationalen Rechtsnormen und multilateralen Verträgen.

2. Unterstützung von politischen Oppositionsstrukturen in Drittländern, um implizit „Regime Change“ - Ansätze zu forcieren. (Wie gingen die USA wohl damit im eigenen Lande um, siehe „Russia Gate“!)

3. Militär: Verlagerung auf Kommandoeinsätze, Unterstützung von militärischen Oppositionskräften in Ländern von US-Interesse unter Nichtachtung internationaler Rechtsnormen, Abkehr von großangelegten Militäreinsätzen nach dem Muster Irak oder Afghanistan.

Erkennbar ist eine massive Asymmetrie in der politischen Geografie, in der sich die westlichen Länder nicht entscheidend gegen den offenen Machtmissbrauch aus den USA solidarisieren, um sich von den USA einerseits zu emanzipieren und die USA andererseits zu den Gepflogenheiten der so genannten westlichen Werte zu verpflichten. Wer diesem faktisch totalitären Anspruch der USA nicht widersteht, gibt sein durch internationales Recht garantierte Selbstbestimmungsrecht auf!

Die Politik Trumps liefert partielle Erfolge. Die Unterwerfungshandelsabkommen Mexikos und Kanadas mit den USA lassen sich hier anführen, aber auch der Rinderfleischdeal der USA mit der EU geht faktisch in diese Richtung.

Laut US-Handelsbeauftragtem Lightizer streben Japan und die USA bis September den Abschluss eines Handelsabkommens an. Kritisch seien derzeit noch die Sektoren Autos und Rindfleisch. Ob auch hier der Begriff Unterwerfung passt, werden wir nach Bekanntgabe der Details bewerten.

Mit China läuft es aus Sichtweise der USA nicht rund. Deswegen wurden weitere Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe im Wert von 300 Mrd. USD verfügt. Diese 30 Mrd. USD zahlen US-Unternehmen und US-Verbraucher.

Damit wird der Standort USA für Investitionen weiter belastet (quantitativ), auch wenn Herr Trump behauptet, dass die Chinesen zahlen würden, was ausgemachter Unsinn ist (siehe Einlassungen der US-Unternehmerverbände).

Fakt ist, dass Donald Trump sich und seine Handelspolitik feiert. Laut US-Präsident Trump wollen Länder aus Angst vor US-Zöllen „echte Handelsabkommen“ mit den USA abschließen. Trump zog eine positive Bilanz seiner Handelspolitik, denn Angst scheint aus heutiger US-Sicht ein guter und dauerhaft belastbarer „Kitt“ für nachhaltige Politik und Zukunftsfähigkeit zu sein. Der Widerspruch dieser Trump-Aussage zu nachhaltigen und historisch belastbaren Politikansätzen verdient sich den Begriff „ausgeprägt“.

Fakt ist, dass diese Politikansätze der USA derzeit die Realität bestimmen und damit verstärkt Negativspiralen in Wirtschaft und auch an Märkten in Gang setzen. Das gilt vor allen Dingen für die Länder, die im Rahmen der globalisierten Wirtschaft starke Positionen im Investitionsgütersektor einnehmen. Das ist vorrangig Europa. Diese US-Politik ist faktisch eine offene Kampfansage an Europa. Diese US-Politik mag auch damit zusammenhängen, dass die europäischen Strukturdaten ungleich besser ausfallen (u.a. öffentliche Defizite, Struktur der produzierenden Wirtschaft, Außenhandel) und damit perspektivisch auch Machtfragen verbunden sind.

Herr Bannon als inoffizieller US-Emissär treibt hier nicht ohne Grund Spaltungstendenzen innerhalb der EU voran! Könnten wir uns einen identischen EU-Emissärin den USA vorstellen? Was wäre dann wohl los…

Fazit: Gewinner diverser Schlachten sind nicht notwendig, die, die auch den Krieg gewinnen.

An der Datenfront gab es für die Eurozone positive Akzente:

• Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone legten unerwartet per Juni im Monatsvergleich um 1,1 % zu (Prognose 0,2 %). Der Vormonatswert wurde von -0,3 % auf -0,6 % revidiert. Im Jahresvergleich lag der Anstieg bei 2,6 % nach 1,3 % (Prognose 1,3 %).

• Die Erzeugerpreise der Eurozone sanken im Monatsvergleich per Juli um 0,6 % nach zuvor -0,1 %. Im Jahresvergleich ergab sich eine Zunahme um 0,7 % nach 1,6 %.

Die Daten aus den USA lieferten ein gemischtes Bild:

• Die Arbeitslosenquote U-1 verharrte per Juli bei 3,7 %. Die Quote U-6, die ansatzweise mit dem Pendant der Eurozone vergleichbar ist, sank von 7, 2 % auf 7,0 %. Die Partizipationsrate stieg per Juli von 62,9 % auf 63,0 %.

• „Nonfarm Payrolls“ lieferten mit 164.000 neuen Stellen eine Punktelandung. Der Vormonatswert wurde von 224.000 auf193.000 revidiert.

• Die US-Handelsbilanz reüssierte mit einem Defizit in Höhe von 55,2 Mrd. USD nach zuvor -55,3 Mrd. USD. (Prognose 54,6 Mrd. USD).

• Der NY Business Conditions Index sank per Juli von 50,0 auf 43,5 Punkte.

• Der Auftragseingang der US-Industrie stieg per Juni im Monatsvergleich um 0,6 % nach zuvor -1,3 % (revidiert von -0,7 %!). Die Prognose lag bei +0,8 %.

• Laut finaler Berechnung stellte sich der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan per Juli auf 98,4 Punkte (Prognose 98,5).

Datenpotpourri von heute: Dienstleistungs-PMIs per Juli

China: Der Caixin Service Index sank von 52,0 auf 51,6 Punkte.

Japan: Der Index fiel von 51,9 auf 51,8 Zähler.

Australien: Der AIG Services Index kollabierte von 52,2 auf 43,9 Zähler.

Honkong: Der Dienstleistungsindex brach von 47,9 auf 43,8 Punkte ein.

Indien: Der Index legte von 49,6 auf 53,8 Zähler zu.

Russland: Der Index nahm von 49,7 auf 50,4 Punkte zu.

Fazit:

Ausgeprägte Risiken und globale Konjunkturdynamikverluste bleiben auf der Agenda.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überschreiten der Widerstandszone 1.1210 30 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!