Wirtschaftsministerium unbesorgt – Grund zur Sorge? - Kanzler Scholz & Hellmeyers Repliken
An den westlichen Aktienmärkten wurden die erhöhten Niveaus zunächst einmal abverkauft. „Climbing against a wall of worry“ - Dieses Muster wiederholt sich in den letzten Wochen. Die geringe Belastbarkeit der vergangenen Prognosen aus dem Wirtschaftsministerium lässt aufhorchen, wenn dort verlautbart wird, dass keine Engpässe bei Öllieferungen zu erwarten sind. Welche Zeilen Folker Hellmeyer den Einlassungen von Kanzler Scholz widmet, lesen Sie im Folgenden.







Kommentare
vielen Dank für die immer wieder soliden und gründlichen Analysen.
Eine Frage habe ich zu einem rein technischen Terminus: Warum wird immer wieder — auch von Ihnen — das Wort Öl-"Embargo" verwendet (gegenüber der Russischen Föderation), wo es doch zutreffender Öl-Boycott heißen sollte. Denn der Westen verweigert ja die Annahme eines Rohstoffes.
VG
DIW- Fratscher ist ein "Regierungssprecher". Von ihm ist kein Realismus zu erwarten.
Sowie ich gelesen habe, verweigert der Westen nicht die Annahme eines Rohstoffes aus Rußland.
Sondern, statt in direkt (billig) zu beziehen, wird er erst nach Indien geliefert, dort raffiniert, anschließend an eine US-amerikanische Firma veräußert, um ihn dann extrem überteuert von dort zu kaufen.
Macht voll Sinn.
Zumindest, wenn man Deutschland vernichten möchte. ("Deutschland du mieses Stück Sch...e").
»Wenn man tot ist, weiss man nicht, das man tot ist. Für das Umfeld ist das hart. Genauso ist das, wenn man blöd ist« ;–)).
Danke Herr Hellmeyer, wieder ein glänzender Beitrag, immer wieder gerne!
Selbst in "systemtreuen Medien des großen Elefanten" geisterten Zahlen über russische Exporte seit Beginn des Ukrainekrieges (Bloomberg, New York Times). Das Selbstverständnis in den VS ist ohnehin so unantastbar, dass man sich erst gar nicht scheut, es groß zu verbergen, einen Weg zu verfolgen, der genau das Gegenteil davon erkennen lässt, was man seinen Partnern verbietet. Demnach importierten Spanien, Belgien und die Niederlande sogar mehr aus Russland, als vor dem Krieg. In NL "entschuldigte" man das mit fast 100 Ausnahmeregelungen. Ich würde sagen, dass in manchen Ländern direkt im nationalen Interessse "vorgesorgt" wird. Mögen sich erst mal die anderen an die Sanktionen halten.
Wurden in Griechenland Tanker umgefüllt, um damit Britannien anzusteueren?
Ist das ebenso in belgischen und holländischen Häfen geschehen?
Jagt man in Italien russisches Öl durch die Raffinerie, um das veredelte Produkt in die VS zu verschiffen?
Hat man in den VS ein Dieselproblem?
Wir können wohl eher mit Sicherheit sagen, dass sich DE jedenfalls brav an die Sanktionen hält.