Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1346 (06:50 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1273 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 104,21 In der Folge notiert EUR-JPY bei 118,25. EUR-CHF oszilliert bei 1,0589.

In China (19 % am Welt-BIP Basis KKP) stellt sich das Bild anders dar. Hier ist ab Ende Januar eine ausgeprägte Schwäche durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Problematik festzustellen. Ab Anfang März werden die Produktionsprozesse wieder hochgefahren. Per Ende April ist es geplant, die volle Kapazität zu erreichen.

Die Sorge über einen massiven Einbruch der Lieferketten aus China heraus ist damit voraussichtlich zu größten Teilen gebannt. Entscheidend in der Betrachtung ist, dass es sich in der Krise um einen exogenen, nicht einen endogenen Problemherd handelt. Damit verbindet sich ein hohes Potential an Aufholeffekten. Anders ausgedrückt ist die temporäre Schwäche nicht extrapolierbar, ganz im Gegenteil.

Die Infektionen im Rest der Welt nahmen per März deutlich zu. Italien ist am stärksten betroffen. Dort sind als Folge nachhaltige Produktionsausfälle gegeben. Das gilt bisher aber nicht für den Rest der Welt. Betroffen von den politisch verfügten Einschränkungen, die bezüglich der Epidemie zwingend sind, sind maßgeblich die Sektoren der Veranstaltungs-, der Tourismus- und der Mobilitätsbranchen.

Die verfügten und die zu erwartenden politischen Unterstützungsmaßnahmen sind massiv (exogene positive Einflüsse). Sie zielen darauf ab, strukturelle Schäden in der Wirtschaft zu unterbinden, indem Überbrückungshilfen gewährleistet werden. An Illiquidität sollen diese Unternehmen nicht wegen eines temporären Problems scheitern.

Jedoch werden diese Maßnahmen, insbesondere die geplanten Konjunkturhilfen (z.B. Steuersenkungen USA) weit über den Zeitpunkt der "Corona-Problematik" ihre Wirkung entfalten.

Somit ergibt sich folgendes Bild:

Eine endogen stabile Weltwirtschaft erfährt einen temporären exogenen Schock (China voraussichtlich circa zwei Monate) durch ein Grippevirus, das hoch ansteckend ist.

Die getroffenen Gegenmaßnahmen führen zu einem zeitlich begrenzten Rückgang der Wirtschaftsleistung in den betroffenen Ländern je nach Infektionsgrad. Die politischen Maßnahmen verhindern grundsätzlich, dass gesunde Unternehmen dieser Entwicklung zum Opfer fallen. Die darüber hinaus gehenden Konjunkturmaßnahmen wirken weit über den Belastungszeitraum.

Aufholeffekte vor allen Dingen im Sektor der Produktion stehen nach der Beruhigung der Lage in der gesamten Weltwirtschaft an.

Es wird strukturelle Veränderungen geben. "Just in Time" Lieferketten werden umgestaltet werden in weniger "Just in Time". Diese Neuorientierung wird das Wachstum in den kommenden zwei Jahren zusätzlich befördern.

Zusätzlich verschiebt sich das globale Zinsniveau sportlich nach unten. Heute Morgen senkte die Bank of England unerwartet den Leitzins um 0,50 %. Es wird noch deutlich mehr geliefert - und nicht ad hoc bei Entspannung der Lage revidiert werden. Das optimiert Bedingungen für die Weltwirtschaft. Es senkt aber vor allen die Diskontierungsfaktoren für alle Anlageklassen. "Food for thought!"

Aktuelle Lage zur Ausbreitung:

Coronavirus global: Die Zahl der Infizierten legte um 4.689 auf 119.132 zu. Die Zahl der Genesungen stieg um 1.611 auf 65.765, während die Zahl der Todesfälle um 258 auf 4.284 zulegte.

Coronavirus Europa: Die Zahl der Infizierten nahm um 3.031 auf 18.528 zu. Italien bleibt das primäre Problemland mit jetzt 10.149 Infektionen. Die Zahl der Genesungen stellt sich auf 824. Insgesamt waren 716 Todesfälle zu beklagen, davon 631 in Italien.

Coronavirus Epizentrum Hubei/Wuhan: Die Zahl der Infizierten nahm um 13 auf 67.773 zu. Die Zahl der Genesungen legte um 1.469 auf 49.056 zu. Die Zahl der Todesfälle stieg um 22 auf 3.046.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Durchgehend positiv (Ausdruck endogener Stärke)

Die Gesamtbeschäftigtenzahl legte in der Eurozone per 4. Quartal im Jahresvergleich um 1,1 % (Prognose 1,0 %, Vorquartal revidiert von 1,0 % auf 1,1 %) und im Quartalsvergleich um 0,3 % auf einen neuen Rekordwert bei 160.746.300 Beschäftigte zu. Das BIP der Eurozone stieg per 4. Quartal laut Revision im quartalsvergleich um 0,1 % (Prognose 0,1 %) und im Jahresvergleich um 1,0 % (Prognose 0,9 %).

In Italien nahm die Industrieproduktion im Monatsvergleich per Januar um 3,7 % zu (Prognose 1,6 %). Der Vormonatswert wurde von -2,7 % auf -2,6 % revidiert). Im Jahresvergleich ergab sich ein Rückgang um 0,1 % (Prognose -3,7 %, Vormonat -4,4 %).

In den Niederlanden stieg die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes per Januar im Monatsvergleich um 3,1 % nach zuvor -1,8 %.

USA: Positiv

Der NFIB Business Optimism Index stieg per Berichtsmonat Februar von zuvor 104,3 auf 104,5 Punkte. Der Index bewegt sich damit weiter auf hohem Niveau in der historischen Betrachtung.

Südkorea: Positiv

Die Arbeitslosenrate sank per Februar von zuvor 4,0 % auf 3,3 % und markierte den tiefsten Stand seit August 2019.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.1210 - 1.1230 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!