Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1109 (07:03 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1091 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.57. In der Folge notiert EUR-JPY bei 121,73. EUR-CHF oszilliert bei 1,0809.

Derzeit kommt vieles in Bewegung. Der gestrige Tag lieferte diesbezüglich Akzente:

Nato-Erweiterung im Nahen Osten?

Den ersten Akzent setzte Trump. Er brachte eine Erweiterung der Nato mit Staaten aus dem Nahen Osten ins Spiel, da der IS ein internationales Problem darstellte. Nun gibt es Regeln für Länder, die der Nato beitreten wollen. Wenn man diese Regeln ernst nimmt, ist das Thema obsolet.

Zudem stellt sich die Frage, ob mit einem solchen Schritt nicht die regionalen religiösen/ethnischen Probleme in die Nato platziert würden und damit die internationale Sicherheit untergraben würde.

Somit ist Trumps Idee intellektuell unausgegoren oder ein weiterer US-Destabilisierungsversuch, um bilaterale Abhängigkeiten zu forcieren, denn darauf zielt US-Politik ab.

Perma-Optimismus der US-Notenbank!

Nach den drei Zinssenkungen der US-Notenbank, die kein US-Notenbanker auch nur ansatzweise Anfang 2019 erkennen wollte, wagte sich gestern der Gouverneur der Federal Reserve St. Louis aus der Deckung.

Es wurde eine Dosis Optimismus versprüht. Die strukturellen Probleme der US-Wirtschaft wurden nicht einmal tentativ angesprochen. Die US-Wirtschaft hätte die Gefahr einer Rezession laut Fed Gouverneur Bullard (St. Louis Fed) überstanden.

Die Unternehmen hätten sich ob der Handelskonflikte angepasst. Nach Rezessionsängsten per 2019 hätte die Fed mit ihrer lockeren Geldpolitik die Lage in den Griff bekommen. Die US-Wirtschaft steuere 2020 auf eine sanfte Landung zu.

Letzteres schließen wir auf rein quantitativer Basis nicht aus, aber das strukturelle US-Bild bleibt prekär und wird perspektivisch prekärer:

2019 lag die staatliche US-Neuverschuldung bei 1.225 Mrd. USD laut der US-Treasury! Das ist grotesk für gut zwei Prozent Wachstum (entspricht circa 500 Mrd. USD). Es gibt keine ausreichenden selbsttragenden Kräfte in den USA, anders als in der Eurozone!

Wegschauen bei diesem Thema mag temporär helfen. Es hilft nicht ultimativ! Frei nach dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen. Der Kaiser hat keine Kleider und politische Korrektheit (hier das Wegschauen) mag am Ende ein teures Vergnügen darstellen.

Das britische Parlament stimmte gestern für Brexit-Gesetz

Mehr als drei Jahre nach dem Brexit-Referendum hat das Londoner Unterhaus den mit Brüssel ausgehandelten Vertrag für den EU-Ausstieg gebilligt. 330 Abgeordnete votierten für die Gesetzesvorlage, 231 dagegen. Es steht nur noch die Abstimmung im Oberhaus aus, die jedoch kein Problem darstellen sollte. Damit ist der Brexit so gut wie in Stein gemeißelt.

Nach unserer Analyse steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Austritts des UK aus der EU, der vielen orthodoxen Anti-EU-Tories so sehr am Herzen liegt.

Die gestrigen Einlassungen von Brexit-Minister Stephen Barclay im britischen Unterhaus, sich so weit wie möglich von den Standards der EU (u.a. Arbeitsmarkt) zu entfernen, lässt kaum ein anderes Urteil zu.

Außerdem ist der Zeitrahmen extrem ambitioniert und faktisch nicht ausreichend, um einen tragfähigen Handelsdeal aus der Taufe zu heben.

Aus China erreichen uns positive Nachrichten

Die Öffnung Chinas schreitet sportlich voran. China will seinen Öl- und Gassektor im laufenden Jahr für ausländische Unternehmen liberalisieren. Man will in Peking die Energieversorgung des Landes ankurbeln, denn China importiert circa 70 % des benötigten Rohöls und rund 50 % des notwendigen Erdgases. Hinsichtlich der geopolitischen Risiken will man verstärkt nationale Ressourcen zur Verfügung haben.

Zukünftig dürfen nicht nur die staatlichen Unternehmen, sondern auch ausländische Unternehmen in China nach Öl und Gas suchen und dieses fördern.

Bisher konnten sich internationale Firmen nur über Joint Ventures beteiligen, um in dem Land die Rohstoffe zu suchen und zu fördern.

Geöffnet werde der Öl- und Gasmarkt ab dem 1. Mai für in China registrierte ausländische Firmen mit einem Mindestnettovermögen von circa 39 Millionen Euro. Die Änderung gilt auch für inländische Firmen, die die gleichen Bedingungen erfüllten.

China ist auf dem richtigen Weg und erhöht damit den Potentialwachstumspfad!

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Positiv

Die Arbeitslosenrate verharrte per Berichtsmonat November erwartungsgemäß bei dem Tiefststand seit Juli 2008 bei 7,5 %.

Der Index des Verbrauchervertrauens legte in Irland per Dezember von 77,1 auf 81,4 Punkte zu und markierte den höchsten Wert seit Juli 2019. Die Industrieproduktion Finnlands stieg per November im Jahresvergleich um 3,7 % nach zuvor 1,3 %.

Japan: Nicht erbaulich

Die Devisenreserven legten per Dezember von 1.317,3 auf 1.323,8 Mrd. USD zu. Die Gesamtausgaben der privaten Haushalte sanken im Jahresvergleich per November um 2,0 % nach zuvor -5,1 % (Monatsverglich +2,6 %). Der Index der Frühindikatoren sank per November um 0,7 Zähler nach zuvor -0,3 Punkten. Der Lageindex fiel um 0,2 Zähler nach zuvor -5,1 Punkten.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem US-Dollar favorisiert. Ein Durchbrechen der Unterstützungszone bei 1.0950 - 1.0980 negiert den positiven Bias des EUR.

Viel Erfolg!