Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1095 (07:21 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1065 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 106.47. In der Folge notiert EUR-JPY bei 118.11. EUR-CHF oszilliert bei 1.0865.

Die Finanzmärkte und auch die Realwirtschaft schauen gebannt auf die Bühnen der Zentralbanken und der Politik, die diese Woche noch bespielt werden. Offensichtlich sind Positionierungen der Marktteilnehmer an das aktuelle Chancen- und Risikoprofil angepasst worden. Die Marktlagen sind stabil und zeichnen sich durch geringe Volatilität aus.

Neue Trendbewegungen sind von der Beantwortung der Fragen abhängig, ob auf den Bühnen Tragödien oder Stücke mit einem potenziellen Happy End aufgeführt werden.

Erkennbar ist, dass es ein nicht unerhebliches Maß an Verdruss über die bisherigen Aufführungen, maßgeblich Tragödien, auf der politischen Bühne gab und gibt. Das Portemonnaie der zahlenden Zuschauer wurde insbesondere über das Ensemble aus den USA unnötig strapaziert.

Der Prolog, der in den letzten 24 Stunden vom Ensemble aus den USA geliefert wurde, muss Erwartungen aber dämpfen, ohne den Begriff Hoffnung vollständig zu negieren.

So gab es Eskalation im US/China Konflikt. Die USA werden 66 F-16 Kampfflugzeuge an Taiwan liefern. Außenminister Pompeo spielt weiter mit der Anwendung US-Rechts auf extraterritorialer Basis (totalitärer Anspruch), was nichts anderes ist, als der Bruch internationalen Rechts (Tankerkonflikt mit dem Iran).

Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer. So empfiehlt Donald Trump die Wiederaufnahme Russlands in den Kreis der G7-Gruppe.

Auf den Bühnen der Zentralbanken erwarten uns in dieser Woche die Protokolle der Federal Reserve und der EZB. Märkte wollen aus der umfänglichen Analyse der vermeintlich sensiblen Verbalakrobatik der Zentralbanken Honig saugen, um Klarheit in einer unsicheren Welt über die zukünftige Zins- und Geldpolitik zu erringen.

Wir machen das knapp und kurz: Die Vollkaskoversicherung der westlichen Zentralbanken ist gegeben. Zinssenkungen und QE stehen auf der Agenda. Was kurzfristig entspannt, kann aber ultimativ dramatisch enden. Das mag Hedonisten nicht stören. Protagonisten, denen der Begriff "Tellerrand" nicht fremd ist, müssen äußerst aufmerksam sein. "Goldig" könnte eine Fortsetzung der Politik der letzten zehn Jahre am Ende für Edelmetalle sein, da sie Währungen ohne Fehl und Tadel sind.

Das Politdrama um den Brexit geht in die nächste Runde. Boris Johnson fabuliert gegenüber der EU von Demokratie, während er gleichzeitig erwägt, das britische Parlament zu entmündigen, um seinen Brexit per 31. Oktober durchzusetzen. Das ist Ausdruck von Chuzpe. Das britische Parlament wolle den Deal nicht, so Boris Johnson. Das ist richtig. Das haben wir verstanden. Nun, 27 andere Parlamente, die demokratisch legitimiert sind, wollen aber die Rosinenpickerei aus London nicht über sich ergehen lassen.

Wäre es demokratisch, dass das Votum des Parlaments in London faktisch über die Voten der demokratisch legitimierten 27 EU-Länder gestellt würde?

Wäre das nicht absurd!? Die EU als Tanzbär des UK?

Frau Merkel empfängt Herrn Johnson heute. Viel Spaß bei Gebäck und Tee.

Das G-7 Treffen in dem schönen Biarritz steht auf der Agenda. Wir freuen uns. Als Individuum, das noch den Begriff "Happenings" buchstabieren und den darin liegenden Kontext intellektuell verarbeiten kann, steht ein solches "Happening" wohl an. Auch das verdanken wir dem Ensemble aus den USA. Erst zwingen die USA Europa auf den Kurs, Russland zu isolieren. Europa läuft stramm mit und nun, hoppla, ist ein neue Ausrichtung "en passant" auf der Agenda?

Gut, Paris agiert schneller als das vergangenheitsbezogene, träge transatlantisch verklärte Berlin. Macron und Putin trafen sich und Macron nahm den Gedanken Putins (Bundestagsrede) auf, dass Russland integraler Bestandteil Europas ist und es um die Umsetzung der Achse Lissabon bis Wladiwostok gehe.

Lieber Herr Macron, damit bewegen sie sich tief in den Spuren des Forex Reports. Dafür danken wir von Herzen, hätte es aber nicht schon ein paar Jahre früher sein können?

Die aktuelle Annäherung ist zunächst als Versuch zu klassifizieren.

Exkurs: Trump will Grönland - Kopenhagen gibt es zumindest jetzt noch nicht her. Das bisherige helotische (also sklavenhafte) Verhalten Dänemarks gegenüber Washingtons Interessen (auch North Stream 2) mag durch diesen Vorfall im Königreich Dänemark überdacht werden.

Was heißt das alles für das Potential russischer Aktien- und Anleihemärkte?

Datenpotpourri der letzten 24 Stunden:

Eurozone: Die Bauleistung der Eurozone war per Berichtsmonat Juni im Monatsvergleich unverändert. Der Vormonatswert wurde von -0,27 % auf-0,46 % revidiert. Damit kam es nach zwei Monaten der Rückgänge auf ermäßigter Basis zu einer Stabilisierung. Die Saldierung der Monatswerte ergibt einen Rückgang um 0,66 % seit Dezember 2018.

UK: Der Index vom CBI über den Auftragseingang legte per Berichtsmonat August von zuvor -34 auf -13 Punkte zu. Die Prognose war bei -23 Zählern angesiedelt.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.1020 - 40 negiert den positiven Bias des EUR.

Viel Erfolg!