Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1203 (07:11 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1115 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 106.70. In der Folge notiert EUR-JPY bei 119.52. EUR-CHF oszilliert bei 1.0919.

Die Angriffe der USA auf die internationale, die multilaterale Ordnung werden zunehmend sportlicher. Eine internationale Ordnung dient dazu, verantwortliches Verhalten aller Teilnehmer zu forcieren und Friedfertigkeit zu gewährleisten, denn Friede ernährt, während Krieg zerstört. Das weiß man im Irak, in Libyen oder auch in Syrien.

Die Untergrabung der Ordnung seitens der USA dient schlussendlich dazu, Handeln im Eigennutz ohne Konsequenzen durchsetzen zu können, denn der globale US-Machtanspruch lässt sich immer schwerer aufgrund der rückläufigen Bedeutung der USA in der Weltwirtschaft auf multilateraler Ebene durchsetzen. Deswegen wird das multilaterale System unterminiert, um bilateral die relative Stärke (knapp 15% des Welt-BIP) durchzusetzen. Ultimativ geht es darum, weiter unilateral Macht auszuüben. Dieser Ansatz ist faktisch totalitär.

Die US-Angriffe bewegen sich über das gesamte Spektrum der Politik. Ob man bei dem UN-Flüchtlingswerk anfängt oder den Austritt aus dem Klimaabkommen betrachten will, ob man das Agieren außerhalb des Regelwerks der WTO (Sanktionen nach dem Gutsherrenprinzip) und den Angriff auf die WTO thematisieren will oder ob man die Missachtung der Souveränität von Drittstaaten im Rahmen illegitimer Regime-Change Politik anführen möchte.

Die jüngste Eskalationsstufe wurde durch die Verhängung der US-Zölle in Höhe von zehn Prozent auf 300 Mrd. US-Importe aus China gezündet. Das war die Aktion, die Aggression. Die Antwort Chinas fiel vergleichsweise moderat aus. Man wird erst einmal keine Agrargüter aus den USA importieren.

Im Zuge der Maßnahmen kam der Yuan unter Druck. Das ist verständlich, denn die USA bauten Druck gegen die Konjunkturlage Chinas auf. Auf solche Wendungen agieren Devisenmärkte immer, da Risikoaversion zunimmt. Ganz im Gegenteil, würden die Devisenmärkte nicht reagieren, müsste man von dem Verdacht der Manipulation sprechen.

Hier wird deutlich, dass die USA Kausalitäten, die wie physikalische Gesetze der Märkte wirken, auf den Kopf stellen. So etwas darf man als arrogante Beliebigkeit im egomanen Eigeninteresse seitens der USA klassifizieren.

Kommen wir zu den Fakten:

Die USA haben China erstmals seit 25 Jahren als Währungsmanipulator eingestuft, nachdem sie im Mai noch konstatierten, dass China nicht manipuliere. Seit Anfang Mai hat sich der Yuan gegenüber dem USD im Rahmen der US-Eskalation um circa vier Prozent abgeschwächt.

Der JPY hat seit Anfang Mai gegenüber dem USD um knapp fünf Prozent aufgewertet. Beschwert sich Japan nun bei den USA bezüglich Währungsmanipulation?

Der Euro hat gegenüber dem USD seit Anfang 2018, also innerhalb von 18 Monaten, um mehr als 10,5% abgewertet. Die aktuelle vier Prozent Anpassung der Bewertung des Yuan gegenüber dem USD ist definitiv keine Anomalie.

Mit der aktuellen Abwertung des Yuan verschaffe sich China unfaire Vorteile im Welthandel und verstoße damit gegen Verpflichtungen als Mitglied der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, erklärte Finanzminister Mnuchin.

Die US-Regierung werde sich an den IWF wenden, um gegen China vorzugehen. Wir empfehlen Japan dasselbe bezüglich der USD-JPY Bewertung im identischen Zeitraum!

Wir empfehlen auch den Ländern, die ohne Rechtsgrundlage durch die USA sanktioniert werden und deren Währungen damit bewusst, aber fraglos nur implizit durch die USA manipuliert werden, den IWF anzurufen. Der IWF bekäme sehr viel zu tun!

Fazit: Der Angriff der USA auf die multilaterale Ordnung entwickelt sukzessive weiteres Zerstörungspotential.Wie stellt sich die EU in diesen Fragen auf?

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Schatten, Wolken und Sonne ...

Der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor stellte sich final per Juli auf 53,2 (zuvor 53,3) Punkte. Der Composite Index war gegenüber dem vorläufigen Wert unverändert bei 51,5 Zählern. Der Sentix-Index brach per August stark von zuvor -5,8 auf -13,7 Punkte ein. Die Prognose lag bei -8,3 Zählern. Per Berichtsmonat Juni stiegen die deutschen Auftragseingänge unerwartet um 2,5 % im Monatsvergleich (Prognose 0,5 %). Der Vormonatswert wurde von -2,2 % auf -2,0 % revidiert.

USA: Sonne und Schatten

Der von Markit ermittelte Dienstleistungsindex legte per Juli gemäß finaler Berechnung von 52,2 auf 53,0 Punkte zu. In der Folge stellte sich der Composite Index auf 52,6 nach 51,6 Punkten. Dagegen sank der von ISM ermittelte Dienstleistungssektor per Juli von 55,1 auf 53,7 Zähler. Die Prognose lag bei 55,5 Punkten. Dieser Index markiert den schwächsten Wert seit August 2016.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.1020 - 40 negiert den positiven Bias des EUR.

Viel Erfolg!