Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0918 (06:36 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110,65. In der Folge notiert EUR-JPY bei 120,81. EUR-CHF oszilliert bei 1,0630.

Bisherige Krisen hatten ihren Hintergrund grundsätzlich in Fehlentwicklungen der ökonomischen/finanziellen Strukturen, die dann über Rezessionen und Neustrukturierung neutralisiert werden mussten (nach 2008/2009 nicht in den USA, aber in der EU!). Hier handelt es sich um einen exogenen Effekt durch das Coronavirus, der zu einem administrativ veranlassten temporären Schock der Wirtschaft führt. Dieser qualitative Unterschied ist von vehementer Bedeutung.

Insbesondere wegen dieses qualitativen Unterschieds ist es völlig richtig, dass der durch die Administrationen wegen des Virus ausgelöste Schock mit massiven administrativen Gegenmaßnahmen perspektivisch konterkariert wird. Ansonsten würde der exogene Schock dauerhafte Schäden mit nachhaltig endogenen Charakteristika nach sich ziehen. Das wäre in der Tat verantwortungslos. Voraussichtlich wird sich im Nachhinein erweisen, dass die Maßnahmen überdimensioniert ausfielen. Das ist richtig, denn zu wenig Medizin könnte an dieser Stelle teurer sein.

Der Bundestag winkte gestern alles durch. Nach der politischen Einigung verabschiedete gestern der US-Senat den Gesetzentwurf für das Zwei-Billionenprogramm. Das Repräsentantenhaus wird wohl noch diese Woche über das Paket abstimmen. Die Schweiz ist jetzt auch mit Hilfen von 40 Mrd. CHF dabei.

Aktuelle Lage zur Ausbreitung:

Coronavirus global: Die Zahl der Infizierten legte um 48.662 auf 471.783 zu. Die Zahl der Genesungen stieg um 6.239 auf 114.858, während die Zahl der Todesfälle um 2.387 auf 21.306 zunahm. Damit liegt die Zahl der akuten Fälle bei 335.619 (Vortag 295.583).

In Europa nahm die Zahl der Infizierten um 27.497 auf 248.977 (Vortag 221.480) zu. Die Zahl der Genesungen legte um 3.639 auf 23.483 (Vortag 19.844) zu, während die Zahl der Todesfälle um 1.896 auf 14.180 (Vortag 12.284) stieg. Ergo liegt die Zahl der akuten Fälle bei 211.314 (Vortag 189.352).

In den USA hat sich die Zahl der Infizierten um 14.683 auf 69.914 (Vortag 55.231) erhöht.

Die Zahl der Todesfälle liegt bei 1.050 (Vortag 801). Insgesamt sind 619 (Vortag 354) Infizierte geheilt. Die Anzahl der aktuellen Fälle stellt sich auf 68.245 (Vortag 54.076).

In Hubei/Wuhan liegt die Zahl der Infizierten bei 67.801. Die Zahl der Genesungen nahm auf 61.201 (Vortag 60.324) zu. Es kam zu weiteren neun Todesfällen (aktuell 3.169).

Damit gibt es derzeit noch 3.431 akute Fälle (Vortag 4.317).

In Gesamtchina inklusive Hubei liegt die Zahl der Infizierten bei 81.727 (Vortag 81.591), es kam zu 893 weiteren Genesungen (aktuell 74.173) und es sind 3.291 Todesfälle (+10) zu beklagen. Ergo liegt die Zahl der aktuell Infizierten bei 4.263 (Vortag 5.030).

Die Gesamtsituation ist weiter von wachsenden Infiziertenzahlen geprägt. Die entspannende Tendenz gestern in Europa weicht heute einer verspannteren Entwicklung. Unverändert gehen wir davon aus, dass die getroffenen Maßnahmen sich in Kürze in der Statistik der Neuinfektionen niederschlagen werden.

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Stimmungskollaps!

Der IFO-Geschäftsklimaindex brach per März von zuvor 96,0 auf 86,1 Punkte ein (Prognose 87,7). Der Lageindex sackte von 99,0 auf 93,0 Zähler (Prognose 93,6), während der Erwartungsindex von 93,1 auf 79,9 Punkte kollabierte. Per Berichtsmonat April kollabierte der GfK-Konsumklimaindex von zuvor 8,3 (revidiert von 9,9) auf 2,7 Punkte (Prognose 7,1) und markierte den tiefsten Wert seit Juni 2009.

Schweiz: Stimmungskollaps!

Der Index des Investorenvertrauens verlor per Berichtsmonat März massiv von +7,7 auf -45,8 Zähler und markierte damit den tiefsten Stand seit Februar 2015 (-73,0).

USA: Noch freundlich

Der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter stieg per Februar unerwartet um 1,2 % (Prognose 0,8 %). Der Vormonatswert wurde von -0,2 % auf +0,1 % revidiert. Laut FHFA stiegen die Wohnimmobilienpreise per Januar im Monatsvergleich um 0,3 % nach zuvor 0,6 % und im Jahresvergleich um 5,2 % nach zuvor 5,2 %.

Singapur: Realwirtschaft im Tiefflug

Laut Erstschätzung sank das BIP im Quartalsvergleich per 1. Quartal 2020 um 10,6 %. Im Jahresvergleich ergab sich ein Rückgang um 2,2 % nach zuvor +1,0 %.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.0970 - 1.1000 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Bleiben Sie gesund & viel Erfolg!