Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,2332 (07:17 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2308 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107.22. In der Folge notiert EUR-JPY bei 132.20. EUR-CHF oszilliert bei 1.1875.

In den letzten 14 Tagen meiner Abwesenheit haben sich dynamische und bemerkenswerte politische Entwicklungen ergeben, die auch Ausdruck einer veränderten Realität des westlichen Werteverständnisses ausdrücken und damit massive Fragen in zukünftigen Berechenbarkeiten inkludieren.

Das macht das Analysegeschäft nicht notwendig leichter, denn es handelt sich ultimativ um Paradigmenwechsel, die im Gegensatz zu dem von Alan Greenspan thematisierten Paradigmenwechsel  (2000 - 2002) voraussichtlich belastbar sind.

Die Fokussierung auf individuelle Problemherde, ob Skripal, Ukraine oder Syrien verstellen den Blick auf das Wesentliche. Sie sind Symptome einer internationalen Machtauseinandersetzung.

Die finanzökonomischen Machtachsen haben sich zu Gunsten der aufstrebenden Länder massiv verschoben. Dieser Block steht heute für 66% des Welt-BIP (1990 circa 20%), für 88% der Weltbevölkerung und die aufstrebenden Länder kontrollieren circa 70% der Weltdevisenreserven.

Der Anspruch der USA, die heutige Welt zu dominieren, ist vor dem Hintergrund dieser Veränderung nicht nur ambitioniert, sondern zwingt zur Diskussion, ob dieser Anspruch schlussendlich nicht totalitär ist, zudem sich die USA internationalem Recht nicht unterwerfen, es aber beliebig auf Dritte anwenden.

Wie passt das zu den westlichen Werten, die wir bis gestern noch auf unseren Lippen trugen?

Fakt ist, dass dieses Problemfeld  eine absehbar latente Risikolage bedingt, die die Stabilität der Weltkonjunkturlage negativ beeinflusst.

Fakt ist aber auch, dass bezüglich der kurzfristigen Begutachtung das Maß an Stabilität in den Wirtschaftsindikatoren auf globaler Ebene bemerkenswert hoch ist. Das darf verhaltene weitere Zuversicht für den Fall wecken, dass weitere Eskalationsstufen seitens des Westens vermieden werden. Kommt die westliche Welt zu Sinnen? Ja, es gibt zarte Indikationen.

Die Einlassungen, die uns aus Berlin erreichen, dürfen uns dabei ansatzweise positiv stimmen.

Der außenpolitische Sprecher der Union Jürgen Hardt forderte eine Rückkehr zur Diplomatie in der Syrienfrage. Dabei sei ein Ansatz mit Assad hinsichtlich der russischen Position erforderlich.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hält an der Pipeline fest unter Verweis auf die von Bundesbehörden erteilten Genehmigungen.

Im Hintergrund baut sich immer mehr Druck auf, dass Kontinentaleuropa endlich eine eigenständige, den eigenen Interessen untergeordnete Außenpolitik definiert. Es ist spät in diesem bitter notwendigen Zyklus!

Am Freitag setzte die Handelsbilanz der Eurozone nahezu gewohnt positive Akzente. In der saisonal unbereinigten Fassung kam es per Februar zu einem Überschuss in Höhe von 18,9 Mrd. Euro nach zuvor 3.3 Mrd. Euro. Die Waren aus Kontinentaleuropa sind gefragt und bleiben es auch.

Aus den USA erreichte uns die Veröffentlichung des Verbrauchervertrauens nach Lesart der Universität Michigan in der vorläufigen Fassung.

Der Index sank unerwartet von zuvor 101.4 auf 97,8 Punkte (Prognose 100,5). Damit markierte der Index den tiefsten Stand seit drei Monaten.

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Währungsrelation EUR/USD favorisiert. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite 1,2230 -1.2560 eröffnet neue Opportunitäten.

Viel Erfolg!

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